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Mittwoch, 25. März 2026

Türkei vegetarisch: Cremige Blumenkohlsuppe mit geröstetem Halloumi und Kräuterpesto

Das größte Problem bei Blumenkohlgerichten ist, dass man sie nicht in kleinen Mengen kochen kann, da der Blumenkohl einfach die Portionsgröße vorgibt. Bei dieser Suppe aus dem Kochbuch "Türkei vegetarisch" macht das aber nichts, da sie so gut schmeckt, dass man sich freut, wenn ein Rest übrig bleibt.

Eine tolle Ergänzung sind das Pesto und die Halloumiwürfel, die auch ein paar Tage halten. So hat man schnell ein wunderbares Gericht auf dem Tisch.

Mehr Information zum neuen Kochbuch von Orhan und Orkide Tancgil gibt es in meiner Rezension.



für 6 Personen als Hauptgericht

1 Blumenkohl
Olivenöl
1 frische Knoblauchknolle
4 Schalotten
1/2 TL Baharat
1 TL Cumin gemahlen
Muskat
1/2 Zitrone
1,4 Liter Gemüsebrühe
1 EL Butter
200 gr. Halloumi
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
etwas Zucker

Pesto:
6 Stängel Koriander
6 Stängel Petersilie
50 gr. grüne Oliven, entsteint
Knoblauch aus dem oberen Drittel der Knoblauchknolle
2 - 3 EL Zitronensaft
2 - 3 EL Olivenöl
etwas Salz

Anrichten:
Würfel aus dem Stiel des Blumenkohls
etwas Butter
Salz
geröstete Halloumiwürfel
Kräuterpesto

Den Backofen auf 200 Grad Umluft vorheizen.

Den Blumenkohl putzen und in Röschen teilen. Den Strunk schälen und in feine Würfel schneiden. Die Röschen auf ein Backblech legen, mit 2 - 3 EL Olivenöl beträufeln und Salz und Pfeffer bestreuen. Die Würfel vom Stiel in einen kleinen Kochtopf geben und mit etwas Salz und Zucker marinieren.

Das obere Drittel der Knoblauchknolle abschneiden und mit der Schnittseite nach unten auf das Blech legen.

Das Blech in den Ofen geben und etwa 25 Minuten goldbraun und weich rösten, gelegentlich wenden.

Die Schale der Zitrone fein abreiben und den Saft auspressen.

Die Schalotten schälen und fein würfeln. In einem großen Topf 2 - 3 EL Olivenöl erhitzen und die Schalottenwürfel bei niedriger Hitze einige Minuten dünsten. 

Die gerösteten Knoblauchzehen aus der Schale der Knolle drücken und zusammen mit den Gewürzen in den Topf geben und gut durchrühren.

Den gerösteten Blumenkohl dazugeben, kurz anschwitzen und mit der Gemüsebrühe auffüllen. Alles ca. 20 Minuten leicht köcheln lassen.

Zwischenzeitlich etwas Butter zu den Würfeln vom Blumenkohlstiel geben und, mit geschlossenem Topfdeckel, bei kleiner Hitze dünsten.

Die Butter einrühren und die Suppe mit dem Zauberstab fein pürieren. Zitronenabrieb und Zitronensaft einrühren und abschmecken.

Den Halloumi in kleine Würfel schneiden. Etwas Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Käsewürfel, bei kleiner Hitze, knapp 5 Minuten knusprig und goldbraun braten.

Für das Pesto die Kräuter klein schneiden, die Oliven und den Knoblauch fein würfeln. Alles mit Olivenöl zu einer groben Paste pürieren. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken.

Die Suppe in tiefe Teller geben und mit Halloumi, Pesto und den Blumenkohlwürfeln garnieren. 


Eine Inspiration aus:















Link zum Buch



Dienstag, 17. März 2026

Türkei vegetarisch: Geröstete Aubergine mit grünem Kräuteröl

Die Aubergine ist eine Diva. Sie schmeckt phantastisch, wenn man sie richtig behandelt. Sobald sie falsch zubereitet wird, sieht sie schrecklich aus und schmeckt genauso. Deshalb sollte man immer Gerichte aus Länderküchen probieren, wo sie heimisch ist, wie in der türkischen Küche.

Also war es klar, dass ich für meine Rezension von dem neuen Kochbuch "Türkei vegetarisch" diese geröstete Aubergine ausprobieren werde. Und dieses Gericht hat uns sehr begeistert. Es lässt sich auch mit überschaubarem Aufwand zubereiten. Man könnte die einzelnen Komponenten, wie Aubergine, Joghurt, Kräuteröl und Garnitur sogar ein bis zwei Tage im voraus kochen. Zum Servieren sollte die Aubergine unbedingt Zimmertemperatur haben.

Gut gefallen hat mir auch das grüne Kräuteröl in einer haushaltsüblichen Menge. Natürlich lässt sich das perfekt im Thermomix machen, aber so kleine Mengen sind damit nicht möglich. So ist das eine sehr gute Alternative.

Weitere schöne Auberginenrezepte habe ich in meiner Rezeptsammlung #lilafreude veröffentlicht. 

Mehr Information zum neuen Kochbuch von Orhan und Orkide Tancgil gibt es in meiner Rezension.



für 2 Personen als Hauptgericht oder 4 Personen als Vorspeise

1 längliche, schmale Aubergine mit ca. 250 gr.

Tahini-Joghurt:
1 Knoblauchzehe
125 gr. Sahnejoghurt
Prise Salz
1 EL Tahini
Zitronenabrieb
1 EL Zitronensaft

Kräuteröl:
5 EL Olivenöl
3 Stängel Petersilie
2 Stängel Minze
1 kleine Knoblauchzehe
1 EL Zitronensaft
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Anrichten:
Granatapfelkerne
2 EL geröstete Pinienkerne
1 kleine Chili
Petersilienblätter
Minzeblätter

Den Backofen auf 220 Grad Umluft vorheizen.

Den Knoblauch schälen, grob hacken und salzen. Mit der breiten Schneide des Messers zu einer Paste verreiben. Die Knoblauchpaste mit Joghurt, Tahini, Zitronenschale und Zitronensaft gut verrühren und kalt stellen.

Die Aubergine mit einem scharfen Messer einige Male einstechen. Beim Backofen die Grillfunktion zuschalten und die Aubergine auf der obersten Schiene für ca. 25 Minuten rösten. Sie sollte außen schwarz und innen weich sein.

Danach herausnehmen und in einen kleinen Topf mit Deckel geben, damit sie schwitzt. So lässt sich die Schale besser entfernen. Die Schale vorsichtig abziehen. Den Stiel, aus optischen Gründen, dranlassen und die Aubergine etwas flachdrücken und einschneiden, damit sie sich gut auffächern lässt.

