Posts mit dem Label Menü werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Menü werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 11. Juni 2025

Bismillah 2.0 - ein orientalisches Menü "reloaded"

Bismillah, so lautet die Überschrift meines ersten Blog-Artikels vom 12. Februar 2011. Bismillah ist arabisch und mit diesem Gruss werden gemeinsame Mahlzeiten begonnen. Über 14 Jahre ist mein Blog mittlerweile alt und mir immer noch lieb und wichtig. Längere Zeit musste ich ihn aussetzen, da ich familiär und beruflich große Herausforderungen zu meistern hatte. Dies war auch der Grund, weshalb ich keine Blog-Geburtstage mehr gefeiert hatte. Spontan ist die Idee entstanden, stattdessen im Blog-Beitrag 2.500 das Menü  des ersten Beitrags nochmals zu kochen.

Das war schon eine gewisse Herausforderung, da ich damals noch keine Rücksicht auf Gluten nehmen musste. Dem ist auch das Dessert zum Opfer gefallen und ich habe mich entschlossen, auch aus Zeitgründen, einen alten Blogbeitrag einzubinden. Aber, so würde ich das Dessert heute servieren. Damals habe ich das ganze Menü für Gäste gekocht und die Gänge schnell fotografiert. Diesmal habe ich die Gänge einzen gekocht und mein Mann und ich hatten reichlich zu essen. Gerade Mezze kann man nicht in kleinen Portionen kochen, aber es hält gut.

Im Lauf der Jahre habe ich mir auch gewisse Vorgehensweisen angeeignet und nicht alles 1:1 gekocht. Das ist auch nicht wichtig, wichtig ist, dass es schmeckt. Die Fotos sind deutlich besser als damals, da Handys mittlerweile Kameras gut ersetzen können. Mir kommt das entgegen, da ich nicht gerne fotografiere und es geht schnell. Mir ist es immer wichtig, schnell ein paar Fotos zu machen und warmes Essen auf den Tisch zu stellen.

Mein Blog macht schon viel Arbeit, aber ich bekomme unglaublich viel zurück. Es war mir nicht möglich, den Beruf des Kochs zu ergreifen und habe trotzdem so einen tiefen Einblick in diese Welt. Viele schöne Freundschaften sind in diesem Kontext entstanden und unzählige wunderbare Begegnungen mit der professionellen Welt von Köchen und Produzenten. Das möchte ich nicht mehr missen.


Die Rezepte zu den einzelnen Gängen des Menüs sind in den Bildunterschriften verlinkt.

Lammhack-Pizza

Mezze mit Sellerie-Oliven-Salat, Käseröllchen, Rote-Bete-Salat, arabischen
Blumenkohl, Gewürzkarotten, gefüllten Mangoldblättern und Salat aus Mangold-Stielen

Jakobsmuschel, warmer Hirsesalat, Olivencreme

Mandarinensorbet

Kaninchen in Kardamomsauce mit Basmatireis und grünen Bohnen

Milchpudding mit Orangenblütenwasser und Mandeln




Montag, 15. April 2024

Kleines Menü rund um den Granny Smith Apfel

 Dieser Artikel enthält Werbung für Südtiroler Apfel g.g.A.


Diesmal hat Zorra vom Blog Kochtopf zum Blog-Event "Süße und herzhafte Rezepte mit Südtiroler Apfel g.g.A." aufgerufen. Mir war sofort klar, dass ich gerne etwas herzhaftes beisteuern möchte, da backen nicht so meine Welt ist. Ich entschied mich also für den Granny Smith und habe direkt aus Südtirol ein Apfelpaket erhalten. Vielen Dank dafür.

Den Granny Smith möchte ich schon als Kind gerne, da ich die Geschmacksrichtung sauer grundsätzlich schätze. Ich war von den Äpfeln aus Südtirol sehr positiv überrascht. In meiner Erinnerung hatte ich noch nie einen so gut gereiften Granny Smith. Sie rochen sehr gut und hatten einen angenehmen, runden Geschmack. Meine erste Idee war ein Fischgericht mit Staudensellerie und Granny Smith. Doch dann hat es mich gereizt ein kleines Menü rund um den Granny Smith zu kochen. Das hat mir viel Freude bereitet und der Apfel hat in allen drei Gängen eine gute Figur gemacht.


