Montag, 21. Januar 2013

Food-o-grafie

Zum Jahreswechsel haben einige Foodblogger einen Jahresrückblick zu ihrem Blog veröffentlicht. Mir hat es Spaß gemacht, zu lesen, was in den einzelnen Blogs so passiert ist und mit welchen Gedanken sich die Autoren beschäftigen. Ein Vorsatz, ich weiß leider nicht mehr bei wem ich ihn gelesen habe, hat mir besonders gut gefallen. Die Bloggerin hat sich vorgenommen, nicht mehr jedem Trend hinterher zu laufen, der die Szene gerade bewegt. So geht es mir auch gerade.

Die aktuelle Diskussion um die Fotos und das "Aufrüsten" der Foodblogger mit Hardware verfolge ich mit sehr gemischten Gefühlen. Zorra hat in diesem Zusammenhang das Blog-Event Food-o-grafie wieder aktiviert. Im Fokus stehen diesmal die Kamera und Objektive.

Ich arbeite mit zwei Kameras, die geliebte Knipsi, eine SONY Cybershot DSC N1 und die deutlich weniger geliebte CANON EOS 400 D mit dem Objektiv EF (50 mm, 1:1,8).



Die Knipsi verwende ich immer noch für die Fotos bei Restaurant-Besuchen. In den Anfangszeiten des Blogs habe ich alle Fotos von den Gerichten mit ihr gemacht. Die CANON macht einfach die besseren Bilder, aber mir persönlich weniger Spaß damit zu fotografieren.

Und jetzt sind wir schon beim eigentlichen Thema. Spaß ist für mich Kochen, Gäste bewirten und verwöhnen, den Geschmack verfeinern, schön anrichten, etwas Neues ausprobieren, dazulernen, meine Kochkenntnisse verbessern, die Rezepte so aufschreiben, daß sie gut nachgekocht werden können.....

Dazu gehört auch ein Foto. Klar, es soll auch einigermaßen attraktiv aussehen, aber auch noch natürlich und nach richtig gekochtem Essen. Ich richte Teller an, um sie zu servieren und nicht um sie hauptsächlich zu fotografieren. So suche ich nach dem besten Mittelweg, warmes Essen, kein nervtötendes Getue für Herrn bushcook oder Gäste und ein brauchbares Bild. Brauchbar gefällt mir gut als Begriff, ich strebe das perfekte, tolle, attraktive Food-Foto überhaupt nicht an.

Bei größeren Menüs für Gäste mache ich vorher Zeichnungen, wie ich die Teller anrichten könnte. Mein Aufwand für die Fotos ist deutlich geringer. Das schöne Bild sollte nach meinem Geschmack vom Gericht kommen, nicht vom Teller. Die beste Bühne dafür bieten weiße Teller - ich nehme immer sehr schöne, handbemalte Keramikteller, wenn ich Backwerk fotografiere, um davon abzulenken. :-)


Schon lange tue ich mich schwer mit den Begriffen Foodie (was soll das sein???? - ich würde mich höchstens als Hobbyköchin bezeichnen) und Foodporn (ganz schreckliches Wort!!). Über diesen ganzen Kontext habe ich länger nachgedacht und bin froh darüber, mehr Orientierung für meinen Blog bekommen zu haben. Das Kochen steht an erster Stelle und wenn ein Foto mal nicht super-duper-hyper ist, dann gibt es das auch hier.

Geschmack, Anrichtweise und Text des Rezepts sind wichtiger als das Foto. Ich verstehe meinen Blog immer mehr als digitales Kochbuch und kulinarische Informationssammlung. Wenn ich zu einem Rezept neue Erkenntnisse habe, ändere ich es nachträglich sogar ab. Vielleicht tausche ich auch einmal Fotos aus, wenn es mir gelingt ein besseres zu machen.

Food-o-grafie soll eine Reihe mit unterschiedlichen Themen-Schwerpunkten werden. Vermutlich werde ich zu den meisten nichts zu sagen haben, weil ich damit keine Erfahrungen habe. Diesmal wollte ich die Gelegenheit ergreifen und ein paar Dinge sagen, die mich bewegen.

food-o-grafie 2013 - #1 Kamera Ausrüstung (Einsendeschluss 28.02.2013)

Kommentare:

  1. Da sprichst Du mir aus der Seele - danke. Ich bin zwar neidisch auf professionell aussehende Bilder, aber mein Blog soll berichten, was ich für unsere Gäste (meistens) gekocht habe und da bleibt für's Arrangieren und Knipsen sehr wenig Zeit, denn das Essen ist heiss und will serviert werden (ansonsten ich mir den Zorn der besten Ehefrau von allen zuziehe)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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    1. Danke Andy, für die zustimmenden Worte. Ich hätte nie gedacht, daß so viele ähnlich denken.

