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Freitag, 26. April 2019

Ahoi, glasiger Kabeljau aus al forno von Claudio Del Principe

Fisch aus dem Ofen ist bei uns tägliche Routine. Als begeisterte Nicht-Bäckerin läuft mein Ofen trotzdem mehrmals in der Woche und es wird darin gekocht. Ich finde, dass Fisch darin viel schonender gart, als in der Pfanne und man kann ihn besser kontrollieren. Das Rezept von Claudio del Principe aus seinem Kochbuch "al forno" für einen ofen-gegarten Kabeljau hat mich also sehr angesprochen. Seine Methode, den Fisch vorher kräftig mit einer Salz- und Zuckermischung einzureiben gefiel mir ebenfalls. Es hilft, das Fischfilet zu "straffen" und kompakter zu machen. Bisher kannte ich es nur, dass man den Fisch in eine Salzlösung einlegt. Das kurze einsalzen gefällt mir besser und ich werde es beibehalten.

Zum glasig gegarten Fisch gibt es bei Claudio eine Beurre Blanc. Sie gehört zu den ganz klassischen französischen Saucen und so wie er sie macht, ist sie besonders gelingsicher. An das können sich auch Anfänger wagen. Fisch und Beurre Blanc ist eine Traum-Kombination und dazu braucht es nicht mehr viel. Uns reichen dazu ein paar gedämpfte Kartoffeln, um die Sauce gut aufzunehmen.

Meine Rezension ist hier nachzulesen.



für 2 Personen

2 Kabeljaufilets zu je ca. 150 gr. (sehr gut geht auch Skrei)
2 EL Meersalz
2 EL Zucker
20 gr. Butter
1/2 Bund Schnittlauch

Den Backofen auf 160 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.  Salz und Zucker mischen und die Filets damit beidseitig bestreuen. So für 10 Minuten ziehen lassen, dann wird das Fischfleisch kompakter. Danach die Gewürze kurz unter kaltem Wasser abspülen und die Fischfilets in eine kleine Auflaufform geben. 200 ml Wasser angießen und die Butter dazugeben. Die Filets im Ofen 8 Minuten glasig garen.


Estragonöl:
50 ml Olivenöl
1 kl. Bund Estragon

Die Estragonblätter abzupfen. Das Olivenöl auf 60 Grad erwärmen und die Blätter darin 20 Minuten ziehen lassen. Alles fein pürieren und durch ein Sieb streichen.


Beurre Blanc:
1 Schalotte
100 ml trockener Weißwein
2 EL Noilly Prat
2 EL Weißweinessig
200 ml Sahne
100 gr. eiskalte Butter
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 EL Fischsauce
1 Bio-Limette

Die Schalotte schälen und fein würfeln. Schalottenwürfel mit Weißwein, Noilly Prat und Essig in einer kleinen Sauteuse bei hoher Hitze auf 50 ml einkochen. Anschließend durch ein feines Sieb abtropfen lassen. Dabei die Schalotte gut ausdrücken und die abgetropfte Flüssigkeit in die Sauteuse zurück geben. Die Sahne zugießen und aufkochen lassen. Die eiskalte Butter in Würfel schneiden und mit dem Schneebesen einrühren. Die Sauce mit Salz, Pfeffer, Fischsauce und etwas abgeriebener Limettenschale abschmecken. Die Sauce warm halten.


Anrichten:
Den Kabeljau auf die Teller geben, die Beurre Blanc angießen, mit dem Estragonöl beträufeln und mit Schnittlauch bestreuen.





