Samstag, 21. März 2015

Internorga 2015

Seit 1921 findet die Internorga jährlich Mitte März in Hamburg statt. Sie ist einfach gesagt DIE Messe für Gastronomie, Hotellerie und das Bäcker- und Konditorhandwerk. Und sie gehört für mich zu den Highlights des kulinarischen Jahrs.

Sie ermöglicht es mir Neuigkeiten aufzuspüren und sie ist auch eine Art Klassentreffen um Freunde und Bekannte in großer Zahl und in kurzer Zeit zu treffen. Die Messe gliedert sich grob gesagt in die A- und die B-Hallen. Einige Hallen kann ich komplett auslassen, da dort industrielle Lebensmittel oder sehr spezielle Produkte für die Gastronomie, wie z. B. Kassensysteme oder Speisekarten ausgestellt werden. Mich interessiert alles rund um die Küche und deshalb zieht es mich am stärksten zu den Hallen A3 und A4, in denen die Küchenbauer ihr Domizil haben. Mein erster Anlaufpunkt ist immer in Halle A4 der Stand des Familienunternehmens Bohner.

Familie Bohner produziert Großküchengeräte und ist führend bei Geräten für das Front Cooking. In der Branche werden besonders der Teppanyaki-Grill und der integrierte Dunstabzug geschätzt. Während man in Halle A3 beim Betreten fast rückwärts vom Rauch-Grill-Brat-Geruch aus der Halle geweht wird, riecht man bei Bohner nichts. Diesmal habe ich die "Haube" entdeckt, mit der man das Grillgut auf dem Teppanyaki abdecken kann und dadurch eine Art Backofen-Funktion erhält. Bei dieser Messe hat Bohner eine Neuentwicklung von Stefan Marquard vorgestellt. Er hat sich Gedanken gemacht, wie die beliebten Schnitzel z. B. in Metzgereien frisch zubereitet werden können. Herausgekommen ist der Schnitzelgrill, der mit einer Teppanyaki-Grillplatte kombiniert werden kann. Das Schnitzel konnte ich gleich probieren und war schön saftig und knusprig.

Bei Bohner ist jedes Jahr die höchste Dichte meiner persönlichen Lieblingsköche:
Bild oben rechts (v.l.n.r.) Michael Wurm (Apfelblüte), Stefan Marquard, Andi Schweiger, der gerade zu Gast war
Bild unten links (v.l.n.r.) Sören Wörl, Xiao Wang

Nur ein paar Meter weiter schaue ich immer sehr gerne bei Domnick vorbei. Dort gibt es Thermalisierer für das Sous-Vide-Garen. Seit ein paar Jahren steht das kleinste Wasserbad, die Emily, in meiner Küche und ich bin immer noch sehr zufrieden damit. Das Sous-Vide-Verfahren ist in der gehobenen Gastronomie nicht mehr wegzudenken, da es viele Vorteile bietet. Die Produkte können perfekt vorbereitet und haltbar gemacht werden. Wer diese Kochmethode schätzt, sollte sich auch Gedanken über einen Vakuumierer machen. Idealerweise ist ein Kammer-Vakuumierer, wie er ebenfalls auf der Internorga vorgestellt wurde. Mit den normalen Haushalts-Vakuumierern ist es leider kaum möglich Flüssigkeiten, wie Öle oder Fonds, zum Gargut in den Beutel zu geben. Das war der Grund, weshalb wir uns mit der Emily auch den großen Bruder Kammer-Vakuumierer angeschafft haben. Mit Hubertus Tzschirner steht auch ein weiterer Lieblingskoch am Stand, der mit köstlichen Kleinigkeiten zeigt, was im Sous-Vide-Bereich möglich ist.


