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Donnerstag, 2. Oktober 2014

Präsentation der neuen NEFF-Backofen-Generation bei der Küchenmeile in Bad Oeynhausen

Letzten Dezember war ich eine der glücklichen Gewinnerinnen eines Koch-Events mit Christina Richon. An diesen Tag denke ich heute noch sehr gerne zurück, da ich dort nicht nur die bezaubernde Christina, sondern auch noch einige nicht minder bezaubernde Kochbegeisterte kennenlernte, zu denen ich immer noch einen schönen Kontakt pflege.

Die Veranstaltung fand im Kochraum Feinschnabel von Valerie Kintzinger statt und dort erlebte ich zum ersten Mal IHN, den Backofen von NEFF. Ehrlich gesagt war es da schon um mich geschehen. Habt Ihr schon einmal versucht in der hintersten Ecke des Backofens eine verkrustete Stelle zu reinigen und Euch dabei mehr oder weniger elegant um die Backofen-Tür herum geschlungen?

Bei den NEFF-Backöfen ist das anders, da kann man die Tür verschwinden lassen und sich dann mit Begeisterung kopfüber in den Herd stürzen. Mein Backofen ist über 20 Jahre alt und hat viel gearbeitet. So langsam wird er in Pension geschickt und ich weiß genau, wie mein neuer Backofen aussehen soll.

Im Rahmen der Fachmesse Küchenmeile, präsentierte NEFF die neue Generation der Backöfen im Kaiserpalais in Bad Oeynhausen. Küchenmeile? Bad Oeynhausen? Ja, so ging es mir anfangs auch, als ich die Einladung von NEFF bekommen habe. Die Küchenmeile ist die weltgrößte Küchenfachmesse für Profis aus Handel und Industrie. Bad Oeynhausen liegt in der Nähe von Bielefeld und das Kaiserpalais wurde 1908 als Kurhaus errichtet. Heute befindet sich darin ein Variete und einige gastronomische Betriebe. Seine Schönheit und seinen Charme hat es nicht eingebüßt.




Gleich nach dem herzlichen Empfang mit schmackhaften Häppchen und einem erfrischenden Smoothie wurden wir in einen der Säle geleitet. Dort stand eine stimmungsvolle lange Tafel, die sehr unterschiedlich aber trotzdem harmonisch eingedeckt war. Wir wurden eingeladen dort Platz zu nehmen und im Laufe der Veranstaltung erfuhren wir von Marketingleiter Marc Wiefel die Bedeutung der Tafel.

NEFF hatte sechs sehr unterschiedlich Menschen mit einer gemeinsamen Leidenschaft in Berlin für 10 Tage eingeladen Menüs mit dem Backofen zu kochen. Dort wurde nach Herzenslust ausprobiert und an der langen Tafel gemeinsam gegessen. In dieser Zeit entstanden viele Ideen, Anregungen und Fotos. Dies alles findet man auf der neuen Homepage von NEFF, reinschauen lohnt sich.

Im gemeinsamen Vortrag von Geschäftsführer Stefan Kinkel, Chefdesigner Joachim Grützke und dem Leiter des Produktmarketings, Jochen Bühner wurden die neuen Premium-Backöfen vorgestellt. Sie sind können natürlich weiterhin mit einer versenkbaren Türe ausgestattet werden. Neu ist, dass man nicht mehr zwischen der Selbstreinigungsfunktion Pyrolyse und der Türe wählen muss. Es geht jetzt beides in einem Gerät. Es war sehr überzeugend für mich, dass NEFF (natürlich mit Absprache :-) ) in Küchen Kameras installiert hat, um Menschen zu beobachten, wie sie mit einem Backofen umgehen. Deshalb überzeugen mich viele Funktionalitäten, da ich solche Situationen aus der Praxis auch kenne.

Sobald ein zweites Blech im Ofen ist, kann auf dem unteren Blech nichts mehr erkannt werden. Mit dem NEFF Light wird der ganze Backraum ausgeleuchtet und dann genügt es den Backofen-Inhalt durch die Glasscheibe zu beobachten. Ein leidiges Thema sind auch die Auszüge. Wenn man ein Schmorgericht in einem gußeisernen Topf im Ofen hat und diesen mit dem Gitter herausziehen möchte, dann kommt man immer in eine kniffelige Situation. Auch dafür hat NEFF eine gute Lösung. Die Auszüge können ganz heraus gezogen werden und rasten dann ein. So kann der Topf ganz einfach nach oben entnommen werden. Bei einem Koch-Event mit Bloggern und Journalisten habe ich einmal einen Lachs in einem NEFF-Backofen zubereitet. Der gelang besonders gut, da der Ofen mit Vario-Steam, der Möglichkeit Dampf zuzuschalten, ausgestattet war.