Blog-Event CCVI – Süße & herzhafte Rezepte mit Südtiroler Apfel g.g.A. (Einsendeschluss 15. April 2024)


Rezepte und Arbeitsplan für das kleine Menü rund um den Granny Smith:


Kohlrabi Panna Cotta mit Tatar vom Granny Smith
Saibling | Granny Smith | Sellerie
Sorbet vom Granny Smith


Arbeitsplan für das Menü:

1-2 Tage vorher:
Kohlrabi-Panna Cotta zubereiten
Selleriepüree zubereiten
Sorbet vom Granny Smith zubereiten

1/2 Tag vorher:
Granny Smith-Tatar zubereiten
Fischhaut-Chip zubereiten
Saiblingsfilets vorbereiten
Granny Smith-Sellerie-Sud zubereiten
Granny Smith-Sellerie-Salat zubereiten

1 Stunde vorher:
Zitronenmelisse für das Granny Smith-Tatar schneiden
Granny Smith-Tatar und Kohlrabi-Panna Cotta aus dem Kühlschrank nehmen
Selleriepüree aus dem Kühlschrank nehmen
Saibling aus dem Kühlschrank nehmen
Granny Smith-Sellerie-Sud aus dem Kühlschrank nehmen

kurz vor dem Servieren:
Saibling garen
Selleriepüree erwärmen
Granny Smith-Sellerie-Salat anmachen
das Sorbet vom Granny Smith rechtzeitig aus dem Tiefkühler nehmen



Vorspeise:
Kohlrabi-Panna Cotta mit Tatar vom Granny Smith


für 4 Personen

Kohlrabi-Panna Cotta:
ca. 300 gr. Kohlrabi
Meersalz
Zucker
1/2 Vanilleschote
200 ml Sahne
2 Blatt Gelatine

Den Kohlrabi schälen und in feine Stifte schneiden. Die Stifte sollten 250 gr. wiegen, in einen flachen Kochtopf geben. Den Kohlrabi mit Salz und etwas Zucker für ca. 30 Minuten marinieren. 

Die Vanilleschote längs aufschlitzen, das Mark herauskratzen und zum Kohlrabi geben. Die Vanilleschalen ebenfalls in den Topf geben. Die Sahne in den Topf geben und alles bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel dünsten, bis der Kohlrabi weich ist.

In der Zwischenzeit 2 Blatt Gelatine in kaltem Wasser einweichen, abtropfen lassen und zum gegarten Kohlrabi geben. Die gesamte Masse in einem Standmixer sehr fein pürieren, mit Salz abschmecken und in 4 Portionsgläser füllen. Die Panna Cotta abkühlen lassen und dann abgedeckt in den Kühlschrank stellen.

Die Panna Cotta kann 1 - 2 Tage im Voraus zubereitet werden.


Tatar vom Granny Smith:
2 Granny Smith
1/2 Zitrone
Zucker
Zitronenmelisse

Die ungeschälten Apfelviertel rundum das Kerngehäuse abschneiden (siehe ganz unten den Tipp zum Apfelschneiden). Die Viertel in dünne Scheiben und dann in dünne Stifte schneiden. Die Stifte fein würfeln und mit etwas Zucker marinieren. 

Die Schale der Zitrone abreiben und den Saft auspressen. Alles zu den Apfelwürfeln geben, gut verrühren und mit Zucker abschmecken.

Kleine Blätter der Zitronenmelisse für die Deko vorbereiten oder einige Blätter in sehr feine Streifen schneiden.

Das Tatar kann zwei bis drei Stunden vor dem Servieren vorbereitet werden.


Anrichten:
Das Tatar auf die Panna Cotta geben und mit Zitronenmelisse garnieren. Sofort servieren.


Hauptgang:
Saibling | Granny Smith | Sellerie


für 4 Personen

Saibling und Fischhaut-Chip:
2 Saiblingfilets
Meersalz
Olivenöl
Butter

Die Filets auf Gräten kontrollieren und ggf. entfernen, dann häuten. Die Filets in vier Stücke portionieren. Einen großen Teller mit Olivenöl ausstreichen und die Fischfilets darauf legen. So können sie abgedeckt im Kühlschrank ein paar Stunden aufbewahrt werden.

Rechtzeitig aus dem Kühlschrank holen, damit sie Zimmertemperatur annehmen. Den Backofen auf 80 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. 

