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Freitag, 11. September 2026

Wegweiser durchs Kochbuchregal

Jeder Kochbuch-Liebhaber kennt das Problem. Man blättert durch ein neues Kochbuch und ist von einigen Rezepten begeistert, die man gerne ausprobieren möchte. Und dann stehen die Bücher mit reichlich Einmerkern im Regal. Es sind zu viele, dass man das Nachkochen angehen könnte und plötzlich ist schon das nächste Buch eingezogen. Und das Spiel beginnt von neuem.

Ja, es gibt Apps, mit denen man die Rezepte in Büchern strukturiert erfassen kann. Meist sind dort nur englischsprachige Bücher zu finden. Diese Apps haben mich noch nie überzeugt und ich habe mich vor Jahren schon für eine Lösung mit "Bordmitteln" entschieden. Ich habe gerne Lösungen, die mit Standard-Tools funktionieren und, die ich im Griff habe.

Aus vielen Diskussionen mit Gleichgesinnten weiß ich, dass Interesse besteht, wie man das handeln könnte. Mein System begleitet mich schon seit rund 10 Jahren und ich bin heute noch zufrieden damit. Die Grundidee ist, interessante Rezepte zu speichern und nach Themen abzulegen. Ich koche bevorzugt saisonal und suche dann gezielt nach den passenden Rezepten zu einer Zutat. Für meine Vorgehensweise braucht man nur einen Scanner, Windows, Acrobat Reader, Microsoft Word und ein Tool für die pdf-Bearbeitung. Ich verwende dafür das kostenfreie PDF24.

Meine Kochbuch-Sammlung ist sehr groß. Deshalb habe ich sie zusätzlich bei Library Thing erfasst. Mit diesem Tool arbeite ich seit über 20 Jahren und bin sehr zufrieden. Eine zusätzliche Datensicherung (für alle Fälle) ist ganz einfach möglich, da man die Liste der erfassten Bücher als Excel-File herunterladen kann.

Und jetzt geht es los:

Bevor das Buch in das Regal wandert, wird es durchgesehen und jedes interessante Rezept wird eingescannt.



Beim Einscannen habe ich ein ganz einfaches System. Ich scanne das Cover des Kochbuchs - dann weiß ich später genau, woraus es stammt, falls ich etwas nachschauen möchte. Ich scanne das Rezept und das Rezeptbild.

Für die Ablage als pdf gibt es immer die gleiche Reihenfolge: 
- Rezept
- Rezeptbild
- Cover des Kochbuchs.

Für den Namen der Datei gehe ich auch immer nach dem gleichen Schema vor:
Sprechender Kochbuchtitel - Rezeptname.pdf

Das hat den Vorteil, dass ich auch alle Rezepte aus einem Buch schnell im Überblick habe.




Diese Rezept-pdfs werden nach der Hauptzutat abgelegt. Dazu habe ich eine Ordnerstruktur mit Hauptordnern, wie z. B. Gemüse, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Obst....... 




Innerhalb dieser Ordner gibt es weitere Ordner. In diesem konkreten Fall der Gurkengranita, wandert das in den Ordner Gurke.




Wenn ich also jetzt etwas mit Gurken kochen möchte, öffne ich den Ordner und habe eine große Auswahl an passenden Rezepten. Falls ich das Rezept ausdrucken möchte, drucke ich nur die erste Seite mit dem eigentlichen Rezept aus oder hole mir die Datei auf mein Tablet. 

Wie man sieht, gibt es ganz oben Dateien, die mit einem Unterstrich beginnen. So kennzeichne ich Rezepte, die ich bereits gekocht habe. Und diese Rezepte ergänze ich um individuelle Notizen.





In meinem Fall sind die individuellen Notizen ein Verweis auf meinen Blog-Beitrag, wenn ich das Rezept veröffentlicht habe. Ich koche Rezepte nie 1:1 nach, sondern passe sie an, wie es mir gefällt und so kommt es auf den Blog. Diese Informationen erstelle ich in Word, mit Rezeptname, Rezeptlink und meinem Rezeptfoto. Das speichere ich als pdf und hänge es mit PDF24 in den ursprünglichen pdf. Jetzt ergänze ich den Dateinamen mit dem Unterstrich und habe so eine klare Unterscheidung in ausprobierte Rezepte und Rezepte "in der Warteschlange". Wer keinen Blog hat, kann natürlich ein Word-Dokument mit individuellen Notizen erstellen und dann genauso verfahren.




Das Gute an meinem System ist, dass ich in die Sammlung auch Scans aus Rezeptheften, Screenshots aus dem Internet oder was auch immer integrieren kann. Mein System ist nur auf die Hauptzutat fokussiert und es lässt sich auch, je nach persönlicher Koch-Vorliebe, anpassen.





Und ja, es ist Arbeit. Man sollte auf keinen Fall hergehen und jetzt alles was man bisher eingemerkt hat, so zu registrieren. Einfach mal eine Struktur überlegen und das nächste Kochbuch so bearbeiten. Stück für Stück wächst die Datenbank, ohne großen Stress. Und, wenn man Zeit und Lust hat, kann man auch mal ein altes Kochbuch "nachbearbeiten".

Ich möchte mich bei meinen Blog-Freundinnen Denise von LeseLust und Löffel und Susanne von Magentratzerl für die Unterstützung und den zusätzlichen Input bedanken.






Montag, 10. August 2026

Rezension: Pilze, Pilze, Pilze von Moritz Schmid

Ein Kochbuch mit vegetarischen Pilz-Gerichten? Das habe ich erst auf den zweiten Blick entdeckt, weil ich mich so gefreut habe, dass es endlich wieder ein Kochbuch gibt, das die Pilze in den Fokus stellt.  Meine Kochbuch-Sammlung ist sehr groß, aber nur sieben drehen sich um Pilze. Mein Interesse an "Pilze, Pilze, Pilze" von Moritz Schmid war also sehr groß. Und ich bin mit dem Anspruch angetreten, dass ich nicht in den Wald zum Pilzesammeln gehen werde, sondern die Pilze kaufen möchte.


Zufällig bin ich bereits auf den Autor gestossen, da er vor einiger Zeit bei einer Sonderreihe zum 20-jährigen Jubiläum der Sendung "Das perfekte Dinner" mitgemacht hat. In alter Erinnerung an viele schöne Sendungen, habe ich mir diese Woche angesehen und jede Sendung hat mir sehr gut gefallen.

Moritz Schmid war bereits als kleiner Junge mit seiner Familie im Wald unterwegs, um Pilze zu sammeln. Beruflich ging er einen anderen Weg und wurde ein erfolgreicher Werbefotograf, der weltweit gearbeitet hat. Die Liebe zu den Pilzen ist immer geblieben und irgendwann kam der Tag, wo er beschloss sein Leben den Pilzen zu widmen. Er bildete sich weiter und arbeitet nun als Pilzsachverständiger und Pilzcoach der deutschen Gesellschaft für Mykologie. Mit seinem instagram-Account @intothewoods_mushrooms wurde er ein einflussreicher Pilz-Influencer.

Zusätzlich ist er ein begeisterter Hobbykoch, der "Das perfekte Dinner" bereits zweimal gewonnen hat. Somit bringt er alles mit für dieses Kochbuch. Bereits beim ersten Durchblättern merkt man, dass alles "aus einem Guss" ist. Es gibt tolle Fotos, kreative Rezepte und wertvolle Hintergrund-Informationen. Zusätzlich zu den Rezeptfotos sind sehr ansprechende, grafisch gestaltete Fotos der verschiedenen Pilze zu entdecken. Es macht wirklich Spaß, das Buch zur Hand zu nehmen und anzuschauen. Rezepte, die ich ausprobieren möchte, habe ich auch schnell entdeckt.

Ich entschied mich für vier Rezepte, wobei für eines getrocknete Steinpilze verwendet werden. Die habe ich immer im Vorrat. Nun mussten die drei anderen, mit wenig Aufwand, besorgt werden. Als Münchnerin ist das nicht schwierig. Ich entschied mich für einen Besuch auf dem Viktualienmarkt, wo es zwei sehr gut sortierte Pilzstände gibt, die alles da hatten.



Zum Einstieg in das Thema gibt es jede Menge Grundlagen, die gut verständlich und knapp gehalten sind. So kann man sich schnell über die Vorteile des Pilzsammelns, die Welt der Pilze und über selbstgemachte Vorräte aus dem Wald informieren. Dort habe ich bereits das erste Rezept, die Pilzmarmelade, für diese Rezension entdeckt.

Und schon geht es los mit den über 80 Rezepten, die nach den Jahreszeiten strukturiert sind. In den vier Rezeptkapiteln werden auch noch verschiedene Pilzsorten in Wort und Bild vorgestellt. Jedes Rezept hat ein eigenes Rezeptbild und wird detailliert mit einleitenden Hintergrundinformationen, Zutatenliste und Zubereitungsanleitung beschrieben. Gut gemacht sind die Querverweise. Bei jedem Rezept ist die Seitenzahl zur Warenkunde des Pilzes angegeben und bei jeder Pilzbeschreibung die Seitenzahl zu den passenden Rezepten.

