Samstag, 26. November 2016

Der Versuch einer Dinner-Safari durch Frankfurt

Frankfurt und ich ist eine schwierige Geschichte. Viele Jahre konnte ich mit dieser Stadt gar nichts anfangen. Das ist auch die einzige Stadt in Deutschland, wo ich schon im Flughafen-Krankenhaus war, dafür gleich zweimal, aber das ist eine andere Geschichte. So langsam werden wir warm und das verdanke ich lieben Menschen dort.

Zumindest habe ich erkannt, dass Frankfurt kulinarisch viel zu bieten hat und damit ich das auch richtig verstehe, war ich eingeladen zur Dinner-Safari. Den Auftakt machte das Restaurant Gustav. Und dort machte man einen sehr guten ersten Eindruck. Tolles, modernes und sehr klares Ambiente - liebevolle und sehr kreative vegetarische Küche. Der Küchenchef Jochim Busch achtet sehr auf regionale Produkte. Sogar das getöpfertes Geschirr kommt aus der Region. Die erste große Überraschung war das Fingerfood, filigran mit Schnittlauch in ein Kapuzinerkresse-Blatt gebunden. Auch die Vorspeise, "Spätes Sommergemüse | Geeiste Erbse | Gartengurke | Joghurt" hat uns optisch und geschmacklich sehr gut gefallen. Ein Wiederbesuch, um das ganze Menü kennenzulernen, steht auf meiner kulinarischen Agenda.


Nach dem gelungenen Start machten wir uns auf, zu einem kleinen Spaziergang, um die nächste Station der Dinner-Safari zu erreichen. Je näher wir kamen, desto schneller wurden wir. Das lag nicht an uns, sondern an dem bezaubernden Hund, den wir dabei hatten. Er hat sehr schnell begriffen, dass wir auf dem Weg zu seinem Lieblings-Restaurant waren und war kaum mehr zu halten. In seiner Begeisterung zog er so an der Leine, dass man sich schon stark dagegen stemmen mussten. Nachträglich kann ich es verstehen, da wir dort ein Feuerwerk der pan-asiatischen Küche präsentiert bekamen.


Im Zenzakan ging es zuerst für einen Cocktail an die Bar. Der Hund fand das nicht gut, er wollte unbedingt zum Tisch. Endlich haben wir ihn erhört und dort warteten auf uns die ersten Vorspeisen und auf ihn ein Schüsselchen mit Fleischabschnitten. Jetzt war mir klar, weshalb er so gerne dort hingeht 😊😊😊. Uns erging es bei Sushiplatte, Sashimi, Tatar und Kushikatsu-Spießen auch nicht schlecht.


Die Küche gab schon einmal einen Vorgeschmack auf die Hauptgänge und servierte Carpaccio, Dim Sum, ein Sirloin-Steak mit Zwiebelknusper und japanischem Senf und nochmals Kushikatsu-Spieße.


Die Hauptgänge im Zenzakan sind ein Querschnitt durch das Beste, was die asiatische Küche zu bieten hat. Egal, ob Steak-Variationen, Peking-Ente mit Gemüse und Pfannkuchen oder Wok-Gerichte, alles kommt perfekt auf den Tisch. Eine Freude für Auge und Gaumen. Obwohl wir eine größere Gruppe waren, mussten wir bald mit der weißen Fahne winken. Eigentlich war geplant, dass wir als dritte Station unserer Dinner-Safari noch das Lohninger auf einen glutenfreien Kaiserschmarrn besuchen. Diesen Plan mussten wir leider aufgeben. Damit wir nicht traurig sind, servierte das Zenzakan einfach mal eine Dessertauswahl.


Das war so ein toller Abend, der viel Spaß gemacht hat und an den wir noch sehr lange zurück denken. Schon ein paar Wochen später waren wir wieder dort, um endlich den glutenfreien Kaiserschmarrn und weitere kulinarische Highlights in Frankfurt zu erleben. Der Gault Millau kürte heuer einen Frankfurter Küchenchef zum "Koch des Jahres". Also gibt es noch weitere Gründe vorbei zu schauen.

Kommentare:

  1. Ich lerne meine angenommene Stadt ganz neu kennen, danke für Dein fundiertes Urteil zum Gustav, habe beim letzten Event mit Kunden unserer Bank hier gekniffen, war mir nicht ganz sicher - beim nächsten Mal vertraue ich einer Expertin!

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    1. Das freut mich, liebe Ira. Es gibt noch ganz viel zu entdecken und das Gustav würde ich Dir gerne ans Herz legen.

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