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Samstag, 2. Dezember 2017

Weihnachtsgeschenke für Kochbegeisterte

Die Zeiten sind längst vorbei, als es verpönt war zu Weihnachten etwas zu verschenken, das im weitesten Sinne mit Kochen zu tun hat. Mittlerweile gibt es so viele engagierte Hobbyköche, die Freude an schönen Dingen in der Küche haben. Ich verschenke auch viel lieber Dinge, die jemand täglich und mit Freude benutzen kann.

Seit einigen Jahren stelle ich Kochbücher vor, die ein schönes Weihnachtsgeschenk sein könnten. Letztes Jahr habe ich erstmals auch Kochutensilien empfohlen. Das ist so gut angekommen, dass ich es heuer wieder gerne mache.

Und weil gute Dinge immer Saison haben, könnt Ihr Euch auch von den vergangenen Empfehlungen inspirieren lassen.

Weihnachtsgeschenke für Kochbegeisterte 2016

Kochbuchempfehlungen für Weihnachten 2017
Kochbuchempfehlungen für Weihnachten 2016
Kochbuchempfehlungen für Weihnachten 2015

kolibri by Tim Raue von ASA Selection:
Link zum Geschirr

Das ist mein neues Lieblingsgeschirr und es wird künftig öfter hier zu sehen sein. Es wurde in Zusammenarbeit mit Tim Raue entwickelt und mir gefällt ganz besonders die klare, schlichte Form und das Farbenspiel, das sich je nach Lichteinfall (siehe Foto) verändert. Auf allen vier Fotos sind die gleichen Teller zu sehen. Mit Esstellern und Schalen ist man schon gut ausgestattet und kann es flexibel einsetzen. Auch der Preis von 14,90 pro Teller macht Freude.
Microplane Vierkantreibe:
Link zur Reibe

Die feine Reibe von Microplane hat sich durchgesetzt. Es gibt kaum etwas besseres. Nur manchmal braucht es halt auch eine gröbere Reibe. Ich habe mir heuer endlich die Vierkantreibe gegönnt. Auf den vier Seiten sind die grobe, die mittlere und die feine Reibe. Zusätzlich gibt es einen Hobel für dünne Scheiben. Zum Reinigen kann man die feine Reibe herausziehen und so ist sie schnell wieder sauber.






Topf Ron BergHOff:
Link zum Topf

Das ist der Suppen-/Gemüsetopf Ron mit 24 cm Durchmesser. Der sieht nicht nur sehr gut aus, der verhält sich auch so, wie ich es von einem guten Topf erwarte. Wegen meinem Induktionsherd  musste ich alle Töpfe weggeben und bin mit dem neuen Topfset (es war kein Billiges!) mehr als unzufrieden. Nun lege ich mir einzelne gute Töpfe zu, wenn sie mir über den Weg laufen. Bei Ron verteilt sich die Hitze sehr schnell und gleichmäßig. Er ist aus einem Stück gearbeitet und so kann keine Flüssigkeit aus den Ritzen austreten (wie ich es jetzt habe). Ron darf bleiben und kriegt noch Zuwachs.

Muskatmühle von Peugeot:
Link zur Mühle

Diese Mühle sieht nicht nur sehr gut aus, sie besticht auch durch Funktionalität. Die Nüsse werden in einem Behälter oben aufbewahrt. Der Deckel schließt gut mit Hilfe eines Magneten. Durch leichtes Drehen erhält man fein abgeriebene Muskatnuss.

Hier habe ich die Mühle schon einmal näher vorgestellt.
Eiskugelbehälter:
Link zur Form

Diese Eiswürfelform, mit der man schöne große Bälle erhält, stammt aus dem Barbedarf. Die großen kugelrunden Eiswürfel machen sich sehr gut in einem Gin Tonic. Ich habe auch schon fertige Eiscreme darin eingefroren und hatte so das Eis gut portioniert und schnell auf dem Tisch.
Spiralschneider von GEFU:
Link zum Schneider

Ja, ich habe ihn auch den großen Spiralschneider von Lurch. Er steht im Keller und kommt nie rauf, wenn ich ihn mal brauche. Nein, ich esse altmodische Nudeln, wenn ich Nudeln essen möchte. Aber manchmal habe ich gerne ein paar so Gemüsenudeln als zusätzlichen Biss oder zusätzliche Garnitur. Dafür habe ich mir den Spirelli 2.0 angeschafft. Der macht dünnere und etwas breitere Spiralen und liegt in einer Küchenschublade griffbereit.
kleiner Messbecher von OXO:
Link zum Messbecher

Diesen kleinen Freund habe ich mir aus Irland mitgebracht. Gerade wenn es um kleine Mengen zum Abmessen geht, geht es um Genauigkeit. Ich habe es noch nie geschafft mit einem großen Messbecher 20 ml abzumessen. Dafür habe ich bisher immer ein Barmaß verwendet. Bei 25 ml habe ich schon geschätzt. Jetzt funktioniert das prima, weil man die Menge von oben ablesen kann und so das Ergebnis bei schief gehaltenem Becher nicht verfälscht.
beschichtete Pfanne von elo:
Link zur Pfanne

Bisher stand ich immer auf Kriegsfuss mit beschichteten Pfannen und habe schon mal eine während des Bratens vom Herd genommen und zur Mülltonne gebracht. Das ist die erste beschichtete Pfanne, die mir gefällt. Ich habe sie schon ein paar Monate und oft benutzt. Sie lässt sich sehr gut reinigen und sieht immer noch aus, wie neu. Das Bratgut bekommt wirklich Röstaromen und nichts bleibt kleben. In dieser Pfanne kann ich genauso knusprig braten, wie in meinen Edelstahlpfannen.
Ingwerreibe von GSD:
Link zur Reibe

Diese Reibe ist schwer auffindbar, da sie als Wasabireibe im Handel ist. Aber, wann hat man schon mal einen Wasabi? Die scharfen Porzellanzähne reiben den Ingwer ganz wunderbar, austretende Flüssigkeit kann abgegossen werden und am Boden ist ein Silikonstreifen für festen Stand.