Abgerundet wird alles mit einigen Basisrezepten und einem umfassenden Register mit Zutaten und Rezepttiteln.

Durchweg sind die vorgestellten Gerichte sehr kreativ und sehr international. Fisch oder Fleisch vermisst man da überhaupt nicht. Der Hauptdarsteller soll der Pilz sein und das wird sehr modern umgesetzt. Mich hat sehr vieles angesprochen, das ich ausprobieren wollte. Meine Auswahl fiel dann auf Gerichte mit Pilzen, die ich kaufen konnte und nicht sammeln musste. 

Das Nachkochen ging mir leicht von der Hand, die Rezepte sind gut beschrieben. Es gab ein paar Unschärfen, die ich dann nach meinem Gutdünken umgesetzt habe. Alle Gerichte haben uns ausgezeichnet geschmeckt und, besonders erfreulich, wir hatten neue Erfahrungen auf dem Tisch. 


Pilzmarmelade




Pfifferling und Aprikose
















Fazit:

"Pilze, Pilze, Pilze" von Moritz Schmid ist ein sehr schönes und interessantes Kochbuch zum Thema Pilze. Die Gerichte sind sehr ansprechend und deshalb auch für Nicht-Vegetarier empfehlenswert. Wer, wie ich, nicht in den Wald gehen will, hat die Möglichkeit im gut sortierten Handel zu kaufen, selbst Pilze zu ziehen oder einfach die Pilze im Rezept zu tauschen. Man sollte schon etwas Kocherfahrung haben, für den Anfänger wird es nicht einfach sein, nachzukochen. Es wurde wirklich Zeit, dass ein Kochbuch mit modernen Gerichte, die sehr international sind, auf den Markt kommt.


Link zum Buch



Samstag, 27. Juni 2026

Rezension: Einfach Bau von Sarah und Christian Bau

Bevor das neue Kochbuch "Paris - Tokyo: Weitergabe einer kulinarischen DNA" von Christian Bau erscheint, veröffentlichte er gemeinsam mit seiner Ehefrau und Sous-Chefin Sarah "Einfach Bau". Ein Kochbuch mit dem Anspruch Sterneküche (und zwar 3 Michelinsterne) für zu Hause möglich zu machen.


In den letzten Jahren habe ich einige Kochbücher von hochdekorierten Köchen rezensiert. Und ich bin da entspannt rangegangen. Ich weiß, dass nicht nur das Know-How dieser Profis meinem Wissen weit überlegen ist, sie haben auch deutlich mehr Routine als ich. Es macht einfach einen Unterschied, ob man etwas "mal macht" oder ob man es jeden Tag beruflich macht.

So war mir immer klar, dass diese Rezepte "Restaurant-Rezepte" sind und die Mengen zu groß sind, manche Zutaten kaum zu beschaffen oder nur in viel zu großen Mengen zu beschaffen sind. Also habe ich das Rezept so verändert, wie es daheim sinnvoll ist. Gefreut hat mich immer, den Kochbuch-Autor irgendwann einmal zu treffen und meine Version erklären zu können. Die Reaktionen waren immer sehr positiv. Gerne erinnere ich mich an das Gespräch mit Wahabi Nouri, als ich ihm "gestanden" habe, dass ich statt der Ei-Sphäre ein Wachtel-Spiegelei gemacht habe. Da hat er mich angeschaut, gelacht und gesagt: "Daheim? Da hätte ich auch ein Wachtel-Spiegelei gemacht."

Was sind jetzt meine Erwartungen an ein Kochbuch, das unter dem Motto steht: "Sterneküche daheim nachkochbar"? Dazu habe ich mir, aufgrund meiner Erfahrungen, Gedanken gemacht. Mir ist es wichtig, dass die Mengen vernünftig ist und ich nicht nach dem Servieren einer 4-er Portion noch 500 ml Schnittlauchöl übrig habe. Mir ist es wichtig, dass ich die Zutaten gut und in haushaltsüblichen Mengen bekommen kann und ich lebe in München, wo ich eigentlich alles bekomme. Mir ist es wichtig, dass ich das Rezept so kochen kann, wie es gedruckt ist und ich nicht Veränderungen vornehmen muss, damit überhaupt ein vernünftiges Ergebnis auf dem Teller liegt.

Dann habe ich das Buch analysiert und mir die ersten Rezepte zum Nachkochen herausgesucht. Und ich habe angefangen zu kochen. Es gab gebeizten Sternanis-Lachs mit Zuckerschoten und Soja-Vinaigrette und Currysuppe mit Huhn-Lauch-Spießchen und Nashibirnen. Ich war enttäuscht. Die Mengen der Zutaten haben nicht funktioniert und die Beschreibung der Rezepte auch nicht. Damit es für mich geschmacklich gepasst hat, musste ich ganz schön "basteln".

Rund um mich herum gab es nur begeisterte Kommentare und glühende Berichte. Ich habe mich gefragt, ob einer der Autoren auch nur ein Rezept gekocht hat. Einen Beleg dafür konnte ich nicht finden. Ich bin nochmal in mich gegangen und habe, zum ersten Mal, eine zweite Kochrunde gestartet. Vielleicht hatte ich ja Pech bei der Rezeptauswahl. Diesmal gab es Miso-Auberginen mit Erdnüssen und Venusmuscheln mit Sake und Koriander. Ja, es war etwas besser, aber es war nicht gut.

Mich hat das Buch enttäuscht. Wenn es wieder so ein Projekt geben sollte, würde es mich freuen, wenn man sich wirklich einmal in die Welt der Hobbyköche daheim einfühlt. Dann kann etwas wirklich tolles entstehen. Das beste Beispiel dafür ist für mich Katharina Seiser, die zusammen mit den Spitzenköchen Meinrad Neunkirchner, Richard Rauch und Lukas Nagl das perfekt umgesetzt hat.





















Miso-Auberginen mit Erdnüssen

Venusmuscheln mit Sake und Koriander

























Link zum Buch


Sonntag, 31. Mai 2026

Forelle Riesling

Beim Durchblättern des neuen Kochbuchs "Halb so wild" von Viki Fuchs habe ich mich sofort in dieses Rezept verliebt. Es steht wirklich für die kulinarische Tradition im Spielweg und ich habe es vor vielen Jahren schon gegessen, damals noch gekocht von ihrem Vater Karl-Josef Fuchs. Und für mich ist der besondere Charme, der den Spielweg ausmacht, die Bewahrung der Tradition und die Innovation, für die die beiden Schwestern Fuchs stehen.

Das Ausprobieren hat sehr gut geklappt. Es macht ein bisschen Arbeit, aber das Ergebnis lohnt sich sehr und man bekommt ein wunderbar leichtes und sehr gut schmeckendes Fischgericht. Bei mir kam eine Eismeerforelle auf den Teller, deshalb die rosa Farbe.



für 2 Personen

2 kleine Karotten
1/4 Sellerieknolle
1/2 Stange Lauch
2 kleine Schalotten
1/2 Bund Schnittlauch
1/2 Bund Petersilie
4 kleine Kartoffeln (Drillinge)
3 Wacholderbeeren
2 Lorbeerblätter
1 TL Salz
1 TL Zucker
schwarzer Pfeffer
400 ml Gemüsebrühe
250 ml Riesling
100 gr. Butter
2 Forellenfilets

Karotten und Sellerie schälen und in feine Streifen schneiden. Den Lauch längs halbieren und gründlich unter fliesendem Wasser waschen, dann ebenfalls in feine Streifen schneiden.  Die Schalotten schälen und fein würfeln.

Den Schnittlauch in feine Ringe schneiden und die Petersilie in feine Streifen. Die Wacholderbeeren andrücken und beim Lorbeer die Ränder einreißen. Die Butter in Würfel schneiden und in den Tiefkühler geben, damit sie sehr kalt ist.

Die Kartoffeln kochen.

Gemüsestreifen, Schalotten, Wacholder, Lorbeer, Salz, Zucker, Gemüsebrühe und Riesling in einen Topf geben und alles einmal aufkochen lassen. Dann die Temperatur zurückschalten und für ca. 10 Minuten köcheln lassen. Den Topf vom Herd nehmen und die Hälfte der Gemüsestreifen herausnehmen.

Die Forellenfilets auf Gräten kontrollieren und längs halbieren. Den Fond erneut aufkochen und die Forellenfilets leicht salzen und einlegen. Bei geringer Hitze ca. 7 Minuten gar ziehen lassen. Die Filets aus dem Topf heben und die Haut abziehen.

Den Fond in einen Standmixer geben und sehr fein mixen. Nach und nach die kalten Butterwürfel dazugeben und die Sauce montieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Petersilienstreifen einrühren.

Die Fischfilets in tiefe Teller legen, mit Gemüsestreifen bedecken, die Kartoffeln dazu legen und mit der Sauce aufgießen. Alles mit Schnittlauch bestreuen.





















