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Sonntag, 4. November 2018

Trüffelmenü von Jean-Marie Dumaine im Vieux Sinzig an der Ahr

Wenn man den ganzen Tag von und über Trüffel spricht, dann weckt das doch den Appetit etwas mehr Trüffel zu essen. So gab es nach dem Trüffelsymposium (Link zum Detailbericht) die schöne Gelegenheit bei Jean-Marie Dumaine, der auch der Vorsitzende des Ahrtrüffel e.V. ist, ein Trüffelmenü zu essen. In seinem Restaurant "Vieux Sinzig" servierte er den Gästen ein Menü, bei dem verschiedene Trüffelsorten zum Einsatz kamen, damit man ganz bewusst den geschmacklichen Unterschied erleben kann. Besonders deutlich konnten wir das bei Tuber mesentericum, dem chinesischen Trüffel, schmecken. Der schmeckt eigentlich nach Nichts und wird leider oft mit künstlichem Trüffelöl aromatisiert. Dann sollte man doch lieber weniger Trüffel essen und stattdessen einen wohlschmeckenden, wie er für die anderen Gerichte verwendet wurde.

Dieser wunderbare Tag rund um den Trüffel zählte zu den Highlights unserer kulinarischen Reise (Link zur Übersicht).

Gedeck - noch ohne Trüffel

Trüffelcarpaccio mit Blumenkohl und Ackersenfblättern
(Tuber mesentericum)

Trüffelcarpaccio mit Blumenkohl und Ackersenfblättern
(Tuber mesentericum)

Paul Bocuse Trüffelsuppe "VGE" mit Blätterteig-Haube
(Tuber Rufum)

Wels mit Pastinaken, schwarzer Rettich und Trüffel
(Himalaya Trüffel)

Wildschwein mit Butternutkürbis, Limetten und Trüffel, Kartoffelschaum mit Trüffel
(Burgunder Trüffel)

Getrüffelter Camambert, Champignons und Spitzwegerichknospen
(Bagnoli-Trüffel)

Trüffel

Joghurtcrème mit Trüffelkaramell, Truffièrehonig und Haselnussgebäck
(Burgunder Trüffel)

Freitag, 2. November 2018

Das 13. Trüffelsymposium im Schloss Sinzig an der Ahr

Seit vielen Jahren ist der Name Jean-Marie Dumaine für mich verknüpft mit Wildpflanzen und Trüffel. Der charmante Franzose lebt schon über 40 Jahre in Deutschland und betreibt seit dieser Zeit mit seiner Frau Colette das Restaurant "Vieux Sinzig" im gleichnamigen Ort. In den Jahren hat er sich einen Namen als Spitzenkoch gemacht und war besonders bekannt dafür, Wildpflanzen in seine Gerichte zu integrieren. Als erster entdeckte er vor rund 16 Jahren Trüffel an der Ahr und die wurden zu seiner großen Leidenschaft.

Er gründete den Ahrtrüffel e. V., dessen Vorsitzender er heute noch ist. Ziel des Vereins ist es den Trüffelanbau in der Region zu fördern und einem interessierten Publikum den Zugang zu Trüffel zu erleichtern. Einmal im Jahr steht die aromatische Knolle, auf den Trüffelsymposium im Schloss Sinzig, ganz im Mittelpunkt. Wir haben unsere kulinarische Reise (Link zur Übersicht) so organisiert, dass wir zur rechten Zeit am rechten Ort sein konnten. So erlebten wir einen sehr lehrreichen und genussvollen Tag.




Nach der Begrüßung durch den Sinziger Bürgermeister, Andreas Geron, und den Präsidenten des Vereins, Jean-Marie Dumaine, eröffnete Ralf Bos den Reigen der fachkundigen Referenten. Er gilt als deutscher Trüffelpapst und hat es sich zur Aufgabe gemacht, jederzeit Trüffel anbieten zu können. Dazu bereist er weltweit Trüffelanbaugebiete und stellte diesmal die spanischen Trüffel vor.

Mit viel Leidenschaft sprach Francesco Dall'Argine über den Trüffel aus seiner Heimatregion Fragno. Er ging auf die Besonderheiten des Terroir ein und erläuterte, wie es gelungen ist, den frischen Trüffel länger haltbar zu machen. Dafür werden Trüffel und Parmesan gerieben, vermischt und eingefroren. Damit die Zuhörer das auch praktisch erleben können, kochte er im Anschluss an seinen Vortrag Gnochetti mit dieser Trüffelpaste. Und das hat wirklich köstlich und sehr intensiv nach Trüffel geschmeckt.