Mittwoch, 24. April 2019

Rezension: al forno - alles aus dem Ofen von Claudio Del Principe

Auch bei Kochbüchern muss man mich manchmal zu meinem Glück zwingen. Von dem aktuellen Kochbuch "al forno", also aus dem Ofen, von Claudio del Principe hatte ich schon gehört. Obwohl ich ihn und seine Rezepte sehr schätze, hatte ich beschlossen einen Bogen um das Buch zu machen, da ich nur Gluten im Kopf hatte und er auch, mein Vorurteil unterstützend, diese prächtige Lasagne auf dem Titel ins Bild hält. Es kam, wie es kommen musste, meine Blog-Freundin Susanne besuchte seine Kochbuch-Präsentation und hat mir gleich einen kleinen Gruß in Form des signierten Kochbuchs mitgebracht. Heute bin ich froh darum.


Claudio Del Principe ist ein in der Schweiz lebender Italiener. Ich habe gelernt, dass das einen Unterschied macht zum Tessiner, also einem Schweizer in der italienischen Schweiz :-). Dort widmet er sich seiner größten Leidenschaft, dem Kochen. Als Texter, Foodautor und Rezeptentwickler lebt er diese Leidenschaft beruflich aus. Parallel betreibt er seit vielen Jahren seinen Blog "Anonyme Köche". Das Thema Kochen betreibt er nicht nur mit Lust und Leidenschaft, sondern auch mit viel Akribie und Geduld. Seit Jahren lebt er an der Seite einer Mutterhefe und kümmert sich rührend um sie. Bei seinen Rezepten kann man sich darauf verlassen, dass er es genau nimmt und sie auch funktionieren.

Erst jetzt habe ich verstanden, dass "al forno" zu einer Kochbuch-Reihe gehört, die gerade im Aufbau ist. Davor erschien "a casa" (hausgemacht) und im Herbst kommt "a mano" (handgemacht). Für die Wiedererkennung stehen nicht nur die ähnlichen Titel, sondern auch der schöne Leineneinband und das handliche Format. Ich bin ein großer Freund von Kochbuch-Reihen, bei denen es einen roten Faden gibt und wünsche Claudio noch viele Ideen für ein Buch in diesem Kontext.

Wie eingangs erwähnt sind in diesem Buch nicht nur Nudelrezepte oder Aufläufe, es geht um Gerichte aus dem Ofen und die decken die ganze Bandbreite von Gemüse, Fisch, Fleisch, Süssem und Snacks ab. Natürlich sind auch Pasta und Gebäck dabei. Im Alltag nutze ich den Backofen auch sehr oft für unser Essen. Ein Ofen hat einfach den Vorteil, dass man das Essen hineinschieben kann und in der Zwischenzeit etwas anderes erledigen. Und genau dafür bietet das Buch sehr viel Anregung, wie man gelingsicher und mit überschaubarem Zeitaufwand gutes Essen mit etwas Anspruch kochen kann. Die Rezepte sind sehr ausführlich und genau beschrieben. Wenn man sich daran hält, kann fast nichts schief gehen. Alle Rezepte und Rezeptkomponenten sind sorgfältig im alphabetischen Rezeptregister aufgelistet.

Neben den sehr schönen und natürlichen Fotos der Zutaten bzw. Gerichte gibt es auch immer viel zu lesen. Und das lohnt sich, egal ob man einfach etwas schmökern oder etwas lernen will. Da merkt man natürlich Claudios Professionalität als Texter. 

Beim Nachkochen habe ich mich für zwei sehr unterschiedliche Rezepte entschieden. Einmal gab es weiße Bohnen aus dem Ofen, da ich noch sehr viele getrocknete Ahrbohnen aus dem eigenen Garten hatte. Als zweites Rezept probierte ich den glasiger Kabeljau mit Beurre Blanc. Beides hat uns sehr gut geschmeckt und war unkompliziert zuzubereiten.


Glasiger Kabeljau
Weiße Bohnen aus dem Ofen:
Die Bohnen werden 12 Stunden in Wasser eingeweicht, dann abgegossen und 90 Grad im Ofen ein paar Stunden gegart, bis sie weich sind. Als Aromaten kommen Hühnerbrühe, Salz, schwarzer Pfeffer, Salbei und Knoblauch dazu. Serviert werden sie abgegossen mit Fleur de Sel und Olivenöl.











