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Sonntag, 7. August 2016

1.000 Gründe, weshalb man dabei sein muss!
Kulinarik Festival 2016 im Waldschlößl by Lucki Maurer

Vor fünf Jahren feierte das Hotel Waldschlößl seinen 150. Geburtstag. Ich bin heute noch davon überzeugt, dass der jüngste Sohn des Hauses, Ludwig Maurer, eine spontane Eingebung hatte, dass man das feiern könnte. Befreundete Köche gab es genug und die Familie Maurer hat in der Region, da wo der Bayerische Wald am schönsten ist, genug Verbündete aus der Gastro- und Kulinarik-Szene. Gesagt, getan: Lucki lud' zum Kulinarik-Festival ins Waldschlößl. Seine Mama und Hotel-Chefin, Marianne Maurer, erklärte ihn für verrückt und hoffte, dass alles irgendwie gut gehen wüde.

Der große Tag kam und alle, die vorher noch lange gerätselt haben, wo Neukirchen beim heiligen Blut ist, programmierten ihre Navis und waren da. Endlich gab es wieder einen Ort für das Klassentreffen, das seit dem letzten Sommerfest der Jolly Roger Cooking Gang, heimatlos geworden war. Die Teilnehmer waren Köche die kochten, Köche die feierten und die, die immer da waren. Um 10.00 Uhr war der Wein aus, macht nichts - es gab' ja noch genug Bier. Die Insider schmunzelten in den darauf folgenden Jahren bei den Untertiteln zur jährlichen Ankündigung des Kulinarik-Festivals: "mehr Wein...." und "noch viel mehr Wein....".

Seit der ersten Veranstaltung ist das Kulinarik-Festival Kult und weit über die Grenzen der Region bekannt. Mittlerweile kommen die Gäste aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich. Es ist gewachsen, nicht nur beim Weinausschank, auch bei der Anzahl der Gäste. 1.000 Gäste lautete heuer die stolze Zahl. Und jeder dieser Gäste ist so begeistert, dass alle wieder kommen wollen. Das sind mindestens 1.000 Gründe, weshalb man dieses Festival besuchen und Lucki nächstes Jahr wieder eins machen muss.

Heuer gab es viel, viel mehr Wein und auch viel, viel mehr Köche, die viel, viel mehr Essen schickten. Nein, es gab keine langen Schlangen, kein Gedränge, keine Hektik. Es gab keinen Parkplatz mehr. Der wurde kurzerhand zur "Bad-Boy-Area" umfunktioniert und dorthin wurde ein Schwerpunkt der Bewirtung verlagert. Der Grillbereich nebenan wurde zur "Fleisch-Aera" und doppelt so viele Grillstationen aufgebaut. Der Sternebereich war wieder hochkarätig besetzt und an der schmalen Straße direkt beim Waldschlößl reihten sich die bewährten Köche, Brauer, Winzer, Käse- und Dessertspezialisten aneinander. Zu später Stunde waren besonders die "süßen" Kräfte sehr gefragt. Und so schlängelte sich die "Schokoladen-Schlange" bergauf und in Windeseile schwanden die Pralinen dahin.

Eine Woche habe ich jetzt gebraucht, um die vielen, vielen tollen Eindrücke zu verdauen. Schon am Gruppenfoto bin ich gescheitert, weil links und rechts bestimmt noch zwei bis drei Protagonisten stehen, die nicht mehr in mein Handy gepasst haben. Es ist mir leider auch nicht gelungen, wirklich ALLE "einzufangen". Trotz größter Mühe ist es mir nicht gelungen alles zu probieren, irgendwann war ich mehr als satt. Das was ich gegessen und getrunken habe war großartig, die Stimmung war sowieso großartig und ich kann nur ein ganz großes Dankeschön aussprechen, für das große Engagement des ganzen Teams und nächstes Jahr versuche ich es einfach nochmal. Ich freue mich schon auf die Neuauflage des Kulinarik-Festivals von Lucki Maurer im Waldschlößl. (PS: wenn ich bei facebook auf den Kartenvorverkauf hinweise, dann meine ich das ernst. Die Karten waren innerhalb weniger Stunden weg :-) )

Kulinarik-Festival im Rückblick
Der Auftakt
"mehr Wein"
"viel mehr Wein"
"noch viel mehr Wein"



