Donnerstag, 17. September 2020

Thunfisch-Sashimi mit Algen-Pfeffer-Kruste nach Steffen Henssler

Von Steffen Henssler gibt es inzwischen sehr viele Kochbücher und unzählige Rezepte im Netz. Ich komme immer wieder auf seine Gerichte zurück, die von seiner Ausbildung zum Sushi-Koch in Kalifornien inspiriert wurden. Auch sein erstes Kochbuch, Hensslers Küche, halte ich immer noch für sein bestes.

Über dieses Rezept bin ich zufällig gestolpert und es hat mich sofort neugierig gemacht, wie wohl die Kruste auf dem Thunfisch aus zerstoßenen Pfefferkörnern und zerkleinerten Nori-Algen schmeckt? Anfangs dachte ich noch, dass die Pfeffermenge zu groß ist. Das war ein Irrtum. Der Pfeffer ist deutlich zu schmecken, aber er ist nicht zu scharf und er brennt nicht. Die Noriblätter habe ich für ein anderes Rezept bereits einmal in der Pfanne geröstet und wusste, dass sie knusprig werden. Das passt natürlich für eine Kruste perfekt.

Die Ponzusauce ist schnell gemacht und kann auch vorbereitet werden. Wem es zu aufwändig ist, der kann einfach auch nur Sojasauce nehmen. Eine interessante Variante zum Wasabi ist der geraspelte Rettich, der eine schöne Schärfe mitbringt. Das werde ich mir auch für andere Gerichte merken.


für 2 Personen als Hauptgang
für 4 Personen als Vorspeise

Stück weißen Rettich (etwa fingerlang)
Stück Gurke (etwa fingerlang)

50 ml Sojasauce oder glutenfreie Tamari
1 Zitrone
25 ml Sake
1/2 EL Puderzucker

300 gr. Thunfisch in Sashimi-Qualtiät
1 Noriblatt
2 EL schwarzer Pfeffer in ganzen Körnern
Meersalz
Sonnenblumenöl


Das Rettichstück schälen und zu Julienne-Streifen raspeln. Die Gurke ungeschält lassen und ebenfalls zu Julienne raspeln.

Den Saft der Zitrone auspressen und mit Sojasauce, Sake und Puderzucker zur Ponzusauce verrühren.

Die Pfefferkörner im Mörser zerstoßen. Das Noriblatt in kleine Stücke reißen. Die Norischnipsel auf einem Teller verteilen, den Pfeffer darüber verteilen. Salz darüber verstreuen.

Den Thunfisch in vier lange Segmente schneiden und auf einer Seite in die Nori-Pfeffer-Mischung drücken.

Das Öl in einer beschichteten Pfanne stark erhitzen und die Thunfischstücke auf der gewürzten Seite scharf anbraten, dabei leicht nach unten drücken. Sobald die graue Färbung des gegarten Fischfleischs an der Seite zu erkennen ist, den Fisch herausnehmen und in Scheiben schneiden.

Die Ponzusauce in Dipschälchen verteilen. Das Sashimi mit Gurke und Rettich auf Tellern anrichten. Das Sahsimi mit Stäbchen in die Sauce dippen und dann in die Gurken- und Rettich-Julienne drücken.

Alternativ kann man das auch mit Lachs zubereiten.




Sonntag, 13. September 2020

Meat-Night 2020 in der Metzgerei Kachler-Hoferer in Sugenheim mit Stefan Marquard

Was gibt es bei einer Meat-Night? Klar, Fleisch und das natürlich bevorzugt vom Grill. An verschiedenen Grill-Stationen werden die Gäste mit kulinarischen Schmankerln verwöhnt und man kann staunend entdecken, welche unterschiedlichen Grill-Modelle es gibt.


Besondere Umstände verlangen besondere Maßnahmen. Das dürfte das Motto sein, unter dem heuer so ziemlich alles steht. Auch wenn die Meat-Night eine kleine, feine kulinarische Veranstaltung ist, so kommen doch mehrere Menschen zusammen, die mit gebührendem Abstand den Abend genießen sollen. Als im Ort fest verankerte Traditionsmetzgerei hat die Familie Hoferer alles in Bewegung gesetzt, um dem Rechnung zu tragen. Also wurde einfach die Straße durch den Ort Sugenheim abgesperrt und zum Festgelände erklärt. So entstand ein großes Areal, durch das man mit viel Platz laufen und an weit auseinander stehenden Tischen sitzen konnte. Auch die Nachbarn zogen mit, halfen beim Abräumen oder räumten ihren Carport leer, um Platz zu schaffen. Das war schön zu sehen, wie man gemeinsam widrigen Umständen trotzen kann und dadurch einen besonders gelungenen Rahmen geschaffen hat.