Für das Kräuteröl die Kräuterblätter abzupfen, in Streifen schneiden und in ein hohes Becherglas geben. Den Knoblauch schälen und fein würfeln und mit dem Zitronensaft zu den Kräutern geben. Das Olivenöl auf 65 Grad erhitzen und die Kräuter übergießen. Sofort mit dem Stabmixer pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und kalt stellen.

Granatapfelkerne auslösen, Pinienkerne in einer trockenen Pfanne rösten, die Chili längs halbieren, entkernen und in feine Streifen schneiden. Ein paar kleine Petersilienblätter und Minzblätter vorbereiten.

Den Tahini-Joghurt auf einen Teller streichen und die Aubergine auf dem Joghurt platzieren. Mit dem Kräuteröl beträufeln und mit Granatapfelkernen, Pinienkernen, Chili und Kräuterblättern garnieren.

Eine Inspiration aus:















Link zum Buch






Montag, 9. März 2026

Türkei vegetarisch: Karotten-Quitten-Salat

Sobald ich ein neues Rezept mit Quitte entdecke, reizt es mich, es auszuprobieren. Unser Quittenbaum war heuer sehr fleißig und hat mehr produziert, als ich verarbeiten konnte. So hatte ich noch ein paar Rest-Quitten kühl gelagert und übrig. Da war eine sehr kleine dabei, die perfekt gepasst hat.

Die Idee aus dem neuen Kochbuch "Türkei vegetarisch", die Quitte mit Karotten zu kombinieren, ist sehr gut. Sie bringt eine schöne Frische in den Salat. Für die schöne Optik sorgen die drei Karotten in unterschiedlicher Farbe. Wenn man sie nicht bekommt, schmeckt er mit den normalen Karotten auch sehr gut. Beim nächsten Mal würde ich ihn mit einem gebratenen Halloumi kombinieren.

Wer den Salat vorbereiten möchte, sollte die Petersilie erst kurz vor dem Servieren untermischen.

Diesen Salat habe ich gerne in meine Rezeptsammlung #quittengold aufgenommen. (Link zur Sammlung)

Mehr Information zum neuen Kochbuch von Orhan und Orkide Tancgil gibt es in meiner Rezension.


für 2 Personen als Hauptgericht oder 4 - 6 Personen als Teil einer Meze-Auswahl

3 bunte Karotten ca. 400 gr.
1/2 Quitte ca. 250 gr.
4 Stiele Petersilie
Zitronensaft

Dressing:
3 - 4 EL Zitronensaft
5 - 6 EL Olivenöl
1 TL Honig
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Anrichten:
einige geröstete Walnusskerne
einige Petersilienblätter
1 Handvoll Granatapfelkerne

Die Karotten schälen und raspeln. Die Blätter der Petersilie in feine Streifen schneiden. Beides vermischen.

Alle Zutaten für das Dressing verrühren und den Salat damit marinieren.

Die Quitte schälen, entkernen und ebenso raspeln. Die Quitten werden erst zum Schluss in den marinieren Salat gegeben, damit der Zitronensaft das Verfärben verhindert.

Die Walnusskerne in einer trockenen Pfanne rösten und grob hacken. Die Granatapfelkerne ausbrechen. Die Petersilienblätter in Streifen schneiden. Den Salat mit Walnüssen, Petersilie und Granatapfelkernen garnieren.




In Kombination mit Kohlrabi-Cacik und Kichererbsensalat mit Zitronen-Joghurt-Dressing als Meze-Auswahl.


Eine Inspiration aus:















Link zum Buch







Sonntag, 1. März 2026

Türkei vegetarisch: Kichererbsensalat mit Zitronen-Joghurt-Dressing

Dieser Salat sprang mir sofort ins Auge, auf der Suche nach Rezepten, die ich für meine Rezension von dem neuen Buch "Türkei vegetarisch" ausprobieren wollte. Seit dem Hummus-Boom kommt die Kichererbse fast nur noch püriert auf den Tisch. Dabei macht sie sich, in Kombination mit Tomaten, Gurke und Staudensellerie, sehr gut als Salat. Dazu ein frisches Dressing aus Zitronensaft und Joghurt. Der Salat ist schnell gemacht und lässt sich sehr gut vorbereiten. Ein ideales Gericht für heiße Tage im Sommer, da er erfrischend ist und man den Ofen nicht einschalten muss, wenn man vorgegarte Kichererbsen verwendet.

Mehr Information zum neuen Kochbuch von Orhan und Orkide Tancgil gibt es in meiner Rezension.


für 2 Personen als Hauptgericht oder 4 - 6 Personen als Teil einer Meze-Auswahl

100 gr. Cocktailtomaten - 1 Strang
1 Minigurke
2 Stangen Staudensellerie
1 kleine rote Zwiebel
3 Stängel Minze
2 Stängel Petersilie
200 gr. gegarte Kichererbsen

Dressing:
30 gr. Sahnejoghurt
1/2 Zitrone
1 TL Sumach
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Anrichten:
Prise Sumach
ein paar Minzeblätter

Die Cocktailtomaten vierteln, die Gurke ungeschält in kleine Würfel schneiden, beim Staudensellerie die Fäden ziehen und dann in dünne Scheiben schneiden. Die Zwiebel schälen, halbieren und der Länge nach in feine Streifen schneiden. Blätter von Petersilie und Minze in feine Streifen schneiden. Alles mit den Kichererbsen in eine Schüssel geben und gut vermengen.

Die Schale der Zitrone abreiben und den Saft auspressen. Beides mit dem Joghurt verrühren und mit Salz, Sumach und Pfeffer abschmecken.

Das Dressing über den Salat geben und vermengen. Mit Sumach und Minzblättern garnieren.



In Kombination mit Kohlrabi-Cacik und Karotten-Quitten-Salat als Meze-Auswahl.


Eine Inspiration aus:















Link zum Buch







Mittwoch, 25. Februar 2026

Türkei vegetarisch: Kohlrabi-Cacik

Von der Idee Kohlrabi für ein Tzatziki, oder Cacik, wie es auf türkisch richtig heißt, zu verwenden war ich sofort begeistert. Ich esse sehr gerne Kohlrabi und besonders die zarten, kleinen haben es mir angetan. Genau die sind für dieses Gericht am besten. Dieses Cacik aus dem Kochbuch "Türkei vegetarisch"  hat es mir sehr angetan und das wird es künftig öfters geben. 

Mehr Information zum neuen Kochbuch von Orhan und Orkide Tancgil gibt es in meiner Rezension.


für 4 Personen als Beilage oder 6 - 8 Personen als Teil einer Meze-Auswahl

2 kleine Kohlrabi mit je ca. 150 gr.
1 Minigurke
1 Knoblauchzehe
5 Stängel Dill
1 Zitrone
300 gr. Sahnejoghurt
etwas Salz
4 EL Olivenöl

Anrichten:
junge Kohlrabiblätter
etwas Dill
etwas Pfeffer
etwas Pul Biber
etwas Olivenöl

Den Kohlrabi schälen und in feine Würfel schneiden. Die jungen zarten Blätter in feine Streifen schneiden und für die Deko aufbewahren. Die Gurke ungeschält ebenfalls fein würfeln. 