Freitag, 17. November 2017

Einweihung der neuen Röstanlage bei Burkhof Kaffee in Sauerlach

Anfang November wurde in Sauerlach die neue Röstanlage von Burkhof Kaffee mit einer feierlichen Schlüsselübergabe eröffnet. Dafür reiste der Chef des Kaffeeproduzenten J.J. Darboven, Albert Darboven aus Hamburg ins oberbayerische Sauerlach. Dem Hanseaten hat es sichtlich gefallen, wie die Bürgermeisterin Barbara Bogner ihn auf die richtige Aussprache des bayerischen "Grüß' Gott" hinwies. Burkhof Kaffee sieht sich als bayerische Kaffeekultur und die Mitarbeiter zeigten ihr Traditionsbewusstsein, indem die meisten von ihnen Tracht trugen.


Zum "Warmwerden" mit dem Thema Kaffee probierte ich zum Auftakt einen "Cold Brew". Das ist ein kalt aufgesetzter Kaffee, der mit heller gerösteten Bohnen gemacht wird und mindestens 12 Stunden zieht. Danach wird er abgeseiht und mit anderen Getränken zu einem erfrischenden Kaltgetränk kombiniert. Meine erste Variante war gemischt mit Apfelsaft. Da war ich mir noch unsicher, ob mir das schmeckt. Im Verlauf der Veranstaltung probierte ich noch eine Mischung mit Tonic und die hat mir sehr gut gefallen.



Nach dem offiziellen Teil konnten wir uns in die Rolle eines Kaffee-Verkosters versetzen. Wir probierten unter professionellen Bedingungen drei unterschiedliche Kaffees. Kaffee ist etwas sehr alltägliches  und manchmal ärgern wir uns, wenn er nicht schmeckt oder freuen uns darüber, dass er uns gut tut. Was so einfach klingt ist eine sehr komplexe Welt. Der Geschmack von Kaffee ist sehr vielfältig und kennt mehr Aromen als Wein. Für den Geschmack verantwortlich sind die Sorten (wie Arabica oder Robusta), die Art und Weise wie er geerntet wurde, die Röstung und das Wasser. Obwohl eine Tasse fertiger Kaffee nur aus Kaffeebohnen und Wasser besteht, können unzählige geschmackliche Unterschiede vorkommen.

Der Kaffee wird zuerst gemahlen und mit heißem Wasser gebrüht. Dazu verwendet man eine vorgewärmte Porzellankanne. Beim Verrühren des Kaffeepulvers entsteht Schaum, der mit einem Löffel abgenommen wird. Nach dem minutengenauen Ziehen kann dann in Schalen eingegossen werden. Wir Amateure würden jetzt einfach daraus trinken. Der Profi nimmt einen Suppenlöffel voll Kaffee und schlürft diesen dann von der breiten Seite in den Mund. Wenn man es richtig macht, schmatzt und schlürft und zwitschert man wie ein Vögelchen. So bekommt der Kaffee Luft und die Aromen treten deutlicher hervor. Das ist so ähnlich wie bei einer professionellen Weinverkostung. Für mich war es etwas schwierig, weil ich kaum gebrühten Kaffee trinke und den Geschmack nicht richtig einordnen konnte. Zumindest war ich positiv überrascht, dass keine der drei Sorten so bitter schmeckte, wie ich Kaffee in Erinnerung hatte.



In Sauerlach ist es möglich den Kaffee individuell, nach den Bedürfnissen der Kunden, zu rösten. Diese Kunden, die sozusagen ihren Kaffee nach Maß bekommen, sind aus der Gastronomie, Hotellerie und dem Einzelhandel. Möglich wird das durch die neue Röstanlage, die sehr flexibel ist und bereits eine Menge ab 120 kg zulässt. Dieses Wunderwerk der Technik durften wir dann besichtigen. Damit alles den Vorschriften der Lebensmittelhygiene entsprach, mussten wir den Schmuck ablegen, Kittel und Häubchen anziehen und die Hände desinfizieren. Dann stand der Besichtigung nichts mehr im Wege und wir kletterten die Treppe 12 Meter nach oben. Dort im obersten Bereich des Rösters wird der Kaffee vorgewärmt. Dazu nutzt man die warme Luft aus der Röstkammer und spart somit Energie.



Man spürt die Wärme, wenn man in dem Röster steht. Die Flexibiliät des Rösters ist Voraussetzung, dass kunden-individuelle Röstungen möglich sind. Die beiden Stellschrauben hier sind unterschiedliche Temperaturen und unterschiedliche Röstzeit. 20 verschiedene Temperaturen sind möglich und die Kaffeebohnen können bis zu 15 Minuten in einem Heißluftstrom schonend geröstet werden. Die Kombination aus Zeit und Wärme ergibt ein Rezept. Die Röstmeister haben mittlerweile 30 verschiedene Rezepte entwickelt.

 Die Kaffeebohnen sind nur an bestimmten Stellen zu sehen und haben natürlich sofort die Aufmerksamkeit der Gruppe gefesselt. Ein wenig kann man den Kaffeeduft riechen und man kann das Prasseln der Kaffeebohnen hören, wenn sie durch die Rohre zur nächsten Station laufen. Da freut man sich natürlich gleich, wenn wieder etwas "handfestes" zu sehen ist. In einer Art Rüttler werden die störenden Steine von den Kaffeebohnen getrennt und ausgeworfen.