Never change a winning team, und so standen der köstliche Osten, Xiao Wang und Heiko Arndt wieder gemeinsam am Teppanyaki-Grill. Das gleiche Motto gilt für Stefan Marquard und seinen ehemaligen Küchenchef Michael Wurm. Einer der fleißigsten, der immer zur Stelle ist, wenn etwas unklar ist, war wie jedes Jahr Michael Riedl. Dafür gibt es von ihm wieder einmal kein vernünftiges Foto. Zumindest als "Fotobombe" auf Stefans Schulter taucht er auf. Der Titel des bestangezogenen Kochs, ging wie jedes Jahr an Katja Hack.
Benedikt Faust und sein Team sind nach ein paar Jahren Pause wieder im Sternebereich am Start. Die Kochbox aus Berlin hat kein Jahr ausgelassen und ist auch heuer wieder dabei. Unter die Arme gegriffen hat ihnen Johann Pilz. Neugierig waren die Gäste auf zwei neue Teams, den Sternekoch Mathias Achatz und Thorsten Hauk, von der Villa Mittermeier.

Diesmal wurde eindrucksvoll bewiesen, wie unterschiedlich gegrillt werden kann. Ein besonderer Hingucker waren die "fliegenden Hühner" von Marcel Speidel und die ganzen Lämmer von Fabian Beck. Beim Grill-Dream-Team Heiko Brath und Tom Heinzle gab es gegrilltes Schwein - Alte Wutz. Und Wolfgang Müller demonstrierte wieder eindrucksvoll, dass er nicht nur gelernter Koch, sondern auch Metzger ist.
Angi und Robert Geißler hatten wieder hessische Küche und ihren Bauchladen im Gepäck. Der Regensburger Sternekoch Anton Schmaus erlebte seine Premiere auf dem Kulinarik-Festival. Alte Bekannte sind die Olivenöl-Produzentin Spyridoula Kagiaoglou und der Koch und Kaninchenzüchter Thomas Schindler.

So schön hat sich der ehemalige Parkplatz herausgeputzt. 

Es gehört zur Tradition des Kulinarik-Festivals, dass dort Köche zusammen arbeiten, die sich sonst ein Jahr lang nicht sehen. Im Lauf der Zeit sind da grandiose Teams wie Heiko Antoniewicz und Wolfgang Laschtowitz entstanden. Bei Jockel Kaiser und Torsten Pistol merkt man, die haben auch das ganze Jahr Spaß. Der Gasthof Hack unterstützt, wie jedes Jahr, Christoph Brand und die Chocolatiers Vater und Sohn Clement haben sich heuer im Outfit den "Bad Boys" angepasst.
In friedlicher Eintracht servierten Hannes Arendholz vegetarische Wraps und Frieder Ziebs ein Fleischgericht. Bei Rainer Heubeck war wieder einmal "alles Käse" und der Sternekoch Michael Simon Reis bereicherte mit seinem Team die Sternekoch-Area. Wir waren zwei Tage vorher noch bei ihm essen - der Bericht folgt bald.

Veronique Witzigmann, unterstützt von Stefan "Eisi" Eisenreich, steuerte wieder eine ihrer köstlichen Dessertkreationen bei. Für den flüssigen Menü-Abschluss sorgte Richard Söldners Vodrock und der Kaffee von Heiko Rehorik. Die ganze Nacht am Zapfhahn versorgte Dom Perras die Gäste mit Rhaner Bier.
Der Trüffelpapst Ralf Bos hatte den Trüffel gleich kistenweise dabei. Ich glaube, da ist trotzdem nichts übriggeblieben, bei dem Andrang auf die Trüffelpasta. Frank Buchholz macht noch ein paar Aufwärm-Übungen, bevor er richtig Gas gibt. Wolfgang Otto hat es leider nicht auf das Foto geschafft, aber sein Küchenchef Stefan Schneider hatte den Stand perfekt im Griff. Toni Woertz ist mit einem größeren Team aus Österreich angereist und hatte zu später Stunde auch noch Essen am Start.