Die obere Seite der Saiblingsfilets salzen und mit Olivenöl bestreichen. Den Teller mit Frischhaltefolie abdecken und für 12 Minuten in den Ofen geben. Zu diesem Zeitpunkt sollten alle anderen Komponenten für dieses Gericht fertig sein. Angerichtet werden die Teller in der Zeit, in der der Fisch im Ofen ist. Der Fisch gar noch etwas nach, wenn man ihn aus dem Ofen nimmt. Er ist nicht heiß, deshalb muss das Anrichten schnell gemacht werden.

Die Haut in breite Streifen schneiden. Einen schweren Topf vorbereiten, der in die Pfanne passt. In der beschichteten Pfanne Butter und Olivenöl erhitzen, bis es schäumt. Die Haut leicht salzen. Den Topfboden mit etwas Fett aus der Pfanne bestreichen. Die Haut daran festkleben und den Topf schnell in die Pfanne drücken. Mit beiden Händen festhalten und gegen die Haut drücken, damit sie sich nicht einrollen kann und knusprig braten. Darauf achten, dass das Fett nicht zu heiß wird und die Haut verbrennt. Zwischendurch den Topf hochhalten und kontrollieren, ob die Haut knusprig ist. Mit einer Winkelpalette die knusprige Haut vom Topfboden entfernen und auf der anderen Seite in die Pfanne legen. Den Topf wieder darauf stellen. Einen Teller mit Küchenkrepp auslegen. Die fertigen Hautchips darauf legen und abtropfen lassen. Es ist einfacher die Chips portionsweise herzustellen.


Granny Smith-Sellerie-Salat und Granny Smith-Sellerie-Sud:
5 Stangen Staudensellerie
2 Granny Smith
Meersalz
2 EL weißer Balsamico
1 EL Ahornsirup oder flüssiger Honig
1 EL Meerrettich aus dem Glas
Olivenöl

Eine Schüssel mit Eiswasser vorbereiten.

Den Staudensellerie schälen, damit die Fäden entfernt werden. Anschließend die Stangen längs mit dem Sparschäler in Streifen schneiden. Dies bei jeder Stange ungefähr bis zum Mitte machen, danach kann man sie nicht mehr gut halten.

Die Streifen auf einem Schneidebrett ausbreiten und in 3 ungefähr gleichlange Stücke schneiden. Die Streifen in das Eiswasser legen, damit sie sich kringeln.

Die beiden Äpfel in vier Stücke vom Kernhaus schneiden (siehe Schneidetipp unten). Die Viertel eines Apfels mit den restlichen Staudenselleriestangen für das Entsaften vorbereiten. (Evtl. etwas zerkleinern, je nach Entsafter). Wer mag kann auch noch die guten Stellen rund um das Kerngehäuse abschneiden und dazu geben. Äpfel und Staudensellerie entsaften. Beim Entsaften bildet sich oben ein Schaum. Diesen mit einem Löffel abheben. Den Sud mit Balsamico, Ahornsirup und Salz abschmecken. Den fertigen Sud abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

Die restlichen Viertel des Apfels in schmale Streifen schneiden. Siehe Schneidetipp unten. Die Streifen abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

Die Staudenselleriestreifen aus dem Eiswasser nehmen und in einem Sieb abtropfen lassen und mit den Apfelstreifen vermengen. Den Meerrettich mit etwas Olivenöl verrühren, damit er sich besser mit dem Salat vermischen lässt. Den Salat mit Salz und Olivenöl abschmecken.


Selleriepüree:
1 kleiner Sellerie, ca. 300 gr.
Meersalz
Zucker
200 ml Sahne

Den Sellerie schälen und grob würfeln. Die Würfel in einen Topf geben und mit Salz und Zucker für mindestens 30 Minuten marinieren. Die Sahne dazugeben und bei mittlerer Hitze, mit geschlossenem Topfdeckel sehr weich dünsten. Alles in einen Standmixer geben und sehr fein pürieren. 

Das Püree kann, abgedeckt, im Kühlschrank aufbewahrt werden. Rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, damit es Zimmertemperatur bekommt. Während der Saibling im Ofen ist, sanft erwärmen. Es sollte lauwarm sein.


Anrichten:
Während der Saibling im Ofen ist, wird angerichtet. Zuerst den Granny Smith-Sellerie-Salat in die Mitte der Teller platzieren. Vorsichtig den Granny Smith-Sellerie-Sud angießen. Sobald der Saibling fertig ist, diesen auf den Salat legen und eine Nocke vom Selleriepüree darauf geben. Den Fischhaut-Chip in das Püree stecken und sofort servieren.


