Montag, 13. Mai 2013

Lieber echt lecker, als original australisch: Putenspieße mit Karamell-Birnen und Rucola

Bei den Blog-Events von Zorra mache ich immer gerne mit. Es macht mir viel Spaß ein vorgegebenes Thema  in der Küche umzusetzen. Beim letzten Event habe ich mich schon gedrückt, Pizza in glutenfrei ist nicht so einfach und irgendwie auch nicht so lecker. Diesmal sollte es Australien sein. Vorsichtshalber habe ich gleich mal nachgefragt, was unter Australien zu verstehen ist. Es sollte um das Land Australien gehen, nicht um den Kontinent. Schade, in Neuseeland war ich schon mal - da wäre mir auch gleich was eingefallen.



Dann muß ich halt in meiner Kochbuch-Sammlung recherchieren. Da fiel mir auch sofort "Australien - Eine kulinarische Reise" ein. Im Kapitel Fleisch, Geflügel und Wild fand sich ein Rezept für Emu-Steaks mit Karamel-Birnen und Rucola. Für den Emu als Ersatz wird gleich Putenbrust vorgeschlagen. Ich habe das Rezept aufmerksam gelesen und mein Kopfschütteln wurde immer größer. Meine Lieblingspassage ist: "Die Rucola auf sechs großen flachen Tellern jeweils in der Mitte aufhäufen." Schon einen Satz später kommt die Mengenangabe: "Für 2 - 3 Personen". Aha!!! Da richte ich doch lieber alles auf einer großen Platte an und jeder kann sich was nehmen.


Liebe Zorra, es tut mir leid, auch wenn im Buch steht, daß es ein Originalrezept aus Perth ist, es ist völlig unbrauchbar. Vielleicht läßt Du meine Version auch durchgehen. Vorsichtshalber habe ich es noch mit etwas Wattleseed aufgepeppt. Und das ist wenigstens eine australische Zutat.

Für 4 Personen

Marinade für das Fleisch:
50 ml Olivenöl
1 EL Weißweinessig
1 Knoblauchzehe feingehackt
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
500 gr. Putenbrust

50 gr. Walnußkerne
1 TL Jaggery-Zucker oder brauner Zucker

2 Birnen
1 Limette
1EL Jaggery-Zucker oder brauner Zucker
1 TL Wattleseed
Prise Salz

250 gr. Rucola
2 EL Weißweinessig
4 EL Olivenöl
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Für das Fleisch:
Schaschlickspieße
Meersalz
Zucker
1 EL Butter

Den Knoblauch schälen und sehr fein würfeln. Knoblauch mit Olivenöl, Essig und Pfeffer gut verrühren. Die Putenbrust in schmale Streifen schneiden und gut mit der Marinade vermengen. Abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Den Rucola waschen und in mundgerechte Stücke zupfen. Aus Essig, Salz, Pfeffer und Olivenöl eine Vinaigrette rühren. Die marinierten Putenbruststücke aufspießen.

Die Walnußkernhälften nochmals halbieren und mit dem Jaggeryzucker in einer beschichteten Pfanne rösten. Einen Schuß Limettensaft (von den Birnen!) dazugeben und die Nüsse karamellisieren lassen.

Die Limette auspressen und den Saft in eine Schale geben. Die Birnen ungeschält halbieren und das Kerngehäuse mit einem Pariser Ausstecher entfernen. Die Birnenhälften in je 8 Scheiben schneiden und sofort im Limettensaft wenden, damit sie nicht braun werden.

Die Walnüsse aus der Pfanne nehmen und Jaggeryzucker, Limettensaft und die Birnenspalten zugeben und leicht karamellisieren. Mit einer Prise Salz würzen und mit dem Wattleseed bestreuen. Die Birnen herausnehmen.

Etwas Butter in der Pfanne schmelzen lassen. Die Spieße mit Salz und Zucker würzen und bei starker Hitze auf beiden Seiten braten.

Den Rucolasalat mit der Vinaigrette mischen und auf einer Platte anrichten. Mit Birnenspalten und Walnüssen garnieren und die Spieße dazugeben. Sofort servieren.


Wie Ihr gelesen habt, habe ich für das Gericht nur eine Pfanne verwendet und sie zwischendurch auch nicht gereinigt. Ich bin ja immer noch im Lern-Modus und möchte meinen neuen AEG-Induktionsherd blind bedienen können. Indie hat mir viel Freude gemacht, weil ich die Temperaturen sehr kurzfristig wechseln konnte. Das Karamellisieren habe ich mit einer niedrigen Temperatur bei Stufe 6 gemacht. Das Fleisch bekam schon mehr Power auf 10. Dieses Hin- und Her-Springen der Temperaturen gefällt mir sehr gut. Ich habe auch den Eindruck, daß die Wärme gleichmäßiger ist, als bei dem alten Ceranfeld. So kann es weitergehen.


Mal sehen, ob Zorra dieses Rezept bei Ihrem Jubiläums-Event "8 Jahre Blog-Events" zuläßt.

8 Jahre Blog-Event - Down Under im kochtopf plus Verlosung (Einsendeschluss 15. Mai 2013)

Kommentare:

  1. Wenn ich Zorra wäre, würde ich das sowas von als australisch durchgehen lassen - davon handelt das Buch doch ;-) Bin ja froh, dass Du auch mal auf unbrauchbare Rezepte stößt ;-)

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    1. Ich stosse permanent auf unbrauchbare Rezepte :-). Aber ich koche sie einfach nicht nach, sondern lasse mich inspirieren....

      Danke, daß Du mir das als australisch durchgehen lässt.

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  2. Ich folge Rezepten auch schon lange nicht mehr blind (Lafer dickt seine Bechamel mit Stärke an *schüttel* und nimmt Gemüsebrühe, obwohl Spargelwasser viel besser zur Spargellasagne passt...egal). Geht es dir auch so, dass du heute ich Kochbücher schaust, die du früher für gut befunden hattest und dich wunderst? (Ich habe übrigens gerade die von dir vorgestellte Digitale Kochschule am Wickel :-)).

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    1. Der Kochstil hat sich in den letzten Jahren auch geändert. In alten Rezepten muß man da immer ein bißchen umdenken, aber ich mag' die Alten Schätzchen immer noch sehr gerne.

      Und ganz viel Spaß mit der Digitalen Kochschule :-)

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  3. Aergerlich wenn ein Rezept mit solchen Fehlern daherkommt, vor allem für Anfänger. Du als Profi hast die Fehler natürlich sofort bemerkt und nonchalant verbessert.

    Dein Beitrag ist sowas von zugelassen. Erstens sieht es traumhaft köstlich aus und zweitens ist es ja nicht dein Fehler, wenn die Fehler in Rezepte einbauen. Danke fürs Mitmachen, wir sehen uns hoffentlich nächstens wenn es heisst..... ;-)

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    1. Puh, da bin ich aber froh :-).

      So schmeckt es übrigens wirklich sehr gut und ich bin froh, daß ich durch Dein Event darauf gestossen bin.

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