Zum "Aufwärmen" hielten die unterschiedlichen Grillstationen "Kleinigkeiten" bereit. Da musste man schon ziemlich aufpassen, dass man sich noch Hunger für die Hauptgerichte bewahren konnte.


Auf der großen Treppe zur Kirche präsentierte der Chef Jens Hoferer, gemeinsam mit seiner Frau Kathrin, die Gastköche. Neben Fabian Beck, Smut und den Jungs vom Hartmann Grilldorado war erstmal auch der prominente Spitzenkoch Stefan Marquard dabei.


Die Metzgerei Kachler-Hoferer ist ein Familienbetrieb. Das nimmt auch die Jüngsten nicht aus. Mit ganz viel Engagement und Freude durfte die älteste Tochter Mia den Gästen einen Linsen-Erdnuss-Cappuccino anbieten.

Bei Fabian Beck gab es Latte von der Schweinshaxe, Kartoffelstampf und Zimthaxe mit Zitronengrasschaum. Neben dem Geschmack hat mir hier die Präsentation besonders gut gefallen, bei der die Gäste nie lange warten mussten, weil alles so gut organisiert war.


Das Speiseangebot war so vielfältig, da war für jeden Geschmack etwas dabei:
Schulterblatt mit gebeizter Melone und Meerrettichsoße von Stefan Marquard
Käsespätzle vom Grill mit Endiviensalat und Spezial Cuts vom Rind vom Smut
Wan-Tan-Suppe und Puten-Satay mit rosa Reisnudel-Pfanne von Wanna Yuekyen, einer Mitarbeiterin der Metzgerei, die eine ausgezeichnete Köchin ist
Feine Tranchen vom fränkischen Secreto auf geräuchertem Sellerie-Vanille-Stampf mit roter Zwiebel-Senf-Marmelade und knusprigem Schwarzbrot-Crostini vom Hartmann Grilldorado.



Leider nicht auf das Foto geschafft hat es der Kaiserschmarrn vom Grill von Smut. Und vom köstlichen Nachspeisenbuffet von Kathrin Hoferer gibt es auch nur ganz wenig Fotos. Das war alles so begehrt, dass ich da kaum zum fotografieren kam. Seit Jahren begeistert sie die Gäste mit ihrer süßen Auswahl und dem feinen Geschmack. Unterstützt wurde sie, wie jedes Jahr, von ihren bezaubernden Töchtern.


Zu sehr später Stunde durften bei den bisherigen Veranstaltungen die Gäste in die Räume der Metzgerei, wo Jens Hoferer zeigte, wie man ein Tier zerlegt oder Bratwürste machte. Dies war heuer natürlich nicht möglich. Stattdessen hatte er sich etwas ganz besonderes überlegt und hat eine ganz tolle alte Aufschnittmaschine mit Handkurbel wieder in Betrieb genommen und servierte am Tisch seine Schinkenspezialität.


Dienstag, 8. September 2020

Hinter den Kulissen beim Kochduell Hobbykoch gegen einen Sternekoch

Kochduelle im Fernsehen faszinieren mich immer noch. Ich versuche dann jedes Detail während des Kochens zu verstehen und freue mich, wenn das fertige Gericht deutlich gezeigt wird und ich mir dann vorstellen kann, wie es schmeckt. Und genau da ist das Problem. Virtuelles Essen funktioniert einfach nicht.

Da kam mir eine Einladung von Kabel 1 gerade recht, als Jury-Mitglied die Gerichte eines Kochduells verkosten zu können. Gedreht wurde einige Wochen nach dem Lockdown und für mich war es das erste Mal nach langer Zeit, dass ich wieder ein Restaurant betreten habe. Dementsprechend war ich sehr neugierig und habe mich sehr darauf gefreut.

Arvin Kalsi heißt der mutige und sehr ambitionierte Hobbykoch, der den Profi Jürgen Wolfsgruber vom Restaurant Sparkling Bistro herausgefordert hat. Ich hätte mich das nicht getraut, weil ich genau weiß, was Jürgen, der heuer erstmalig mit einem Michelinstern ausgezeichnet wurde, kann.