Eine Inspiration aus:














Mittwoch, 29. April 2026

Rezension: Essen für Leib & Seele von Hans Jörg Bachmeier

Seit vielen Jahren kennen wir Hans Jörg Bachmeier und schätzen seine Küche und seine Kochbücher sehr. Wir besuchen ihn regelmäßig in seinem Restaurant "Bachmeier Genussfreuden" am Isartor in München. Da blieb es natürlich nicht aus, dass ich auch alle seine Kochbücher kenne und rezensiert habe. 

Rezension zu "In der Welt daheim" von Hans Jörg Bachmeier

Rezension zu "Heimat schmeckt am besten" von Hans Jörg Bachmeier

Rezension zu "Streetfood - Imbiss für Feinschmecker" von Hans Jörg Bachmeier

Rezension zu "Einfach. Gut. Bachmeier." von Hans Jörg Bachmeier

Nun ist endlich sein neues Kochbuch erschienen. "Essen für Leib und Seele" präsentiert wieder die Rezepte seiner Fernsehsendung "Einfach. Gut. Bachmeier". Bei den Gerichten ist er seinem Stil treu geblieben und zeigt Gerichte, die eine Melange aus bayerischer Tradition und internationalem Twist sind.

Weitere Rezensionen gibt es bei:
Denise im Blog LeseLust & Löffel
und
Susanne im Blog Magentratzerl


Geprägt haben Hans Jörg Bachmeier drei deutsche Spitzenköche, bei denen er gearbeitet hat. (Heinz Winkler im Tantris, Alfons Schuhbeck im Kurhausstüberl und Fritz Schilling bei Feinkost Käfer) Bevor er sich mit dem Restaurant Bachmeier Genussfreuden selbständig gemacht hat, arbeitete er eng mit Eckart Witzigmann zusammen. In dieser Zeit entstanden auch einige Kochbücher und diese Erfahrungen kann er jetzt für die eigenen Kochbücher einbringen. Seit über 10 Jahren hat er im Bayerischen Fernsehen seine eigene Fernsehsendung "Einfach. Gut. Bachmeier". Dieser Titel passt sehr gut zu seinem Kochstil.

Bei seinen Mentoren stand höchste Produktqualität immer im Fokus und das hat er kompromisslos übernommen. So geht er gerne auf den Viktualienmarkt zum einkaufen und das sind ganz kurze Wege für ihn, da sein Restaurant in der Nähe ist. Da war es ihm ein Anliegen, dass er in seinem Kochbuch auch seine Produzenten vorstellt. So finden sich schöne Geschichten über den Fischer, die Metzgerin, den Kartoffelbauer und weitere interessante Produzenten. Als gebürtige Münchnerin hat mir natürlich die Vostellung der Chefin des Teufelrads auf der Wiesn sehr gut gefallen. Sie ist im Besitz alter Familienrezepte für bayerische Mehlspeisen und hat sie dankenswerterweise für das Buch zugänglich gemacht.

Auch die Rezeptkapitel orientieren sich nach den Lieferanten, die das Hauptprodukt liefern:
- Ein Gruß aus der Küche - Vorspeisen
- Schmankerl vom Land - Hauptspeisen mit Schwein, Rind und Geflügel
- Köstliches aus Fluss und See - Hauptspeisen mit Fisch und Meeresfrüchten
- Gutes aus Feld und Garten - Hauptspeisen mit Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchten
- Mit Mehl und Liebe - Mehlspeisen und Gebackenes
- Der süße Abschluss - Desserts

Das hat mich inspiriert, drei Rezepte auszuwählen und zu einem Menü zu kombinieren. Die Rezepte sind gut strukturiert und beschrieben. Man sollte einige Fachbegriffe kennen und in der Küche nicht ganz unbedarft sein. Zu jedem Rezept gibt es eine Auflistung der Zutaten und ein eigenes Rezeptbild. Mir ging das Nachkochen gut von der Hand und uns haben alle drei Gerichte sehr gut gefallen und geschmeckt. Besonders begeistert waren wir von dem Blaukrautsalat und der Joghurt-Panna-Cotta. Das wird es künftig öfter geben. Außerdem möchte ich noch zwei Fischgerichte ausprobieren.

Ein alphabetisches Zutaten- und Rezeptregister ist im Anhang zu finden und erleichtert die Suche nach einem bestimmten Rezept.


Marinierte Dorade mit Oliven-Sesam-Dressing






























Joghurt-Panna-Cotta mit Papaya-Limetten-Salat













Fazit:
"Essen für Leib und Seele" von Hans Jörg Bachmeier ist ein schönes Kochbuch, das Lust aufs Nachkochen macht. Viele bekannte Wohlfühlgerichte werden modern interpretiert und um internationale Komponenten ergänzt. Die meisten Zutaten sind in gut sortierten Supermärkten erhältlich. Vereinzelt ist der Besuch eines Fischhändlers oder Delikatessenhändlers notwendig. Ein bisschen Erfahrung in der Küche sollte man schon haben, für Kochanfänger dürfte es schwierig werden. Allerdings besteht immer noch die Möglichkeit sich einzelne Kochsendungen in der Mediathek anzusehen, um zu sehen, wie das Gericht gekocht wird.

Impressionen von der Kochbuch-Präsentation vom 16. April 2026:

Hans Jörg Bachmeier mit Sophie, dem heimlichen Stargast der Veranstaltung :-).

Räucherfischsülze mit Meerrettichmousse
Kabeljau mit geschmortem Spargel und Bärlauch-Hollandaise
Schinken-Käse-Krapferl mit Bärlauch-Dip

Arancini - gefüllte Reisbällchen
Boeuf Bourguignon mit Kartoffelstampf
Bayerische Creme mit Rhabarberkompott
Millirahmstrudel




Sonntag, 26. April 2026

Kochbücher zu Kitchen Impossible - Staffel 11 aus dem Jahr 2026

Mittlerweile macht es mir große Freude, mir Gedanken zu den passenden Kochbüchern rund um die Sendung Kitchen Impossible zu machen. Manchmal ist es ganz einfach und ich greife fast blind in das Kochbuchregal. Und manchmal ist es eine echte Herausforderung und fast nicht lösbar. Trotzdem finde ich, dass es immer Kochbücher gibt, die thematisch passen und die stelle ich Euch gerne vor. 

Die Kochbücher zu Staffel 10 aus dem Jahr 2025

Der Anfang ist gemacht - Kochbücher zu älteren Sendungen

Wer sich grundsätzlich für Kochbücher interessiert findet hier Kochbuch-Rezensionen nach Themen gegliedert.


Folge 1:
Tim Mälzer gegen Johannes Riffelmacher (Jo) und
Thomas Kosikowski (Cozy) alias salt & silver

Zum Auftakt der Staffel 11 geht es für alle drei nach Lissabon und dort servieren sie ihm erst einmal eine Ceviche. Dann spricht Tim mit ihnen über ihren Werdegang. So oft, wie das Kochbuch "salt & silver am Meer" erwähnt wurde, ist es ein Muss, es hier vorzustellen. Parallel habe ich das Kochbuch "Neue Heimat" von Tim dazugestellt. Es steht für sein kulinarisches Konzept.


Die Freude über die gemeinsame Zeit dauert nur kurz, bis Tim im Alentejo die Box bekommt. Sie enthält ein traditionelles Fischgericht von Leopoldo Garcia Calhau, dem Küchenchef des Restaurants Vila Alva.  Bevor es zu gemütlich wird, schickt Tim seine beiden Kontrahenten nach Ericeira, wo sie bereits auf ihrer großen Reise waren. Tim wusste, dass die beiden sich kulinarisch dort gut auskennen und füllte die Box mit einer Caldeirada und einem Frankensteinkuchen. Beide Gerichte stammen aus dem Clube Navale, der von Almerinda Santos Firmino Serra betrieben wird. Den Kuchen hat ihre Tochter Vanessa gebacken. Zu beiden Aufgaben passt das Kochbuch "Portugal", das einen guten Überblick über die traditionelle Küche der portugiesischen Regionen gibt.


Anais Delon Lugassy:
Portugal - Die besten Rezepte vom Atlantik bis zum Alentejo

Birgit Weidt: Das kreolische Kochbuch


Das Trio verlässt Portugal und Tim wird nach Marrakech geschickt. Mitten in der Medina bekommt er die Box, in der die traditionelle Suppe Harira steht. Gekocht wurde sie von Halima, die im Hotel-Restaurant Al Fassia arbeitet. Eine Besonderheit ist, dass dort hauptsächlich alleinstehende Frauen beschäftigt werden. Um es Tim nicht zu leicht zu machen, folgt auf die Suppe noch eine Pastilla. Beide Gerichte sind sehr traditionell und deshalb gibt es von mir auch drei Kochbücher, die für diese Art der Küche stehen.