Es war sehr interessant für mich, einmal in so einem hoch-technischen Röster zu stehen und zu verstehen, wie aus der rohen Kaffeebohne eine Kaffeebohne für die Kaffeemaschine wird. Wie mir scheint haben auch solche durchdachten Maschinen eine kleine Schwachstelle. Ich hätte ja zu gerne an dem kleinen Hebel gedreht, habe mich aber dann doch nicht getraut :-).



Freitag, 8. September 2017

Rezension: It's Market Day von Fabio Haebel

Schon immer hatten Märkte eine magische Anziehungskraft für mich. Egal wo ich bin, der örtliche Markt muss besucht werden. So ähnlich denkt auch der Hamburger Koch Fabio Haebel und hat für sein Kochbuch "It's Market Day" auf vielen europäischen Märkten eingekauft und gekocht.




Fabio Haebel stammt aus Freiburg und machte ein Praktikum am Europäischen Hof in Baden-Baden. Das Hineinschnuppern in die Welt der Hotellerie und Gastronomie hat ihm so gut gefallen, dass er bei den Dorint Hotels die Ausbildung zum Koch machte. Damit das Ganze rund wird, hat er noch eine Ausbildung zum Hotelfachmann bei den Accor Hotels daran gehängt. Seit 2007 lebt er in Hamburg und arbeitete drei Jahre bei einer großen Eventagentur. Dann reizte ihn die Selbständigkeit und er eröffnete sein eigenes Catering-Unternehmen "Tarterie St. Pauli". Bereits ein Jahr später kam das Bistro & Restaurant "Tarterie St. Pauli" dazu. Stillstand ist nicht so sein Ding und so servierte er anfangs hauptsächlich Quiche und Flammkuchen, aber mittlerweile hat er das Bistro zu einem Restaurant mit feiner Küche weiterentwickelt. Auch der Name ist dem Wandel unterworfen und heute kann man bei ihm im "Restaurant Haebel" einen Tisch reservieren. Seine Kochleidenschaft zeigt er regelmäßig auch im Frühstücksfernsehen von SAT 1 und als Wettbewerbs-Gegner von Hobbyköchen in der Sendung "Kampf der Köche".

Sein zweites Kochbuch "It's Market Day" hat der Brandstätter Verlag charmant in ein Einkaufnetz gepackt, damit man gleich gut ausgerüstet ist, wenn man von der Lust gepackt wird, einen der Märkte zu besuchen. Wie immer bei Brandstätter gibt es einen hohen Wiedererkennungswert hinsichtlich Größe, Haptik und Lesebändchen. Somit kann man sich vorher schon ziemlich genau vorstellen, wie die Ausstattung ist, wenn man bereits Brandstätter Bücher im Regal stehen hat. Diesmal hat sich der Verlag für das größere Format entschieden, das erstmals für die Jahreszeitenkochschule verwendet wurde.

Ohne viel Vorrede geht es gleich mit dem Wesentlichen los. Auf einer witzig gezeichneten Europakarte sind die Märkte benannt und markiert. Dort finden wir auch die Seitenzahl und haben also gleich ein hilfreiches Inhaltsverzeichnis. Die integrierte Legende verrät, dass es bei jedem Rezept kleine Symbole gibt, die helfen das Rezept einzuordnen, ob es vegetarisch, mit Fisch oder Fleisch, mit oder ohne Alkohol, etc. ist. So sind alle wichtigen Informationen auf einen Blick zu bekommen. Nach dem Umblättern sind wir schon mittendrin im Marché d'Aligre in Paris. Besucht wurden noch Märkte in Kopenhagen, Berlin, Amsterdam, Wien, London, Syrakus und Madrid. Jedem Markt wurde ein eigenes Kapitel gewidmet.

Das Besondere auf einem Markt sind neben Frische und Vielfalt der Lebensmittel die Menschen und die Stimmung. Im Buch ist es gut gelungen, das zu transportieren. Daran haben besonders die vielen stimmungsvollen Fotos und die Erzählung über Fabios Marktbesuch, die sehr kurzweilig zu lesen ist. Für die "knackigen" Infos gibt es gleich am Anfang des Kapitels eine Übersichtsseite. Zusätzlich zu den Rezepten werden immer wieder Gastronomen und ihre Betriebe, als Empfehlung, vorgestellt.

Bei den Rezepten lässt sich Fabio natürlich von den Zutaten und jeweiligen Länderküche inspirieren. Das verfolgt er aber nicht streng und bringt auch seine persönliche Kreativität und Gerichte aus der internationalen Streetfood-Küche mit ein. So gibt es in Berlin neben Currywurst, Königsberger Klopsen und Roter Grütze auch Granola, Kürbislaksa oder Bánh Bao Buns. Einige Märkte haben ihn auch zu einem Rezept für ein Getränk inspiriert. Die Rezepte sind "klassisch" gestaltet mit Zutatenliste, Personenangabe, Zubereitungsanleitung und den bereits erwähnten Symbolen für die schnelle Einordnung. Ein oder mehrere Rezeptbilder sind auf der gegenüber liegenden Seite zu finden. Am Ende des Buchs sind alle Märkte und ihre zugehörigen Rezepte nochmals aufgelistet. Hier hätte mir ein alphabetisches Rezeptregister und eine Sortierung nach Kategorien noch gut gefallen. Durch die internationale Mischung der Gerichte kann man den Markt nicht eindeutig zuordnen und muss sich somit durch das gesamte Verzeichnis lesen, wenn man etwas bestimmtes sucht.