Gut, dass an dem Tag schönes Wetter war und meine beiden Jury-Kollegen und ich vor dem Restaurant warten konnten. Schließlich sollten wir keine Möglichkeit haben, vorher zu sehen, welcher Teller von welchem Koch stammt.

Das Team hatte den größten Tisch im Restaurant vorbereitet, damit wir mit dem notwendigen Abstand sitzen konnten. Vor jedem Platz standen zwei Teller, die mit Clochen abgedeckt waren. Dann kam der spannende Moment und wir haben die Hauben gehoben und konnten die beiden Gerichte sehen. Auf den ersten Blick war da kaum ein Unterschied. Die Herausforderung war nun, genauer hinzusehen, ob man vom optischen Eindruck her bestimmen konnte, wer welchen Teller gekocht hat. Winzige Details habe ich verglichen, um meine Einschätzung bestimmen zu können. Handwerkliche Fähigkeiten sind das eine und oftmalige Wiederholung dieser Arbeitsschritte das andere. Ein Profikoch macht bestimmte Aufgaben so oft, dass er eine ganz andere Routine hat, als ein Hobbykoch. Das geht mir auch so. Ich kann vieles, aber ich wesentlich langsamer und ich kann es nicht in dieser hohen Qualität. Diese eigene Erfahrung hat mir sehr geholfen, das richtige Urteil abzugeben.


Teller 1 - Hobby- oder Sternekoch?

Teller 2 - Hobby- oder Sternekoch?

Endlich durften wir probieren. Beides hat ausgezeichnet geschmeckt und auch der Geschmack unterschied sich nur in Nuancen, genauso wie die Optik. Ich habe mich in der gesamten Situation sehr wohl gefühlt. Das ganze Team und meine Jury-Kollegen, darunter der Spitzenbäcker Julius Brantner aus München, waren sehr nett und professionell. Sobald die Kamera lief, waren alle sehr fokussiert. Wenn sie aus war, hatten wir viel zu lachen. Weniger zu lachen hatten die beiden Kontrahenten, die sehr gespannt auf unsere Aussagen und unsere Wertung waren.




Als die Jury-Wertung feststand, wurde das Geheimnis gelüftet, welcher Teller von welchem Koch stammte. Wer jetzt neugierig geworden ist, findet das Ergebnis in der Mediathek von Kabel 1. (Link zum Video)

Ganz zum Schluß verkostete der Sternekoch noch das Gericht vom Hobbykoch und gab seine professionelle Einschätzung ab.


Noch ein corona-konformer Abschied vor dem Restaurant, nach Bekanntgabe des Ergebnisses.


Arvin und Jürgen

Montag, 10. August 2020

Marinierter Tofu mit Erdnuss-Kräuter-Dressing

Tofu schmeckt besser, als sein Ruf. Man muss ihn nur richtig zubereiten. Für mich sollte er mariniert, gebraten oder frittiert werden und schon wird aus ihm ein genussvolles Gericht. Hier wird er mariniert, während man die anderen Zutaten vorbereitet. Dann noch rundum anbraten und mit dem Dressing anrichten. Dazu kommt ein leichter und erfrischender Salat mit Gurke und Grapefruit. Ungewöhnlich ist, dass der Salat ohne Öl angemacht wird. Dieses Gericht würde ich auch Gästen servieren. Gerne im Sommer als Hauptgericht, oder in halber Größe als Vorspeise.


für 4 Personen als Hauptgericht oder für 8 als Vorspeise

400 gr. Tofu
4 EL Sojasauce
2 EL Sake
2 EL Rapsöl

1 Gurke
1 rosa Grapefruit
1 kleine Chilischote
1 Knoblauchzehe
3 EL Reisessig
Meersalz
2 TL Zucker

4 EL Erdnüsse
1 Stück Ingwer daumengroß
8 Stiele grüne Minze
8 Stiele Koriander
1 Frühlingszwiebel
1 Limette
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Olivenöl


Den Tofu längs vierteln und in einen Gefrierbeutel geben. Sojasauce und Sake verrühren und in den Beutel geben. Den Tofu marinieren lassen und dabei immer wieder den Beutel drehen, damit die Marinade überall den Tofu ummantelt.

Die Gurke so schälen, dass noch breite Streifen der Schale stehen bleiben, dann längs halbieren und mit einem Löffel das Kerngehäuse herausschaben. Die Gurke in schmale Scheiben schneiden. Die Grapefruit schälen und dann die Filets herausschneiden. Dabei den austretenden Saft auffangen und die verbliebenen Reste der Grapefruit ausdrücken. Die Chili längs halbieren, die Kerne herauskratzen und in feine Streifen schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und sehr fein würfeln. Grapefruitfilets, Chili und Knoblauch zur Gurke geben. Aus Grapefruitsaft, Reisessig, Salz und Zucker eine Marinade rühren und den Salat damit anmachen.