Nach der Pause referierte Gérald Chevalier über die neuesten Erkenntnisse im Trüffelanbau. Der Franzose gilt als renommierter Experte und hat auch den Ahrtrüffel e.V. beim Anlegen der Truffière beraten. Abschließend zeigte der Essigbrauer Theo Berl auf, wie er mit den Ahrtrüffeln einen Deutschen Balsamico herstellte. Auch dieses intensive Aroma konnten wir in der Pause kosten.


Das schöne Ambiente des Schlosses bildete einen sehr schönen Rahmen für das Trüffelsymposium

In der Pause versorgte das Team des Restaurants Vieux Sinzig die Gäste mit Kostproben. Natürlich stand auch hier der Trüffel im Fokus und so gab es, zusätzlich zu den spontan eingeschobenen Gnochetti, vier kleine Gänge:

- Eifelrind-Carpaccio auf Rösti mit Trüffel und Johanniskrautöl
- Geflammter Fjordlachs, Truffièrehonig und gehobelter Trüffel
- Trüffelspätzle aus dem Parmesanlaib
- Weisse Mousse au Chocolat von Valrhona Ivoire Schokolade mit Trüffel





Wer noch nicht genug vom Trüffel hatte, der konnte sich frische Trüffel bei Ralf Bos oder eingemachte Trüffel von der eigenen Truffère des Vereins nach Hause mitnehmen.




Das große Herzblut der Protagonisten war am Ende der Veranstaltung nochmals deutlich zu spüren, als, unter der Moderation von Dr. Nikolai Wojtko, dem zweiten Vorsitzenden des Vereins, eine engagierte Podiumsdiskussion in Gange kam. Da spielten die unterschiedlichen Sprachen keine Rolle mehr. Man merkte, wie die Leidenschaft für den Trüffel alle vereinte.




Nach der Veranstaltung ging es in Jean-Maire Dumains Restaurant "Vieux Sinzig" mit einem Trüffelmenü weiter. (Link zum Detailbericht)

Besonders spannend für mich war der abschließende Besuch der Truffière. Ich hatte mir vorher wenig Gedanken gemacht, wo es Trüffel gibt und es war mir auch nicht klar, dass sie gezielt angebaut werden. Seit 2006 hegt und pflegt der Verein den Trüffelanbau auf einem eigenen Grundstück. Jetzt schlug die Stunde der Hunde, die bis dahin den ganzen Tag still sein mussten. Und der kleine Pudel war besonders geschickt und hat tatsächlich einen Trüffel entdeckt.





Abendstimmung in der Truffière

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Biên-Etre bei Jean-Marie Dumaine

Das Thema Wildpflanzen und Wildkräuter fasziniert mich schon seit Jahren und ich versuche mein Wissen darüber stetig zu erweitern. Da bin ich natürlich schon sehr bald auf Jean-Marie Dumaine gestossen und habe fasziniert seine Kochbücher gelesen. Der Wunsch dort zu essen ist bereits vor Jahren entstanden. In den letzten drei Jahren habe ich immer wieder versucht, dies in unsere Reisen einzubauen. Es hat zeitlich nie gepasst und auch diesmal war es nicht so einfach. Der Reiseverlauf war schon wieder ungünstig und das Problem war diesmal nicht der Tisch, sondern das Hotel. Es hat mich ein paar Nerven gekostet, in der Gegend überhaupt noch zwei Übernachtungen zu bekommen. Ich sag' nur Weinfest in Dernau......

Das Entree im Vieux Sinzig begeistert natürlich so ein Eichhörnchen wie mich.


Ein paar Schritte weiter steht man vor der offenen Küche. Und zu meinem Glück bekamen wir auch einen Tisch mit Blick in die Küche. Das steigerte die Vorfreude auf das kommende Menü, obwohl Arthurs Tochter treffend kommentierte: "Wenn sie Dich kennen würden, hättest Du einen Tisch in der Küche!"

Da war was los in der Küche, die Köche wirbelten für eine kommende große Veranstaltung. Trotzdem wurden die Menüs für die Gäste im Restaurant in perfektem timing serviert. Man merkt einfach, mit wieviel Engagement und Liebe Colette und Jean-Marie Dumaine und der Küchenchef  Yoann Hue die Gäste bewirten.

Ein ganz besonders großes Dankeschön geht auch an Frau Münch, die uns sehr kompetent mit einer schönen Weinauswahl durch den Abend begleitet hat.