Bild oben rechts (v.l.n.r.) Hubertus Tzschirner, Sven Butzen

Nur wenige Meter weiter präsentiert Otto-Gourmet eine Welt-Neuheit: den ersten Wagyu-Hotdog. Meinen ersten Hotdog habe ich als Kind in der Münchner Fussgängerzone gegessen. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr daran erinnern, ob ich ihn mochte. Danach hatte ich keinen mehr und ich glaube, den gibt es eh' nur noch bei IKEA. Vor diesem hatte ich immer etwas Angst und habe ihn nie versucht. Ich darf jetzt mal Stevan Paul zitieren: "Wir dürfen den Hotdog nicht IKEA überlassen." Das geht schon mal in die richtige Richtung. Die Wurst hat mir sehr gut geschmeckt, die Semmel war mir zu weich. Allerdings gebe ich zu, dass ich das nicht richtig beurteilen kann, aber ich habe halt die Semmel gerne knusprig.

Da sieht man gleich, dass ein toller Koch am Stand steht. Stefan Schneider hat den "glutenfreien Hotdog"
für Herrn bushook sehr attraktiv präsentiert.

Endlich hatte ich einmal Gelegenheit, um mich genau über die Pflege einer Microplane-Reibe zu erkundigen. Ich habe meine schon sehr lange und nutze sie auch sehr intensiv - leider sieht sie auch so aus. Wie ich erfahren habe, liegt das an meiner falschen Behandlung. Eine Microplane sollte man nach der Benutzung ausklopfen und dann mit heißem Wasser nachspülen - fertig. Sie darf NICHT!!! in die Spülmaschine. Eigentlich ist das die gleiche Methode, wie für Küchenmesser. Ich gelobe Besserung und vielen Dank an Heiko für die geduldige Erklärung.

Bei Lohberger, einem weiteren Großküchenbauer, musste ich diesmal auch vorbei schauen. Dort zeigten Bernd Arold und Benni Stadler vom Gesellschaftsraum ihr Improvisationstalent und ihre Kochkünste. Immer wieder gerne :-).




Für die B-Hallen habe ich mir einen Extra-Tag reserviert, da die Wege sehr weit sind und die Hamburger Messe auch gewisse logistische Hürden bietet. Das Messegelände wird von einer breiten Straße getrennt und der Übergang zwischen A und B liegt im ersten Stock. Normalerweise empfinde ich dieses rauf und runter als überflüssig, aber heuer war das ein sehr angenehmer Effekt. In Halle B1 im ersten Stock hatte die Brennerei Senft ihren Stand. Herbert und Silke Senft hatten wir letztes Jahr auf der Whisky-Tour am Bodensee kennen gelernt und freuten uns schon auf das Wiedersehen.

Die beiden sind sehr charmante Gastgeber und mit ihrer offenen und herzlichen Art luden sie viele Gastronomen auf einen Schluck Schnaps, Gin, Whisky oder Likör ein. Die Qualität der Produkte überzeugte viele und so war immer viel Wirbel am Stand.



Den Übergang von A nach B im ersten Stock nutzt die Internorga perfekt mit der längsten Tafel. Dort kann man sich schon mal einen Eindruck von den aktuellen Geschirr-Trends machen. Entsprechend gefährlich sind die B-Hallen dann auch für Liebhaber des gepflegten Tisch. Bereits im Übergang sind mir die schönen Keramik-Teller und -Schalen von Steelite und die Teller von Zieher, die wie kleine Tisch aussehen, ins Auge gestochen. Für uns Hobbyköche bleibt es beim Träumen, da beide leider nur die Gastronomie beliefern.




Sehr gerne schaue ich auch bei ASA Selection vorbei, um mich über die neue Collection zu informieren. Glücklicherweise ist deren Geschirr auch für Endverbraucher erhältlich. Besonders gut gefallen hat mir die neue Farbe von A La Plage.


Kommentare:

  1. Ein interessante Bericht und er mir vor Augen geführt ,dass ich nun endlich für nächstes Jahr wieder mal einen Besuch plane. Da lasse ich dann nichts dazwischen kommen ;)

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    1. Eine sehr gute Idee. Ich verstehe gar nicht, wie Du es nochmal ein Jahr, nach meinem letzten Bericht aushalten konntest :-)

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  2. Ich schließe mich Petra an, nächstes Jahr führt kein Weg an der Internorga vorbei! Danke für die Einblicke für Daheimgebliebene

    Sophia

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    1. Gerne Sophia, für mich ist die Internorga ja so eine Art Pflichtprogramm :-)

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