Beim Aussuchen der Rezepte für diese Rezension habe ich das Buch durchgeblättert und alles markiert, das mich interessiert hat. Da ist einiges zusammen gekommen. Die Tintenfische wollte ich unbedingt machen, da ich die sehr gerne esse. Die beiden anderen Gerichte habe ich so ausgewählt, dass sie wenig Arbeitsaufwand machen und ich die Zutaten einfach bekommen kann. So kamen noch Scallop Ceviche und Kartoffel-Stackers mit Oliventapenade auf den Tisch. Das Nachkochen hat gut funktioniert und geschmeckt hat es uns auch. An der einen oder anderen kleinen Stelle hätte ich es mir anders gewünscht. Geschmack ist etwas sehr individuelles und ich habe z. B. bei der Ceviche mit einer Prise Zucker ausgeglichen, da mir die Säure zu spitz war. Steht nicht im Rezept, kann man aber machen. Bei der Mayonnaise, bei der ich die Grundidee Milch statt Ei zu verwenden für genial halte, war ich enttäuscht, dass nicht auch die abgeriebene Limettenschale zum Einsatz kommt. Außerdem empfand ich die Menge als zu groß. Da hätte die Hälfte gereicht. Bei den Kartoffel-Stackers, die ein tolles vegetarisches Gericht sind, braucht es Backpapier, sonst kleben die so am Blech, dass man sie nur schwer lösen kann. Ich wäre sehr gerne zu 100 % zufrieden gewesen, bin es aber leider nur zu 95.


Scallop-Ceviche
Fabios Fried Squid

Kartoffel-Stackers mit Oliventapenade


















Fazit:

"It's Market Day" von Fabio Haebel ist ein sehr liebevoll gemachtes Koch-, Lese- und Reisebuch. Es vermittelt wunderbar den Charme von 8 europäischen Märkten und gibt wertvolle Tipps seine Zeit dort optimal zu verbringen. Auch die Rezepte sind sehr abwechslungsreich und interessant. Ich würde empfehlen beim Nachkochen mitzudenken und ruhig nach seiner eigenen Intuition zu gehen. Deshalb würde ich es für reiselustige Geniesser sehr empfehlen und für Hobbyköche mit etwas Kocherfahrung.

Dienstag, 5. September 2017

Die erste Meat Night im GenießerZeitRaum der Landmetzgerei Kachler-Hoferer

Manchmal kann ich es selbst nicht glauben, wo die Zeit hingekommen ist. Bereits fünf Jahre ist es her, dass Jens Hoferer angepackt hat und der Familienmetzgerei im fränkischen Sugenheim einen neuen "Anstrich" gegeben hat. Damals wurde der gesamte Verkaufsraum umgebaut und modernisiert. Zusätzlich wurde auch der GenießerZeitRaum, der Sitzbereich für die Mittagsgäste, eingeweiht.

In der Vergangenheit gab es auch schon die eine oder andere Veranstaltung, wie einen Zerlegekurs mit Lucki Maurer oder Grillkurse, bei der die Gäste dann die Speisen genießen konnten. Zum fünfjährigen Jubiläum durfte es dann schon etwas besonderes sein und Jens Hoferer veranstaltete die erste Meat Night.

Die Gäste bekamen jede Menge geboten. An verschiedenen Kochstationen standen Köstlichkeiten bereit. Dazu schenkten Winzer, Brauer und Brenner ihre flüssigen Schätze aus. Selbstverständlich wurde das Essen nicht nur einfach so ausgegeben. Zu den Highlights gehörte zu später Stunde das Zerlegen eines Fleischstücks einer Färse. Das Fleisch wurde am Knochen, nach der sogenannten Dry-Aged-Methode, gereift. Nach dem Auslösen der Steaks wurde diese schnell im 800 Grad heißen Beefer gegrillt und von den begeisterten Gästen an Ort und Stelle verzehrt.


Jens Hoferer mit den begeisterten Gästen und dem Steakfleisch

Mathias Selbert oder besser bekannt als "Smut" dreht und rollte unermüdlich kleine Spieße mit gegrilltem
Fleisch, Wurst und Kartoffeln. Dazu hatte er selbstgemachte Mayonnaisen dabei.
Seine Kushi Bar war ständig ein Anziehungspunkt.

Unterschiedlicher konnten diese beiden Gerichte gar nicht sein, gemeinsam hatten sie,
dass sie beide hervorragend geschmeckt haben. Das gilt für das Rote-Thai-Curry, wie für die
Tagliatelle aus dem Parmesanlaib.

Wolfgang Marquard packte seine Ochsenbackerl auf "Kraut und Rüben" (Kraut-Karotten-Gemüse und
Graupenrisotto).  Der Chef hatte seine Kochstation natürlich im Schlachthaus und verwöhnte die Gäste
dort  mit Short Ribs und Schweinebauch auf Selleriepüree und Zucchini.

Die Weingüter Meier und R & S Düll hatten fränkische Weinspezialitäten im Ausschank und beim Brauer
David Hertl gab es sogar drei kleine Bier-Kostproben (Gurken-Gose, IPA und Kellerbier vom Fass).

Auch für die Süßmäuler war sehr gut gesorgt. Kathrin Hoferer hatte ein riesiges Buffet mit sehr
feinen Desserts gezaubert. Silvaner-Weincreme, Panna Cotta, Mousse au Chocolat,
Chili-Schoko-Shot und Erdbeer-Tiramisu.

