Sonntag, 28. Juli 2013

Outtakes: Gefüllte Kapuzinerkresse

Zu meinen ganz großen Lieblingen im Garten und auch auf dem Teller gehört die Kapuzinerkresse. Herr bushcook nimmt von den Pflanzen jedes Jahr liebevoll Samen ab und streut ihn das Jahr darauf wieder aus. Zwischendurch besorgen wir uns neue Pflanzen bei der Blumenschule, die ich Euch auch sehr ans Herz legen möchte und vorgestern vorgestellt habe.



Die Blüten verwende ich den ganzen Sommer, auf jedes noch so banale Alltagsgericht kommen welche, weil sie so hübsch sind und gut schmecken. Die Blätter schnippel ich in den Salat oder verarbeite sie als Pesto.

Seit Jahren schleiche ich um eine Rezept-Idee herum, die ich in einem alten Kochbuch gefunden habe: Gefüllte Kapuzinerkresse. Sozusagen eine Variation der gefüllten Weinblätter. Diese Idee begeistert mich seit Jahren und läßt mich auch verzweifeln.




Vor zwei Jahren hatte ich es versucht, da waren meine Blätter aber noch ziemlich klein und ich habe den Fehlversuch darauf geschoben. Letztes Jahr kümmerten die Pflanzen entweder vor sich hin oder wir waren unterwegs. Aber dieses Jahr, dieses Jahr sollte es klappen, dachte ich. Wir kamen von einer schönen Reise zurück (über die muß ich Euch auch noch berichten....) und die Kombination aus Dauerregen und Hitze hat unseren Garten zu einer grünen Hölle explodieren lassen. Und endlich gab es auch große Kapuzinerkresseblüten. Jetzt gehe ich es nochmal an!




12 Blätter der Kapuzinerkresse
2 TL Kapern
2 Cornichon, fein gehackt
1/2 Bund Petersilie
6 Sardellenfilets
100 ml trockenen Weißwein
50 ml Wasser
1 EL Weißweinessig
1 Zweig Thymian
1 Lorbeerblatt
2 EL Olivenöl
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Die Stengel von den Kresseblättern trennen. Die Cornichons sehr fein würfeln, die Kapern und die Petersilienblätter fein hacken und mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer mischen. Die Sardellenfilets längs halbieren.

Die Blätter mit der Außenseite nach unten auslegen. Auf den unteren Teil das Sardellenfilet legen und ca. 1 TL der vorbereiteten Masse. Die seitlichen Ränder einklappen und die Blätter aufrollen und in einen kleinen Topf legen. Die Röllchen müssen sehr eng liegen. Dies bedeutet, man muss soviele machen, bis die Fläche des Topfs kompakt gefüllt ist. Ich habe einen sehr kleinen Topf, bei mir reichen 12 Stück. Die Kresseröllchen mit einem Teller beschweren.

Den Weißwein aufkochen und Wasser, Essig, Thymian und Lorbeer zugeben. Den Sud über die Röllchen geben und bei kleiner Hitze etwa 10 - 15 Minuten köcheln lassen.

Normalerweise hält der Teller alles unten, bei mir funktioniert das überhaupt nicht. Die Blätter lösen sich und schummeln sich am Teller vorbei. Aber, ich gebe nicht auf! Für nächstes Jahr habe ich mir vorgenommen, die Blätter vorher kurz zu blanchieren. Ich denke, man kann sie dann besser wickeln und sie haben nicht so viel Widerstand. Alternativ denke ich über kleine Säckchen nach, die roh bleiben und mit Frischkäse und Kräutern gefüllt werden. Zum Zubinden kann man sehr gut die Stiele der Blätter und Blüten verwenden. Also, drückt mir bitte die Daumen, daß mir noch die richtige Eingebung kommt.

