Donnerstag, 15. Oktober 2015

Rezension fränkische Weiberwirtschaften

Vor rund 10 Jahren erschienen im Hädecke Verlag zum ersten Mal die "Bayerischen Weiberwirtschaften" und begründeten damit meine Lieblingsreihe für kulinarische Reiseführer. In fünf weiteren Regionen wurden engagierte Wirtinnen entdeckt und vorgestellt. Nach Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Südtirol ist nun Franken an der Reihe. Jetzt stellt sich sofort die Frage, Franken liegt doch auch in Bayern und müsste bereits in den "Bayerischen Weiberwirtschaften" enthalten sein? Ja, das ist so und in diesem Band sind gastronomische Betriebe aus allen bayerischen Regierungsbezirken enthalten. Allerdings ist die fränkische Gastro-Landschaft so umfangreich, dass sich daraus gut ein zweiter Band machen lässt.




Für die "Fränkischen Weiberwirtschaften" sind die Autorin Heidrun Gehrke und die Fotografin Angela Francisca Endress kreuz und quer durch Ober-, Unter- und Mittelfranken gereist. Entdeckt haben sie einen großen Fundus unterschiedlicher "Wirtschaften". Und alle sind Neuentdeckungen - keine der Wirtinnen wurde bereits bei den "Bayerischen Weiberwirtschaften" besprochen.

Sehr gut gefällt mir, dass auch bei diesem Buch die Größe, das Layout und der Aufbau genauso gestaltet wurde, wie bei den fünf Bänden vorher. Man kann also durchaus von einer Serie eines kulinarischen Reiseführers sprechen.

Gleich zu Beginn hilft eine kleine Karte, sich zu orientieren. Alle 30 Betriebe sind dort eingetragen. Dann geht es gleich los mit der Vorstellung der Gastgeberinnen und ihres Lokals. Auf einem ganzseitigen Foto können wir die Besitzerinnen der Weiberwirtschaften kennen lernen. Im Text werden sie und die Geschichte ihres Betriebs genauer vorgestellt. Ein kleiner Serviceblock auf der ersten Seite informiert über Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer, E-Mail und Homepage. Das ist hilfreich, wenn man sich während der Fahrt spontan entschließt dort zu essen. Einige Fotos ermöglichen einen visuellen Einblick in das Restaurant und ein Ausflugstipp in der näheren Umgebung hilft den Tag vernünftig zu planen. Abschließend finden wir noch ein bis drei Rezepte. Die Bandbreite ist groß und geht über einfach Brotzeit, bis zu exklusiven Gerichten, die nach dem Dichter Jean Paul interpretiert wurden. Auch die Freunde der Hausmannskost und der traditionellen fränkischen Küche kommen auf ihre Kosten.

Drei "Weiberwirtschaften" haben wir während unserer letzten Genussreise durch Deutschland besucht:

Mitten im Naturpark Frankenwald liegt die Bischofsmühle von Dorothea Strößner. Sie und ihre Mutter verwöhnen die Gäste in einer alten Wassermühle mit frischer Küche. Wir hatten das große Glück einen ganzen Zander aus Wildfang, in Mandelbutter gebraten, mit Sommergemüse und Salzkartoffeln zu bekommen. Da schmeckte auch noch die Mousse au Chocolat mit Bananensahne zum Dessert.
Im Würzhaus in Nürnberg kocht Diana Burkel mit viel Sinn für die saisonalen Produkte eine sehr kreative Karte. Auch die Weinbegleitung kann sich sehen lassen und der Service agiert sehr aufmerksam und liebevoll.

Wir freuten uns über ein Menü mit "Sülze von der Rinderschulter mit Meerretticheis", "Vichysoisse mit Blutwurst und Majoran", "Pfifferling mit Petersilienwurzel und -blatt" und "Kalbsrücken mit Radicchio und Liebstöckl".
Im Spessart steht das Forsthaus Echterspfahl von Gabi Ballmann. Bei ihr gibt es klassische Hausmannskost, die sonst kaum mehr zu bekommen ist. Gut geschmeckt haben uns die, mit Lauch und Schinken, gefüllten Kartoffelknödel mit Specksauce und der Sauerbraten mit Blaukraut und Kartoffeln.












Fazit:
Wer in Franken unterwegs ist und nicht irgendwo, irgendetwas essen möchte, für den sind die "Fränkischen Weiberwirtschaften" eine Pflichtlektüre. Für Freunde von Genussreisen bieten sie sehr viel Inspiration und Anregung.

Als besonderen Service hat der Hädecke Verlag auch noch eine google-map mit allen Stationen angelegt.

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