Wer noch nicht genug hatte, der durfte zum Schluss live dabei sein, als Jens Hoferer, mit tatkräftiger
Unterstützung seiner jüngsten Tochter, eine Allgäuer Bratwurst machte. Damit konnte er den Titel
des fränkischen Bratwurstkönigs erringen. Die Würstel kamen auf den Grill, damit sie
gleich probiert werden konnten.

Das war eine sehr gelungene Veranstaltung mit rundum zufriedenen Gästen und es wäre schön, wenn die Meat Night zu einer Tradition würde.

Sonntag, 4. Dezember 2016

Weihnachtsgeschenke für Kochbegeisterte

Es ist mir eine schöne Tradition geworden und es freut mich, dass viele Leser auch darauf warten. Schon seit Jahren empfehle ich Kochbücher für Weihnachten und heuer möchte ich zusätzlich Weihnachtsgeschenke für Kochbegeisterte empfehlen. Es war mir wichtig, die Auswahl ganz breit zu gestalten. Von der kleinen Aufmerksamkeit, bis zum Geschenk für Leute, die schon alles haben, ist alles dabei. Viel Freude beim Entdecken und Schenken.


Klein, praktisch und höchster Genuss. Wer den Unterschied kennt, den eine Prise Maldon Salz macht, der freut sich über diese kleine Blechdose für die Handtasche. Für Herren eignet sich hier sogar die Hosentasche. Entdeckt habe ich sie bei Oschätzchen in Hamburg. Man kann sie aber auch online bestellen.












Eine gewisse Ähnlichkeit mit Raumschiff Enterprise ist nicht von der Hand zu weisen. Der All Clad Universaldeckel ist aber viel nützlicher. Es handelt sich um eine plane Edelstahlscheibe, mit einem Griff. Damit passt er auf alle Pfannen. Wer mittendrin beim Kochen im Rezept liest: "Die Pfanne abdecken und alles weiterschmoren lassen", der weiß, wie wertvoll es ist, wenn man nicht mehr hektisch nach der Alufolie suchen muss. Einfach den Deckel auflegen, er passt immer und fertig! Gute Dienste leistet er auch, wenn man z. B. einen Pfannenkuchen oder eine Tortilla wenden möchte. Dafür ist die Unterseite hilfreich.


Vor kurzem fragte eine liebe Blogger-Kollegin in einer facebook-Kochgruppe, ob man Reiben schleifen lassen könnte. Keine Ahnung, aber ich habe ihr geraten, ihre Nerven zu schonen und die alten Reiben zu entsorgen. Stattdessen lohnt sich immer die Neuanschaffung einer microplane-Reibe. Ich habe mehrere davon, weil ich an mehreren Orten koche und ich möchte nicht ohne. Egal ob die Schale von Zitrusfrüchten, Muskatnüsse oder Parmesan, alles geht schnell und sauber. Wer einmal eine hatte, kann nicht mehr ohne. Wer rot nicht leiden kann, es gibt sie noch in vielen anderen Farben und zwar hier.



Eine Kochfreundin von mir ist Schneidermeisterin und bietet schon sehr lange Rolletuis für homöopathische Globuli an. Das hat mich so inspiriert, dass ich ihr vorgeschlagen habe, so etwas als Reise-Gewürz-Rolle zu machen. Hat sie und ihr seht hier den Prototypen, den sie für mich gemacht hat. Jetzt kann man dieses wirklich wichtige Reise-Accessoire für Hobbyköche bei ihr bestellen.

Pfeffermühlen ist ein schwieriges Thema für mich, da ich gerne unterschiedliche Pfeffersorten verwende. Mir ist es auch wichtig, den Mahlgrad einstellen zu können. Ich denke, dass es sich inzwischen allgemein herumgesprochen hat, dass das beste Mahlwerk von Peugeot kommt. Diese Mühlen haben ihren Preis und es machte für mich nie Sinn, viele davon zu besitzen. Die perfekte Alternative ist die Zanzibar Pfeffermühle mit auswechselbaren Pfefferbehältern.








Dieser Topf ist so schön, dass es fast schon unwirklich ist. Er ist vom italienischen Traditionshersteller Lagostina und, wie auf dem Deckel steht, ein Risottotopf. Er ist weit und hat einen schön gerundeten Boden, damit man den Reis perfekt umrühren kann. Der Holzdeckel hält ihn lange warm und er darf sogar auf den Tisch, denn der Deckel ist zugleich ein Topfuntersetzer. Für Risotto-Liebhaber ist das DER Risottotopf und kann hier bestellt werden.




Dieses Ding hat viele Namen, Teigschaber, Gummilippe und was die Profi-Köche sagen, verschweige ich lieber. Ich habe diese Dinger in verschiedenen Größen und von verschiedenen Herstellern. In den letzten Jahren habe ich festgestellt, dass ich eigentlich nur zu diesen beiden greife. Sie sind von Rösle und es reichen der "Kleine" mit dem langen Griff und der "Normale". Die schaben wirklich restlos alles heraus - eine feine Sache.









Im Moment sind Keramikteller sehr angesagt. Die sind schön, aber auch sehr schwer. Deshalb möchte ich Euch diese zarten Porzellanteller an das Herz legen. Sie stammen von Birgitta Schrader, die ihre Porzellanwerkstatt im bayerischen Reichertshausen hat. Sie stellt auf Handwerksmärkten aus, verkauft aber auch über das Internet. Dazu kann man ihr eine Mail schreiben und das Weitere besprechen. Die Teller sind federleicht und trotzdem nicht empfindlich. Sie dürfen in die Spülmaschine. Um es vor Kratzern zu schützen, sind sie mit Glanzlack versehen.