Die Erdnüsse in einer Pfanne goldgelb rösten, etwas auskühlen lassen und grob hacken. Den Ingwer schälen und in feine Würfel schneiden. Minz- und Korianderblätter von den Stielen zupfen und in feine Streifen schneiden. Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden. Den Saft der Limette auspressen und mit Salz, Pfeffer und Olivenöl verrühren. Erdnüsse, Ingwer, Minze, Koriander und Frühlingszwiebel mischen und damit marinieren.

Den Tofu aus der Marinade heben und trocken tupfen. Das Rapsöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und den Tofu von allen Seiten darin knusprig braten. Den Tofu auf Teller geben, mit dem Erdnuss-Kräuter-Dressing und etwas von der Marinade anrichten. Dazu gibt es den Gurkensalat.





Donnerstag, 6. August 2020

fine dining in Oberbayern: Thomas Thielemann im Farmer's Club, Gut Sonnenhausen

Gut Sonnenhausen ist das Schwestergut des deutlich bekannteren Gut Herrmannsdorf. Das liegt daran, dass es nach dem Verkauf durch die Klosterschwestern zu einem Bio-Hotel umgewidmet wurde und die Gastronomie den Hotelgästen vorbehalten ist. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich ein denkmalgeschütztes Bauernhaus aus dem Jahr 1800, das ebenfalls von der Familie Schweisfurth übernommen wurde.

Im Jahr 2018 wurden große Teile davon leider ein Raub der Flammen. Für Georg Schweisfurth war es selbstverständlich, dass es wieder aufgebaut und komplett renoviert wird. Es beherbergt nun gemütliche Zimmer und ein besonderes Restaurant. Denn in der Küche steht kein Herd, gekocht wird auf offenem Feuer.

Dann kam Corona und wieder nutzte er die Krise als Chance und er öffnete sein Restaurant für Jedermann und nicht nur, wie bisher für Hotelgäste oder geschlossene Gesellschaften. Als ersten Koch für das Pop-Up-Restaurant konnte er Thomas Thielemann gewinnen, der früher im Wirtshaus zum Schweinsbräu auf Gut Herrmannsdorf kochte. So war es fast wie in alten Zeiten und seinen berühmten Schweinebraten gibt es im Farmer's Club auch wieder. Wir nutzten die Chance, diesen schönen Ort wieder zu besuchen und gönnten uns das Abendmenü.




Fisch-Frischkäse-Terrine

Feiner Gärtner-Spinatsalat
mit Sesammarinade, Sashimi-Thunfisch und Oktopus

Gebratenes Herrmannsdorfer Kalbsbries
mit Lauchpüree, Nussbutter und Zuckererbsen

Atlantik Seeteufel im Ganzen gegrillt
mit geröstetem Fenschel und Oliventapenade


Karree vom glücklichen Duroc-Schwein
mit Bohnenkraut saftig gegart, dazu Spitzkohl und Belugalinsen

Griesflammerie mit Rotweinkirschen und Schokoladeneis


Samstag, 1. August 2020

Kalbsbrust mit Spitzkohl-Gremolata-Salat

Um der aktuellen Corona-Situation Rechnung zu tragen, versuche ich meine Lebensmittel-Einkäufe zu bündeln und gleichzeitig die Vorräte aufzubrauchen. Aktuell gehe ich in der Woche höchstens einmal Lebensmittel kaufen. Das erfordert etwas mehr Koordination, regt aber auch die Kreativität an.

Für dieses Gericht habe ich einen kleinen Spitzkohl gekauft. Der Rest war schon da. Salzzitronen und eingelegte Bärlauchsamen hatte ich im Kühlschrank. Die Kalbsbrust schlummerte im Tiefkühler und die Petersilie wuchs im Garten.



für 2 Personen

Kalbsbrust:
1 kleines Stück Kalbsbrust (am besten von der Spitze)
Meersalz
Butterschmalz
Butter
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Bärlauchsamen (Rezept)

Die Kalbsbrust auf beiden Seiten diagonal einritzen und den Backofen auf 60 Grad vorheizen.