Im Gegenzug werden Jo und Cozy mit der kreolischen Küche auf der Insel La Réuinon konfrontiert. In Le Tampon werden sie von Michelle Nativel mit dem traditionellen Gericht Boucané aus Schweinefleisch überrascht. Danach kommt noch ein Süßkartoffelkuchen. In meiner Kochbuchsammlung gibt es wenig Bücher zur kreolischen Küche. Eines davon habe ich hier mitgebracht. (Rezension zum Buch)


Robert Carrier: Die Kultur der marokkanischen Küche
Muriel Brunswig-Ibrahm: Taste of Marrakesh
Maria Seguin-Tsouli: Marokko-Kochbuch



Folge 2:
Roland Trettl gegen Martin Klein

In dieser Staffel übernimmt Roland Trettl einige Sendungen als Gastgeber, um Tim Mälzer zu entlasten, der mit anderen Aufgaben gebunden war. Sein perfekter Gegner ist natürlich Martin Klein, der rund 10 Jahre sein Sous-Chef war und seine Nachfolge im Restaurant Ikarus angetreten hat. Dieses besondere Restaurant im Salzburger Hangar 7 lädt jedes Jahr 11 Spitzenköche aus der ganzen Welt ein, um einen Monat kulinarisch zu gestalten. Den August übernimmt immer das Küchenteam des Ikarus selbst. Jedes Jahr erscheint ein Kochbuch und stellt alle Gastköche und ihre Menüs vor. 2013 war nicht nur das letzte Jahr von Roland Trettl als Küchenchef. Es war auch das letzte Jahr der Kollektion Rolf Heyne dieses Buch zu verlegen. Anfang 2014 übernahm Martin Klein die Leitung der Küche und das Ikarus verlegte das Kochbuch selbst. So bieten sich natürlich das letzte von Roland Trettl und das erste von Martin Klein als Empfehlung an.

Roland Trettl: Kulinarische Überflieger 2013
Martin Klein: Die Weltköche zu Gast im Ikarus 2014

Für seine erste Aufgabe empfängt Roland Trettl seinen Kontrahenten in seiner "neuen" Welt, dem Fernsehstudio der Sendung "First Dates" in Köln und der Bartender Nic Shanker serviert ihm einen Cocktail. Vielleicht ist dieser in seinem Buch "Perfekte Drinks" zu finden. Dann wird es ernst und er bekommt die Box.

Darin ist ein Oktopus im Wrap aus dem Kölner Restaurant Phaedra. Dazu noch einen Gin Basil Smash  mixen. Der Küchenchef, Konstantin Tzikas, steht für eine moderne, kreative griechische Küche und so passt das gleichnamige Kochbuch gut dazu (Rezension zum Buch). Franz Keller, ein ehemaliger 2-Sterne-Koch, ist sein Fleischlieferant und darf deshalb in der Jury sitzen. Sein Kochbuch "Kein Kochbuch für Anfänger" ist ein Klassiker.


Beatrice Aepli: Rhabarber
Christina Mouratoglou: Die neue griechische Küche
Franz Keller: Kein Kochbuch für Anfänger
Nic Shanker: Perfekte Drinks


Im Gegenzug schickt Martin Roland nach Amsterdam zum Sternekoch Joris Bijdendijk ins Restaurant Wils. Dort wird auf offenem Feuer gekocht. Er hat vier Kochbücher auf Niederländisch veröffentlicht, wovon zwei ins Englische übersetzt wurden. Ich habe mich für sein Suppenbuch entschieden, das sehr interessant ist.

Für die zweite Aufgabe geht Martin nach Finnland. In Helsinki erwartet ihn ebenfalls ein Sternekoch, Ari Ruoho, im Restaurant Ravintola Nokka. Seine Spezialität sind Wildgerichte, besonders vom Rentier. Dafür geht er auch selbst auf die Jagd. Ungewöhnliche Wildtiere sind auch in dem Kochbuch "Wilde Wildgerichte" zu entdecken. Der Autor ist ebenfalls Koch und Jäger. 

Zum Abschluss bekommt Roland eine kniffelige Aufgabe auf den Färöer-Inseln. Er trifft dort auf Sebastian Garcia Jiménez im Restaurant Raest, der auf Fermentation spezialisiert ist. Ursprünglich stammt er aus Mexiko und so ist sein Stil eine spannende Mischung aus mexikanischer und traditioneller Küche der Färöer Inseln. Dem entsprechend habe ich mich für ein mexikanisches ("Oaxaca") und ein nordisches ("Die neue nordische Küche") Kochbuch entschieden. Ergänzend dazu ein kleines Buch rund um den Rhabarber, da es dort sehr viel Rhabarber gibt, der die Küche ebenfalls prägt.


Joris Bijdendijk: Good Soup
Gabriel Arendt: Wilde Wildküche
Margareta Schildt-Landgren: Die neue nordische Küche
Bricia Lopez: Oaxaca

Folge 3:
Tim Mälzer gegen Alexander Herrmann

Tim Mälzer und Alexander Herrmann haben sich bei Kitchen Impossible bereits dreimal duelliert und nun steht wohl so eine Art Revanche an. Beide haben einen sehr unterschiedlichen Küchenstil und auch gastronomisch sehr unterschiedliche Wege genommen. Mit dem ersten Kochbuch von Tim und einem der wenige Kochbücher zur gepflegten Alltagsküche von Alexander Herrmann begegnen sie sich auf Augenhöhe. (Rezension zu "Schnell mal was Gutes")

Tim Mälzer: Schmeckt nicht - gibt's nicht
Alexander Herrmann: Schnell mal was Gutes

Tim fordert Alexander in seiner fränkischen Heimat heraus. Er schickt ihn zu Hannes Scammel ins Restaurant Froschgrundsee ins Rödental. Dort bekommt er sozusagen "Kloß mit Soß", das aus einem Schweinelendchen, gefüllt mit Bratwurstbrät, Wirsing und einem Kartoffelknödel besteht. Der Kloß wird nach einem Traditionsrezept vom Schwiegervater gekocht. Viele Anregungen rund um den Knödel sind im wunderbaren Buch "Knödel" von Florian Oberndorfer zu finden. Wer sich für fränkische Küche und fränkische Gastronomiebetriebe interessiert, für den habe ich zwei passende Bücher mitgebracht.


Angelika Hofmann und Agnes Manier: Genuss auf Fränkisch
Michael Müller und Corinna Brauer: Gscheitgut
Florian Oberndorfer: Knödel

Auch Alexander will Tim "kalt erwischen" und lässt ihn in seiner Heimatstadt Hamburg kochen. Auf dem Weg dort hin trifft er Steffen Henssler, sozusagen als Ablenkung. Steffen hat viele Kochbücher veröffentlicht, aber mein Lieblingsbuch wird immer "Hensslers Küche" bleiben, mit Fischgerichten und einem asiatischen Twist.

Für Tim geht es in das Hotel Haerlin, das er als sein "Wohnzimmer" bezeichnet. Alexander hat ihm ein Frühstück bestellt, aber Tim ahnt es schon - es kommt die Box. Darin ist ein Saint Pierre-Filet mit Farce in Zucchiniblüte gerollt. Und ebenfalls sehr klassischen Beilagen, wie Pommes Soufflée, Fenchelpüree und Paprikasauce. Das kann nur aus der Hand von Christoph Rüffer sein, der für seine Küche mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet ist. Von ihm gibt es ein sehr schönes Kochbuch mit Anspruch, aber trotzdem daheim machbar: "Zuhause kochen und geniessen". Tim weiß, wie anspruchsvoll das wird. Aber, Tim wäre nicht Tim, wenn er die Messlatte hoch legt. Er kann Christoph überreden, dass er in der nächsten Staffel gegen ihn antritt, wenn er zwischen 6 und 7 Punkte erreicht. So ist er gleich noch mehr motiviert.


Steffen Henssler: Hensslers Küche
Christoph Rüffer: Zuhause kochen und geniessen


Tim bleibt dabei Alexander vermeintlich einfache Aufgaben zu stellen und schickt ihn nach Santa Teresa Gallura auf Sardinien. In der Box liegt ein Raviolo Gallurese, gekocht von Chicca Ortu im Restaurant Li Ciusoni. Dort ist man spezialisiert auf typische Speisen aus der Region Gallura und das ist oft das tückische bei Aufgaben in Italien. Jede Region hat eigenständige Spezialitäten und die Menschen dort legen Wert auf jedes Detail. Mit dem Raviolo ist es nicht genug und als zweites Gericht taucht Zuppa Gallurese auf, eine Art Brotauflauf mit Käse und Brühe. Mit "Cucina della Sardegna" stelle ich ein Kochbuch aus einem Verlag vor, den es leider nicht mehr gibt. Im Hugendubel-Verlag sind schöne und sehr authentische Kochbücher zu Länderküchen erschienen. Die beiden Autoren Manuela Zardo und Hellmuth Zwecker organisierten kulinarische Reisen nach Italien und haben auch ein Weingut in Umbrien. Auch mit dem zweiten Buch "La Cucina Sarda" kann man sardische Traditionsrezepte kennenlernen.