Fazit:
"al forno" von Claudio Del Principe ist ein sehr schön gestaltetes Kochbuch mit feinen Rezepten, die sich gut umsetzen lassen. Zusätzlich lässt sich darin auch gut schmökern und lesen. Die Rezepte sind sehr gut ausgearbeitet und deshalb auch für weniger erfahrene Hobbyköche geeignet, die ihr Können erweitern wollen.



Mittwoch, 25. Mai 2016

Ein Sommer wie damals:
Schwertfisch-Carpaccio von Claudio del Principe

Bei Schwertfisch fällt mir immer ein, dass er ein festes Fleisch, ähnlich dem Thunfisch hat und Frank Buchholz in einer Fernsehsendung einmal ein Gericht damit gekocht hat, dass ich immer nachkochen wollte und es nie geschafft habe. Deshalb war es klar, dass ich das Schwertfisch-Carpaccio aus dem neuen Kochbuch "Ein Sommer wie damals" von Claudio del Principe für meine Rezension ausprobieren wollte.

Das Rezept ist einfach, fast banal. Die Schwierigkeit liegt eher darin, den Schwertfisch zu bekommen. Als Münchnerin habe ich es sehr gut, es gibt keine Einschränkungen bei den Zutaten. Mein bewährter Fischhändler ist das Frischeparadies. Da kann ich hinfahren, parken, hineingehen und lasse mich freundlich und kompetent bedienen.

Banale Rezepte fordern geradezu perfekte Zutaten. Neben dem Fisch ist auch das Olivenöl entscheidend. Da verwende ich seit einigen Jahren die Öle von Efthimios Christakis aus Griechenland. Bei den Kapern habe ich auf meine selbstgemachten Bärlauch-Kapern zurück gegriffen, da ich im Kühlschrank gerade ein offenes Glas hatte. Ich bin davon überzeugt, dass es mit gekauften Kapern genauso gut schmeckt. Es schmeckt so gut, dass ich es jede Woche essen könnte.

Schlicht und schön sollte auch der Teller zu diesem Gericht sein und ich habe auf einem der zarten Porzellanteller von Birgitta Schrader angerichtet.




2 Zitronen
1 Knoblauchzehe
4 Scheiben dünn geschnittener Schwertfisch, 300 - 400 gr.
3 Stiele glatte Petersilie
1 EL Bärlauch-Kapern oder normale Kapern
Olivenöl zum Begießen
Fleur de Sel
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Den Zitronensaft auspressen. Die Knoblauchzehe schälen und in feine Würfel schneiden.

Die Haut und ggf. den Tran des Schwertfischs abschneiden und die Scheiben in einen flachen Behälter legen. Sie dürfen nicht überlappen. Den Fisch mit dem Knoblauch bestreuen und mit dem Zitronensaft übergießen. Der Fisch sollte vollständig von dem Zitronensaft bedeckt sein. Den Behälter abdecken und für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank stellen.

Die Petersilienblätter abzupfen und in feine Streifen schneiden. Die Kapern abtropfen lassen.

Den Fisch aus dem Zitronensaft nehmen. Es darf ruhig noch etwas Knoblauch daran sein und auf einen Teller legen, mit Salz und Pfeffer bestreuen und mit dem Olivenöl übergießen. Petersilie und Kapern darauf verteilen - sofort servieren.


Montag, 23. Mai 2016

Ein Sommer wie damals:
Oktopussalat von Claudio del Principe

Bei Oktopus werde ich immer schwach und ärgere mich dann über mich selbst, weshalb ich mir das nicht öfter koche. In dem neuen Kochbuch "Ein Sommer wie damals" von Claudio del Principe ist ein Rezept für einen Oktopussalat, das ich gleich für meine Rezension ausgewählt habe. Bei der Einleitung verweist Claudio darauf, dass er den Oktopus am liebsten nach der Methode von Giorgio Locatelli kocht. Das hat mir aus zwei Gründen sehr gut gefallen. In der immer größer werdenden Welt der Foodblogger, gibt es immer weniger, die darauf verweisen, woher die Rezept-Idee stammt. Claudio macht das ganz öffentlich sogar in seinem Kochbuch und das verdient meine Hochachtung. Die Methode einen Pulpo zu garen war völlig neu für mich und ich war sehr neugierig darauf.