Butterschmalz in einer weiten Pfanne erhitzen, das Fleisch salzen und auf beiden Seiten scharf anbraten. Die Kalbsbrust aus der Pfanne heben und auf ein Gitter legen. Für eine Stunde bei 60 Grad im Backofen ziehen lassen.

In der Pfanne einen EL Butter schmelzen und das Fleisch darin auf beiden Seiten braten und dabei mit dem flüssigen Fett begießen. Das fertige Stück mit schwarzem Pfeffer würzen, längs aufschneiden und mit Bärlauchsamen garnieren.


Spitzkohl-Gremolata-Salat:
1 kleiner Spitzkohl
Meersalz
Zucker
1 kleiner Bund Petersilie
1/4 Salzzitrone (Rezept)
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Weißweinessig
Olivenöl

Den Spitzkohl längs halbieren und in sehr feine Streifen schneiden, mit Salz und Zucker marinieren. Die Blätter der Petersilie abzupfen und ebenfalls in feine Streifen schneiden. Die Salzzitrone fein würfeln und zu den Spitzkohlstreifen geben.

Aus Pfeffer, Weißweinessig und Olivenöl eine cremige Vinaigrette rühren und den Salat damit anmachen. Mit Salz, Zucker und Pfeffer abschmecken. Rund 30 Minuten stehen lassen, damit der Salat durchziehen kann. Kurz vor dem Servieren die Petersilie darunter mischen. Etwas von der Petersilie für die Garnitur aufheben.

Den Spitzkohl-Gremolata-Salat neben dem Fleisch anrichten und mit der Petersilie garnieren.




Mittwoch, 22. Juli 2020

fine dining in München: Gastkoch Ben Gal Moshe im Marais Soir

Manchmal muss man Glück haben und zur richtigen Zeit von einer besonderen kulinarischen Veranstaltung erfahren und einen Tisch bekommen. Dieses Glück hatte ich, als der Weinakademiker Stefan Metzner den Sternekoch Ben Gal Moshe von Berlin nach München einladen und zu einem Gastkoch-Abend überzeugen konnte. Ansonsten kocht er im Restaurant Prism in Berlin und steht für eine edle Variante der Küche seines Heimatlandes Israel. Somit ist er der einzige Israeli, der mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist.

In seinem Restaurants stehen natürlich auch Weine aus Israel auf der Karte. Von Anfang an bot er Weine seines Freunds Ido Lewinsohn vom Weingut "Garage de Papa" an. Diese Weine importiert Stefan Metzner und somit schließt sich der Kreis auf wunderbare Weise. Wir kamen in den Genuss eines außergewöhnlichen Menüs, bei dem jeder Gang von einem Wein der "Garage de Papa" und einem qualitativ vergleichbaren Wein aus einer anderen Region.


Ben Gal Moshe und Stefan Metzner empfangen die Gäste

Zuckermelone und Kaviar
Champagner

Rohe Jakobsmuschel, fermentierte Grüne Pflaume, Hühnerhaut Crumble,
Peperoncino, Fingerlimes, Fenchelblüten
2019 Garage de Papa blanc
2017 Elgin Chardonnay, Kershaw


Languste in Kadaif-Fäden gewickelt, Apfel, Vanille-Molokhia, Ziegenmilch-Vinaigrette, eingelegte Zitronen
2010 Garage de Papa blanc
2018 FMC

Schafstatar, Arme Ritter, Schwarze Quitte, gegrillte Makrele, Sauce Hollandaise, Urfa Pfeffer
1990 Riesling Auslese, Mosel
1976 Riesling Auslese, Mosel

Taube, Blumenkohl, Lubia Bohnen, Hamusta Sauce, Knoblauchblüten
2017 Garage de Papa rouge
2006 Vinyes Velles, Ferrer Bobet

Wagyu Short Ribs, arabisches Weißkraut, Pistazienmiso, geflämmtes Salatherz
2009 Garage de Papa rouge
2005 Tondonia Reserva

Araguani Schokolade, Kaffee, geräucherte Datteln, Tabakeis, Palmzucker und Kardamom Crumble
The unknown fortified Fortified  

Pralinen


Die Weine des Abends

Freitag, 17. Juli 2020

Feiner bayerischer Wurstsalat

Wann ist ein Gericht fein? Diese Frage ist schwierig zu beantworten und die Meinungen dazu sind sehr unterschiedlich. Für mich sind auch einfache Gerichte fein, wenn man sich Mühe bei der Zubereitung gibt und die Zutaten sorgfältig auswählt. Da kann auch ein ganz einfacher bayerischer Wurstsalat zu einem feinen Gericht werden.