Nach der Präsentation durften wir an drei Stationen die Backöfen näher kennenlernen und auch mal selbst "aufs Knöpfchen" drücken. Knöpfchen gibt es gar nicht mehr, sondern ein Display, das anfangs nur die Uhrzeit und die Einschalttaste anzeigt. Sobald man diese betätigt hat, geht es richtig los und der  Back- und Bratassistent bietet Hilfestellung an. Dies ist nur als Vorschlag zu sehen und jede Einstellung kann individuell geändert werden. Das gefällt mir sehr gut, da es mir immer widerstrebte mit festen "Programmen" zu kochen. Natürlich kann man auch z. B. einfach nur Ober-/Unterhitze 180 Grad einstellen.

Jetzt habe ich so lange von der Ausstattung geschwärmt und nichts zur Optik gesagt. Schön ist er natürlich auch. Das Design ist sehr zurückhaltend und gradlinig. Da ich von seinen inneren Werten so begeistert bin, würde er mir auch gefallen, wenn er häßlich wäre. Das muss ich ehrlich zugeben.




So viel Information und Begeisterung macht natürlich hungrig und die bezaubernde Christina Richon hatte mit ihren Kollegen ein feines Menü für uns vorbereitet. In der offenen Küche vollendete das nette Team die Gerichte und wir konnten vom Tisch aus zusehen und uns verwöhnen lassen. Jetzt war auch Zeit für ausgiebige Gespräche, die ich sehr genossen habe. Auf das Wiedersehen mit Christina und Nele vom Pralinenwahnsinn und das erste persönliche Treffen mit Barbara von Schlecktüre habe ich mich schon lange gefreut. Und wie der Zufall so spielt konnte ich sogar Nikolai von Tartuffel endlich einmal kennenlernen.



Saibling auf Linsen-Mangosalat
Zitronenrisotto mit Garnelen
Rosa mediterranes Roastbeef
Lauwarmes Zwetschgentörtchen

Vielen Dank an NEFF für die Einladung zu diesem schönen Abend und besonders viel Dank an Barbara für Deine wundervolle Gastfreundschaft.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Wunderbarer sympathischer Abend
im Goldenen Anker bei Björn Freitag

Für Björn Freitag gilt das, was ich schon über Nelson Müller geschrieben habe. Er ist mir sympathisch, wenn er im WDR "vorkostet" und Lebensmittel hinterfragt. Sein neues Kochbuch habe ich mir auch ganz genau angeschaut und rezensiert. Seine beiden älteren Bücher besitze ich schon länger und sie gefallen mir sehr gut. Besonders interessant finde ich, daß er dort bei den Menüs auch immer Alternativen für Allergiker angibt.

Also jede Menge guter Gründe einen Besuch seines Restaurants Goldener Anker in Dorsten bei unserer Moselreise einzuplanen. Ein weiterer kam ganz spontan dazu. Ich wollte herausfinden, ob man in der Region besonders süß abschmeckt. Am Abend davor besuchten wir ein anderes Restaurant, selten hat es uns so wenig geschmeckt und selten haben wir uns so unwohl gefühlt. Jeder Gang war zu süß und ich wollte es nicht gleich verurteilen, sondern verifizieren. Das Ergebnis nehme ich gerne vorweg, bei Björn Freitag sind die Gerichte sehr schön abgeschmeckt und nichts deutet auf eine regionale Eigenheit hin.

Im Gegenteil wir bekamen ein sehr schönes Menü mit regionalen Komponenten. Besonders gut gefallen hat mir das Kaninchen (ein typisches Gericht im Ruhrgebiet) im Hauptgang. Das kleine Restaurant ist sehr modern und geschmackvoll eingerichtet und auch das Publikum unterschied sich gravierend von dem am Vorabend. Für Dorsten kommt für mich nur noch der Goldene Anker in Frage.