Den Knoblauch schälen und grob würfeln. Mit Salz bestreuen und mit der breiten Seite der Messerklinge zu einem Püree reiben. Und mit Joghurt, Salz und Olivenöl in einer kleinen Schüssel verrühren.

Den Dill klein schneiden. Die Schale der Zitrone fein abreiben. Beides mit Kohlrabi und Gurke vermischen. Anschließend mit dem Joghurt verrühren.

Alles in eine Schüssel geben und mit Joghurt, Salz und Olivenöl verrühren. Den Cacik in eine Schüssel geben oder auf einem großen Teller verteilen.

Bei den zarten, kleinen Kohlrabiblättern den Stiel entfernen und in feine Streifen schneiden. Besonders kleine Blätter im Ganzen verwenden. Den Dill von den Stielen zupfen.

Mit Dill, Kohlrabiblättern, Pfeffer und Pul Biber garnieren. Zum Schluss noch mit Olivenöl beträufeln.

Gut gekühlt hält der Cacik etwas 3 Tage.



In Kombination mit Kichererbsensalat mit Zitronen-Joghurt-Dressing und Karotten-Quitten-Salat als Meze-Auswahl.


Eine Inspiration aus:















Link zum Buch







Freitag, 20. Februar 2026

Rezension: Türkei vegetarisch von Orhan und Orkide Tancgil

Leider habe ich Orhan und Orkide Tancgil nie persönlich kennengelernt, aber virtuell kenne ich beide seit einer gefühlten Ewigkeit. Bereits 2014 habe ich ein Kochbuch der beiden rezensiert und ihren Weg immer verfolgt. Dann erschien im Brandstätter Verlag, in Zusammenarbeit mit Katharina Seiser, "Türkei vegetarisch" und das wurde schnell zu einem Standardwerk für diese Art der Küche. Aktuell erscheint nun das neue Kochbuch "Türkei vegetarisch" der beiden. 


Weitere Rezensionen zu diesem Buch sind bei Susanne im Blog Magentratzerl und Denise im Blog LeseLust & Löffel zu finden.

Vor rund 20 Jahren startete das Ehepaar Orhan und Orkide Tancgil einen Foodblog mit türkischen Rezepten. Parallel bauten sie ein Feinkostgeschäft mit Onlineshop und Kochstudio auf. Sie drehten Koch-Videos, schrieben Kochbücher, traten in Fernsehsendungen auf, gaben Kochkurse und etablierten ihre kulinarische Welt "KochDichTürkisch", mit der sie die türkische Küche alltagstauglich machen wollen.

Diese Leidenschaft, die türkische Küche, den deutschen Haushalten zugänglich zu machen, spürt man auch in ihrem neuen Buch. Es ist ein sehr schöner und persönlicher Blick auf die vegetarische türkische Küche geworden. Sie nehmen uns mit in die kulinarische Welt ihrer Heimat und erzählen ihre Geschichte. Das beginnt beim Vorwort und geht weiter bei den Rezepten, die Hinweise zur Geschichte des Gerichts und Tipps zu Haltbarkeit, Ersatz von Zutaten oder Veränderung der Mengen enthalten.

Die Rezeptkapitel sind diesmal nicht nach Saison, sondern nach den klassischen türkischen Speisekatagorien eingeteilt:
- Suppen & Eintöpfe
- Meze, Aufstriche & Cremes
- Frische Salate & Beilagen
- Gerichte in Olivenöl & Gefülltes
- Gemüse als Hauptgericht
- Pilaw, Börek & Co.
- Süsses

Zu jedem Rezept gibt es ein ansprechendes Rezeptfoto. Die Rezepte sind gut strukturiert mit allen Zutaten in einer Spalte am Rand und dem Rezepttext daneben. Zusätzlich zu der Angabe für wie viele Personen die Menge reicht, gibt es auch noch Piktogramme, die z. B. hinweisen, ob das Rezept auch vegan ist, ob man es vorbereiten kann, ob man es mit wenig Geschirr kochen kann oder besonders schnell zubereitet werden kann. Eine schöne Ergänzung ist ein QR-Code, mit dem man auf spotify die passende türkische Musik hören kann. Manche Rezepte haben einen eigenen QR-Code und führen zu Videos oder weiteren Erläuterungen auf der Homepage der Autoren. 

Ich bin mit einigen, sehr klassischen, Gerichten aus der türkischen Küche vertraut und deshalb wollte ich neue Rezepte ausprobieren. Angesprochen haben mich sehr viele Rezepte und meine Auswahl fiel auf ein Cacik mit Kohlrabi, das uns ganz besonders begeistert hat. Dazu gab es noch Kichererbsensalat und Karotten-Quitten-Salat. So hatten wir ganz schnell und unkompliziert eine kleine Mezze-Auswahl mit Gerichten, die uns sehr gut gefallen haben. Auberginengerichte sind aus der türkischen Küche nicht wegzudenken, diese Variante war gut vorzubereiten und sehr schmackhaft. Die Blumenkohlsuppe mit dem Halloumi war ebenfalls ein echtes Highlight. Alle Rezepte waren sehr gut erklärt und die Arbeit ging mir leicht von der Hand.


Kohlrabi-Cacik

Kichererbsensalat mit Zitronen-Joghurt-Dressing











Cremige Blumenkohlsuppe mit geröstetem Halloumi und Kräuterpesto






















Ergänzt werden die Rezepte mit einigen Menüvorschlägen zu Themenmenüs, einem Glossar, in dem die türkischen Lebensmittel erklärt werden und zwei Rezeptregistern. Eines listet die Rezepte alphabetisch auf und das zweite ordnet die Rezepte nach Kategorien.

Fazit:
Das neue Kochbuch "Türkei vegetarisch" von Orhan und Orkide Tancgil ist ein sehr schönes und alltagstaugliches Buch zur vegetarischen, türkischen Küche. Es macht Lust, die Rezepte auszuprobieren. Die Zutaten sind im Supermarkt gut erhältlich nur für wenig Produkte braucht man einen türkischen Supermarkt, von denen es aber genug gibt. Auch weniger erfahrene Hobbyköche können die gut erklärten Rezepte umsetzen.
Wer bereits andere Bücher von den beiden hat, wird einige Rezepte im aktuellen Kochbuch wieder finden. Aus Bayram wurden zehn Rezepte übernommen. Bei den Klassikern, die unverzichtbar für dieses Thema sind, gibt es Varianten auch in anderen Büchern.

