Sonntag, 23. März 2014

Wurst-Püree-Festspiele: Fränkische Bratwurst mit Lorbeer-Kartoffel-Püree, Thymian-Zwiebeln und Sauce

Das Beste an einem Kochbuch ist, wenn es zum gelebten Alltag passt. Insofern hat mir Tender - Gemüse von Nigel Slater sehr in die Hände gespielt. Es war kurz vor Weihnachten und weil die Firma von Herrn bushcook eine ordentliche Firma ist, erstellt sie zum Jahresende nicht nur eine Bilanz, sondern macht auch Inventur im betrieblichen Tiefkühl-Fach. Fürs Bilanzergebnis ist der Steuerberater verantwortlich und für die Tiefkühl-Inventur ich. Beide Ergebnisse waren letztes Jahr gekoppelt, da die wunderbaren Bratwürste aus Franken auftauchten, die der fränkische Steuerberater zum Sommerfest mitbrachte.

Sehr fürsorglich wurden die Würste noch am selben Abend vom Bürogärtner eingefroren. Selbstverständlich in einer Tüte, weil man denkt ja an noch folgende Mittags-Büro-Grill-Events. Die fanden wohl nicht statt und so landete der komplette Beutel bei mir und es gab drei Tage lang Bratwürste. Wenn ich ehrlich bin, esse ich die sehr gerne und ich bin ein großer Freund von Hauptgerichten mit Wurst. Das sollte es viel öfter geben. Kennen und lieben gelernt habe ich es in der Schweiz. Dort bekommt man auch in guten Restaurants Gerichte mit Würsten, statt Fleisch.

In Nigel Slaters Buch "Tender Gemüse" habe ich ein Kartoffelpüree mit Lorbeer entdeckt. Lorbeer ist ein Geschmack, nach dem ich fast süchtig bin. Ich neige dazu, in jedes Gericht, in das Lorbeer kommt, die doppelte Menge an Blättern zu geben. Für meine Würstchen-Flut ist natürlich jedes Püree willkommen und so begannen die Würstchen-Püree-Festspiele im Hause bushcook.


Die Bratwürste sind ganz einfach in einer Pfanne gebraten. Die Zwiebel habe ich feine Ringe geschnitten und mit etwas Thymian in Butter angeschwitzt und leicht gesalzen. Die Sauce war ein kleiner Rest eingefrorene Kalbsjus mit Sahne und Butter gebunden.

Der eigentliche Star ist das Lorbeer-Kartoffel-Püree mit seinem ganz feinen Geschmack. Besonders spannend fand ich die Methode, die Kartoffeln in der KitchenAid zu einem Püree zu rühren. Das funktioniert tatsächlich sehr gut. Allerdings macht es bei großen Mengen wohl mehr Sinn. Für so eine kleine 2-Personen-Menge finde ich es besser, die Kartoffeln durchzudrücken. Aber ich hoffe, dass ich mich daran erinnere, wenn ich wieder eine große Portion Kartoffelpüree koche. Dann ist es wirklich eine tolle Arbeitserleichterung.

4 mittlere mehlige Kartoffeln
5 Lorbeerblätter
200 ml Milch
75 gr. Butter
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Die Kartoffeln schälen und über Salzwasser dämpfen. In der Zwischenzeit die Milch mit den Lorbeerblättern kurz aufkochen lassen und dann ziehen.

Die Kartoffeln etwas ausdampfen lassen und mit der Butter in die Kitchen Aid geben. Mit dem Flachrührer auf kleinster Stufe etwas durchschlagen. Lorbeer aus der Milch nehmen und langsam zu den Kartoffeln geben (weiterhin kleinste Stufe) bis eine schöne Püreekonsistenz erreicht ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.



Eine Inspiration aus Nigel Slater: Tender Gemüse - Von der Aubergine bis zur Zwiebel



Kommentare:

  1. Beim dem Gericht bin ich sofort dabei. Da kannst du mich Nachts wecken und mir das Servieren und es bleibt nix davon übrig :)

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    1. Falls mal was übrig bleibt, rufe ich Dich sofort an - falls.... :-)

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  2. Jep. Nehme ich auch.
    Das Pü mit Lorbeer finde ich spannend. Die Methode, Lorbeer in Milch aufzukochen, ziehen zu lassen und dann weiter zu verarbeiten erinnert mich an die Lavendel-Mousse, wo Lavendelzwige in Milch genauso aufbereitet wurden, bevor es dann süß weiter ging. Das bringt mich ja glatt auf die Idee eines Kartoffel-Lavendel-Püs... ;-)

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    1. Ja, da hast Du recht. Diese Methode eröffnet noch so manche Möglichkeiten. Auf jeden Fall hat es mit dem Lorbeer sehr gut geschmeckt.

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  3. Ich habe einen Wurst und Lorbeersüchtigen Mann...das muss ich demnächst machen! Der springt im Viereck vor Freude, wenn er das vor der Nase hat :-)

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    1. Dann freut es mich, wenn ich hier eine schöne Anregung geben konnte.

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