Brot

Kapuzinerkresse-Pesto

Cracker

Bärlauchcreme

Kohlrabi-Ingwer-Gazpacho, Hummermousse mit Spargelschaum, Hirsch-Pate mit Rosinen-Kapern-Sauce

Ofengemüse mit Sommer-Trüffel, Wildkräuter und Salbei-Vinaigrette

Wildkräuter-Gazpacho zu den Felchen

Felchen Escabeche mit Olivenöl mariniert,, Quinoa mit Zitrone und Dost, Sesam-Tomaten

weißer Heilbutt mit Giersch Royale, pürierte Tomaten und Zwiebel-Herzen

Adlerfisch aus Korsika mit Calamari, Fenchel und rotem Paprika, Kohlrabi und Orange mit Waldmeister

Hummer mit Wasabi-Joghurt, Pfeffer-Mango, Hummer-Tapenade und Blattspinat mit Yusu-Zitrus-Pulver

Apfel-Calvados-Sorbet

Freiland-Perlhuhnbrust mit Waldlakritz-Sauce, Pfifferlingen und Franzosenkraut

Lammrücken aus Schottland mit Tannen lackiert, Sanddorn und Mini Pac Choi

französische Käseauswahl, Löwenzahnkaramell

 zum Käse: Walnüsse, Butter und Kürbis-Vogelbeeren-Chutney

Weinbergspfirsich-Mirabellen-Kompott

Kaffee, Tabak, Cognac - weißes Kaffeemousse und Hippe, Tabaksirup und Cognac-XO-Eiscreme

Apfelkuchen, Cassisgelee, Rosmarin-Trüffel


Ich bin jetzt schon ein paar Mal gefragt worden, wie das so ist mit dem Fotografieren im Restaurant. Natürlich versuche ich es diskret zu machen und verwende auch immer nur eine ganz kleine Kamera und der Blitz kommt kaum zum Einsatz - halt nur wenn es passt. Auf dieser Reise habe ich vielfältige Erfahrungen gemacht und bin zu dem Schluß gekommen: ein gutes Restaurant freut sich am Engagement seiner Gäste und die Zahl der fotografierenden Gäste steigt.

Im Vieux Sinzig hat man gemeint: so geht das nicht und ich soll jetzt unbedingt in die Küche kommen und das Anrichten fotografieren. E Voilà:


Auch der charmante Service um Colette Dumaine darf nicht fehlen.



Und weil alle so viel Spaß hatten, wollte ATs Kochlöffel natürlich auch mitmachen.



Mittwoch, 12. Oktober 2011

Die wunderbaren Ferien des Monsieur Löffel....

Ich lag so gemütlich mit meinen Brüdern und Schwestern in einem kuscheligen Beutel, bis wir jäh getrennt wurden. Einfach in alle Winde zerstreut und verteilt unter Food-Bloggern. Seitdem wohne ich ungemütlich in einer Handtasche mit einer Kamera zusammen.

Bald erlebte ich die ersten Ausflüge und ich durfte einige Köche kennenlernen. Das hat Spaß gemacht, sie haben mich gebissen oder durch die Luft gewirbelt oder komisch angelächelt.

Stefan Marquard


Shane McMahon


Sebastian Dickhaut


Olaf Baumeister


Jean-Marie Dumaine und die Köche des Vieux Sinzig

Jetzt habe ich es auch verstanden, seit meine neue Chefin im Fernsehen war, glaubt sie, daß man dann prominent ist. Und ich soll ja bei einem Blog-Event von Arthurs Tochter mit Prominenten posen. So ein Koch wird also prominent, wenn er im Fernsehen kocht oder Kochbücher geschrieben hat. Noch besser und viel prominenter ist es natürlich im Fernsehen zu kochen und Kochbücher zu schreiben.

Jetzt bin ich schon ein bißchen aufgeregt und werde bestimmt mit meinem Beitrag zum Event auch ganz prominent.


Prominenter Löffel mit Stefan Marquard, Shane McMahon, Olaf Baumeister,
Sebastian Dickhaut, Jean-Marie Dumaine und den Köchen des Vieux Sinzig

Weil ich mich bei den ersten Aufnahmen so geschickt angestellt habe, durfte ich auch auf eine wunderbare Genußreise durch Deutschland gehen. Darüber wird meine Chefin in der nächsten Zeit noch sehr ausführlich berichten. Im weltbekannten Auerbachs-Keller in Leipzig freundete ich mich schnell mit einer Gabel und einem Löffel an.

Löffel im weltbekannten Auerbachs Keller in Leipzig

Die vielen schönen und aufregenden Tagen in Deutschland haben mich total begeistert und trotzdem wollte ich am Schluß nur noch nach Hause.....


Verrückter Löffel mit Heimweh

Das sind sie also jetzt, unsere drei Beträge zum Kochlöffel-Event. Ich bin schon so gespannt, was meine Geschwister alles erlebt haben.


Ein Löffel geht auf die Reise. Verrückt. Weltbekannt. Prominent.