Den Pulpo im eigenen Saft zu schmoren ist eine geniale Idee und ich werde ihn nie wieder anders zubereiten. Oktopussalat ist vielleicht der falsche Begriff. Es gibt keinen Salat, es gibt einfach perfekt gegarten Pulpo mit reduzierten, aber perfekten Aromen, wie Zitrone, Olivenöl und Petersilie.

Meine Erwartungen an dieses Gericht waren sehr hoch und wurden voll erfüllt. Deshalb gab es dazu einen Wein von einem besonderen Winzer aus Franken. Christian Stahl spielt nicht nur mit seinem Namen, sondern auch mit seinem Anspruch. In der Linie Damaszener Stahl bietet er einen Weißburgunder an, der mineralisch ist und eine verhaltene Säure hat. Er beschreibt ihn, als wunderbaren Begleiter zur mitteleuropäischen Küche und das hat er auch gehalten. Er war genau richtig, zu dem intensiven Pulpo-Geschmack und den Aromen von Olivenöl, Zitronensaft und Petersilie. Genuss kann manchmal so einfach sein.




1 Oktopus ca. 1,5 kg
1 Stange Staudensellerie
1 Knoblauchzehe
1 Lorbeerblatt
1 Chilischote
1 kleines Bund glatte Petersilie
1 Zitrone
Olivenöl

Den Staudensellerie waschen und in breite Streifen schneiden. Den Knoblauch schälen und mit der breiten Messerseite andrücken. Die Chilischote in feine Ringe schneiden.

Den Oktopus waschen und mit Küchenpapier trocknen.

Olivenöl in einem Schmortopf erhitzen und Staudensellerie, Knoblauch, Chili und Lorbeerblatt bei moderater Hitze darin anbraten, um das Öl zu aromatisieren. Die Temperatur erhöhen und den Oktopus auf beiden Seiten je 5 Minuten anbraten.

Die Hitze auf niedrige Stufe zurückschalten und den Deckel auf den Topf geben. Der Oktopus wird eine Stunde im eigenen Saft sanft geschmort.

Den Oktopus aus dem Topf heben und abtropfen lassen. Den Kopf, Sack und Schnabel entfernen. Die Arme abschneiden und die Haut im noch heißen Zustand mit einem Küchentuch abziehen. Dann die Fangarme in grobe Stücke schneiden.

Den hoch aromatischen Sud abseihen und für ein anderes Gericht, wie ein Risotto, verwenden.

Die Petersilienblätter abzupfen und in feine Streifen schneiden. Die Zitrone in Spalten schneiden.

Oktopusstücke mit den Zitronenspalten auf einer Platte oder einem großen Teller anrichten, mit dem Olivenöl beträufeln und mit der Petersilie bestreuen.

Bei mir kam der Oktopus auf einen ASA Selection-Teller "À la Plage" . Ich schätze die türkise Farbe und das lebendige Craquelée besonders für Fisch oder Meeresfrüchte.







Samstag, 21. Mai 2016

Rezension: Ein Sommer wie damals
von Claudio del Principe

Bella Italia! Vermutlich muss man jenseits der 80-er geboren sein, um die Sehnsucht der Deutschen nach Italien zu verstehen. Italien war das erste "echte Ausland", das ich als Teenager besucht habe. Als Münchner Kindl zählt Österreich nicht, das ist für uns kein Ausland, das ist irgendwie wie daheim. Streng genommen war ich natürlich dort zuerst. Die treibende Kraft für einen Italien-Urlaub waren meine Mutter und ihre beste Freundin. Die beiden reisten in den 50-ern leidenschaftlich gerne nach Italien. Heute sind die beiden hoch betagt und können deshalb weder reisen, noch sich treffen. Sie telefonieren regelmäßig miteinander und dann sprechen sie von Italien und bevorzugt von Venedig. Leider hat meine Mutter das Kochen aufgeben müssen, sonst hätte ich ihr dieses Buch geschenkt und ihr damit eine große Freude gemacht.