Das ist der Goldhamster, ein ganz besonderer Schäler, den ich auf dem Apfelgut der beiden Fernsehköche Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer kennen gelernt habe. Über die Homepage der Beiden kann man ihn bestellen und wunderbare Apfelspezialitäten noch dazu. Leider ist der Goldhamster nicht für Linkshänder geeignet.











BBQ-Fans freuen sich bestimmt über die Grillzange TONGS von höfats. Sie sieht sehr edel aus und lässt sich mit leichtem Druck bewegen. Man kann mit ihr auch kleines und empfindliches Grillgut, wie z. Garnelen, gut greifen. Mit der Aussparung in der Rundung kann man nicht nur Flaschen öffnen, sondern auch den heißen Rost sicher bewegen. Erhältlich ist die Zange hier.

Sonntag, 25. September 2016

Kulinarische Höhepunkte im Geniesserland Tegernsee

Der Tegernsee liegt vor den Toren Münchens und ist trotzdem eine völlig andere Welt. Die Schönheit des Gebirgssees, inmitten der attraktiven Bergkulisse hat schon immer die Münchner an den See gezogen. Trotzdem ist dort "die Welt noch in Ordnung". Während in München schon lange der Mickey-Mouse-Trachten-Wahnsinn tobt, tragen die Tegernseer mit so viel Haltung und Natürlichkeit ihre Trachten, dass es eine Wohltat ist. Auch wegen dieser Menschen komme ich sehr gerne an den Tegernsee. Sie wissen um die Besonderheit ihrer Heimat und bewahren diese.

Im letzten Jahr haben sich 14 Gastgeber und Produzenten zum Geniesserland Tegernsee zusammengeschlossen. Die Qualität der Gasthöfe und Restaurants war schon immer sehr gut und gibt auch einige kleine Produzenten und Manufakturen, die gemeinsam den genussaffinen Gast ansprechen wollen.

Anfang September durfte ich, auf Einladung von Tegernsee-Tourismus, einige der Geniesserland-Betriebe kennenlernen. Gleich zum Auftakt ging es zum Abendessen und gemeinsamen Kennenlernen zum Gut Kaltenbrunn.


Die Anlage kenne ich schon seit vielen Jahren und fand es immer schade, dass sie nicht genutzt wurde. Viele sind der Meinung, dass das Gut die schönste Lage am See hat. Wie so oft führten Meinungsverschiedenheiten zum Stillstand eines Projekts und zum beginnenden Verfall der Gebäude. Bis Michael Käfer von Feinkost Käfer die Anlage übernommen und zu einem Schmuckstück entwickelt hat. Die Lage und die Aussicht sind traumhaft. Die Gebäude werden saniert und auch die Inneneinrichtung ist sehr gelungen. Bayrisch, ohne zu rustikal oder aufgesetzt zu sein, einfach geschmackvoll und gemütlich. Bereits beim Betreten wird man von feinem Kuchenduft empfangen, da dort die Backstube ist, wo den ganzen Tag frisch gebacken wird. Gebacken, nicht aufgebacken! Sogar beim Teigkneten kann man den Bäckern zusehen.


Auf den Tisch kommen bayerische Gerichte mit Produkten der lokalen Produzenten, wie die lauwarm geräucherte Louisenthaler Forelle mit Blüten- und Vogerlsalat. Die Fischzucht ist nur wenige Kilometer entfernt. Das Spanferkel mit Bayerisch Kraut, zweierlei Knödeln und Dunkelbiersauce ist ein Gedicht und der Kaiserschmarrn mit Zwetschgenkompott, Apfelmus und Vanillesauce ist einer der besten, die ich je gegessen habe. Der Ausblick in der Abenddämmerung braucht keine Worte.

Perfektes Wetter erwartete uns am nächsten Morgen zur Kräuterwanderung mit der Kräuterpädagogin Claudia Bernhardt. Beim Spaziergang entlang der Weissach zeigte sie uns essbare Wildkräuter und wie man sie in der Küche verwenden kann. Einige Überraschungen hatte sie im Gepäck dabei und so gab es ein selbstgebackenes Brot mit Kräutermischung und Tomate. Dazu hatte sie Kräutersalz, Blütenbutter und Kräuterlimonade mitgebracht. So konnten wir die Natur gleich schmecken.


Endpunkt der Kräuterwanderung war die Naturkäserei Tegernseer Land. Dort wird eindrucksvoll bewiesen, was möglich ist, wenn sich die Landwirte zusammen tun und sich gegen das Milchpreis-Diktat der großen Konzerne wehren. Sie gründeten eine Genossenschaft und bewiesen langen Atem. Mittlerweile arbeitet der Betrieb mit Gewinn. Für die Kunden ist er schon lange ein Gewinn. Alle Milchprodukte werden ausschließlich aus Heumilch hergestellt. Dies bedeutet, dass die Kühe entweder auf der Weide stehen, oder im Winter mit Heu, und nicht mit Silage, gefüttert werden. Es ist auch nicht immer alles verfügbar. Wenn ein gereifter Käse aus ist, muss eben gewartet werden, bis der nächste Käse fertig ist. Neben Käse kaufe ich dort am liebsten Topfen und Butter. Käse und Joghurt sind in München in ein paar Läden und auf Märkten erhältlich. Der Topfen leider nicht. Ich habe aber in Erfahrung gebracht, dass er auf dem Wochenmarkt in Grünwald zu bekommen ist. Das probiere ich an einem der nächsten Samstage aus.