Der einzige Lichtblick bei dem ganzen Drama war mein geliebter AEG-Induktionsherd, der bei kleiner Stufe wirklich permanent eine kleine Hitze beibehält. Mein altes Ceranfeld wurde auch auf kleinster Stufe immer heißer und ich mußte ständig den Topf vom Herd nehmen und wieder zurückstellen. Das hätte ich mir vorher nicht vorstellen können, daß die Hitze so zart und gleichmäßig sein kann. Die Blätter waren weich, aber nicht zerkocht und sie sind nicht zerfallen. Zumindest das Garen auf Stufe 3 mit Indie kann ich das nächste Mal beibehalten.



Normalerweise hättet Ihr das nie zu sehen bekommen, aber an dem Tag, an dem ich getestet habe, hat meine liebe Freundin Melanie über Zorras Blog zum "Katastrophen-Event" aufgerufen. So ist das Rezept wenigstens dokumentiert und ich kann auf dieser Basis nächstes Jahr weiter arbeiten.

Blog-Event XC - Outtakes (Einsendeschluss 15. August 2013)


In diesem Buch gibt es ein Foto, mit einer Allee von Kapuzinerkresse und richtig großen Blättern. In meinen Hängeampeln werde ich wohl diese Größe nie erreichen:


Kommentare:

  1. Die wunderschöne rote Blüte reisst alles raus ;-)

    AntwortenLöschen
  2. Alleine die Sardelle ist schon Grund genug für ein Outtake :-D :-D
    Bushi, ich drück Dich, Danke für Deine Geschichte! Und diese roten Blüten sehen ja traumhaft aus!

    AntwortenLöschen
  3. Also ich hätte sie auf jeden Fall probiert!

    AntwortenLöschen
  4. Vielleicht funktioniert das mit einem Dämpfeinsatz besser? Ich hab auch oft darüber nachgedacht, ob man die Blätter nicht sinnvoll verwerten kann. Ich probier's auch mal.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das mit dem Dämpfer ist eine gute Idee. Die Weinblätter werden auch nicht roh verarbeitet und ich vermute deshalb sind sie beim wickeln auch nicht so störrisch.

      Löschen
  5. Das ist ja noch fitzeliger als Weinblätter zu füllen.
    Ich bin außerdem gar nicht auf die Idee gekommen, dass auch die Blätter essbar sind. Da muss ich doch nächstes Jahr glatt wieder Kapuzinerkresse anschaffen....

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Blätter haben einen schönen scharfen Kressegeschmack. Ich verarbeite sie auch gerne als Pesto und in Streifen geschnitten im Salat. Auch die Säckchen-Idee ist noch nicht ganz vom Tisch :-)

      Löschen
  6. Ich habe die Kapuzinerkressesamen sofort wieder ganz nach hinten geräumt, nachdem mein erster Versuch vergangenes Jahr (allerdings noch in Paris) zu einer absoluten Läuse-Invasion geführt haben. Die Blumen waren schwarz vor Läusen! Immerhin haben sie die Viecher von den anderen Pflanzen abgehalten.

    Es ist zwar schon spät im Jahr, und nicht mehr Paris - sollt ichs noch einmal probieren ...?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das Läuseproblem kenne ich auch, ursächlich ist es aber ein Ameisenproblem. Die Ameisen setzen sie dort aus :-)

      Ansonsten kann ich Dir nur unbedingt dazu raten. Ich bin nur ein bisserl unglücklich, weil ich heuer keine gelben Blüten habe. Nächstes Jahr wieder.

      Löschen
    2. Tatsächlich? Ameisen?! Die müssen ja ziemlich fleißig gewesen sein, um all die Läuse sechs Stockwerke hochzuschleppen.

      D.h., wenn ich hier noch keine Ameisen entdeckt habe, könnte es funktionieren? Und vielleicht sogar so spät im Jahr noch?

      Löschen
    3. Leider habe ich keine Ahnung, ob man die jetzt noch aussähen kann. Aber das mit den Ameisen weiß ich sicher :-)

      Löschen
  7. Find ich jetzt überhaupt nicht schimm. Die Blüten lenken den Blick gut ab. ;-)

    AntwortenLöschen