Der kleine Eiswagen von Original Beans machte den Gästen viel Freude. Stefan Marquard überraschte mit einem Kartoffelstampf, der mein Lieblingsgericht auf dem Festival war. Er reiste bereits einen Tag vorher an, um die 125 kg Kartoffeln zu schälen. Beim Stampfen holte er sich die tatkräftige Hilfe von Dominik Rossmann. Die charmante Veronique Witzigmann hatte auch noch Volker Debus an ihrer Seite. Dieses Jahr habe ich extra aufgepasst und die köstlichen Dim Sum von Ulf Tassilo Muench als erstes probiert. Letztes Jahr gingen die bei mir leider unter.

Sehr beliebt war heuer die "Fleisch-Area", wo sich die vielen Grill-Profis postiert hatten. Und wer steht da mitten im Bild? Ein Koch :-).

Bastian Jordan hat sein Olivenöl zur Verkostung geschickt und bei Sebastian Völkl vom Jedermann in Straßkirchen gab es heuer feines Fleischgericht. Viele Hände, rasches Ende dachten sich wohl Georg Schweisfurth und Simon Tress. Zur Verstärkung waren Louis Lingnau, Reinhard und Katharina Angerer am Stand. Die Jungs vom Metzger "Der Ludwig" rissen um Mitternach die Gäste zu Begeisterungsstürmen hin, als sie plötzlich einen riesigen Mett-Igel hervor zauberten.
Der Weinausschank stand heuer unter dem Motto: "harte Jungs und charmante Damen". Sandra Sauer hatte fränkische Spitzenweine im Gepäck und der Winepunk, Marco Giovanni Zanetti seine bewährten "Schweinereien".  Die Sommeliere Helen Mol verstärkte das Damen-Team von Emil Bauer & Söhne.  Mit Sebastian Class gab es erstmalig auch Weine aus Rheinhessen und Familie Schroll stand wieder gemeinsam am Stand. Auch heuer hatten sie eine Überraschung geplant und luden um 23.00 Uhr zur Sektparty. Ja, Gerhard Liebl mit seinen tollen Schnäpsen war auch dabei. Sorry, Gerhard, ich habe leider heute kein Foto für Dich. Holen wir nächstes Jahr nach.

Kleiner Auftakt

Köstlich ging es weiter.

Und jetzt noch ein paar köstliche Teller.
Vielleicht hilft zwischendurch was Süßes?

Langsam werden wir ziemlich satt.


Irgendwie blöd, wenn man den netten Eric Söllner und seine Austern erst entdeckt, wenn man fast nichts mehr essen kann. Auch Andreas Schießel, der das Gourmet-Menü am Vorabend gekocht hat, war als "Mädchen für Alles" erst zu sehr später Stunde für ein Foto erreichbar. Und für die Pralinen wird einfach der Dessertmagen zugeschaltet.


Vielleicht doch noch ein Häppchen zu später Stunde?

Herrliche Stimmung auf einem ganz besonderen Fest.

Samstag, 21. November 2015

Rezension: Bodenseelust
Eine kulinarische Reise mit Rezepten der Region

Die Bodensee-Region gehört leider zu den Ecken im deutschsprachigen Raum, wo wir eher selten vorbei kommen. Dabei gibt es dort viel zu entdecken, eine herrliche Landschaft, kulinarisch interessante Produzenten und gute Gastronomie. Unseren Besuch der Genussmesse Gustav in Dornbirn haben wir etwas verlängert und uns Tipps aus dem neuesten Genussreiseführer des Hädecke Verlags geholt: "Bodenseelust - Eine kulinarische Reise mit Rezepten der Region".



Der Autor Erich Schütz lebt als freier Journalist am Bodensee. Bekannt geworden ist er mit seinen Bodensee-Krimis. Aber auch die Kulinarik nimmt einen großen beruflichen Raum ein und er hat verschiedene Bodensee-Restaurantführer herausgegeben. Die Fotos stammen von Kurt-Michael Westermann, einem sehr renommierten Bildjournalisten, der eines meiner Lieblingsbücher fotografiert hat und den ich zufällig in Wien beim Shooting eines Kochbuchs kennengelernt habe.