"Ein Sommer wie damals" - Claudio del Principe nimmt uns in seinem dritten Kochbuch mit auf eine Reise zu Sonne, Strand und kulinarischer Erinnerung.



Der Profi erkennt an den drei Lesebändchen bereits, dass es sich um ein Kochbuch aus dem Brandstätter Verlag handelt. Die farbliche Gestaltung erinnert an die italienische Flagge 2.0, falls orange das neue rot ist. Auch das Format ist bewährt - ich mag das sehr, wenn ein Verlag gewissen Standards treu bleibt. Trotzdem ist es nicht langweilig, da die optische Gestaltung immer "mit Pfiff" ist und eine starke Assoziation mit dem Thema des Buchs hat.

Wer sich schon einmal mit Menü-Regeln beschäftigt hat, der weiß, dass sich das italienische Menü vom französischen deutlich unterscheidet. Antipasti, Primi, Secondi, Dolci - fast möchte man hinterher BASTA! sagen. Das schätze ich sehr an der italienischen Küche, die Klarheit und Fokussierung auf wenige Zutaten, die aber in bester Qualität sein müssen. Genau dieser Struktur folgt das Buch. Damit sind die Kapitel schon vorgestellt, Antipasti, Primi, Secondi - in zwei Varianten mit Fisch und Fleisch, Dolci. Wer ein italienisches Menü kochen möchte, dem steht eine perfekte Auswahl zur Verfügung. Es muss nur noch aus jedem Kapitel ein Rezept ausgesucht werden. Der saisonale Schwerpunkt der Rezepte liegt auf Zutaten, die immer erhältlich sind oder sommerlich sind.

Die Rezepte sind für 4 Personen bemessen. Zutatenliste, Vorgehensweise, Rezeptfoto und ein einführender Text sind gut gestaltet für ein gelingsicheres Nachkochen. Am Ende des Buchs gibt es ein alphabetisches Rezeptregister. Das war nicht alles.

Die Rezepte sind eingebunden in visuelle und textliche Erinnerungen. Viele der Fotos haben mich zurück versetzt in meine Jugend. Die Texte verstärken das und ganz besonders gut gefallen haben mir die Überschriften. Das beginnt beim Vorwort mit "Un Estate Italiana" und setzt sich gleich ein paar Seiten weiter fort mit "Nel Blu Dipinto Di Blu". Erinnerungen an Situationen werden genauso geweckt, wie an Aromen. Das macht den großen Charme dieses Buchs aus.

Was soll ich aus so einem Buch kochen? Da hätte ich alles kochen können und dann wurde ich doch vernünftig. Wegen der Gluten-Intoleranz von Herrn bushcook scheiden leider alle Nudelgerichte und so wunderbare Dinge wie Pizza oder Focaccia aus. Als große Oktopus-Liebhaberin musste es natürlich der Oktopus-Salat sein, der ganz anders gekocht wurde, als ich es bisher gemacht habe. Ganz spontan habe ich auch Lust auf das Schwertfisch-Carpaccio bekommen. Einfache Dinge sind oft besonders schwierig und deshalb war ich sehr neugierig auf die marinierten Zucchini.