Sonntag, 20. September 2015

Auberginen-Linsen-Eintopf
Türkei vegetarisch von Orkide und Orhan Tançgil

Der tolle Sommer hat natürlich auch im Bürogarten für eine sehr reiche Ernte gesorgt. Für die Zucchini habe ich schon ein schönes Rezept bei "Türkei vegetarisch" von Orkide und Orhan Tançgil gefunden. Und jetzt musste ich nur noch der Flut an Auberginen, Tomaten und Paprikaschoten Herr werden. Dieser Eintopf war das perfekte Gericht dafür und im Vorratsschrank gab es sogar noch die passenden Linsen. Minze habe ich sowieso immer im Garten und auch alle anderen Zutaten waren vorrätig. Nur die Petersilie musste ich kaufen. Petersilie ist bei uns leider noch nie gewachsen. Es hat mich sehr gefreut, ein Rezept für die Rezension kochen zu können, ohne große Einkäufe machen zu können.

Dieser Eintopf hat uns geschmacklich sehr begeistert. Die Auberginen werden schön weich und die Linsen geben etwas Biss. Das Aroma mit Tomaten- und Paprikamark und den Kräutern ist schön deftig. Der Joghurt macht das ganze frisch. Wir haben die eine Hälfte heiß gegessen und den Rest am nächsten Tag kalt. Ich will nicht verschweigen, dass wir uns dazu ein Steak gegrillt haben und der kalte Eintopf war eine perfekte Begleitung.





100 gr. grüne Linsen
2 längliche Auberginen ca. 500 gr.
Meersalz
3 Tomaten ca. 300 gr.
2 grüne Paprika
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1/2 EL Tomatenmark
1/2 EL Paprikamark
5 Stiele Petersilie
1 Stiel Nanaminze
1 Lorbeerblatt
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 EL Granatapfelsirup
6 EL Olivenöl

Petersilie und Dill für die Garnitur
1 Becher türkischer Joghurt 10 %


Die Linsen einige Stunden in lauwarmen Wasser einweichen. In ein Sieb abgießen und mit kaltem Wasser überbrausen.

Die beiden Enden der Auberginen abschneiden. Die Auberginen teilweise schälen, damit immer ein Streifen Schale stehen bleibt und ein gestreiftes Muster ergibt. Der Länge nach vierteln und in fünf cm lange Streifen schneiden. Für 30 Minuten in Salzwasser einlegen, danach gut abtropfen lassen und trocken tupfen.

Die Tomaten waschen, die Haut kreuzförmig einschneiden und mit kochendem Wasser übergießen. Sobald sich die Haut am Einschnitt etwas wölbt, herausnehmen und leicht abkühlen lassen. Dann die Haut abziehen und das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Die Paprika waschen und in Segmente schneiden. Stiel und Samen entfernen und dann die Paprika in kleine Streifen schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Die Kräuter von den Stielen zupfen und in feine Streifen schneiden.

Alle Gemüse außer Auberginen mit Tomaten- und Paprikamark, Kräutern und Lorbeer mischen, mit einem TL Salz und reichlich Pfeffer abschmecken.

In einem schweren gusseisernen Topf ein Drittel der Gemüsemischung, die Hälfte der Linsen, dann die Hälfte der Auberginen geben. Darüber das nächste Drittel der Gemüsemischung geben. Restliche Auberginen, restliche Linsen und den Rest der Gemüsemischung in den Topf schichten. Granatapfelsirup, Olivenöl und ca. 100 ml kochendes Wasser über das Gemüse gießen.

Topf gut verschließen. Einmal kurz aufkochen lassen und für 90 Minuten bei geringer Hitze schmoren, bis die Auberginen und Linsen weich sind. Mit gehackten Kräutern bestreuen, mit Naturjoghurt und frischem Weißbrot heiß servieren.



Samstag, 19. September 2015

Sommersalat mit Zucchini
Türkei vegetarisch von Orkide und Orhan Tançgil

Im Bürogarten war Hochsaison und die Kollegen von Herrn bushcook alle in Urlaub. So kam es bei uns zu einem regelrechten Zucchini-Stau. Es war also völlig klar, dass wir eine Woche lang nur Zucchini essen werden. Glücklicherweise gab es zu der Zeit auch noch Paprikaschoten, Tomaten und Auberginen. Ich habe also das Buch "Türkei vegetarisch" von Orkide und Orhan Tançgil nach passenden Rezepten durchsucht und bin sofort bei diesem Salat hängen geblieben. So konnte ich also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, die Gemüseernte auf den Tisch bringen und Rezepte für meine Rezension  ausprobieren.

Wer sich das Original-Rezept anschaut, wird auf den ersten Blick denken, dass mein Foto nichts mit dem Gericht zu tun hat. Im Original benötigt man eine kleine grüne Zucchini und die kombiniert man farblich passend mit einer roten Paprikaschote. Ich hatte aber nur riesige gelbe Zucchini und grüne Paprikaschoten aus dem Garten. Das finde ich farblich genauso attraktiv. Nur mit der Zucchini musste ich mir etwas einfallen lassen, da die Schale schon etwas fester war. Deshalb gab es sie bei mir nicht roh, sondern leicht vorgegart.



4 Portionen

2 grüne Paprika
1 gelbe Monster-Zucchini
2 Frühlingszwiebeln
1 säuerlicher Apfel
1 Zitrone
150 gr. Feta
1 kleiner Bund Dill
5 Stängel Nanaminze
3 EL Weißweinessig
Meersalz
Zucker
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
natives Olivenöl
1 EL Schwarzkümmelsamen

Die Zucchini längs vierteln und die Kerne wegschneiden. Die Zucchini in feine Scheiben schneiden und mit Salz und Zucker marinieren. Stehen lassen, bis das Gemüse Wasser zieht. Dann etwas Olivenöl dazugeben und mit geschlossenem Deckel bei geringer Hitze bissfest dünsten. Komplett auskühlen lassen.

Die Paprikaschote in Segmente schneiden und die Samen und Scheidewände entfernen. Anschließend in feine Streifen schneiden. Die Frühlingszwiebeln, mit dem Grün, in feine Ringe schneiden. Die Zitrone auspressen.

Den Apfel vierteln, entkernen und mit der Schale fein würfeln. Die Apfelwürfel sofort mit etwas Zitronensaft vermischen, damit sie nicht braun werden. Den restlichen Zitronensaft mit Essig, Salz, Zucker, Pfeffer und Olivenöl zu einer cremigen Vinaigrette verrühren.

Den Käse zerbröseln. Die Kräuter von den Stielen zupfen und in feine Streifen schneiden.

Zucchini, Paprika, Frühlingszwiebel, Apfel, Käse und Kräuter mit der Vinaigrette vermengen und mit dem Schwarzkümmel bestreuen. Sofort servieren.