Das großformatige Buch ist in elf Kapitel gegliedert, die je einem kulinarischen Produkt gewidmet sind:
- Wildfang aus Trinkwasser
- Bodenseehummer
- Wintergäste am See
- Ländle Kalb
- Mancher gibt sich viele Müh'... mit dem lieben Federvieh
- Salatköpfe neben Weltkulturerbe
- Obst vom Bodensee
- Auf der Suche nach dem Seewein
- Grünes Gold
- Alles Käse
- Edelbrände mit den Aromen der Natur
In jedem Kapitel gibt es viel Hintergrund-Information zum jeweiligen Thema im Kontext mit der Bodenseeregion. Es folgen ein Portrait des Produzenten und des Kochs, der die Rezepte beigesteuert hat, in Wort und Bild. Abgerundet wird das Thema mit vier, zum Produkt passenden, Rezepten.

Im Anhang finden wir ein Rezeptregister und ein Adressverzeichnis der Produzenten und Köche. Vermisst habe ich an dieser Stelle eine Landkarte, auf der die Standorte verzeichnet sind. Dies schätze ich zur Reisevorbereitung sehr. Während der Reise nehme ich solche Bücher immer mit. So schön das große Format zum Schmökern und Betrachten der Fotos ist, so unhandlich ist es unterwegs.

Sehr gut gefällt mir die Auswahl der Betriebe und Rezepte. Ein paar Adressen kannte ich schon von unseren ersten Bodensee-Besuchen und ich hatte immer das Gefühl, dass es noch viel mehr zu entdecken gibt. Da bietet mir das Buch sehr viel Anregung für künftige Reisen.

Bei unserer kleinen Bodensee-Tour haben wir einen Landgasthof, ein Weingut und eine Destillerie besucht. Das Weingut und die Destillerie haben wir bereits früher kennen gelernt. Zufällig haben wir in einem Restaurant im österreichischen Teil des Bodensees schon vergangenen Sommer gegessen. Die Auswahl ist sehr hochwertig, es wurden die besten Adressen der Region vorgestellt. Von der Reise habe ich mir ein ganz besonderes Souvenir mitgebracht, die Höri Bülle. Das ist eine kleine, rotschalige Zwiebel, die nur auf der Halbinsel Höri wächst. Damit habe ich ein einfaches Rezept aus dem Buch ausprobiert.

Fazit:
"Bodenseelust - Eine kulinarische Reise mit Rezepten der Region" macht mit den interessanten Texten und stimmungsvollen Fotos Lust auf eine Entdeckungstour an den Bodensee. Es bietet viele Inspirationen zur Reisevorbereitung. 


Landgasthof zum Adler in Lippertsreute
Hier geht es zum Detailbericht.

Weingut Aufricht in Stetten bei Meersburg
Die Anfahrt zum Weingut, durch die Weinberge mit Blick auf den Bodensee ist schon traumhaft. Auch Deko-Fans kommen bei dem schönen Ambiente auf ihre Kosten. Als begeisterte Weißweintrinker hat uns der Müller-Thurgau besonders gut gefallen.
Edelbrände Senft in Salem-Rickenbach
Letztes Jahr hat Familie Senft ihren Laden und Probierraum neu gestaltet. Die moderne Inneneinrichtung harmoniert perfekt mit dem alten Fachwerk. Besonders empfehlenswert sind der Whiskey, der Gin und die Obstbrände mit Fruchtauszug.









Gegrillte Höri Bülle













Zwei persönliche Empfehlungen für den Bodensee möchte ich noch zusätzlich geben:

Am Bodensee sind wir immer in der "Apfelblüte" in Salem, bei unseren Freunden Julia und Michael Wurm. Diesmal konnten wir leider nur eine Nacht bleiben und uns kulinarisch verwöhnen lassen mit:
- Meerrettich-Apfel-Suppe mit Räucherlachs
- Entrecote mit Bohnen und
  Süßkartoffel-Pommes
- Kaninchenrückenfilets gebraten an
  Preiselbeersauce mit Knöpfle-Kroketten
- Apfel dreimal anders
- Zweierlei von der Schokolade mit Zwetschge

Liebevolle Kleinigkeiten, Geschirr und Dekoartikel gibt es bei "Äbbes" in Salem.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Bodensee-Whisky-Tour

Bereits im Oktober waren wir am schönen Bodensee, um an der ersten Bodensee-Whisky-Tour teilzunehmen. Das haben wir gleich zum Anlass genommen, ein verlängertes Wochenende bei unseren Freunden im Landgasthof Apfelblüte zu verbringen.