Alle drei Rezepte haben gut funktioniert -geschmacklich waren sie perfekt. Der geschmorte Oktopus hat mich so überzeugt, dass ich den künftig nie mehr anders machen werde. Das Schwierigste beim Schwertfisch-Carpaccio dürfte das Einkaufen sein. Wenn man den Fisch bekommen hat, dann kann man mit drei Handgriffen ein perfektes Gericht zaubern. Und die Liebhaber von Antipasti, die diesen Namen verdienen und nicht in Olivenöl ertränktes Gemüse sind, ist das Zucchini-Rezept ideal.

Oktopussalat
















Gebratene und marinierte Zucchini

Die Zucchini werden in Olivenöl gebraten und mit Knoblauch, Salz, Pfeffer, Essig und Petersilie gewürzt
Schwertfisch-Carpaccio



















Fazit:

"Ein Sommer wie damals" ist ein Kochbuch für die "italienischen Momente im Leben". Typische italienische Küche verbunden mit charmanten Geschichten und inspirierenden Fotos. Wer Freude an Sommer, Sonne, Leichtigkeit hat und seine Gäste in diesem Stil bewirten will, der hat an diesem Buch viel Freude.




















Sonntag, 30. November 2014

Für die italienischen Momente im Leben:
Italien vegetarisch rockt!

Wenn ein Italiener, der in der Schweiz lebt, schon mal in München ist, um sein neuestes Kochbuch vorzustellen, dann muss die Zeit natürlich optimiert werden. Und so fand gleich einen Tag nach dem vegetarischen Ländermatch schon das nächste Event mit Gerichten aus "Italien Vegetarisch" statt.

Claudio del Principe hat sich bereits für das Buch mit seinem Sommelier-Freund Finkus Bripp zusammen getan und so gibt es zu jedem Gericht auch eine Weinempfehlung. Schließlich ist das Credo von Claudios Küche, dass vegetarisch und Genuss gut zusammen passen. Das wollten die beiden einem kleinen Gästekreis bei der Veranstaltung "Italien vegetarisch rockt!" zeigen

In Finkus' Tasting Room WINE ON THE ROCKS sollte das Kochbuch präsentiert und ein Weinseminar abgehalten werden. Dazu servierte Claudio ein italienisch, vegetarisches Menü.



Bei der Auswahl der Speisen wurde dem Umstand Rechnung getragen, dass keine Küche vor Ort ist. So haben die beiden jede Menge gute Vorbereitung geleistet und konnten die Gänge dann schnell fertigstellen. Bereits zur Begrüßung gab es zu einem sehr guten Glas Sekt Pizza Bianca, Pizza Pomodoro und Oliven.

Die Beleuchtung war zwar sehr stimmungsvoll, aber für die Fotos eine Katastrophe. Deshalb fehlen bei der Collage auch der Hauptgang mit Käsebällchen in Tomatensauce und das zweite Dessert Tiramisu.


Fenchel-Orangen-Salat und Oliven-Crostini
Frittata mit Zucchini, Paprika- und Auberginen-Crostini
Mangold mit Büffelmozzarella aus Kampanien
Rotweinbirnen mit Zimteis

Findus hatte aus seinem Wein-Vorrat jede Menge Schätzchen geöffnet und begleitete jeden Gang mit zwei sehr unterschiedlichen Weinen. Seine Spezialität sind die "Friikii-Weine" und die kann man nicht beschreiben, die muss man erlebt haben :-). Es war ein so beschwingter und wunderbarer Abend in einer kleinen, geselligen Runde. Zu meiner großen Freude nahm auch Patrick Widmer an diesem Abend teil. Er gehört ebenfalls zu den Gründern des Foodblogs "Anonyme Köche" und zeichnet für die Grafiken im gleichnamigen Buch verantwortlich. Mein Buch schmückt jetzt eine wunderbare Zeichnung von ihm.