Manuela Zardo und Hellmuth Zwecker: Cucina della Sardegna
Herbert Taschler und Udo Bernhart: La Cucina Sarda

Tim wird auch beim zweiten Mal in seiner Komfortzone "erwischt". Er muss nach Alcúdia auf Mallorca zum Olivenbauer Solivellas. Auf deren Finca Es Guinyent hat er einige Zeit nach seinem Burn-Out verbracht und ist mit der Familie befreundet. Für die Wiedersehensfreude bleibt nicht viel Zeit, die Box ist schon im Anmarsch und ihr steckt Arroz Brut. Das ist ein Eintopf mit Huhn, Ente, Schwein und Reis aus dem Restaurant Los Patos, gekocht von Bernart Gost Perello. Dazu passen die beiden älteren Kochbücher, die meine Empfehlung sind. "Cuina Mallorquina", ebenfalls aus dem Hugendubel-Verlag und "Mallorca Küche" von Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer.

Gabriela Kunze, Christoph Mann und Elke Mikhail: Cuina Mallorquina
Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer: Mallorca


Folge 4:
Roland Trettl gegen Lukas Mraz

Zum zweiten Mal übernimmt Roland Trettl die Gastgeberrolle für Tim Mälzer und duelliert sich mit Lukas Mraz. Dieser war schon ein paar Mal dabei und ist bis jetzt ungeschlagen. Ein Kochbuch von ihm gibt es bis jetzt nicht. Zusammen mit Philip Rachinger und Felix Schellhorn hat er sich zur Healthy Boy Band zusammen geschlossen. Die drei haben ein paar Magazine herausgegeben, den Band 1 zeige ich hier. Für Roland Trettl habe ich diesmal kein Kochbuch mitgebracht, sondern sein Buch "Serviert", in dem er die "Wahrheit über die besten Köche der Welt" erzählt. Als Bonus gibt es noch 10 Rezepte dazu.

Roland Trettl: Serviert - Die Wahrheit über die besten Köche der Welt
Healthy Boy Band: Healthy Times

Die erste Aufgabe führt Lukas nach Brasov in Rumänien. Natürlich muss er Schloss Bran besuchen um den Kontext zu Knoblauch und Graf Dracula herzustellen. Für Liebhaber der Knolle empfehle ich ein älteres Buch aus dem Hugendubel Verlag, den es leider nicht mehr gibt.

Oana Coanta, Küchenchefin aus dem Fogarascher Land in Transsilvanien, steht für eine neu interpretierte rumänische Küche. In ihrem Bistro de l'Arte gibt es Kaninchen-Fleischbällchen mit Polenta-Pancake und Sauerkrautsaft-Meerrettich-Sauce und das steckt auch in der Box. Die passenden Kochbücher dazu sind Carpata und Rumänien - Kulinarische Streifzüge. Es war interessant, dass die Gerichte in beiden Büchern sehr ähnlich sind, allerdings in Carpata deutlich moderner interpretiert werden.

Irina Georgescu: Carpatia
Dorothea Filip: Rumänien - Kulinarische Streifzüge
Peter C. Hubschmid: Garlic - Küche für Knoblauch-Freunde

Für Roland geht es nach Bratislava in der Slowakei. Dort hat Lukas eine ganz besonders ausgefuchste Aufgabe für ihn, die mit der slowakischen Küche nichts zu tun hat. Trotzdem habe ich ein slowakisches Kochbuch herausgesucht, da ich festgestellt habe, dass es dazu nur sehr wenige gibt.

In der Box ist ein Teller mit den Sushi-Spezialitäten Toro-Taku und Lachs Nigiri. Roland versteht die Welt nicht mehr, da die Slowakei ein Binnenland ist und fangfrischer Fisch kaum zu bekommen ist. Die Verwunderung wird unterbrochen mit einem zweiten Gericht: Hotate Shinjo, eine Suppe aus Dashi-Fond und Muschelbrühe mit einer Einlage aus Fischfarce mit Jakobsmuscheln, Mayonnaise und Sakesud. 

Gekocht wurde von Kazune Takeuchi und Yuya Fujita aus dem Restaurant Edomae Sushi Matsuki. Sie verwenden die Edomae-Technik, bei der Fisch in Koji oder Sojasauce mariniert wird. Damit gleichen sie das Manko der Frisch aus. Für diese spezielle Technik habe ich ein Buch entdeckt, dass aber schwer erhältlich ist. Deshalb empfehle ich "Sushi - Rezeptbuch", in dem alles rund um Sushi sehr genau und mit Bildanleitungen beschrieben ist. Wer sich über die japanischen Küche allgemein informieren möchte, kann das mit dem Buch von Kimiko Barber. 

Da Bratislava nicht weit entfernt ist von Wien gibt es auch viele Besucher von dort. Einer davon ist Paul Ivic vom Restaurant Tian. Er ist Jurymitglied und bekannt für seine vegetarische Küche, obwohl er kein strenger Vegetarier ist. 


Kimiko Barber: Die Japanische Küche
Paul Ivic: Vegetarisch
Ryuichi Yoshii: Sushi - Rezeptbuch
Kikuo Shimizu: Edomae Sushi
Stefan Murga Ruzena Murgova: Slowakische Küche


Für seine zweite Aufgabe reist Lukas nach Karlstad in Schweden. Dort erwartet ihn keine nordische Küche sondern ein Wohnmobil, in dem er die Nacht verbringt. Am nächsten Tag gibt es die Box direkt an die Tür. Der Inhalt ist orienalisch: Mezze mit Moussaka, Falafel, Börek und Tahchin (Safranreis mit Joghurt). Gekocht hat das Fariba Ranjbar im Cafe Slusswakten. Sie hat persische und türkische Wurzeln und dementsprechend ist ihre Küche beeinflusst. 

Kochbücher zur türkischen und persischen Küche habe ich reichlich und eine kleine Auswahl getroffen. (Link zur Rezension von "Das persische Kochbuch") Für die Türkei ein rein vegetarisches Kochbuch (Link zur Rezension) und eines des türkisch-stämmigen Kochs Ali Güngörmüs. Für den Iran zwei meiner Lieblingsbücher zu dieser Küche, zusätzlich noch ein ganz besonderes Buch, das sich um den Safran dreht. Der Safran ist eine zentrale Zutat in Persien.


Ali Güngörmüs: Meine türkische Küche
Susanne Fischer-Rizzi: Gold in der Küche - Safrankochbuch
Orhan und Orkide Tancgil: Türkei vegetarisch
Gabi Kopp: Das persische Kochbuch
Forough und Sahar Sodoudi: Hier fließt die Liebe - Persische Küche

Die Sendung war reich an skurrilen kulinarischen Aufgaben, aber das wurde alles getoppt mit der zweiten Aufgabe, die Lukas an Roland gestellt hat. Es geht nach Berlin, wo Lukas als Küchenchef der legendären Cordobar tätig war. Dort lernte er Tobias Beck kennen, der im ebenso legendären Clärchens Ballhaus kocht. Dieser nimmt ihn auf eine kleine Reise durch das Berlin von Lukas und wird später auch in der Jury sitzen. Deshalb hat es zum ersten Mal ein Buch in diese Auswahl geschafft, das kein Kochbuch ist. Aber es ist so charmant, dass ich nicht daran vorbei kam.

In dieser tollen Location bekommt Roland die Box. Das Gericht begeistert ihn geschmacklich, aber er sieht auch die große Herausforderung und ist gespannt auf den Originalkoch. Den trifft er dann in der österreichischen Botschaft. Lukas Huemer ist gelernter Koch und Bäcker. Er ist an den Küchen aus der ganzen Welt interessiert und hat einen eigenen Kopf. Entsprechend sieht die Aufgabe aus. In der Box ist ein Sandwich, bestehend aus Brioche, chinesischem Omelette, Fried Chicken, Eiercreme und gehobeltem Spitzkohl.

Da konnte ich nur Koch- und Backbücher kombinieren, die das Thema im Ansatz aufgreifen. Natürlich ein ganz klassisches Backbuch für Brot, aber auch ein sehr individuelles von meinem Freund Matthias Loidl. Er backt in einem Backhaus und hat sich den Beruf des Bäckers selbst erarbeitet. Die Bäckerinnung in München hat ihm, nach erfolgreicher Prüfung, den Meistertitel verliehen. Für das grobe Thema Österreich habe ich ein Buch des Wiener Hofbäckers Demel und ein Kochbuch von Bernie Rieder dabei. Er war Koch bei Roland Trettl im Hangar 7 und hat es mit seinem Buch geschafft, der klassischen österreichischen Küche einen modernen Twist zu verleihen. Ein sehr empfehlenswertes Buch - Link zur Rezension.