Gleich nach dem Frühstück wurden wir mit dem Bus abgeholt und waren schon gespannt, was uns an diesem Tag alles erwarten wird. Wir lernten gleich unsere nette Reisebegleitung kennen, Silke Senft und Angela Weis, die uns den ganzen Tag mit viel Charme und Fachkompetenz betreuten. Beide haben die Ausbildung als Edelbrand-Sommelière gemacht und waren damit natürlich die perfekten Ansprechpartnerinnen für alle Fragen.


Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir die Brennerei Senft in Salem-Rickenbach. Den Familienbetrieb leitet Herbert Senft, der Vater von Silke, unserer guten Seele auf der Tour. In jeder Destillerie sollten wir einen Verarbeitungsschritt vom Rohmaterial zum fertigen Whisky in der Flasche kennenlernen. Und so bestaunten wir die Destille und das Fasslager mit den Holzfässern, in denen vorher die unterschiedlichsten Getränke enthalten waren und so auch verschiedene Aromen an den Whisky abgeben können. Das durften wir auch gleich mit ein paar Fassproben ausprobieren.



Danach ging es in den neu umgebauten Probierraum. Wir waren die ersten Gäste in dem schönen Raum, der buchstäblich in der letzten Sekunde fertig wurde. Das sah nach einer ganz intensiven Nachtschicht aus, denn draußen stand noch das Baugerüst. Aber so wurde der Probierraum gleich würdig eingeweiht mit dem Bodensee-Whisky von Senft, zu dem wir unterschiedliche Schokoladen probierten. Es war sehr interessant, wie die eine Sorte den Whisky perfekt ergänzte und die andere so gar nicht dazu passen wollte.



Der Wettergott meinte es nicht so gut mit uns und schickte Vormittags viel Nebel, so präsentierte sich der Bodensee als verwunschene Landschaft während unserer Busfahrt. Auf der Fahrt zur nächsten Brennerei machten wir einen Stop beim Kloster Birnau und besichtigten die herrliche, barocke Wallfahrtskirche St. Maria.

Mit einem Mittagessen direkt am See, im Rebmannshof, haben wir uns optimal auf die beiden nächsten Brennereien vorbereitet.



Nach dem Mittagessen ging es zu Martin Steinhausers Destillerie in Kressbronn. In seiner "1. Whisky-Destillerie am Bodensee" bestaunten wir die große Destillieranlage und das Fasslager. Bei Steinhauser gibt es noch viel mehr zu sehen, da er auch noch einen großen Getränkehandel betreibt. Seine Liebe gehörte schon immer dem Whiskey, wie er auch mit dem Whiskey-Keller unter Beweis stellt. Dort sind sehr viele Raritäten erhältlich und auch sein eigener Whisky "Brigantia" wird dort attraktiv präsentiert. Die Verkostung der Steinhauser-Whiskys durften wir dann im Fasskeller erleben.




Auf der Fahrt zu unserer letzten Station in Überlingen hatte Silke Senft eine besondere Überraschung für uns. Zum Sundowner im Bus gab es einen ganz speziellen Bodensee-Whisky von Senft.



Zum Abschluss unseres wunderbaren Tagesausflugs ging es in die Markthalle Greth in Überlingen. Die Greth ist ein ehemaliges Lager- und Handelshaus der Reichsstadt Überlingen und ganz wunderbar renoviert worden. Früher wurden dort hauptsächlich Getreide und Wein umgeschlagen, heute präsentiert sie sich als Herzstück in der Altstadt mit einem feinen Lebensmittelmarkt und gastronomischen Betrieben.



Dort lernten wir Marco Waibel von der Destillerie Waibel kennen. Er präsentierte seinen Whisky Keyne Eyle und erklärte uns, weshalb er und sein Vater keine Eile haben. Sie geben dem Whisky die Zeit, die er braucht und probieren immer wieder, wie er sich in den gebrauchten Bourbon- und Portweinfässern entwickelt hat.




So langsam mussten wir Abschied nehmen, da die ersten Mitglieder unserer netten Reisegruppe bereits in Überlingen abgeholt wurden. Angela Weis und Silke Senft brachten uns im Bus gut zurück zur Apfelblüte. Dort wartete ein weiterer sehr schöner Programmpunkt auf uns. Der Küchenchef, Michael Wurm, hatte ein spezielles Whisky-Menü mit dem Bodensee-Whisky der Familie Senft vorbereitet.