Die Idee zu diesem Rezept begann für mich, als ich im Bio-Markt keine Cornichons, sondern nur große Gewürzgurken bekommen habe. Ich esse die nicht gerne, das ist mein Problem, das weiß ich. Trotzdem habe ich einen Wurstsalat damit gemacht, aber ich war nicht glücklich damit, obwohl die anderen Hauptzutaten ganz toll waren. Für das große Glas Gurken hat sich mein Mann geopfert. Der isst sie gerne.

Ein paar Wochen später habe ich wieder diese wunderbaren Regensburger der Ebersberger Metzgerei Schauberger bekommen. Eine der ganz wenigen Metzgereien in der Region, die noch selber schlachten und egal ob Wust oder Fleisch, die Qualität ist bemerkenswert. Zusätzlich hatte ich noch das hochwertige Sonnenblumenöl von meinem Bloggerkollegen Sascha, der im Ruhrpott mit viel Liebe zum Detail Öle presst. Passend nennt er seinen Betrieb Pottmühle.

Im Biomarkt gab es leider immer noch keine Cornichons und diesmal wollte ich keine Gewürzgurken kaufen, die ich nur sehr ungern esse. Aber, meine Gurkenpflanze im Garten hatte die erste Mini-Gurke. Das erschien mir eine ganz tolle Alternative. Jetzt gab es einen Wurstsalat nach meinem Geschmack und mir ist es immer wichtig, dass die Zutaten in einem Salat eine ähnliche Größe haben. Das gibt einen guten Biss und schmeckt einfach besser. Ehrlich gesagt schneide ich gerne und mir macht es nichts aus, Zutaten besonders fein zu schneiden. Es lohnt sich geschmacklich immer.



Feiner bayerischer Wurstsalat
für 2 Personen

2 Regensburger scheiben streifen
2 kleine Schalotten Scheiben essig z
1 kleine Gurke 14 längs, Kerne, würfeln s z
Apfelessig
Sonnenblumenöl
Meersalz
Zucker
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Garnitur: Schnittlauch

Die Schalotten schälen und in sehr feine Ringe schneiden. Eine Prise Zucker in etwas Apfelessig verrühren und die Schlottenringe darin einlegen, damit sie die Schärfe verlieren und weicher werden.

Die ungeschälte Gurke längs vierteln und das Kernhaus wegschneiden. Die Gurke in feine Würfel schneiden und mit Salz und einer Prise Zucker marinieren.

Von den Regensburgern die Haut abziehen und in dünne Scheiben schneiden. Die Scheiben in schmale Stifte schneiden.

Wurst, Gurken und Schalotten in einer Schüssel mischen. Aus Apfelessig und Sonnenblumenöl eine cremige Vinaigrette rühren und den Salat damit anmachen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wer mag kann den Wurstsalat mit etwas Schnittlauch dekorieren.





Mittwoch, 15. Juli 2020

fine dining in München: Jochen Kreppel im Dantler

Auf der Anzeigetafel ist zu lesen, dass der nächste Flieger um 20:30 Uhr nach Obergiesing geht. So bekommt man gleich einen Eindruck, dass im Dantler Gastronomie mit Charme und einem kleinen Augenzwinkern betrieben wird. Nur ein paar Schritte von der Telapost entfernt befindet sich das Restaurant, das eigentlich ein Deli mit täglich wechselndem Speisenangebot ist. Dazu gibt es bevorzugt Rieslinge aus Deutschland und Craftbeer. Abends gibt es ein Menü und am Freitag das Überraschungsmenü. Deshalb gehen wir bevorzugt am Freitag Abend dort hin.



hausgemachtes Brot und "Bratfett"

"Carpaccio"
Lachs, braune Butter, Salzzitrone

"Sommerliche Tellersulz"
Spargel, Morchel, frische Erbsen, Garnelenbisque, Kartoffeln und Sauce Hollandaise

"Thuna"
Salade Nicoise: Thunatataki, Ei, Tomate

"Thuna"
Hot Dog als glutenfreie Variante: roh marinierter Thunfisch, Gurke, Lauchzwiebel

"Thuna"
Hot Dog: roh marinierter Thunfisch, Gurke, Lauchzwiebel
"Thuna"
Steak: Thuna, French Ponzu, Wildreis



Weißbier von der Himbeere

"Kalte Liebe"
Frische Beeren, Schoki, Fruchtzwergeis und Mürbteig