Gotthard Böhm: Die K. u. K. Hofzuckerbäckerei Demel
Matthias Loidl: Brot backen mit den Jahreszeiten
Marion Kiesow: Clärchens Ballhaus
Christian Teubner: Die 100 besten Rezepte aus aller Welt - Brot und pikantes Gebäck
Bernie Rieder: Österreichische Küche - reloaded


Folge 5:
Viki Fuchs gegen Cornelia Poletto gegen Elif Oskan

Folge 5 hat eine reine Damen-Runde parat. Es ist eine Team-Aufgabe, bei der die drei Spitzenköchinnen sich zu drei unterschiedlichen Teams zusammen tun und gemeinsam eine Aufgabe bewältigen. Es gewinnt auch das Team und keine Köchin alleine. 

Drei sehr unterschiedliche, aber auch sehr sympathische, Köchinnen bestreiten die Sendung. Cornelia Poletto ist immer noch die Grande Dame der italienischen Küche in Deutschland und ich schätze mich sehr glücklich, dass ich noch in ihrem Sternerestaurant in Hamburg essen konnte. Sie hat einige Bücher veröffentlicht. Darunter ist ihre "Kochschule", die besonders die Nudeln in den Fokus stellt.

Viki Fuchs führt mit ihrer Schwester zusammen das Hotel und Restaurant "Spielweg" im Schwarzwald. Sie ist bekannt für ihre Liebe zu Wild und der asiatischen Küche. Das kombiniert sie bestens. Trotzdem bleibt die traditionelle badische Küche nicht auf der Strecke. Beide Stile zeigt sie in ihrem Kochbuch.

Elif Oskan wurde in der Türkei geboren, wuchs aber in Zürich auf. Dort lebt und arbeitet sie heute. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Markus Stöckle, betreiben sie die Restaurants "Gül" und "Rosi". Sie steht für eine moderne anatolische Küche, die sie in ihrem Kochbuch vorstellt. So wie Viki ist sie in einigen Fernsehformaten zu sehen. 

Zusammen gehören die drei zu Spitzenköchinnen in Europa, wie Cornelia anmerkt. Schon seit vielen Jahren steht das Kochbuch "Sterneköchinnen" in meinem Regal und ich schätze es sehr. Es ist das passende Buch zur Thematik.


Elsbeth Hobmeier: Sterneköchinnen
Elif Oskan: Cüisine
Cornelia Poletto: Polettos Kochschule
Viktoria Fuchs. Halb so wild

Aufgabe 1 - Cornelia und Elif

Die erste Aufgabe bestreiten Cornelia und Elif im bayerischen Mittenwald. Es beginnt harmlos. Nach dem Besuch einer Bäckerei, wo es tolle Brezen gibt, geht es mit der Bergbahn ins Karwendelgebirge. Dort oben wird die Box auf einem Picknickplatz serviert. Die beiden träumen noch von der bayerischen Küche und in der Box liegt ein Teller aus einem Restaurant mit 2 Sternen. 

Das japanisch inspirierte Fischgericht stammt von Christoph Rainer, dem Küchenchef des Restaurants "Ikigai" im Hotel Schloss Elmau. Weltweite Aufmerksamkeit erreichte es durch den G 7-Gipfel und dem Foto von der langen Bank mit Barack Obama und Angela Merkel. Die Aufgabe hat Viki gestellt, die dort gearbeitet hat, bevor sie wieder nach Hause in den Spielweg gegangen ist.

Glücklicherweise gibt es ein Kochbuch, das die Küche von Christoph Rainer porträtiert. Das Gericht "Hiramasa Kingfish mit Kujyo-Negi-Vinaigrette, Reischip und Austernkrauteis" ist sehr herausfordernd, da es aus vielen kleinen Details besteht und braucht auch eine entsprechend qualifizierte Jury. Unter den Jurymitgliedern ist Andreas Hillejahn, der in der Nähe im "Marktrestaurant" kocht und mit einem Stern ausgezeichnet ist. Er hat in einem Sammelband der Jeunes Restaurateurs einige Rezepte veröffentlicht. 


Christoph Rainer: My culinary Ikigai
Thomas Ruhl: Die junge bayerische Küche - Von Tradition und neuen Einflüssen

Aufgabe 2 - Elif und Viki

Für die zweite Aufgabe reisen Elif und Viki nach Skagen in Dänemark. An der Küste bestellen sie sich zuerst Fish 'n' Chips und werden an Pier 9 gebeten. Dort liegt, die AIDAnova, ein riesiges Kreuzfahrtschiff und die beiden gehen an Bord, wo schon die Box auf sie wartet. Kulinarisch ist alles möglich, da die Aida 18 verschiedene Restaurants hat, in denen 340 Köche arbeiten. Alle diese unterschiedlichen Konzepte werden im Kochbuch "Aida - Rezepte und Meer" vorgestellt.

Der Teller stammt aus dem "Rossini Gourmet-Restaurant" und wurde gekocht von Franz Schned, der an dem Buch mitgearbeitet hat. Das Wagyu-Schulterscherzl mit Mais-Komponenten stellt die beiden doch vor einige Herausforderungen, da der Mais sehr vielfältig verarbeitet wurde. Mais ist ein spannendes Gemüse und so habe ich auch ein Kochbuch mitgebracht, dass ihn im Fokus hat.


Nora Aschacher: Mensch & Mais
Franz Schned: Aida - Rezepte und Meer

Aufgabe 3 - Conny und Viki

Die letzte Aufgabe findet an einer exotischen Destination statt. Elif schickt Conny und Viki nach Willemstad auf Curaçao. Landestypisch wird die Box von einer Frau gebracht, die diese auf dem Kopf trägt. Darin befindet sich die Suppe Kadushi. Es ist ein sehr traditionelles Rezept mit einer Vielzahl von Zutaten: Hechtmakrele, Muschelfleisch, getrocknete Garnelen, gesalzene Schweineschwänzchen und Rippchen und Kaktus. Als Beilage gibt es dazu Funchi, eine Polenta.

Die Originalköchin Geraldine Boelijn, genannt Zus für süß, hat auch noch ein zweites Gericht dabei. Es nennt sich Kömköber und ist ein Stachelgurkeneintopf, erneut mit gesalzenen Schweineschwänzchen und Rippchen, aber auch mit Ziegenfleisch, kleinen Stachelgurken, Kartoffel, Zwiebel und Tomate. Die Beilage ist ebenfalls Funchi. Als ob das schon nicht schwierig genug ist, kocht Zus in ihrem Restaurant "Zus di Plaza" nur auf offenem Feuer. Da gab es einige Hürden für die beiden Köchinnen zu überwinden.

Kreolische Kochbücher gibt es einige, ich habe zwei besonders schöne und authentische herausgesucht.


Babette de Roizières: Die kreolische Küche
Virginia Burke: Karibik Food


Folge 6:
Tim Mälzer gegen Philip und Helmut Rachinger

Diesmal misst sich Tim gegen ein Vater-Sohn-Team. Die beiden kochen und betreiben das Hotel-Restaurant Mühltalhof im oberösterreichischen Mühlviertel. Philip Rachinger ist Mitglied der Jeunes Restaurateurs Österreich. Letztes Jahr ist ein sehr schönes Kochbuch erschienen, das die Betriebe und deren Signature-Gerichte vorstellt (Rezension). Dazu passt sehr gut das Kochbuch "Heimat", in dem Tim seine Interpretation heimatlicher Rezepte zeigt.

Signatures: Österreichs junge Spitzenköche
Tim Mälzer: Heimat

Aufgabe 1 - Helmut und Philip Rachinger

Der Wettkampf beginnt für die beiden in Montenegro. Dort hat die Köchin Svetlana, die ursprünglich aus Serbien stammt, Sarma in die Box gestellt. Das sind Krautwickerl, die mit Fleisch und Reis gefüllt sind und auf dem Feuer gekocht werden. Das Besondere sind die Krautblätter, die vorher wie Sauerkraut fermentiert wurden. Svetlana beschreibt ihre Küche als eine Mischung aus Balkan und Orient.

Ein brauchbares Kochbuch zu Montenegro habe ich nicht gefunden, aber das Rezept für die Sarma in zwei meiner Bücher. "Ibrik" stellt die moderne Balkan-Küche vor und "Die kulinarischen Streifzüge durch Jugoslawien" ist ein älteres Buch mit sehr traditionellen Gerichten. Es ist interessant beides zu vergleichen.

Ecaterina Paraschiv-Poirson: Ibrik
Gerda Rob: Kulinarische Streifzüge durch Jugoslawien

Aufgabe 2 - Tim Mälzer

Auf diese Aufgabe war ich sehr gespannt, da Tim an den Attersee geschickt wurde, den wir schon sehr oft besucht haben. Das Hanslmann in Steinbach kannten wir noch nicht. Dort kocht Gina Brandlmayr und führt das Haus. Sie ist Autodidaktin und Künstlerin. Da es sonst keine weiteren Familienmitglieder gibt, hat sie sich entschlossen das Haus zu übernehmen und zu bewahren.