Dessert:
Sorbet vom Granny Smith


für 4 Personen

3 Granny Smith 
1 Blatt Gelatine
7 Blätter Minze
75 gr. Puderzucker
1/2 Zitrone

Die Äpfel vierteln und das Kernhaus entfernen. Dann in passende Stücke schneiden, um sie zu entsaften.

Das Blatt Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Minzeblätter längs halbieren und dann in feine Streifen schneiden. Die Schale der Zitrone fein abreiben und sie dann auspressen.

Die Äpfel ungeschält entsaften. Etwas von dem Saft erwärmen und die abgetropfte Gelatine darin auflösen. Die Flüssigkeit zurück zum Apfelsaft geben und Puderzucker, Minze, Zitronensaft und -abrieb einrühren.

Die Flüssigkeit in der Eismaschine frieren und anschließend in den Tiefkühler geben.

Ungefähr 30 Minuten vor dem Servieren herausnehmen und portionieren. 


Tipp zum Schneiden des Granny Smith:



Ein Viertel des Apfels möglichst knapp am Kernhaus gerade abschneiden. Dann mit dem gegenüber liegenden Viertel genauso verfahren. Es bleiben zwei kleinere Viertel übrig. Diese ebenfalls so abschneiden. Als Rest bleibt das quaderförmige Kerngehäuse mit Stiel übrig. Wer will kann die Ecken auch noch abschneiden und zum Entsaften verwenden.

Die Viertel in sehr feine Scheiben schneiden und anschließend in feine Streifen. Diese Streifen werden für den Salat benötigt.

Die Streifen dann in feine Würfel schneiden, für das Tatar zur Panna Cotta.

Wenn man dies sehr lange vorher schneidet, sollte man alles mit etwas Zitronensaft marinieren, damit der Apfel nicht braun wird. Wenn man die geschnittenen Äpfel schnell verwendet, ist das nicht notwendig.












Samstag, 15. Dezember 2018

Rezension: Wohl bekam's! In hundert Menüs durch die Weltgeschichte

Manchmal darf es schon ein bisserl Neugierde nach dem Blick hinter die Kulissen sein. Diese charmante menschliche Schwäche wird heute wunderbar von der Boulevard-Presse und instagram-Veröffentlichungen abgedeckt. So kann man leicht erfahren, was bei aktuellen royalen und prominenten Hochzeiten serviert wurde. Aber, was bekamen die Gäste bei wichtigen Ereignissen zu essen, als die Informationsdichte noch nicht so hoch war? Dieser Frage geht das wunderbare Buch "Wohl bekam's! In hundert Menüs durch die Weltgeschichte" auf den Grund.


Die Weltgeschichte aus Sicht der Kulinarik beginnt 879 v. Chr. mit einem Menü anlässlich der Einweihung einer neuen Residenz durch König Assurnasirpal II und das ist imposant. Da ist die Rede von 500 Gazellen, 10.000 Springmäusen, 100 Krüge Butter aus Büffelmilch , 100 Krüge Honig oder 10 Eselslasten Kümmel. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt, was für die geladenen 69.574 Gäste serviert wurde.

Wie bescheiden liest sich dagegen das 100. Menü zur Hochzeit der Sopranistin Isabelle Rejall und Tobias Roth (einer der beiden Herausgeber) am 1. Juni 2018 in München. Da gab es Brot mit Basilikumcrème, Currycrème und Obatzda. Die Vorspeise bestand aus verschiedenen Salate mit Zutaten aus dem eigenen Garten. Der Jahreszeit angemessen drehte sich ein ganzes Spanferkel am Spieß und wurde begleitet von Krautsalat, Kartoffelsalat, Kartoffelknödel und Biersauce. Den süßen Abschluss bildete eine Sachertorte mit Cassisganache. Das klingt nach einer gelungenen Feier im Garten und inspiriert zur Nachahmung.

Dazwischen ist viel passiert und es gibt unendlich viel zu entdecken bei Menüs, die sich eher abenteuerlich lesen und Menüs, wo man das Gefühl hat, das könnte man sogar einmal nachkochen. Amüsant zu lesen sind auch die kleinen Essays, die jedes Menü in einen zeitlichen Kontext stellen. Das Buch ist sehr liebevoll gestaltet, mit vielen kleinen Zeichnungen, wie sie auch auf dem Titel zu finden sind.