Im Service wurden wir von drei jungen Damen sehr kompetent und liebenswürdig begleitet. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Und ich hatte auch noch die Gelegenheit mir mein Kochbuch von Björn Freitag signieren zu lassen. Mein Sympathie-Vorschuss war nicht unbegründet. Vielen Dank für den schönen Abend an das ganze Team.


Spargelsüppchen, Paprika und Kamm-Muschel

Gurkensalat, Lachstatar, Gurkensorbet

Variation von Thunfisch, Matjes, Melone und Thymian

Flanksteak vom US Primebeef, Rote-Bete-Ragout

Gebratener Steinbeißer mit Artischocke und Chaourceschaum

Filet vom schwäbisch hällischen Landschwein mit Pfifferlingen, Birne und Blutwurstpraline

Prosecco mit Maracuja und Kiwi

Senfbraten vom Kaninchenrücken mit Erbsen, Möhren und Liebstöckelrisotto

Vanille-Panna cotta mit Pfirsichpüree und Nougatküchlein

Kefir-Apfeltörtchen mit Limetten-Minzsorbet

Pralinen
Hier sind die erwähnten Kochbücher von Björn Freitag:



Montag, 30. September 2013

Ein bisschen Märchenwelt - Burg Hülshoff

Heute möchte ich Euch zu einem besonders schönen Ausflugsziel im Münsterland mitnehmen. Da unsere Moselreise und schon nach Münster und Osnabrück geführt hat, war ein Abstecher zur Burg Hülshoff auch noch möglich. Der Name sagt es schon, es ist der Geburtsort von Annette von Droste-Hülshoff und sie hat bis zu ihrem 29. Lebensjahr dort gelebt. Heute ist es im Besitz der Annette-von-Droste-Hülshoff-Stiftung.

Zur Burg gehört auch noch ein großer, sehr gepflegter Park und ein kleines Teehäuschen. Der Gartenpavillion wurde 1804, auf Veranlassung von Annettes Onkel erbaut und wird von der Familie noch immer für besondere Anlässe genutzt. Für Gruppen von 4 - 10 Personen ist er sogar buchbar, um sich dort zum Afternoon-Tea zu treffen.

Zur Burg gehört auch ein Café - Restaurant mit einem kleinen Speisenangebot. Mich hat der pikante Pfannkuchen mit Spargel und Tomaten sehr angelacht und der war auch frisch gekocht und gut gemacht.

Im Museum können Wohnräume aus der Zeit von Annette von Droste-Hülshoff besichtigt werden.

Das Unwetter, das wir vor ein paar Tagen in Essen erlebt war, stürmte auch durch diesen Park und setzte ihm schwer zu. Viele Bäume waren stark in Mitleidenschaft gezogen und einige sogar entwurzelt.












Zur Einstimmung oder zum Lesen auf der Burgwiese:



oder als kostenlose Kindle-Version (leider weiß ich nicht, ob dieses Angebot zeitlich begrenzt ist):


Donnerstag, 26. September 2013

Charmantes Foodpairing im Rotkehlchen in Münster

Das nächste Ziel unserer Moselreise lag etwas nördlicher, glücklicherweise hat es gepasst in Münster eine größere Mittagspause einzuladen. Ich mag Münster und besonders den Prinzipalmarkt. Dort in unmittelbarer Nähe liegt das Rotkehlchen, Wohnraum mit Küche und Bar. Das erste Restaurant von Nicklas Rausch und seiner Frau Marie. Beide haben bei Stefan Marquard gearbeitet. Nicklas zuletzt als Küchenchef.

Und hier kocht jetzt der zweite ehemalige Azubi der Jolly Roger Cooking Gang, Thomas Hermersdorfer. Überraschend haben wir ihn bei der Eröffnung des Restaurants seines ehemaligen Azubi-Kollegen getroffen. Und ich war so froh, daß ich das Rotkehlchen noch in meine Reiseplanung einbauen konnte.


Das Interieur ist besonders liebevoll und wohnlich gestaltet, das aktuelle Angebot an Speisen und Getränken steht auf großen Tafeln über der Bar. Gleich dahinter ist die offene Küche, man hat wirklich den Eindruck irgendwo privat beim Essen zu sein.