Freitag, 18. September 2015

Selleriesalat mit Joghurt
Türkei vegetarisch von Orkide und Orhan Tançgil

Sellerie gehört zu den Gemüsesorten, die sehr viele Leute nicht gerne essen. Bei mir ist es genau das Gegenteil. Ich mag ihn sehr gerne. Den Knollensellerie sogar noch lieber, als den Staudensellerie. Als ich diesen Selleriesalat in dem Kochbuch "Türkei vegetarisch" von Orkide und Orhan Tançgil entdeckt habe, war es klar, dass ich ihn für meine Rezension auch ausprobieren werde. Gut gepasst hat es, dass ich noch einen kleinen Rest einer selbstgemachten Kräuter-Mayonnaise im Kühlschrank hatte.

Zu finden war das Rezept im Kapitel Frühling, uns hat der Salat im Hochsommer auch sehr gut geschmeckt. Er ist schnell gemacht und schmeckt sehr gut. Ein bisserl Marinierzeit tut ihm ganz gut und deshalb kann man ihn auch schon etwas früher vorbereiten.




2 EL Sahnejoghurt
1 EL Mayonnaise
1/4 TL Meersalz
1 Knoblauchzehe
350 gr. Knollensellerie
30 gr. Walnüsse - ganz oder grob gehackt
3 Zweige Dill
3 Zweige Petersilie

Den Knoblauch schälen und in grobe Stücke schneiden. Mit Salz bestreuen und mit der flachen Messerschneide zu einem Mus zerreiben. Das Knoblauchmus mit Joghurt und Mayonnaise verrühren.

Den Sellerie waschen, schälen und mit einer Reibe zu feinen Julienne raspeln. Den Joghurt zugeben und alles gut vermischen. Am besten geht das mit den Händen.

Die Walnüsse in einer trockenen Pfanne rösten und das feine Häutchen abrubbeln.

Den Salat in eine große oder mehrere kleine Schalen füllen und mit Kräutern und Walnüssen dekorieren. Sofort servieren.


Wer dieses Gericht vorbereiten möchte, bewahrt Salat, gehackte Kräuter und Walnüsse getrennt auf.



Donnerstag, 17. September 2015

Rezension:
Türkei vegetarisch von Orkide und Orhan Tançgil

Es begann als scherzhafte Wette, als Katharina Seiser vorschlug, ein Kochbuch mit österreichischen Rezepten zu machen, die alle vegetarisch sind. Das war die Geburtsstunde einer Kochbuch-Reihe mit vegetarischer Länderküche. Nach "Österreich vegetarisch", "Deutschland vegetarisch" und "Italien vegetarisch" gibt es nun den vierten Band "Türkei vegetarisch". Als Autoren konnte sie dafür Orkide und Orhan Tançgil gewinnen, die im Eigenverlag bereits zwei türkische Kochbücher, MEZEler und SOFRAlar, veröffentlicht haben.


Orhan und Orkide leben in Düsseldorf. Dort ist auch ihre kleine Kochschule, in der sie türkische Kochkurse anbieten, ihre Bücher und türkische Lebensmittel verkaufen. Ursprünglich kommen beide aus der Welt des Designs und haben schon vor einigen Jahren ihre Liebe zur türkischen Küche ihrer Mütter entdeckt. Seitdem sind sie unermüdlich, um dieses Wissen zu teilen. Begonnen hat alles mit ihrem Foodblog "KochDichTürkisch" und den Büchern im Eigenverlag. Inzwischen hat sogar der WDR die Begeisterung der Beiden entdeckt und sie können ihre türkischen Familienrezepte auch im Fernsehen präsentieren.

Mich freut es immer, wenn eine Kochbuch-Serie auch als solche erkennbar ist. Also, bleibt hier alles beim Alten: gleiche Größe, die bewährten drei Lesebändchen, Buchrücken aus Leinen, regional typisches Gemüse auf dem Cover und eine eigene Farbgestaltung, diesmal dunkelrot. Ich mag das.

Im bewährten Stil geht weiter, wenn man das Buch aufschlägt. Die Rezepte sind in die Kapitel "Frühling", "Sommer", "Herbst", "Winter" und "Jederzeit" eingeteilt. Als große Liebhaberin der orientalischen Ornament-Kunst freue ich mich ganz besonders über die schönen grafischen Motive, die die einzelnen Kapitel abgrenzen. Fast jedes Rezept hat ein eigenes Rezeptbild. Mir ist das nicht wichtig, aber ich weise immer darauf hin, weil ich weiß, dass es Kochbuch-Liebhaber gibt, die darauf Wert legen. Mir ist eine klare und übersichtliche Struktur wichtig und das haben die Rezepte. Die Rezepttitel sind in deutsch und türkisch angegeben. Dazu gibt es ein paar erläuternde Worte, eine gut strukturierte Zutatenliste und einen verständlichen, nachvollziehbaren Rezepttext. Man merkt, dass hinter dem Buch ein Team steht, das qualitätsbewusst und eingespielt ist.

Der Nachschlag, bestehend aus einem Zutaten-Glossar und einem Register, das keine Wünsche offen lässt, runden das Buch ab. Das alphabetische Register führt sowohl Zutaten mit Querverweisen auf alle passenden Rezepte und die Rezepttitel auf.

Obwohl ich die Kochbücher der Autoren und der Herausgeberin gut kenne und hier großes Vertrauen habe, mussten sie durch meinen Praxistest. Normalerweise blättere ich ein Kochbuch durch und merke mir interessante Rezepte ein. Dann entscheide ich, was ich ausprobiere. Diesmal war es ganz anders. Der schöne Sommer hat unseren Bürogarten zur Explosion gebracht und Herr bushcook kam mit einer gefühlten Tonne an Zucchini, Paprikaschoten, Auberginen und Tomaten heim. Da dachte ich mir, dazu muss es doch in einem vegetarischen, türkischen Kochbuch Rezepte geben. Klar, das war genauso und ich wurde sofort fündig. Somit gibt es schon mal einen großen Pluspunkt für die spontane Alltagsküche. Nur bei einem Rezept habe ich nach meinem persönlichen Geschmack entschieden. Ich esse sehr gerne Sellerie und war neugierig auf diesen Salat.

Die Rezepte, die ich ausprobiert habe, waren verständlich beschrieben und haben bestens funktioniert. Wegen der reichen Ernte musste ich kaum etwas dazu kaufen. Die Zutaten sind aber im gut sortierten Supermarkt leicht erhältlich und ein paar Spezialitäten bekommt man sehr einfach bei den türkischen Supermärkten, die ja keine Seltenheit bei uns sind. Alle drei Gerichte habe ich nach der Arbeit gekocht und das hat sich sehr gut bewerkstelligen lassen. Dreimal stand ein ansprechendes Gericht auf dem Tisch, das uns gut geschmeckt hat.