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  2. Liebe Bushi, ich kann das, was du schreibst, sehr gut verstehen, und es würde mir wahrscheinlich genauso gehen, wenn nicht neben dem Kochen auch das Fotografieren eines meiner liebsten Beschäfigungen wäre. Irgendwie habe ich den Anspruch (ich kann gar nicht erklären weshalb), dass die Fotos in meinem Blog "hochwertig" sein sollen. Gänsefüßchen deshalb, weil es viele Blogs mit viel tolleren und schöneren Fotos gibt. Aber es ist ein Dilemma - kurz mal knipsen und dann essen ist da nicht drin. Und so gehen viele Gerichte und Rezepte für meinen Blog "verloren", weil das entsprechend tolle Foto fehlt. Den Weg aus den Dilemma habe ich noch nicht gefunden, so lange blogge ich ja auch noch nicht. Aber der Weg ist ja bekanntlich auch das Ziel ;-)
    Lieben Gruß, Dirk

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    1. Vermutlich gibt es keine Lösung für das Dilemma. Wie Du richtig schreibst ist es der Weg für den man sich entscheiden muß. Mir ist die Entscheidung jetzt leicht gefallen, weil mir das Fotografieren eigentlich egal ist. :-)

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  3. Liebe Dorothée,
    ich finde diesen Post wirklich ganz toll. Ich blogge ja noch nicht lange, habe aber selbst bei mir einen Unterschied der Bilder bemerkt. Wenn ich mir meine ersten Beiträge anschaue muss ich oft schmunzeln. Ich bin aber auch dafür, das man meine Entwicklung gerne sehen darf und werde nicht alle Bilder nach und nach austauschen, sondern nur die, die mir persönlich garnicht gefallen. Du rückst mit deinem Beitrag das alles mal wieder ins richtige Licht. KOCHEN, GESCHMACK, ANRICHTEN und ich liebe gute Gespräche bei gutem Essen. Mir gehts nicht darum ein guter Fotograf zu werden, sondern darum, meine Kochkünste und das Wissen diesbezüglich zu erweitern. Ich kann noch soooo viel lernen, das macht mir sehr viel Freude. Ein Bild ist toll, aber nicht das wichtigste. Lieben Gruß von mir

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    1. Danke Dir sehr. Es stimmt, man kann sehr viel lernen, wenn man auch mal woanders hinschaut und sich darüber austauscht. Immer nur schmoren im eigenen Saft ist ja auch nicht lustig. Bei einigen meiner älteren Beiträge hätte ich, jetzt so im nachhinein betrachtet, auch lieber bessere Bilder. Kann mich aber immer noch über die Erinnerung an schöne Abende erfreuen.

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  4. Ich finde gerade auch diese Beiträge wichtig, weil es dich ist und dein Blog. Ich habe eine Ausbildung in der Fotobrancge, was man meinen Bildern auch nicht ansieht ;-) auch ich bewundere die vielen tollen Bilder die es gibt und kann einiges dadurch auch bei mir ändern. aber mein Blog und somit das kochen, anrichten und fotografieren muss und passt zu mir wie ich es lebe. Danke für deinen Einblick! Liebs Grüessli irene

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    1. Gerne, liebe Irene und es beruhigt mich, daß sogar ein Profi die Sache entspannt angeht :-).

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  5. Ganz deiner Meinung. Ich habe auch nur eine "Knipsi", liebe sie heiß und innig und kenne ihre Grenzen ;-) Manchmal macht Herr H. ein Bild mit der "Großen". Das sieht natürlich schöner aus. Ist aber auch aufwändiger. Da ich gerade erst angefangen habe, weiß ich noch nicht, wohin die Reise führt. Aber warmes Essen ist immer wichtiger!

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    1. Da siehst Du mal, welche Konflikte man als Foodblogger noch mit sich selbst ausmachen muß. Es tut aber gut, sich zu einem Thema eine Meinung zu bilden. Bin gespannt, welche Entscheidungen Du noch für Deinen Blog triffst :-)

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  6. Hallo Bushcook, ich hatte zum Cassisbalsamico einige Fragen geschrieben, magst du sie mir noch beantworten?

    Danke!
    Leona

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  7. Jetzt habe ich die Antwort gesehen, mein Computer spinnt bißchen, sorry...