Leider waren für das Abendessen bereits anderweitig verplant. Mittags gibt es ständig wechselnde Gerichte, alle frisch gekocht und mit genauso viel Liebe zubereitet, wie das Restaurant eingerichtet ist. Abends gibt das Rotkehlchen dann richtig Gas und zaubert tolle, kreative Menüs. Ergänzend dazu gibt es ungewöhnliche und genauso kreative Cocktails. Darauf hat sich Marie spezialisiert und macht dies mit viel Begeisterung und Freude. Einen ergänzenden Bericht zu diesem Konzept findet Ihr auch beim Barmagazin Mixology.

Beim Lesen der Karte wäre ich sehr gerne noch bis abends sitzen geblieben. Wieder ein Grund mehr, die gesamte Region zu besuchen.


Piccata a la Milanes von der Maispoulardenbrust mit Ruccola-Tomaten-Salat 

Schollenfilet auf Morchelrisotto und gebratenem Fenchel


Das Rotkehlchen ist mein Tip für Münster. Egal ob ein kleines Mittagessen oder ein Mehrgang-Menü am Abend, hier wird man gastfreundlich umsorgt.

Rotkehlchen
Bergstr. 75 a
Münster

0251 - 14 101 595
post(AT)rotkehlchen-muenster(PUNKT)de

Dienstag bis Samstag
10.00 - 0.00 Uhr

Mittwoch, 25. September 2013

Industriedenkmäler im Ruhrgebiet

Bei unserem letzten Aufenthalt im Ruhrgebiet habe ich mich schon für die Industriedenkmäler begeistert. So durften sie natürlich auch bei der Moselreise nicht fehlen.

Es gibt unzählige davon und in unterschiedlichster Ausprägung. Dazu gehören nicht nur die Zechen, sondern auch alte Arbeitersiedlungen oder Halden, wo der nicht benötigte Schutt gesammelt wurde. In den Zechen gibt es sehr liebevoll gestaltete Ausstellungen, die den Alltag der Menschen im Bergbau vorstellen.

Stellvertretend möchte ich Euch drei solcher Industriedenkmäler kurz näher bringen. Ich möchte noch viel mehr davon sehen und erleben und war bestimmt nicht das letzte Mal in der Region. Ach ja, Deutschland ist schön und abwechslungsreich :-).

Zeche Zollverein in Essen
Bedeutend, berühmt und riesengroß - die Zeche Zollverein steht auf der Liste der UNESCO-Welterbe. Es war unser zweiter Besuch und wir haben uns hauptsächlich auf das mittlerweile fertige Ruhrmuseum konzentriert. Absolut sehenswert und toll gemacht!! Wir verprachten einige Stunden dort, es blieb uns auch nichts anderes übrig, da ein heftiges Unwetter über die gesamte Region fegte. Am Vormittag wurde es dunkelschwarz und dann begannen Blitze und heftiger Regen. In der Nähe unseres Hotels hatte der Blitz eingeschlagen und das ganze Viertel hatte danach keinen Internetzugang mehr. Wir konnten auch nicht alles sehen, was wir uns vorgenommen hatten. Also, ein guter Grund wieder zu kommen.






Schiffshebewerk in Waltrop
Ein Schiffshebewerk ist sozusagen ein Aufzug für Schiffe und in Waltrop steht ein besonders attraktives. Es gehört zu dem Museumsverbund LWL, bei dem 8 Industriedenkmäler zusammengeschlossen wurden. Auf den Fotos von Herrn bushcook kommen die Dimensionen gar nicht richtig zum Tragen. Auf dem ganzen Areal kann man spazierengehen und dann aus der Distanz auch bessere Fotos machen. In unserem Fall machte das nicht so richtig Spaß, da sich das Wetter noch nicht beruhigt hatte.





Zeche Zollern in Dortmund
Das "Schloß der Arbeit" kann ebenfalls im LWL-Verbund besichtigt werden. Der Titel ist nicht übertrieben. Die Gebäude sind so schön und mit handwerklichen Elementen ausgestattet. Die Zeche lohnt sich schon aus architektonischen Gründen zu besichtigen. Darüber hinaus gibt es dort noch jede Menge Loks und Arbeitsgeräte zu besichtigen. Auch hier wird in einem Museum der Ruhrgebiets-Alltag sehr plastisch dargestellt.





Dienstag, 24. September 2013

Jung und modern auf höchstem Niveau -
Nelson Müller, Schote in Essen

Nelson Müller gehört zur jungen Generation der Fernsehköche und er war mir so via TV immer schon sympathisch. Ich denke gerne an seine filigran angerichteten Teller bei "Lanz kocht" zurück. Zusätzlich hatte ich vor längerer Zeit die schöne Gelegenheit sein Kochbuch für "Valentinas Kochbuch" zu rezensieren.