 Sellerie-Salat mit Joghurt
 Sommersalat mit Zucchini
Auberginen-Linsen-Eintopf













Fazit:
"Türkei vegetarisch" ist ein schön gemachtes und hochwertiges Kochbuch, wie alle Bände aus dieser Reihe. Die Rezepte sind so ausgearbeitet, dass die Gerichte leicht gelingen. Aufgrund der Zutaten und dem Arbeitsaufwand ist es sehr für den Alltag geeignet. Für Vegetarier und Nicht-Vegetarier bietet es viele Anregungen. Wer mit der türkischen Küche noch nicht so vertraut ist, findet hier leicht Zugang dazu. Auch ungeübte Hobbyköche können damit ihr Können verbessern.




















Link zum Buch

Mittwoch, 22. April 2015

Orangenflammeri
Immer schon vegan von Katharina Seiser

Desserts sind grundsätzlich vegetarisch, aber vegan schon eine andere Herausforderung, da Eier oder Milchprodukte häufig die Basis für süße Köstlichkeiten sind. Ein veganes Dessert muss also zwangsläufig irgendetwas mit Obst sein. Weil ich neugierig war, ob so ein Dessert auch ein Genuss ist, habe ich mich beim Nachkochen für meine Rezension für das Orangenflammeri aus "Immer schon vegan" entschieden.

Ich wollte es gerne mit etwas Garnitur servieren und da drängten sich die Orangenfilets gleich auf. Dann fiel mir ein, dass ich vor vielen Jahren einmal ein Orangen-Salbei-Dessert gemacht habe und so ergänzte ich es mit kandierten Salbeiblättern. Die Kombination hat uns sehr gut gefallen und hübsch aussehen tut es auch noch.




für 4 Personen

75 gr. Zucker
6 Bio-Orangen
1 Bio-Zitrone
25 gr. Speisestärke

Zucker für den Karamell
Salbeiblätter

Die 75 gr. Zucker in einen Topf geben. Orangen und Zitronen heiß abwaschen und die Zesten von 1/2 Orange und 1/4 Zitrone fein abreiben und zum Zucker geben. Zesten und Zucker gut verrühren, dabei mit dem Löffelrücken an den Topfrand drücken, damit sich die ätherischen Öle besser lösen.

4 der Orangen auspressen und Saft abmessen, bis ca. 350 - 400 ml erreicht sind. Mit Wasser auf 500 ml ergänzen. Orangensaft und 1 TL Zitronensaft zum Zucker geben. Aufkochen lassen und mit Zitronensaft abschmecken, falls der Orangensaft zu wenig Säure mitbringt.

Die Stärke in etwas kaltem Wasser auflösen und unter ständigem Rühren in den Orangensaft geben. Auf kleiner Flamme 5 Minuten leise köcheln lassen.

In der Zwischenzeit die Gläser mit eiskaltem Wasser füllen und kurz vor der Fertigstellung des Flammeris, das Wasser auskippen und schnell die Flammerimasse einfüllen. Auf Raumtemperatur auskühlen lassen und dann zugedeckt im Kühlschrank über Nacht gelieren lassen.

Etwas Zucker in einer Pfanne karamellisieren lassen und die Salbeiblätter durch den Karamell ziehen. Auf Backpapier trocknen lassen. Die beiden übrigen Orangen filetieren. Das Orangenflammeri stürzen, mit Salbei und Orangenfilets garnieren und kühl servieren.



Sonntag, 15. März 2015

Käse-Crème mit Pistazien

In den türkischen Supermärkten gibt es im Kühlregal hohe Dosen mit einem Weichkäse aus Kuhmilch. Diesen Käse kenne ich schon lange, aber ich habe ihn bisher nur in Würfelchen geschnitten gegessen. Ein richtiges Käsegericht konnte ich leider noch nicht probieren.

Das sollte sich jetzt ändern, weil Orhan Tancgil in seinem neuen buch "MEZEler" ein Rezept für eine Käse-Crème aus diesem Weichkäse vorstellt. Das wollte ich unbedingt ausprobieren und habe es für meine Rezension nachgekocht.

Beim Besuch im türkischen Supermarkt stellte ich fest, dass es mittlerweile diesen Käse auch in kleineren Dosen und damit deutlich kleineren Mengen gibt. Das erleichterte mich, weil wir früher an der riesigen Portion ewig gegessen haben. Und diese führte letztendlich dazu, dass ich ihn nicht mehr gekauft habe. Sogar ihn drei unterschiedlichen Fettstufen gibt es ihn: light, mittel und traditionell mit 60 % Fett. Ich entschied mich für die traditionelle Variante und die kleine Dose. In der waren zwei Käse und eine verwendete ich für die Käse-Crème und den zweiten gab es einfach so mit Oliven.

Diese Käse-Crème macht leider süchtig. Die Kombination aus cremiger Würze und Olivenöl mit der Frische der Kräuter und dem Biss der Nüsse ist ein Hochgenuss. Unbedingt nachmachen!!




Als Vorspeise für 4 Personen (oder zum Sattessen für 2)

200 gr. Weißkäse - beyaz peynir (dies entspricht einem Käselaib aus der Dose)
3 EL Olivenöl
20 gr. geschälte Pistazien
20 gr. Walnüsse
1 Knoblauchzehe gepresst
3 Stängel Dill
2 Stängel Minze
2 Zweige frischer Thymian

Olivenöl zum Konservieren

Garnitur:
einige Nüsse und Kräuter


Die Pistazien und die Walnüsse grob hacken und in einer trockenen Pfanne kurz rösten, bis sie duften.

Die Knoblauchzehe schälen und in sehr feine Würfel schneiden. Die Kräuter von den Stielen zupfen und fein schneiden.

Den Käse mit einer Gabel zerdrücken und langsam das Olivenöl zugeben und untermengen. Es soll eine cremige Masse entstehen. 

Zuerst Knoblauch, dann Walnüsse und Pistazien und zum Schluss frische Kräuter gleichmäßig untermischen.

Die Käse-Crème in eine kleine Schüssel geben und mit etwas Olivenöl abdecken. Mit einem Teller abgedeckt mindestens einen Tag im Kühlschrank ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren mit einigen Pistazien, Oliven oder frischen Kräutern garnieren.

Zugedeckt im Kühlschrank ist es mehrere Tage haltbar.






Samstag, 14. März 2015

Pastirma-Ei-Körbchen

Eier kaufe ich nur in kleinen Päckchen mit 4 Stück, wenn ich ein Rezept mit Ei auf dem Plan habe. Deshalb bleiben bei uns öfters ein paar Eier übrig, die dann als Rühr- oder Spiegelei in die Pfanne wandern. Das ist auf Dauer auch langweilig. So habe ich gezielt nach "Ei-Rezepten" Ausschau gehalten und verschiedene Varianten ausprobiert.

Auch in dem neuen Buch von Orhan Tancgil "MEZEler" gibt es eine interessante Eierspeise. Die habe ich gleich als Vorarbeit für meine Rezension ausgesucht.