    Leona

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  8. Du sprichst mir aus der Seele... Bei uns ist es oft so, dass die ganze Rasselbande schon hechelnd am Tisch sitzt - wo soll man da noch die Zeit hernehmen, exzellente Fotos zu schießen? Da ist es mir auch wichtiger, mit meiner Familie zusammen noch einen Spruch und ein Gebet loszulassen und dann: Guten Appetit! Ich sehe gerne schöne Fotos an - bei Sybille, bei Robert, bei Micha. Und wenn ich mal Lust hab - und Zeit - kann ich auch längere Zeit an einem Foto wurschteln... Aber ansonsten sollte Bloggen ja schließlich nicht in Stress ausarten!!! Liebe Grüße, Yushka

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    1. Da hast Du recht und die Kinder kannst Du ja noch viel weniger warten lassen. Es ist ja schon genug zeitaufwändig, wenn Du fü so viele Personen kochen mußt und, wie Du sagst, der Spaß soll ja auch noch dabei sein.

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  9. Mich hat jemand mal gefragt, was für ein Equipement ich habe. Ähm... eine Knipse und sonst nichts. Seit Weihnachten habe ich jetzt noch ein Stativ und eine Tageslichtfunzel, die an einer Leiter im Keller hängt. Und ein Buch über Foodfotografie. Im Keller habe ich mich jetzt so installiert, dass ich die Kamera vorgängig einstelle, dann mit dem angerichteten Teller in den Keller wetze, abdrücken und fertig lustig. Seit meinem Ministudio kann ich wieder warm essen. Meine Fotos sind jetzt in kürzester Zeit geschossen.
    Meine Bilder sind nicht wahnsinng schlecht, auch nicht wahnsinnig gut. Ganz passabel würde ich jetzt mal sagen. Ich stell mich für schöne Fotos jetzt auch nicht zwei Stunden hin (habe ich heute auf einem Blog gelesen), aber ein bisschen was erkennen sollte man auf dem Bild schon. Und es sollte rüberkommen, dass das, was da fotografriert wurde, auch gut schmeckt. Schliesslich habe ich mir in der Küche Mühe gegeben. Und beim Bloggen kann ich ja nur via Bild einen Eindruck von meinem Essen vermitteln. Drum finde ich, dass das Bild schon ein bisschen was hermachen sollte. Das ist zumindest mein Anspruch an mich selber! ;-)

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    1. Das ist ja leider genau das Dilemma, daß höchstens das Bild einen begreifbaren Eindruck vom Gericht geben kann. Es sollte ein bisserl nett aussehen, aber wenig Arbeit machen, ist irgendwie die eierlegende Wollmilchsau.

      Das mit dem "festen" Fotoplatz habe ich schon bei einigen gelesen und es ist auch so, wie Profis arbeiten. Mein Problem ist einfach, daß ich das nicht stellen könnte - nicht mal im Keller, da lebt sich Herr bushcook aus :-)

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  10. Hallo,

    rundum schöner Text. Als Koch kann ich das total nachvollziehen. Würde gerne öfter Bilder von meinen Kreationen machen, aber meist kann ich es nicht erwarten es den Gästen zu servieren. Da kommt das Foto dann zu kurz :(
    Hauptsache schmeckt :)

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    1. Danke Dir
      Du hättest zumindest noch die Möglichkeit am Pass ein Lämpchen anzubringen und schnell abzudrücken.
      Gerade bei Köchen finde ich es schon gut das Kunstwerk "festzuhalten".
      Und schmecken ist wirklich das Wichtigste :-).

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  11. Du sprichst mir aus der Seele! Ich habe es inzwischen immerhin geschafft, nicht mehr mit dem Handy zu fotographieren, sondern bin seit Weihnachten stolze Besitzerin einer (Bridge)-Kamera. Im Augenblick mache ich die Fotos mit der Automatik-Einstellung "Nahaufnahme Essen". Die Fotos finde ich durchaus verbesserungswürdig, aber auch bei soll es warmes Essen geben und keine quengelnden Kinder. Ich schau mir gerne schöne Fotos an - aber letztendlich sind die Rezepte wichtiger.

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    1. Bei der Knipsi mache ich die Bilder immer im Blümchen-Modus ein Essen-Format hat die gar nicht :-)
      Und ein bißchen "aufgerüstet" hast Du jetzt auch schon, aber das Dilemma wird immer aktuell bleiben. Da müßte einer mal was ganz spezielles erfinden.

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  12. Danke für deine Gedanken. Das interessante an den Foodblogs ist doch gerade, dass jeder einen anderen Anspruch hat. Ich schau mir schon gerne schöne Foodfotos an, aber die müssen nicht ungedingt in den Blogs sein, da ist mir Authentizität wichtiger!

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    1. Ich danke Dir, liebe Zorra und das war mir mal ein Bedürfnis :-).

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