Fazit:
"Wohl bekam's! In hundert Menüs durch die Weltgeschichte" ist ein wunderbares Buch zum kulinarischen Schmökern und Staunen. Es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken und wer Freude daran hat mit speziellem Wissen, wie was Elvis Presley den Beatles servierte oder was Prinzessin Dianas letztes Abendessen war, zu glänzen, der findet viel Material.

Donnerstag, 23. August 2018

Mehr als Genuss - ein Sommermenü bei Toni Krank im arte mangiare

Glück kann so einfach sein, großes Glück noch viel einfacher. Wenn man das große Glück hat, schon sehr lange mit einem sympathischen Antiquar befreundet zu sein, der es geschafft hat mit seiner großen Backleidenschaft ein zweites berufliches Standbein aufzubauen, dann kommt man auch in den Genuss an einem besonderen Menü teilzunehmen. Matthias Loidl hat in seinem Garten ein Backhaus gebaut und anfangs für die Nachbarn gebacken. Da die gerne Brot kaufen wollten und dies nicht erlaubt ist, hat er die Prüfung als Bäckermeister abgelegt, ohne jemals das Handwerk als Geselle erlernt zu haben. Seine ausgefeilten Rezepte stellt er in seinem Backblog "Backhausladen" interessierten Lesern zur Verfügung.

Genuss ist sein Thema und er ist in seinem Umfeld sehr gut vernetzt. So konnte es kaum ausbleiben, dass er Toni Krank kennen lernte. Der gelernte Koch (Ausbildung bei Otto Koch) hat im Nachbarort ein altes Bauernhaus gekauft und mit seiner Frau Anna liebevoll restauriert. Die meiste Zeit sind die beiden unterwegs, da Toni auf Foodstyling für Eis spezialisiert ist. Oder anders gesagt, wenn Euch im Fernsehen oder im Kino so ein mundwässerndes, eiskaltes Eis begegnet, dann hat das Toni vorher zu dieser optischen Schönheit gestylt. Wenn er zwischen den weltweiten Reisen wieder daheim ist, dann öffnet er sein Restaurant "arte mangiare vinothek" im Erdgeschoss seines Bauernhauses und kocht mit Liebe und Leidenschaft ein Menü aus den Zutaten, die gerade saisonal erhältlich sind. Eine Reservierung zu bekommen ist Glücksache, da es mehr Interessenten, als Termine gibt. Oder man hat einen lieben Freund, der Genuss gerne teilt und an einen denkt. Dieses Glück hatten wir und durften vor ein paar Wochen einen magischen Samstag erleben.

Hier nimmt man sehr gerne Platz. Im Sommer ist es besonders schön, wenn Toni das
Menü im alten Obstgarten hinter dem Haus serviert.

Sogar die Bienen haben Freude an der Tischdeko und das Menü startet mit
Lavendeltonic mit Goibeeren vom eigenen Strauch.


Ruccolasüppchen

Ceviche vom Red Snapper mit Mango, Avocado, Passionsfrucht und Weinbeeren

Tatar vom Loup de Mer auf  Kartoffeln mit Parmesan und Pinienkernen

Carne Salada vom Reh mit Schokosenf und Cassis

Klare Gazpacho mit Pulpo und Rouille und geröstetem Papadam

Zucchiniblütte gefüllt mit geräucherter Entenbrust-Farce und Beurre rouge

Steinbutt mit Estragon gratiniert, Kaffirlimetten-Ingwer-Sauce und lauwarmen Melonenkügelchen

Orechiette mit Bouchot-Muscheln und argentinischen Gambas

Ananastomaten-Sorbet auf geschmorter Ananastomate mit süßem Basilikum-Pesto

Wachtel, Fonduta, Sommertrüffel, Trüffeljus und Gemüse

Schokoladen-Sorbet, Cassis-Brombeer-Sauce, Cointreau-Sabayon

Tarte Tatin mit Schokolade und Pflaume, rotes Stachelbeersorbet, Rubi-Schokoladen-Eis,
Mousse au chocolate und Himbeeren

Glückliche Gäste, glücklicher Koch und schöne Gespräche

Sonntag, 20. Mai 2018

Taste of Tomorrow bei der AEG Taste-Academy mit Lucki Maurer | Werbung

Die Veranstaltungen der AEG Taste Academy haben sich als beliebte Treffpunkte für kulinarisch Interessierte etabliert. Und das hat mehrere gute Gründe. Die drei Referenten sind erfahrene Köche aus der Spitzen-Gastronomie und decken sehr unterschiedliche Themen ab. Die Veranstaltungen sind mit 150.-- Euro pro Person auch bezahlbar. Dafür bekommt man einen schönen Abend mit viel Genuss, bei dem man auch etwas lernt. Man kann es ein wenig mit einem Chefs Table vergleichen. Jeder Gang ist von den Köchen schon komplett vorbereitet, aber vorher erklärt der Koch spezielle Zutaten oder Zubereitungsmethoden und sein Konzept hinter dem Gericht. Dann wird vor den Augen der Gäste angerichtet und man nimmt danach am gedeckten Tisch Platz. Natürlich wird auch noch eine passende Weinbegleitung serviert.