Der Tisch war schon sehr schön in Apfelgrün, der "Hausfarbe" der Apfelblüte, gedeckt und viele Teilnehmer der Bodensee-Whisky-Tour freuten sich gemeinsam mit der Familie Senft auf den perfekten Abschluss eines sehr schönen Tags.

Zur Vorspeise gab es eine Whisky-gebeizte Bodensee Lachsforelle mit Rösti und Senfdillsoße.




Dann konnten wir uns am reichhaltigen, frischen Salatbüffet bedienen und den Salat mit einem Whiskydressing krönen. Beim Hauptgang konnten wir zwischen einem Schmorbraten in Whisky-Schokoladensoße mit Bandnudeln und einem Rumpsteak vom deutschen Jungbullen mit Whisky- Pfefferbutter, Sahnekartoffeln und Gemüsen wählen. Wir entschieden uns für das Steak und haben das nicht bereut. Es war auf den Punkt gebraten und die Whisky-Butter sorgte für eine schöne Abrundung. Zum Dessert gab es ein Zwetschgenkompott mit Vanilleeis und Kaffee-Whisky-Espuma und den Abschluss machte natürlich noch ein Schluck vom Bodensee-Whisky der Destillerie Senft.

Am nächsten Tag gab es wieder den Morgen-Nebel, der sich ziemlich hartnäckig bis zum frühen Nachmittag hielt. Davon haben wir uns nicht abhalten lassen und sind nochmal nach Überlingen und zu ein paar Weingütern gefahren. Besonders gut hat es uns beim Weingut Aufricht gefallen, wo wir uns auch ein paar Flaschen Wein mitgebracht haben.



Donnerstag, 17. April 2014

Begegnungen, Entdeckungen und viel Spaß auf der Internorga

Der Samstag startete sehr früh mit einem Blogger-Rundgang auf der Internorga. Zuhause hatte ich mit dem Internet-Auftritt und der App bereits versucht mir einen Überblick zu verschaffen. Bei der Vielfalt des Angebots von 1.200 Ausstellern war das schier unmöglich. So habe ich wenigstens eine Liste mit Ausstellern angelegt, die mich besonders interessierten oder wo Freunde und Bekannte arbeiteten.

Jetzt freute ich mich schon darauf die bloggenden Kollegen aus dem hohen Norden kennen zu lernen. Im Pressezentrum gab es erstmal ein fröhliches Hallo. Besonders bedanken möchte ich mich bei Bianca von der Hamburg Messe und Dorothea von lottmannpr für die tolle Betreuung. So ein Grüppchen Blogger ist ja schwerer zu hüten, als ein Sack Flöhe.

Mit Kaffee gut gestärkt traten wir zum Rundgang durch die unzähligen Hallen an. Glücklicherweise war der Rundgang gut vorbereitet und eine Vorauswahl für uns getroffen worden. Gleich zum Start entdeckten wir die kleinen Pitas der israelischen Nina Bakery und konnten den ersten Hunger stillen. Ein paar Stände weiter kamen bei mir heimatliche Gefühle auf, da Dallmayr den Kaffee nur ein paar Strassen entfernt von unserem Haus röstet und mahlt. Der gewaltige Leuchter aus Tassen und Kannen war genauso beeindruckend, wie das vielfältige Sortiment von Kaffee und Tee.



Die Internorga bietet nicht nur ein sehr breites Spektrum rund um die Gastronomie, sondern auch ein großes Rahmenprogramm. Dazu gehörte auch die Ausrichtung der Pizza-EM, die am Montag stattfinden sollte. So konnten wir bei pizza e pasta noch die Herstellung der perfekten Pizza kennenlernen. Ganz Mutige von uns schlüpften dazu auch in die passenden T-Shirts und Schürzchen. Besonders mutig war "der Wurstsack" Hendrik Haase, der am nächsten Tag in der Jury sitzen würde und natürlich nun alle Feinheiten der Pizza kennen sollte.