Bereits am ersten Abend auf Gut Kaltenbrunn lernten wir das Ehepaar Huber von der Brennerei Fischerweber kennen. Die mitgebrachten Schnäpse machten Lust auf mehr und so durften wir zur spontanen Besichtigung und Verkostung vorbei kommen. Die Lage alleine, direkt im Maler Winkel, ist schon einen Besuch wert. Das alte Bauernhaus wurde ab- und im Bauernhofmuseum wieder aufgebaut, aber die Tradition leben der Edelbrandsommelier Anton Huber und seine Frau weiterhin. Für ihre Schnäpse und Liköre verwenden sie nur frisch geerntetes, genussreifes Obst und das kann man schmecken. Meine besonderen Entdeckungen waren ein Apfel-Wacholder-Brand, der es mit dem besten Gin aufnehmen kann und ein Schokoladenbrand, der wie ein feines Schokoladentäfelchen schmeckt.


So langsam wurde es Zeit, dass wir uns um unser Abendessen kümmern sollten. Im Almgasthaus Aibl erwartete uns schon der Jäger Michael Herrmann. Er ist für uns früh aufgestanden und konnte eine junge Gams schießen. Mit geübten Griffen zeigte er uns, wie er das Wild aus der Decke schlägt (enthäuten) und anschließend in die einzelnen Fleischteile zerlegt.


Gleich im Anschluss schlug die Stunde von Schorsch Ertl, dem Chef vom Almgasthaus Aibl. Da steht er mit dem Bleistift hinter dem Ohr am glühend heißen Gasherd und jongliert mit Töpfen und Pfannen. Wenn das Telefon klingelt nimmt er ganz locker auch noch eine Tischreservierung an. Schließlich reicht ja eine Hand, um die Pfanne zu schwenken. Ganz locker zeigt er uns die Zubereitung von einer Wild-Bolognese und einem Hirschragout. Und weil die Gams noch drei Tage abhängen sollte, aber wir ihn mit hungrigen Augen ansehen, brät er eben schnell den Gamsrücken und das Filet. Dazu hat er schon eine Focaccia vorbereitet. Mein absolutes Highlight waren Gamsleber und -herz kurzgebraten mit geschmolzenen Zwiebeln. Die hat der Schorschi auch so ganz locker nebenbei gemacht.


Schweren Herzens habe ich mich aus der Küche verabschiedet und wurde mit einem traumhaften Ausblick von der Terrasse belohnt. Wir genossen die Zeit in der Abendsonne mit Stubenmusi und einem Glas Champagner. Genuss ist nicht nur Essen und Trinken, dann wäre er seelenlos. Zu Genuss gehören auch besondere Menschen und die schöne Natur. Ich bin sehr dankbar, dass ich das wieder einmal in Perfektion erleben durfte.


Während wir in der Sonne entspannt haben, hat die Küche mit flinken Händen unser Menü fertig gestellt. Und so durften wir in der kleinen Hütte am Ende der Terrasse Platz nehmen. Zum Auftakt gab es einen Kaspressknödel auf Krautsalat. Danach kamen die breiten Nudeln mit der Wild-Bolognese. Im Hauptgang freuten wir uns über das Hirschragout mit Semmelknödel und Preiselbeeren. Mit dem Erdbeer- und dem Kaiserschmarrn zum Dessert blieb der Küchenchef seiner Küchenlinie treu. Er serviert eine bodenständige bayerisch-tirolerische Küche mit viel Liebe zum Kochhandwerk. Dazu hat er ausgesuchte Weine auf der Karte, wie vom fränkischen Weingut Schmitt's Kinder.


Zwei wundervolle Tage haben wir schon am Tegernsee verbracht und so langsam nahte der Abschied. Es gab keinen Grund für Traurigkeit, da ein Besuch der Herzoglichen Fischzucht Wildbad Kreuth auf dem Plan stand. Dort war es noch sehr ruhig und alle Tische leer. Trotzdem herrschte in der Küche schon Hochbetrieb und viele Teller mit geräuchertem Saibling und Forelle standen für die Gäste bereit. Ich mag diesen Ort sehr und sitze gerne an einem Tisch zwischen den Zuchtbecken. Die Fische lassen sich gut beobachten und die Stille ist sehr angenehm.


Wir sind mit einem Auftrag geschickt worden und sollten Saibling für den anschließenden Sushi-Kurs mitbringen. Beherzt holte Martina Brunner die Fische aus dem Becken und betäubte sie mit einem schnellen Schlag. Sie erzählte uns, dass immer mehr Gäste zum Fischessen kommen und diese Aktion mit Protest kommentieren. Das ist für mich unverständlich, wer Fisch essen will, muss in Kauf nehmen, dass diese Fische vorher getötet werden. Die Aufzucht in Kreuth erfolgt mit so viel Engagement und Sachverstand. Auch beim Fangen, Töten und Zerlegen gehen die Mitarbeiter mit großer Professionalität vor. Ich freue mich immer, wenn ich solche Produzenten besuchen kann und ihre Produkte in der lokalen Gastronomie wieder finde. Und jetzt verrate ich noch einen Geheimtipp: im November kann auch der frische Kaviar vom Saibling gekauft werden.


Nun ging es zurück ins Hotel Bachmair Weissach, wo wir sehr angenehm untergebracht waren. In der hoteleigenen Sushi-Bar Mizu wartete der Küchenchef, Chiori Kudo, schon auf uns und hatte alles für den Sushi-Kurs vorbereitet. Wir lernten zweierlei Rollen und die klassischen Ngiri, alles zubereitet mit dem fangfrischen Saibling. An den Handbewegungen des Profis sah man schon, dass da viele Jahre Übung notwendig sind. Trotzdem konnten wir mit unseren ersten Versuchen zufrieden sein und Spaß gemacht hat es auch.


