Samstag, 30. März 2013

Arm aber Bio! Das Kochbuch

Als der Pferdefleisch-Skandal gerade auf seinem Höhepunkt tobte, lernte ich die Journalistin Rozsika Farkas kennen. Schnell waren wir uns einig, dass Genuss nicht zwangsläufig Edelprodukte bedeutet und es auch möglich ist, sich mit kleinem Geldbeutel gut und gesund zu ernähren.

Sie hat mich gefragt, ob ich Interesse habe, ihr Kochbuch näher kennen zu lernen? Ja, denn ich halte dieses Thema für wichtig. Bewusster Umgang mit Lebensmitteln, zurück zu selbst gekochtem Essen, möglichst aus regionalen und saisonalen Zutaten, erscheint mir der beste Weg zur Vermeidung der Lebensmittel-Skandale zu sein.

Arm aber Bio! Das vertritt Frau Farkas und sich in einem Selbstversuch mit einem täglichen Lebensmittelbudget von 4,35 Euro (damaliger Hartz-IV-Satz) versucht von Bio-Lebensmitteln zu ernähren. Über ihre Erfahrungen hat sie ein Buch geschrieben. Ihre Rezepte veröffentlichte sie später in einem Kochbuch gleichen Namens.


Das Buch ist in der Edition Butterbrot erschienen. Der Name der Autorin, Rosa Wolff ist eine Übersetzung von Rozsika Farkas. Verlegerin ist ebenfalls Frau Farkas. Das ist eine bemerkenswerte Leistung. Wir Foodblogger kümmern uns auch um Foto und Rezepte, aber die Veröffentlichung im Internet geht ziemlich einfach. Ein gedrucktes Buch auf den Weg zu bringen bedeutet viel mehr Aufwand.

Die sehr alltagstauglichen Rezepte sind in Kapiteln geordnet:
- Brot/Frühstücksgebäck/Müsli/Marmelade
- Dips, Aufstriche, Marinaden
- Salate
- Suppen
- Warme vegetarische Gerichte
- Fisch, Geflügel & Fleisch
- Süßes
- Menü-Vorschläge für alle Jahreszeiten

Das Taschenbuch-Format ist angenehm, um es auch mal zum Einkaufen mitzunehmen oder in der Küche offen liegen zu lassen. Fotos gibt es auch, aber nicht zu jedem Rezept und in der Mitte des Buchs gebündelt. Das stört nicht, da man sich die meisten Rezepte beim Lesen sowieso vorstellen kann. Gefallen hat mir, daß es realistische Fotos sind, so wie man sie in den Blogs auch findet.

Und was soll ich jetzt kochen? Nach meinem Geschmack sollte man Rezepte aus einem Kochbuch nachgekocht haben, um sich ein Urteil zu erlauben. Die vorgestellten Gerichte sind ein bunter Reigen Alltagsküche und ich war auf der Suche nach einer Herausforderung. Das konnte ja nur ein Brot sein. :-)

Angelacht hat mich sofort das einfache Kastenbrot, da ich solche Brote sehr gerne esse. Da stach mir noch die geliebte Guacamole ins Auge, perfekt zum Brot. Das dritte Gericht war dann ein Zufallsprodukt. Für die Guacamole wird wenig Koriander und Chili benötigt. Am Ende des Rezepts werden Rezepte vorgeschlagen, für die man die Reste verbrauchen kann. In diesem Fall war das eine Kartoffel-Kichererbsen-Suppe. Gut, dann soll es so sein.

 Kastenbrot - ideal für Backanfänger (also für mich :-) )
 Guacamole
Kartoffel-Kichererbsen-Suppe










Vorschläge für Rest-Zutaten gehören zum Konzept des Buchs und das gefällt mir sehr gut. Zusätzlich gibt uns die Autorin noch Tips, Ratschläge und persönliche Erfahrungen mit auf den Weg. Das ist nie besserwisserisch, sondern kurzweilig und interessant zu lesen. Ich habe mich ertappt, wie ich mich von Querverweis zu Querverweis gelesen habe.

Das Buch ist sehr gut geeignet, wenn man täglich selbst kochen will und nachvollziehbare Anregungen sucht. Wer sich Mühe gibt und kocht, der hat auch den Anspruch auf beste Zutaten. Ich kann jedem nur empfehlen, lieber gute Zutaten zu kaufen und sie selbst zu verarbeiten. Bei einem Kassensturz am Ende des Monats wird man feststellen, daß man auch nicht teurer eingekauft hat, als bei Fertigprodukten vom Discounter.





Kommentare:

  1. Danke für die gute Rezension, macht Lust auf's Buch :-) Leider funktionieren die links zu den Rezepten nicht... Schöne Ostern!

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    1. Danke, liebe Eva.
      Ich war da ein bißchen faul und habe die Links gleich gesetzt. Sie funktionieren erst in den nächsten Tagen, wenn die Beiträge online sind :-)

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  2. Farkas, das ist doch ein ungarischer Name. Wenn jeder Ungar so gut kocht wie meine ungarische Mutter, dann kann das Buch nur gut sein. Um andern das rumsuchen zu ersparen, das Buch hat 225 Seiten.

    Aus meiner Studentenzeit weiß ich, das ich billiger gegessen habe, wenn ich täglich im Feinkostladen, der mit der Bedienung und der ja eigentlich als teuer gilt, genau nur das eingekauft habe, was ich auch gerade für eine Mahlzeit für 2 Personen gebraucht habe. Im Supermarkt kauft man zwar billiger, aber man muss mehr nehmen und erstaunlicher Weise verbraucht man dann auch mehr.

    Danke für die schöne Rezenssion.

    Frohe Ostern und Liebe Grüße
    Anna

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    1. Gerne Anna, ob Frau Farkas ungarische Wurzeln hat, weiß ich leider nicht.

      Ich gebe Dir absolut recht, es ist wirklich besser nur das zu kaufen, was man wirklich braucht. Dann muß man auch keine Lebensmittel ausmisten und wegwerfen. Und so kann man sich auch hochwertige Lebensmittel leisten.

      Frohe Ostern, auch für Dich.

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