Und jetzt möchte ich Euch noch mehr über das neue Buch von Claudio del Principe und Katharina Seiser "Italien Vegetarisch" erzählen. Wie bei den beiden ersten Bänden dreht sich auch hier alles um die genussvolle, vegetarische Alltagsküche. Die Zutaten für die Gerichte sind einfach zu bekommen und da viel Gemüse zum Einsatz kommt, sind die Rezepte nach den "fünf Jahreszeiten" gegliedert. Die fünfte Jahreszeit ist einfach erklärt, die Gerichte aus diesem Kapitel kann man immer kochen, da die Zutaten keiner Saison unterworfen sind. Zu jeder Jahreszeit gibt es Rezepte für Antipasti, Pane & Pizza, Suppen, Salate & Gemüse, Pasta, Polenta & Reis und Süsses.

Claudio hat in alten Rezepten recherchiert und zeigt, dass die italienische Küche in weiten Teilen schon immer vegetarisch war und sich dafür nicht verkünsteln muss. Viele der Gerichte begleiten uns schon seit vielen Jahren und wir haben sie in unsere Alltagsküche übernommen. Claudio schärft nochmals unsere Sinne auf excellente Qualität der Produkte zu achten und gibt uns kleine Tipps mit auf den Weg, die auch einfache Gerichte perfekt werden lassen.

In bewährter Qualität hat auch dieser Band die berühmten drei Lesebändchen, ein alphabetisches Rezeptregister und ein Zutaten-Glossar.

Drei Rezepte aus "Italien Vegetarisch" habe ich ausprobiert und es war nicht anders zu erwarten. Die Zutaten waren gut zu besorgen, des ging mir leicht von der Hand und hat wunderbar geschmeckt. Die Feigen stelle ich Euch noch im Detail vor.



Fenchelsalat mit Orangen


















Gerösteter und gedämpfter Blumenkohl












Gebackene Feigen













Samstag, 29. November 2014

Vegetarisches Ländermatch
Österreich : Deutschland : Italien

Vor ein paar Wochen ist der dritte Band der vegetarischen Länderküche, die Katharina Seiser ins Leben gerufen hat, erschienen. Aus diesem Anlass hat der Brandstätter Verlag zusammen mit dem Literaturhaus Moths und dem Café Vits in München ein Ländermatch veranstaltet.


Die Menüfolge ergab sich sozusagen ganz natürlich, wie uns Katharina, die charmant durch den Abend führte, erzählte. Die Italiener sind für Antipasti bekannt, Mehlspeisen können nur die Österreicher und die Deutschen machen den Hauptgang.


Also legte Claudio del Principe, der Autor von "Italien Vegetarisch" gleich mal vor und servierte einen Fenchel-Orangen-Salat mit einem Oliven-Crostini. Bei dem Salat ist das Olivenöl sehr wichtig und das Dressing sollte erst kurz vor dem Servieren über den Salat gegeben werden.


Der Hauptgang war Schwerstarbeit für Stevan Paul. Er kochte Himmel und Äd mit Schmelzzwiebeln aus "Deutschland Vegetarisch". Und so ein großer Topf voller Kartoffeln für 70 Personen will erstmal gestampft werden. Wie bei allen Gängen, waren die Herren sehr solidarisch und unterstützten sich gegenseitig. Da hatten die Kartoffeln keine Chance mehr.


Der Duft vom Holler-Röster zog durch das Lokal und Meinrad Neunkirchner beeilte sich auch noch die kleinen Topfenknödelchen darauf zu platzieren. Als Topping gab es sogar noch Sanddorn bei diesem Mehlspeisen-Klassiker aus "Österreich Vegetarisch".



Jetzt war das Publikum als Jury gefordert und jeder durfte eine Stimme für sein Lieblingsgericht abgeben. Das wurde ganz einach mit Kastanien erledigt, die in einen der Sektkübel gegeben wurde.



Die Spannung stieg, als es ans Auszählen ging. Italien konnte 19 Stimmen für sich verbuchen und hatte damit Gleichstand mit Österreich. Somit stand Deutschland mit 29 Stimmen als Sieger fest. Das war also ein schöner Heim-Sieg für Stevan Paul, der sich über den Pokal sichtlich freute.