Sonntag, 20. Juli 2014

Test der Microsoft-App "Top-Rezepte"

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich sehr intensiv mit Kochbüchern und nutze sie sehr häufig. Der größte Nachteil von Büchern zeigt sich immer, wenn man unterwegs ist. Sie sind schwer und brauchen viel Platz. Obwohl ich auf meinen Reisen ein großer Freund von mobilen Daten bin, habe ich mich mit der Welt der Koch- und Rezept-Apps kaum beschäftigt. Deshalb bin ich froh, dass ich auf Einladung von Microsoft nun die Gelegenheit bekommen habe, zwei solcher Apps zu testen.

Die App "Top-Rezepte" kann im Microsoft Store kostenlos herunter geladen werden. Die Installation klappte reibungslos und die App konnte ich sofort danach benutzen.

Sehr gut gefallen mir das Layout und das Handling. Die App ist übersichtlich strukturiert, hat wenig Funktionalitäten (was ich grundsätzlich positiv sehe) und braucht keine Erklärungen. Man kann wirklich "gleich loslegen".




Die App ist wie ein breites Band aufgebaut und durch Schieben von links nach rechts scrollt man sich durch die Informationen. Auf der Startseite sieht man das "Rezept des Tages" und eine Sammlung von "beliebten Rezepten". Sobald man ein Stück weiter gescrollt ist, kann man auf die Sammlung seiner Favoriten zurückgreifen. Gleich daneben steht die gesamte Rezeptsammlung bereit. Diese Ansicht, wie auf dem Foto oben zu sehen, war mir die Wichtigste und immer Start meiner Aktivitäten. Deshalb würde mir es besser gefallen, wenn diese Funktionen sofort beim Aufruf der App zu sehen wären.

Hinter den Kacheln verbergen sich Rezepte nach Kategorien. Da sind manche Rezepte falsch einsortiert, wie z. B. Bratheringe in der Kategorie "Vegan" oder ein Bircher Müsle bei "Vorspeisen". Auch die angezeigte Stückzahl ist nicht immer richtig. Hinter der Kachel "Salate" verbergen sich wesentlich mehr Rezepte, als nur eines. Mit diesen beiden Punkten kann ich aber trotzdem gut leben und sie stören mich nicht sehr.

Unglücklicher bin ich über die Rezepte selbst. Sie wirken auf mich, wie eine Rezeptsammlung, wie man sie in einschlägigen Portalen und Foren bereits finden kann. Viele Rezepte sind sehr einfach gehalten und sobald, überspitzt gesagt, drei Zutaten und zwei Handgriffe mehr notwendig sind, ist das Rezept als "sehr schwer" eingestuft. Die Zubereitungsmethoden entsprachen nur selten meinen Erfahrungen in der Küche und ich habe mich wirklich schwer getan, etwas auszuwählen, was mich angesprochen hat.

Sehr gut gefallen hat mir, dass Rezepte ganz einfach mit einem Stern markiert werden können und dann in die Sammlung der Favoriten wandern. So hat man die aktuell interessanten Rezepte schnell im Zugriff.







Bei der Auswahl von Rezepten ist man nicht nur auf die Kategorien beschränkt. Es gibt auch eine Zutatensuche und man bekommt automatisch die Rezepte angezeigt, bei denen die Wunsch-Zutat verwendet wird. Das ist ein großer Vorteil gegenüber einer Rezept-Sammlung in den Kochbüchern. Jeder, der eine Kochbuch-Sammlung daheim hat, kennt das Problem und hat auch schon ewig gesucht, um das passende Rezept für eine bestimmte Zutat zu finden.

Für die mobile Verwendung einer Rezeptsammlung wäre die Möglichkeit hilfreich, die Zutaten des Rezepts auf Knopfdruck in eine Einkaufsliste zu verwandeln. Diese Funktionalität ist bei der App nicht vorhanden. Mich stört es nicht so sehr, weil ich es gewohnt bin, viele Einkaufslisten von Hand zu schreiben.