Bevor es zum gemeinsamen Lunch mit unseren selbstgemachten Sushi ging, probierten wir noch verschiedene Sake. In der Zwischenzeit hat unser Lehrmeister noch ein paar Sushi dazu gezaubert und so hatten wir eine schöne Auswahl an erstklassigen Sushi. Ich habe immer noch den Eindruck, wenn man im Mizu Sushi gegessen hat, dann ist man verdorben und kann die lieblos produzierten Sushi, von denen es leider immer mehr gibt, nicht mehr essen.


Zum Abschluss der herrlichen Tage am Tegernsee fuhren wir nach Gmund zu Anna-Maria und Andreas Liedschreiber. Sie leben etwas oberhalb auf einem besonders schönen, alten Bauernhof. Auch der Ausblick dort ist etwas besonderes. Beide haben die Ausbildung zum Edelbrandsommelier gemacht und teilen sich die Arbeit in der Brennerei. Während Andreas sich um die Schnäpse kümmert, setzt Anna-Maria Liköre an. Ihre Spezialität ist der Heumilch-Likör, von dem ich natürlich wieder einmal eine Flasche kaufen musste.


Vielen Dank an Tegernsee Tourismus und storykitchen für die schöne Einladung. Und herzlichen Dank an alle Protagonisten für die schönen Stunden.

Weitere Informationen über tolle Produzenten und Gastronomiebetriebe habe ich bereits in anderen Berichten veröffentlicht:

Weihnachtsreise an den Tegernsee

Japanische Küche am Tegernsee

Ein verlängertes Wochenende am Tegernsee

Ein Besuch bei Christian Jürgens in der Überfahrt

Montag, 1. August 2016

Sommer in der Stadt: Bei Feinkost Käfer auf der Terrasse

Vor ein paar Tagen war ich, im Kreis der Münchner Foodblogger, bei Feinkost Käfer eingeladen. Schon lange war ich nicht mehr dort und beim Schlendern durch die Räume, habe ich das sehr bedauert. Ich hatte vergessen, wie schön es ist und wie viele wunderbare Lebensmittel man dort einkaufen kann. In der Obst- und Gemüseabteilung fiel mir auf, dass die Preise sich gar nicht so sehr von einem gehobenen Supermarkt unterscheiden. Aber, die Präsentation und die Auswahl ist auf einem ganz anderen Niveau.


Wir teilten uns in zwei Gruppen, um zwei Gänge unseres Abendessens selbst zuzubereiten. Ich entschied mich für die Fisch-Vorspeise. Die deutlich größere Gruppe wanderte in die Patisserie für das Dessert. Wir bereiteten ein Saiblingstatar vor und kümmerten uns um die bayerischen Garnelen. Die stammen aus der Nähe von München und werden artgerecht aufgezogen. Dadurch braucht es auch kein Antibiotika und sie sind so frisch, dass man sie sogar roh essen kann. Besonders begeistert haben mich auch die frischen Langusten in der Fischtheke. Es ist lange her, dass ich so schöne Langusten gesehen habe.


Mit vereinten Kräften, und dem fachkundigen Rat der Köche von Käfer, haben wir diese schöne Vorspeise gekocht. Sehr geduldig haben sie uns alles erklärt und gezeigt. Man merkt, dass sie darin viel Übung haben, weil sie auch Kochkurse geben. Die Zutaten kommen alle aus der Region. Die Bayerische Garnele habe ich schon erwähnt und der Saibling ist ein typischer bayerischer Süßwasserfisch. Besonders interessant ist noch, dass bei Käfer auf dem Dach ein sehr schöner Dachgarten ist, auf dem Kräuter und essbare Blüten angepflanzt werden.

Unsere Vorspeise:
Bayerischer Saibling & Bayerische Garnele
Tatar vom Saibling / Gurke / Zitrone / Olivenöl
Sashimi von der Garnele
Kräuter vom Dachgarten


Den Hauptgang hatten die Käfer-Köche, unter der Leitung des Küchenchefs Thomas Kahl, wunderbar für uns vorbereitet. Es gab verschiedene Stücke vom Angus Jahrling, die unterschiedlich zubereitet wurden:
rosa Filet / geschmorte Rippe / pulled Beef
dazu kleines Gemüse und Kartoffeln vom Kratzerhof aus Dorfen
und Käfer Grillsaucen von Münchner Kindl


Für das Dessert hatten unsere Kollegen einen Blätterteig gebacken und schön mit Himbeeren und Kräutern ausgarniert. Auf den liebevoll dekorierten Tellern hatten wir ein Millefeuille: Vanille / Schokolade / Himbeere/ Zitronenthymian vom Dachgarten und Eis von der Schwabinger Eismanufaktur Bartu.


Als wir gemeinsam an der langen Tafel auf der Terrasse saßen, da dachte ich mir, so sollte man an einem schönen Sommerabend in München zusammensitzen, lachen und essen. Draußen ist die Prinzregentenstraße und hinter uns leuchtet der Friedensengel. Es ist Sommer in der Stadt, in meiner Heimat- und Lieblingsstadt. Das Essen hat mir auch noch ausgezeichnet geschmeckt. Insgeheim habe ich mich gefragt, warum wir nicht öfter zum Käfer gehen.


Ein ganz herzliches Dankeschön geht an Michael Käfer und das ganze Käfer-Team. Wir haben deutlich gespürt, mit wie viel Herzblut sich alle an der Gestaltung der schönen Stunden beteiligt haben. Bei Käfer kann man sich sehr wohl fühlen und wird excellent betreut.