So langsam ließ sich mein Handy nicht mehr bändigen, da blitzten immer mehr SMS und Mails auf und fragten: "Wo bist Du? Wo bleibst Du? Wir sind in Halle ..., komm' doch endlich!" Ich beschloss den armen Hendrik seinem Schicksal zu überlassen (das sollte noch Folgen haben) und signalisierte meinen Blogger-Freundinnen, dass ich jetzt ein paar Freunde treffen möchte. Frau Küchenlatein, Karin von Lisbeths und Kerstin von My cooking love affair wollten sich gerne anschließen. Ich bin ja ein Orientierungs-Chaot, aber die Beschilderung war sogar für mich verständlich und wir kamen gut in Halle A4 an. Und diese Halle wurde meine absolute Lieblings-Messe-Halle.


Der erste Weg ging direkt zum Stand von Bohner, einem süddeutschen Familienunternehmen, die Geräte für Gastronomieküchen herstellen. Einen besonderen Ruf haben sie sich für ihre Teppanyaki-Grills und Front-Cooking-Stationen erworben. Auf der Internorga stellten sie ihre Produkt-Neuheit, eine Front-Cooking-Einheit mit einer integrierten Absaugung vor. Und wie präsentiert man solche Geräte auf einer Messe? Ganz einfach, man stellt Spitzen-Köche hinter die Geräte und die zeigen, wie man damit arbeiten kann. Ein toller "Neben-Effekt" ist natürlich, dass die großartigen Gerichte auch jemand essen muss. In diesem Fall waren das wir :-). Und so wurden wir von Michael Wurm, seiner bezaubernden Frau Julia und Xiao Wang richtig verwöhnt.



So sehen richtig glückliche Food-Blogger aus. Sogar Stefan Marquard hat sich Zeit genommen, um ein Foto mit den Mädels zu machen. Sagte ich schon, dass die Halle A 4 meine Lieblings-Halle und der Bohner-Stand mein Lieblings-Stand war? Direkt am Bohner-Stand schließen sich die Stände von Dick-Messer, Bos-Food, microplane, Keltenhof und Komet an. Muss ich erklären, was für eine schrecklich gefährliche Umgebung das für mich ist? Meine Dick-Messer begleiten mich schon viele Jahre sehr treu, ohne meine microplane-Reibe würde ich keinen Parmesan anfassen und Ralf Bos ist eine sichere Anlaufstelle für alle Lebensmittel und Produkte, die man sich nur vorstellen kann.


Zwei bewährte Duos und ich freue mich immer, wenn wir uns treffen. Florian Knecht, der die tollen Blattsalate, Kräuter und Blüten des Keltenhofs präsentiert. Und Hubertus Tzschirner, der zeigt, wie unkompliziert mit den Wasserbädern von Komet sous-vide-gegart werden kann. Meine Emily und mein Kammer-Vakuumierer stammen auch aus der Komet-Familie.

Auch wenn es uns sehr schwer fiel, wir mussten uns vom ganzen Bohner-Team verabschieden und suchten wieder Anschluss an unseren Blogger-Rundgang. Einen kleinen Abstecher zum iSi-Stand haben wir uns noch gegönnt und dann liefen wir an der Skywalk-Tafel vorbei. Das ist der längste gedeckte Tisch, den man sich überhaupt vorstellen kann und er verbindet die A-Hallen mit den B-Hallen. Unser Ziel war die Back-Show der Wildbakers in Halle B 6.


Johannes Hirth und Jörg Schmidt halten das Fähnchen des Bäckerhandwerks hoch. Sie gehören zu den leider immer weniger werdenden Bäckern, die in ihrer Backstube noch alles selbst machen und hochwertige Backwaren produzieren. 2012 gewannen sie den Titel "deutsche Meister der Bäckermeister" und engagieren sich vielfältig für das Bäckerhandwerk. Beide arbeiten noch in der eigenen Bäckerei, geben innovative Backkurse und stehen mit einer witzigen Back-Show auf der Bühne. Da zeigen sie den Chili-Cheese-Twister oder auch das Brot-Sushi. Die Rezepte und Blog-Berichte über ihren Auftritt sind auf ihrer Homepage nachzulesen.