Wie bei meinen Kochbuch-Rezensionen habe ich auch in diesem Fall drei Rezepte nachgekocht. Zwei davon werde ich Euch vorstellen. Die Nummer drei, ein Fischfilet in Senf-Sahne-Sauce, war zwar essbar, aber ein Genuss war es leider nicht. Auch optisch hat mich das Ergebnis nicht begeistert. Dieses Gericht hätte ich "aus dem Handgelenk" auch kochen können, allerdings wäre ich ganz anders vorgegangen. An den Zutaten hätte ich kaum etwas geändert. So ging es mir leider bei vielen Rezepten, dass ich mich beim Lesen schon sträubte, die Anleitungen zu befolgen.

Meine Auswahl fiel also auf zwei weitere, sehr einfache Rezepte. Eines davon war die Mini-Cracker-Pizza. Normalerweise würde ich immer einen frisch gemachten Pizzateig vorziehen, aber ich muss ja die Gluten-Intoleranz von Herrn bushcook berücksichtigen. Deshalb suche ich immer nach "Basis-Rezepten" bei denen ich glutenfreie Produkte verwenden kann. So gibt es im süßen Bereich bei uns oft Torten mit Keks-Krümmel-Boden und nun habe ich auch eine attraktive pikante Möglichkeit gefunden. Bei der Garnitur habe ich mich an das Bild gehalten. Die dafür notwendigen Cocktailtomaten und Basilikumblätter fehlen leider bei den Zutaten. Es hat auch mit den glutenfreien Crackern sehr gut geklappt und überraschend gut geschmeckt. Das werde ich, auch mit anderen Belägen, noch öfters machen.




Beim Surfen durch die App sind mir als erstes die Antipasti-Pilze ins Auge gestochen. Für die Frischkäsemasse habe ich andere Kräuter verwendet, da die Kapuzinerkresse im Garten wild wucherte. Auch hier habe ich mich vom Rezeptbild leiten lassen und die Pilze entsprechend dekoriert. Dann kam mir auch noch der Zufall zur Hilfe und ich konnte meine Neuentdeckung, die glutenfreien Brotchips von Männl auch noch verwenden. Das war ein wirklich rundum gelungenes Fingerfood und ich werde das Rezept noch genauer aufschreiben und im Blog vorstellen.



Fazit:
Für Menschen, die viel unterwegs sind, bietet eine App große Vorteile im Vergleich zu einem Kochbuch. Nur sollten dann die Rezepte auch auf dem Niveau eines anspruchsvollen Kochbuchs sein. Ansonsten zählt das Argument das oft gebraucht wird: weshalb eine App, im Internet ist schon alles vorhanden. Andererseits muss auch berücksichtigt werden, dass die App kostenfrei ist. Das kann so nicht mehr zur Verfügung gestellt werden, wenn die Rezepte speziell für die App von einem Profi erarbeitet wurden. Jetzt kommen wir an den spannenden Punkt, ob im Internet alles umsonst sein muss? Die App ist schon o.k., dafür, dass sie umsonst ist. Aber sie ist eben nur o.k. und sollte eher als Inspiration gesehen werden, anstatt die Rezepte buchstabengetreu nachzukochen.

Für mich bleibt die Entwicklung weiterhin spannend. Meine Begeisterung für neue Technologien und Anwendungen ist ungebrochen, aber ich wünsche mir mehr Praktikabilität im Alltag.


Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Microsoft entstanden, spiegelt aber meine persönliche Meinung wider.

Kommentare:

  1. Für mich gibt es nur 2 empfehlenswerte Rezepte apps, das ist einmal die "Paprika app" für Mac und Android und die "Bigoven.app" für Microsoft. bei beiden können eigene Rezepte eingegeben werden und am Mac / Pc bearbeitet bzw einfach hochgeladen werden. Aus alten Datenbanken wie Mealmaster und Mastercook können die Rezepte einfach übernommen werden.

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    1. Danke Dir für den Tipp. Ich tue mich ja einfach mit den Rezepten, die ich immer brauche. Die habe ich im Blog :-).

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  2. Die Cracker mit Tomate und Mozzarella sehen sehr lecker aus!
    Die App werde ich definitiv mal ausprobieren :)
    Danke für den Tipp und den ausführlichen Artikel

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    1. Bitte gerne, es würde mich interessieren, wie Dein Urteil darüber ist.

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