Die Aufgabe, die sie Tim gestellt hat, war eine große Herausforderungen. Die Übergabe der Box wurde sehr nobel gestaltet. Sie wurde von einem Urenkel Kaiser Franz-Josefs im ehemaligen Feriendomizil gebracht. In der Box war eine Brotzeit, wie Gina das nennt. Diese Brotzeit bestand aus einem Schweinebraten mit Erdapfelkaas und Koriander-Minz-Sauce. Dazu noch ein Blaukraut-Rote-Bete-Salat, eine sehr spezielle Butter und Baguette. Das reichte noch nicht, als Dessert gab es noch Zwetschgen-Povesen.

Gina hat einen sehr eigenen Stil, da sie weitgereist ist und sich von Einflüssen aus allen möglichen Länderküchen für ihre Gerichte inspirieren lässt. Sie verwendet eine Vielzahl von Gewürzen, Kräutern und Aromen. Dazu ein passendes Kochbuch zu finden ist eine kleine Herausforderung. "Von Abalone bis Zuckerwurz" und "Food - Die ganze Welt der Lebensmittel" sind keine klassischen Kochbücher, sondern sehr umfassende Sammlungen von Zutaten mit viel Detailinformationen. Man kann sie als Zutaten-Lexikon bezeichnen. Das "Aromakochbuch" hat Rezepte, die von der Herangehensweise ähnlich sind. Hier steht eine Zutat im Vordergrund und dazu gibt es eine individuelle Mischung von Kräutern und Gewürzen, um ein Gericht damit zu kochen.

Tim war von dem Kochstil nicht sehr begeistert und ganz spontan kam mir der Spruch von Johann Lafer in den Sinn: "Geschmack kommt vom Kochen und nicht vom Würzen". Deshalb habe ich mein Lieblingskochbuch von ihm mitgebracht. Es enthält viele schöne Rezepte, die man daheim sehr gut kochen kann. Ich habe bereits einiges ausprobiert.


Erich Lück: Von Abalone bis Zuckerwurz
Enna Kille: Aroma Kochbuch
Teubner Food: Die ganze Welt der Lebensmittel
Johann Lafer: Johanns Küche



Aufgabe 3 - Helmut und Philip Rachinger

Endlich gibt es wieder eine Aufgabe in Asien. Es geht nach Bangkok, der Hauptstadt von Thailand, wo ein Gericht von Duang Salabsee auf die beiden wartet. Sie stammt aus Korat und das ist die Abkürzung für Nakhon Ratchasima, einer Provinzhauptstadt im Nordosten Thailands. Und so heißt ihr Gericht Gang Kai Korat mit Kanom Djien. Dahinter verbirgt sich ein Hähnchencurry mit Reisnudeln nach Korat Art.

Passend zum Thema Länderküche aus Thailand habe ich vier sehr schöne Bücher herausgesucht. Nicht fehlen darf natürlich die sogenannte Bibel der Thai-Küche: "Thai Food" von David Thompson. Nach der Auflösung des ursprünglichen Verlags wurde es sogar von einem anderen Verlag neu aufgelegt. Einen ähnlichen Stellenwert hat "Thailand" aus dem Phaidon Verlag. "Angie Thai Kitchen" steht noch nicht lange bei mir im Regal. Es ist ein sehr authentisches Kochbuch mit gut nachkochbaren Rezepten einer jungen Influencerin. Das vierte im Bunde ist spezialisiert auf Streetfood in Bangkok.


Ben Kindler: Bangkok
Angela Hemm: Angie Thai Kitchen
Jean-Pierre Gabriel: Thailand
David Thompson: Thai Food

Aufgabe 4 - Tim Mälzer

In der Camargue beginnt es für Tim ganz entspannt mit einem Ritt über eine Rinderweide. Nach der Ankunft bei einem schönen Landhaus wartet schon die Box auf ihn. Und die Enttäuschung ist groß, es gibt keine französische Landhausküche. Das Gericht stammt aus Vietnam und Tim versteht die Welt nicht mehr.

Philip hat mit der Köchin Céline Pham im Saturne, einem Pariser 3-Sterne-Restaurant, zusammengearbeitet. Seit drei Jahren lebt sie in Ales, Camargue und betreibt das Restaurant Inari. Sie interpretiert die Phô neu, mit Zutaten die lokal erhältlich sind. So gibt es Räucheraal statt Fisch und die Brühe wird aus einer Rinderbacke gemacht. Eine kleine Zusatz-Schwierigkeit sind die selbstgemachten Reisnudeln.

Kochbuch-Klassiker zur vietnamesischen Küche sind die beiden Bücher von Luke Nguyen, die ebenfalls von einem anderen Verlag neu aufgelegt wurden. Zu meinen Lieblingsbüchern zählt "Das Geheimnis der vietnamesischen Küche" von Kim Thuy (Rezension). Und natürlich darf ein Buch mit dem Titel "Simply Pho" nicht fehlen.


Luke Nguyen: Vietnam
Luke Nguyen: Vietnam 2
Kim Thuy: Das Geheimnis der vietnamesischen Küche
Thuy Diem Pham: Simply Pho


Folge 7:
Roland Trettl gegen Hans Neuner

In der vorletzten Folge der Staffel übernimmt Roland Trettl wieder die Rolle des Gastgebers. Sein Konkurrent ist Hans Neuner. Der Tiroler lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Portugal und ist dort mit zwei Michelinsternen ausgezeichnet. Im Jahr 2020 war Hans Gastkoch im Salzburger Restaurant Ikarus. Allerdings war Roland damals nicht mehr Küchenchef. Dafür ist sein Kochbuch Smart Food noch zu seiner Salzburger Zeit entstanden.

Martin Klein: Die Weltköche zu Gast im Ikarus - Band 7
Roland Trettl: Smart Food

Aufgabe 1 - Hans Neuner

Für Hans startet es in Lazise am Gardasee. Roland hat ihm eine sehr persönliche Aufgabe gestellt und schickt ihn zu seiner Familie. Auf Corte Praveccio, dem Gut der Familie, begrüßen ihn seine Nichte Mia und sein Vater. Später kommen noch weitere Familienangehörige dazu. 

Nach etwas Arbeit im Weingarten gibt es die Box mit einem ganz klassischen Gericht der Cucina Povera: Kutteln in Tomatensauce mit Parmesan (Trippa alla parmigiana). Es stammt aus dem Restaurant Pacengoto in Lazise und ist eines der Lieblingsgerichte der Familie. Zubereitet hat es der Küchenchef und Inhaber Stefan Turco. Im Restaurant wird Hans von einer zweiten Box überrascht mit einem Dessert der Cucina Povera: Sbrisolana. Auch das ist ein Lieblingsgericht der Familie.

Es gibt einige kulinarische Bücher zum Gardasee, in denen typische Gerichte und Restaurants vorgestellt werden. Das Aktuellste ist "Zu Gast am Gardasee" vom Callwey Verlag. "Gardasee - Das Kochbuch" stammt von der Journalistin Monika Kellermann, die viele Jahre am Gardasee lebte und arbeitete. Auch "Cucina Gardesana" stammt von profunden Kennern des kulinarischen Italiens und ist das Älteste der drei Bücher. Wer sich für traditionelles italienisches Gebäck interessiert, der wird bei Melissa Forti fündig.

Monika Kellermann: Gardasee - Das Kochbuch
Christine von der Pahlen: Zu Gast am Gardasee
Manuela Zardo und Hellmuth Zwecker: Cucina Gardesana
Melissa Forti: Backen

Aufgabe 2 - Roland Trettl

Wer sich für Spitzenküche interessiert, wusste bereits beim Lesen des Reiseziels, wer der Originalkoch ist. Frisange in Luxemburg ist die Heimatstadt von Léa Linster und dort hat sie das Restaurant ihrer Eltern übernommen und dafür einen Michelinstern erkocht. Seit ein paar Jahren hat sie sich zurückgezogen und backt leidenschaftlich Madeleines. Letztes Jahr durften wir sie als Gastköchin in München erleben (Link). 

Natürlich hat sie es sich nicht nehmen lassen, Roland persönlich zu empfangen und in eine Weinbar einzuladen. Statt einem Glas Wein bekam Roland die Box mit einem Gericht von Louis Linster, der das Restaurant seiner Mutter übernommen hat und es zum zweiten Stern führen konnte. In der Box ist ein Fischgericht, das sehr anspruchsvoll ist und eine Waffel. Der Saibling mit Dashi Beurre Blanc und Brokkoli hat Roland schon herausgefordert, aber die kleine Waffeln mit Parmigiano und Muskatnuss war noch komplexer.

Da der Parmesan stark im Vordergrund der fachlichen Diskussion stand, möchte ich ein Buch über den Parmesan, mit viel Fachwissen und Rezepten des Frankfurter Sternekochs Carmelo Greco empfehlen. Kaum jemand kennt das Buch "Das Erlebnis Käse" von Roland Trettl und es passt perfekt zum Thema. Louis hat noch kein Kochbuch veröffentlicht. Von seiner Mutter habe ich einige Bücher und ihr erstes ist mir immer noch ihr liebstes.