So langsam qualmten allen Bloggern und unseren netten Begleiterinnen die Füsse und wir freuten uns auf einen entspannten Messe-Abschluss in der LiquID-Bar, die sich in der Newcomers Arena befand. Dort durften wir Gin Tonic probieren und die unterschiedlichen Gins von Haymans kennenlernen. Das Tonic dazu stammte von Goldberg. Seit der letzten Finest Spirits schaue ich bei Gin und Tonic genauer hin und bin immer noch begeistert von den vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten. Der neueste Hit sind  Cockteas, also Cocktails, die mit Tee gemixt werden. Wir bekamen eine kleine Auswahl präsentiert, die mir aber durch die Bank zu süß waren. So langsam klang ein toller Tag aus und ich war so froh, dass mein Hotel gleich um die Ecke lag. So konnte ich Zeit sparen und mich schnell für das Abendprogramm fertig machen.


Am Sonntag besuchten wir die Gastro-Vision, die zum Rahmenprogramm der Internorga gehört. Davon und vielen weiteren Erlebnissen berichte ich Euch in den nächsten Tagen. Der Montag startete wieder auf der Internorga.

Für die Übernachtungen habe ich wieder mein Lieblingshotel in Hamburg, das Fritz-Hotel in der Schanze gebucht. Dort fühle ich mich sehr wohl und auch die Lage ist einfach toll. Man ist mitten in der Schanze und die öffentlichen Verkehrsmittel liegen direkt vor der Haustüre. Auch zur Messe sind es nur ein paar Schritte. Das beste daran ist, dass der Fussweg zur Messe direkt beim Eingang der Lieblingshalle endet.


Heute wurde ich von Herrn bushcook begleitet und wir trafen uns mit einem Freund, der in Hamburg ein großes Catering-Unternehmen leitet. Als erstes müssen wir quer durch die Halle, um uns wieder beim Bohner-Stand zu treffen. Gleich am Eingang steht TV-Koch-Prominenz. Mario Kotaska referiert über Milchreis im Konvektomaten und hat viele interessierte Zuhörer. Natürlich, es ist Montag und damit sind hauptsächlich Gastronomen unter den Besuchern. Bei Bohner wird schon wieder an den Teppanyaki-Grills gebrutzelt und das Frühstück ist heute eben ein perfekt gebratenes Fleisch und das berühmte Kartoffel-Kürbis-Gemüse von Michael Wurm. Jetzt wird es Zeit endlich die Liste abzuarbeiten. Um schneller voran zu kommen gehen wir die meisten Strecken durch das Außengelände und entdecken auch so witzige Dinge, wie bewohnbare Weinfässer.


Unglücklicherweise müssen wir auch durch eine Halle, in der Porzellan und Gläser ausgestellt werden. Bei ASA habe ich mich unsterblich in dieses türkise Service mit Craquelée verliebt. Das musste natürlich einziehen. Genauso, wie ein Paket BASIC textur, ein Bindemittel, das aus Zitronenschale hergestellt wird. Auf mein Handy mag' ich schon gar nicht mehr schauen, der arme Hendrik postet im Minuten-Takt die Pizzas, die er für die Pizza-EM verkostet und beurteilt. Da sind tolle Kreationen dabei, aber über 30 Pizzas sind schon eine gewaltige Herausforderung. Kurz danach laufen wir wieder über den Verbindungsgang mit der langen gedeckten Tafel und genau in seine Arme. Er sieht etwas mitgenommen aus, aber es liegen noch ein paar Pizzas vor ihm.......



Auf dem Rückweg zum Ausgang bleiben wir noch in der Wein-Welt hängen. Dort präsentiert der Weinhändler unseres Freunds, Rindchens Weinkontor verschiedene Winzer. Er macht mich neugierig, mit der Aussage, dass er einen tollen Luganer hat. Als Münchnerin bin ich da sehr skeptisch. Ganz München trinkt Luganer, das ist total hip und total schrecklicher Wein. Aber er sollte recht behalten, das war wirklich der erste Luganer, der mir gut geschmeckt hat. Glücklicherweise gibt es auch eine Filiale in München, da muss ich noch vorbei schauen.

Zwei Tage haben wir auf der Internorga verbracht und ich habe das Gefühl, dass wir nur einen ganz kleinen Ausschnitt gesehen haben. Aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht und war sehr interessant. Auch wenn der Weg für mich nach Hamburg weit ist, es hat sich sehr gelohnt und ich glaube nächstes Jahr bin ich wieder dabei.