Von allen Varianten, die ich in der letzten Zeit ausprobiert hatte, hat uns diese mit Abstand am besten geschmeckt. Gut gefällt mir auch, dass dieses Gericht leicht vorbereitet werden kann. Ich habe es einmal für Herrn bushcook als Abendessen geplant, für einen Abend an dem ich nicht daheim war.

Da kamen einfach schon die Fleischscheiben über Kreuz in die Muffinsform und der Mangold darauf. So musste er nur noch das Ei einfüllen, würzen und in den Ofen schieben.

Das mit der Muffinsform war eine etwas schwierige Angelegenheit. Ich dachte ja ich hätte eine, aber trotz intensiver Untersuchung der relevanten Schubläden tauchte sie nicht auf. Nur die Form für die Mini-Muffins war an ihrem Platz, aber die war deutlich zu klein. Da fiel mir ein, dass ich noch so einzelne Silikonformen für Muffins habe. Die haben genauso gut funktioniert und wahrscheinlich lässt sich das Körbchen hinterher sogar leichter auslösen.


Für 6 Personen

ca. 75 gr. Mangold
1 kleine Zwiebel
1 EL Olivenöl
12 Streifen Pastirma - Rinder-Dörrfleisch
6 Eier
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Pul Biber oder Chiliflocken
Öl zum Einfetten der Form

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Den Mangold in die einzelnen Blätter teilen und in feine Streifen schneiden.

Die Zwiebel in etwas Olivenöl in einer Pfanne kurz glasig dünsten. Den Mangold hinzufügen und ca. 10 Minuten langsam garen, mit Salz und Pfeffer würzen. Falls notwendig, etwas Wasser zugeben, damit der Mangold gut dünsten kann.

Die Muffinsförmchen mit Öl auspinseln und zwei Scheiben Pastirma über Kreuz einlegen. Den Mangold aufteilen und pro Form ein Ei aufschlagen und hineingeben. Mit Salz, Pfeffer und Pul Biber würzen.

Die Förmchen in den vorgeheizten Ofen geben und bei 180 Grad ca. 10 - 12 Minuten garen. Das Eiweiß muss vollständig gestockt sein, aber das Eigelb sollte noch flüssig bis wachsweich sein. Die Garzeit kann je nach Ofen variieren. Am besten, nach Aussehen des Eis entscheiden.

Die Körbchen vorsichtig aus der Muffinform lösen und sofort servieren.







Freitag, 13. März 2015

Rezension: MEZEler - KochDichTürkisch
von Orkide und Orhan Tançgil

Die türkische Küche ist der neueste kulinarische Trend, wenn man den Trend-Experten und den steigenden Neuveröffentlichungen von türkischen Kochbüchern glauben mag. Die türkische Küche hat auf jeden Fall Beachtung verdient. Es ist eine frische und aromenreiche Küche, die mir sehr gut schmeckt. Wer in einer deutschen Großstadt lebt, in der es viele türkische Mitbürger gibt, freut sich bestimmt über die türkischen Lebensmittelhändler. Bei uns in München gibt es eine große türkische Gemeinschaft und auch ganz viele Supermärkte. Schon immer hat mich das bunte Angebot an Gemüse und Obst fasziniert. Mein Lieblings-Supermarkt musste leider vor einem Jahr schließen und einem Kindergarten Platz machen. Ich habe zwar Ersatz gefunden, trauere ihm aber immer noch etwas hinterher. Endlich gab es wieder eine schöne Gelegenheit in den türkischen Supermarkt zu gehen und nach speziellen Zutaten zu schauen: MEZEler, das zweite Kochbuch von Orkide und Orhan Tançgil ist erschienen.




Das sympathische Ehepaar schreibt schon lange den Blog KochDichTürkisch und setzt sich für den Austausch zwischen den Kulturen ein. Das gehen sie nicht dogmatisch, sondern mit Genuss an. Sie glauben fest daran, dass Menschen, die gemeinsam an einem Tisch gut essen, sich näher kommen können. Das glaube ich auch. Seit meiner Rezension für ihr erstes Kochbuch Sofralar verfolge ich den Weg der beiden genauer und freue mich über ihren Erfolg. Zwischenzeitlich haben sie sich mit ihrer Kochschule und ihrem Cateringunternehmen noch besser etabliert. In der Sendung "daheim und unterwegs" vom WDR sind sie öfters zu sehen und präsentieren ihre türkischen Familienrezepte.

Unter MEZEler habe ich mir ein Vorspeisen-Buffet mit vielen unterschiedlichen Schälchen vorgestellt, so wie die Araber ihr MEZZE servieren. Bereits der Untertitel "Kleine Köstlichkeiten und mehr.... " hat mir verraten, dass ich auf der richtigen Fährte bin. Diesmal geht es also nur um diese kleinen Vorspeisen-Sünden, die in kleinen Portionen und riesiger Auswahl auf den Tisch kommen, dass man eigentlich gar keine Lust mehr auf einen Hauptgang hat. 90 verführerische Rezepte warten auf uns, um entdeckt zu werden.

Damit wir eine gute Orientierung haben, waren die Autoren so nett, die Meze in unterschiedlichen Kapiteln zu bündeln. Es gibt also:
- Meze aus der Taverne
- Meze aus der Ägäis
- Meze zu türkischem Wein
- Meze für Zuhause
- Meze-Begleitung beim Grillen / Picknicken
- Meze aus dem Nahen Osten
Gleich nach dem Inhaltsverzeichnis schließen sich die beiden alphabetischen Rezeptregister in Deutsch und Türkisch an.

Jedes Kapitel wird eingeleitet mit allgemeinen Erläuterungen zu diesen speziellen Meze. Einen sehr guten Überblick kann man sich dann auf den beiden nächsten Seiten verschaffen. Dort werden alle Rezepte des jeweiligen Kapitels mit Foto und Rezepttitel vorgestellt. Die Rezepte sind wieder in der gleichen ausgezeichneten Systematik, wie in Sofralar dargestellt. Auf der einen Seite ist das Rezeptfoto, auf der gegenüberliegenden Seite das Rezept mit Hinweisen zur Portionsgröße, zum Aufwand und zur Zubereitungs- bzw. Vorbereitungszeit. Zusätzlich sind Rezepte angegeben, die sich gut mit diesem kombinieren lassen. Immer wieder begegnet uns auch ein QR-Code, mit dem ein Video aufgerufen werden kann. Am Ende des Buchs sind alle QR-Codes nochmal in einer Liste zusammengefasst. Nur eine Seite weiter gibt es eine Übersicht, in der alle Meze gelistet sind, ob sie kalt oder warm serviert werden. Das Zutatenregister ist in deutsch und türkisch enthalten und erleichtert die Suche nach Rezepten, wenn man Lebensmitteln aus dem Vorrat kochen möchte. Wer immer noch Angst hat, er könnte irgendetwas nicht verstehen, für den gibt es ein allgemeines Glossar und eine kurze Erläuterung zur türkischen Aussprache. Nach meiner Erfahrung sind die Türken sehr hilfsbereit. Einfach fragen schadet nie und wer das Buch dabei hat und vorzeigt, der wird immer mit den richtigen Einkäufen heimgehen.