Lea Linster: Einfach und genial
Ansgar Pudenz: Parmesan
Roland Trettl: Das Erlebnis Käse

Aufgabe 3 - Hans Neuner

Hans reist nach Maribor in Slowenien und ist überrascht, wie nah es an Österreich ist. Bevor er es richtig realisiert, ist er in Österreich, genauer gesagt in Ehrenhausen in der Süd-Steiermark. Mittlerweile gibt es viele Winzer in der Steiermark, die auch Weingärten in Slowenien bewirtschaften, wie auch die Familie Tement. Stilgerecht wird die Box im Weinkeller präsentiert und enthält ein Gericht von Gerhard Fuchs, der Küchenchef im Restaurant Weinbank ist. Das Restaurant wird ebenfalls von der Familie Tement betrieben und ist mit einem Michelinstern ausgezeichnet.

Zwei Dinge stehen bei dieser Aufgabe im Fokus: der Amurkarpfen mit Rhabarber und Erbsen und die Kaisersemmel. Hans muss bei einem Fischzüchter den Fisch selbst fangen. Dies hilft ihm aber, den richtigen Fisch herauszufinden. Wenig begeistert ist er über die Kaisersemmel, da gibt es die übliche Schimpferei, dass ein Koch kein Bäcker ist. Wer gerne Semmeln backen möchte, dem hilft vielleicht das Buch "Zeit für gute Brötchen". Von Gerhard Fuchs gibt es schon seit einigen Jahren ein Kochbuch, in dem auch Rezepte mit Amurkarpfen enthalten sind. Geschmacklich ist bei diesem Gericht der Rhabarber sehr wichtig. Deshalb noch einmal die Empfehlung für ein Buch über dieses Gemüse.


Gerhard Fuchs: Meine Süd-Steiermark
Sonja Bauer: Zeit für gute Brötchen
Beatrice Aepli: Rhabarber

Aufgabe 4 - Roland Trettl

Zum Abschluss geht es für Roland nach Tsaghkunk in Armenien. Die Box vom Küchenchef Hayk Veyshtort aus dem Restaurant Tsaghkunk erhält er vor einer kleinen Kirche mit einem traumhaften Blick in die Landschaft. Der Inhalt begeistert ihn. Zuerst holt er den, mit Reis, Trockenfrüchten und Nüssen gefüllten, Kürbis heraus. 

Das Gericht heißt Ghapama mit Lavash. Lavash ist ein hauchdünnes Brot, das von den Mitarbeiterinnen Anna Esayan und Goar Gareginian gebacken wurde. So ein Brot durfte ich einmal in meinem Leben essen, im Jemen. Dafür wird der Teig als ganz dünner Fladen ausgerollt und dann an die Innenwand eines Tandooriofens geschlagen. Da bleibt er kleben und wird knusprig gebacken. Die Konsistenz ist ähnlich zu Blätterteig. Wenn man das nicht mit viel Erfahrung macht, schafft man es nicht. So erging es auch Roland.

Wer mehr zur armenischen Küche wissen will, wird fündig bei "Yerevan" und "Kaukasis". Letzteres stellt die Küche der gesamten Balkan-Region vor (Link zur Rezension). Zum Kürbis ist das Buch "Kürbis & Zucchini" von Eckart Witzigmann passend. Er war der langjährige kulinarische Mentor von Roland.


Olia Hercules: Kaukasis
Marianna Deinyan: Yerevan
Eckart Witzigmann: Kürbis und Zucchini


Folge 8:
Tim Mälzer gegen Matthias Diether gegen Anton Schmaus

Zum Abschlus der Staffel 11 gibt es wieder eine Friends-Edition. Diesmal in der Besetzung mit Tim Mälzer, Anton Schmaus und Matthias Diether. Anton betreibt einige Restaurants in Regensburg, darunter sein Flagschiff "Storstad" und das japanische Restaurant "ASKA". Bekannt wurde er auch als Koch der deutschen Fussball-Nationalmannschaft. Beide sind mit einem Michelinstern ausgezeichnet. Matthias Diether konnte für sein Restaurant 180° in der estnischen Hauptstadt Tallinn bereits zwei Sterne in Empfang nehmen. 

Tim Mälzer: Die Küche
Anton Schmaus kocht: Weltoffen - Kraftvoll - Bodenständig
Baltic Chefs: The Cookbook
Petra Milde: Schottland


Aufgabe 1 - Tim Mälzer und Anton Schmaus

Der Wettkampf startet in Kirriemuir in der Region Angus mit einem ortsansässigen Standardgericht. Vor der Verkostung der Box dürfen Tim und Anton noch eine reduzierte Form der Highland Games bestehen. Das Wettbewerbsgericht ist Shepherd's Pie aus dem Restaurant Moss in Edinburgh. Der Küchenchef Henry Dobson hat es nach dem Rezept seiner Mutter und Großmutter zubereitet. In dem Kochbuch "Schottland" von Petra Milde sind Rezepte dieser Art zu finden.

Henry ist auf der Selbstversorgerfarm seiner Eltern aufgewachsen und die beiden Kontrahenten werden dort, in der Originalküche seiner Mutter kochen. Die größte Herausforderung ist der Aga, ein Ofen, der mit Erdöl betrieben wird. Dazu gibt es sogar Kochbücher, allerdings nur in englischer Sprache.

Tim und Anton fühlen sich sehr wohl mit der Aufgabe, bis der zweite Teil kommt: ein Chiffon Kuchen. Henry ist mit einer Japanerin verheiratet und hat sogar in Japan gelebt. Für den Kuchen verwendet er eine Mischung aus französischen und japanischen Techniken. Tim ist begeistert von der Qualität des Kuchens. Ich habe ein spezielles Buch zu Chiffon Kuchen und zwei Bücher mit japanischem Gebäck mitgebracht.


Pâtisserie Takumi: Japanisch Backen
Simone Wille: Tokyo Cakes
Fawn Caddell: 275 Must-Make Chiffon Cake Recipes
Richard Maggs: The Complete Book of Aga Know-how


Aufgabe 2 - Anton Schmaus und Matthias Diether

Die Kontrahenten bleiben in Schottland. Für Anton und Matthias geht es in die Highlands, nach Pitlochry. Für den Spaßfaktor hat Tim eine rasante Fahrt mit zwei Quads organisiert. Das Ziel ist natürlich die Box. Der Inhalt ist anspruchsvoller: ein Gericht mit Fisch und Gemüse, dem man ansieht, dass es aus der Spitzenküche stammt.

Verantwortlich dafür ist Scott Davies, der Küchenchef des Restaurants "The Old Manse". Scott hat viel Erfahrung mit Fisch und liebt es ihn zuzubereiten. Sein Restaurant liegt im Cairngorms Nationalpark und deshalb kombiniert er ihn gerne mit Wildpflanzen, die dort wachsen.

Der Fokus des Gerichts liegt auf dem Fisch und den Wildpflanzen. Dazu habe ich vier sehr schöne Kochbücher herausgesucht, die das Thema treffen.



Josh Niland: Der ganze Fisch
Teubner Edition: Das große Buch vom Fisch
Valentino Brienza: Moos. Fisch. Rinde. Blatt
Meinrad Neunkirchner: So schmecken Wildpflanzen


Aufgabe 3 - Tim Mälzer und Matthias Diether

Zum Abschluss hat Anton eine besondere Aufgabe für Tim und Matthias gestellt. Erst lässt er die beiden gute Umgangsformen lernen und schickt sie zu einem Butlerkurs in Edinburgh. Nach dem perfekten Eindecken des Tisch, kommt die Box mit einem veganen Black Pudding mit Erbsenpüree. Allerdings mit einem sehr ungewöhnlichen, der Blutpudding ist vegetarisch.

Das Gericht stammt aus dem Henderson's, dem ersten vegetarichen Restaurant in Großbritannien. Aktuell ist es das einzige in Schottland. Küchenchef ist Barrie Henderson, dessen Großmutter eine Gemüsefarm hatte und das Restaurant gründete.

Der Blutpudding besteht aus einer veganen Blutwurst mit braunen Kräuterseitling-Jakobsmuscheln und eingelegten Austernpilzen. Es war wohl so ähnlich dem Original, dass Matthias dafür Fleisch bei einem Metzger gekauft hat. Das hat mich zu dem Kochbuch "VLEISCH - veganes Metzgerhandwerk" inspiriert. Auch "Meat the Green" geht in diese Richtung und stammt vom Restaurant Hiltl in Zürich. Da dies das erste vegetarische Restaurant der Welt (seit 1898) ist, passt es ebenfalls thematisch sehr gut.

Die Vetzgerei: VLEISCH - Veganges Metzger-Handwerk
Rolf Hiltl: Meat the Green - Das Hiltl-Kochbuch zur
ersten vegetarischen Metzgerei der Schweiz

Damit geht die Staffel 11 erstmal zu Ende. Im Dezember dürfen wir uns über eine Weihnachtsfolge freuen und hoffentlich auf eine 12. Staffel im nächsten Jahr.