Ihr könnt Euch vorstellen, daß so eine Genussreise langfristig und sorgfältig geplant werden muß. Mit der Organisation beginne ich immer mind. drei Monate im Voraus und reserviere Hotels und Tische in Restaurants. Ein paar Wochen vor Reisebeginn erreichte mich eine sehr freundliche E-Mail des Restaurantleiters der Schote, dem Restaurant von Nelson Müller.

Sie haben jetzt eine Reservierung für eine Geburtstagsfeier mit 30 Personen bekommen und es könnte zu mehr Lautstärke als üblich kommen. Ob wir nicht an einem anderen Abend kommen möchten? Nein, wir - oder genauer gesagt ich - möchten nicht, sondern können auch nicht. So ist das halt manchmal, auch wenn man sorgfältig plant, kann immer noch etwas Unvorhergesehenes passieren.

Ich kannte das Restaurant, weil ich bereits beim Vorbesitzer essen war. So schlimm konnte es eigentlich nicht werden. Ich war guter Dinge und freute mich auf den Abend.

Als wir ankamen, waren wir die einzigen Gäste und ich wunderte mich schon. Eine Stunde später wurde es auf der Terrasse vor dem Lokal voller und die ersten Aperitivs und kleinen Häppchen wurden nach draußen gebracht. Das war bestimmt die Geburtstagsgesellschaft. So langsam kamen sie ins Lokal und ihre Plätze am Tisch eingenommen. Sie haben sich unterhalten und gelacht, aber die Lautstärke war keineswegs unerträglich. Da mussten wir später bei unserer Reise noch ganz andere Erfahrungen machen.

Sie waren sehr jung, ich denke, die meisten Gäste waren unter 30 Jahren und sehr leger gekleidet. Aber, sie hatten großes Interesse und viel Spaß am Essen. Ich finde es gerade für das Überleben der Spitzengastronomie wichtig, junge Menschen zu begeistern und nicht mit übertriebener Etikette zu gängeln.

Wir hatten einen so rundum schönen Abend mit tollen Gerichten, einem sehr aufmerksamen Service, der auch immer für einen Spaß zu haben war. Und mit Lachen schmeckt es gleich nochmal so gut. Nelson Müller hat es sich auch nicht nehmen lassen, uns persönlich zu begrüßen und mir eine nette Widmung ins Kochbuch zu schreiben. Einfach sehr sympathisch!

Rückblickend gehört dieser Abend zu den schönsten, die wir auf der Reise hatten.

Shitake, getrocknete Rote Bete mit Fois gras,
Schinken-Käse-Brot

Spargel-Panna cotta mit Lachs

Lachs und Petersiliencreme mit Spargelschaum

Meeresfrüchte mit Tomate

Gebeiztes Rinderfilet und Blauflossenthunfisch mit Royal Premium-Kaviar, Soja und Finger-Limes

In Pergament gegartes Bonbon von der bretonischen Wildfang-Dorade mit Farfalle und Schnittlauchbutter

Lackiertes Pluma vom Iberico Landschwein mit geräuchertem Tomatengelee, Langostino und Blumenkohlstrukturen

Filet, Bäckchen und Bries vom Milchkalb mit Gemüse in Anlehnung ans Leipziger Allerlei

Erdbeersorbet, Waldmeistertapioka

Frühlingslandschaft – Rhabarbermousse, Sauerklee und weißes Schokoladeneis

Apfelschaum und Pralinen
In seinem ersten Kochbuch stellt Nelson Müller eine bunte Mischung der Rezepte, die sein Leben begleiten, vor. Eine kleine CD des begeisterten Musikers ist auch noch dabei.



Essen gehört zu meinen Lieblingsstädten im Ruhrgebiet, das liegt nicht nur an der Schote, sondern auch am Hotel. Ich bevorzuge einfach Hotels, bei denen man weiß, wo man ist. Nichts bietet sich hier mehr an, als in einer alten Zeche zu übernachten. Und die Alte Lohnhalle hat sogar noch einen "Biergarten" gegenüber, der zu einem Absacker einlädt.

Ein sehr lohnendes Ziel ist auch die Villa Hügel und über weitere Industriedenkmäler in der Region erzähle ich Euch übermorgen etwas.