Um Rezepte zum Ausprobieren für die Rezension zu finden, habe ich mich durch das Buch geblättert und Lesezeichen eingelegt. Da fällt mir ein, ein Lesezeichen gibt es auch noch. Dem Buch liegt eine Karte bei, die an der perforierten Linie in fünf Lesezeichen getrennt werden kann. Aufgedruckt ist auf jedem Lesezeichen eine Liste von kalten bzw. warmen Meze in deutscher und türkischer Sprache. Das fünfte beinhaltet die Liste der QR-Codes für die Videos. So hat man immer alles Notwendige schnell zur Hand. Mein Buch hat sich sehr schnell mit Lesezeichen gefüllt und ich beschloss mich nur auf Rezepte zu konzentrieren, die ich noch nie gegessen oder gekocht habe. Glücklicherweise blieben dann drei über.

Die Rezepte waren klar und deutlich beschrieben und haben hervorragend funktioniert. Alles war auch sehr alltagstauglich und hat wenig Zeit in der Küche gebraucht. Für die Zutaten habe ich das meiste in einem Bio-Markt und ein paar spezielle Dinge in einem türkischen Supermarkt gekauft. Das war alles völlig unproblematisch. Geschmeckt haben uns die Meze ausgezeichnet und die Käsecreme macht wirklich süchtig. Die habe ich jetzt schon öfters gemacht.



Quellersalat
Der Quellersalat war eine schöne neue Erfahrung und besonders gut gefallen hat mir die Erklärung, wie die holzigen Enden entfernt werden können.


















Fazit:
Mit MEZEler steht die facettenreiche Welt der kleinen Vorspeisen offen. Wer die türkische Küche liebt oder neue Anregungen sucht, der wird Freude an diesem Buch haben. Aufgrund der detaillierten und genauen Beschreibung ist das Buch auch für Kochanfänger geeignet. Es ergänzt den ersten Band Sofralar mit völlig neuen Rezepten.

Freitag, 20. Februar 2015

Lammkeule im Römertopf aus Afiyet olsun!
von Semiha Stubert

Das Rezept für eine Lammkeule im Römertopf aus "Afiyet olsun!" hat mich gleich angesprochen, da ich doch einen lange ungenutzten Römertopf hatte. Das wollte ich unbedingt für meine Rezension ausprobieren.

Es kam dann doch etwas anders, weil mir der Zugang zu meinem Römertopf verwehrt blieb. Im Keller habe ich aus meiner ersten Küche ein altes Buffet stehen und dort bewahre ich Küchengegenstände auf, die ich nur selten brauche. Die beiden Türen im unteren Bereich können abgeschlossen werden. Das waren sie auch und zu meiner großen Überraschung waren die Schlüssel abgezogen. Es konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden, wer auf DIESE Idee gekommen ist - ich bin mir ja sicher, dass ich es nicht war. Leider konnte damit auch nicht herausgefunden werden, wo die Schlüssel nun sind. Wir arbeiten daran.....

Auf jeden Fall stand ich zwar mit allen Zutaten, aber ohne Römertopf da. So entschloss ich mich spontan die Lammkeule in meiner glasierten Tajine zu machen. Vermutlich ist das auch der Grund, weshalb ich am Ende leider so wenig von der köstlichen Sauce hatte. Auf jeden Fall habe ich daraus gelernt, dass ein Schuss Flüssigkeit in dem Fall hilfreich ist, bevor man die Tajine in den Ofen schiebt.

Die Lammkeule war köstlich, sehr zart und saftig, mit einem feinen Aroma. Für die Beilagen habe ich mich von Semiha beraten lassen. Sie hat mir den "Frischen Kräutersalat" und die "Okraschoten aus dem Tomatenbeet" empfohlen. Diese Rezepte sind ebenfalls in ihrem Kochbuch veröffentlicht. Glücklicherweise hat sie mir auch noch das Spezialrezept ihrer Mutter für gerösteten Reis verraten. Wir essen sehr gerne Reis und die Art und Weise, wie die Türken Reis kochen hat mir schon immer sehr gut gefallen.




Für 4 - 6 Personen


Marinade:
2 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
1 halber Daumen Ingwer
Saft einer halben Zitrone
150 gr. Joghurt - 3,5 % Fettgehalt
1/2 TL Cumin gemahlen
1/2 TL Koriander gemahlen
1 TL Paprika edelsüß
1 TL Safran


Lammkeule am Knochen - mind. 1,2 kg
2 Zwiebeln
1 Stange Lauch
1/4 Sellerie
1 Lorbeerblatt
4 Nelken
1/2 Zimtstange
4 Zweige Thymian
2 Zweige Rosmarin
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

1 großer Römertopf



Marinade:
Die Zwiebeln fein reiben und die Masse durch ein Passiertuch pressen und den Saft auffangen. Das restliche Zwiebelpüree wird nicht weiter verwendet. Den Ingwer zum Saft reiben und die Knoblauchzehen fein würfeln, zerdrücken und ebenfalls zugeben. Gewürze, Zitronensaft und Joghurt zugeben und gut verrühren.

Die Lammkeule in eine Schüssel geben und mit der Marinade übergießen. Sie sollte rundum mit der Marinade bedeckt sein. Die Schüssel über Nacht abgedeckt in den Kühlschrank stellen.

Den Römertopf für 30 Minuten wässern.

In der Zwischenzeit die Zwiebeln schälen und vierteln, den Lauch in Ringe schneiden und die Sellerieknolle schälen und würfeln.

Die Lammkeule aus der Marinade nehmen in den Römertopf legen. Das vorbereitete Gemüse rund um das Fleisch verteilen. Gewürze und Kräuter darauf geben und mit Salz und Pfeffer würzen.

Den Römertopf mit dem Deckel verschließen und im kalten Backofen auf die unterste Schiene schieben. Den Ofen auf 220 Grad einstellen und die Lammkeule für 1,5 Stunden garen. Nach dieser Zeit eine Garprobe machen und bei Bedarf noch 30 Minuten weitergaren lassen.

Sobald das Fleisch gar ist, den Ofen ausschalten. Die Lammkeule aus dem Topf nehmen und auf einem Teller im Ofen warm stellen.
Die Sauce durch ein Sieb abpassieren und bei starker Hitze einkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.



Zu diesem Festschmaus haben wir uns noch einen Tortoriano Barolo vom Weingut Michele Chiarlo gegönnt. Dieser Barolo passt mit seinen Gewürz-Aromen sehr schön zum Lamm und den Beilagen.