Vor zwei Wochen lud AEG einige Blogger nach Nürnberg ein, um unter dem Motto "no waste" gemeinsam zu kochen und das aktuelle Menü von Lucki Maurer kennen zu lernen.

Torten Pistol und Lucki Maurer

Gleich zu Beginn erklärte uns Torsten Pistol die japanische Schlachtmethode Ike Jime, bei der Fische möglichst stressfrei und schonend getötet werden. Das für das Tier besser und dient auch der besseren Qualität. Gut erklärt ist diese Methode hier, in einem Artikel der Effilee. Für uns hat Torsten Saiblinge mitgebracht, die so getötet wurden. Man merkt den Unterschied bereits beim Anfassen und im Geschmack sowieso. Das Fleisch ist viel kompakter und der Fisch hält auch länger. Unsere Aufgabe war es, aus dem Saibling ein Amuse für die Gruppe zu kochen und dabei möglichst keine Reste zu haben.

Die unterschiedlichen Amuses der anderen Gruppen

Meine Blogger-Freundin Petra von "Der Mut Anderer" und ich haben uns vorgenommen, den Saibling mit Kohlrabi und Holunderblüte zu kombinieren. Dabei war es uns sehr wichtig, Reste zu vermeiden und handwerklich zu kochen. Dem Lob der Fachjury nach zu urteilen, ist uns das auch ganz gut gelungen. Übrig geblieben ist uns nur, was noch im Sieb war, nach dem Abgießen des Fischfonds. Alles andere landete auf den Tellern und wurde gegessen. Hier geht es zum Rezept.


Saiblings-Kohlrabi-Tatar und Saiblingsfilet auf Kohlrabipüree mit Hautchip und Saibling-Holunderblüten-Shot
(Bei uns etwas geschummelt, da noch ein Stück Zander übrig war. Der kam auch in das Tatar, deshalb ist es so hell.)

Nach diesem schönen Auftakt, servierte Lucki sein Menü, bei dem jeder Gang von einem der aktuellen Foodtrends, wie "purple food", "zero waste" oder "umami" inspiriert wurde. Das Amuse trug den Titel "kill the enemy" und ein befreundeter Jäger, der Biber geschossen hatte, brachte Lucki auf die Idee. Niemand wollte das Fleisch haben, obwohl es sich um hochwertiges Fleisch handelt. Die Biber sind in Bayern so erfolgreich eingewildert worden, dass sie nun dem Baumbestand schaden. Deshalb werden sie streng kontrolliert geschossen. Auch im Hinblick auf "no waste" macht es keinen Sinn, dieses gesunde und regionale Fleisch wegzuwerfen. Lucki hat sich diesem Thema angenommen und findet, dass "Schädlinge" auch angemessen verwertet werden sollen. Für das Amuse verwendete er den, sich explosionsartig ausbreitenden, Amerikanischen Flusskrebs, der viel zerstört.

"Kill the Enemy" (Krebsperle)


Ike Jime Saibling | Kaviar | Rauchaalsud | Seidentofu | gereifte Sojasauce


Kalbsbries | Boudin Noir | Kutteln | Pelmeni | Kefir 


Lucki Maurer, Laura Kroiss und Stefan Lemberger beim Anrichten


Iberico Secreto | Aprikosen | Fenchel | Sobrasada | schwarzer Reis


Ochsenschwanz | Kronfleisch | Brotessenz | Grammeln


Belper Knolle | Tatar vom Handkäse | Bergamotte | Holunder 


Wer noch mehr Informationen über die verwendeten Produkte und die Ideen hinter Luckis Menü wissen möchte, findet hier viel Wissenswertes. Wer dabei sein möchte, dem kann ich nur eine schnelle Anmeldung empfehlen, da die AEG Taste-Academy diesmal nur wenige Termine geplant und schon viele Anmeldung hat. Neben Lucki kann man auch Heiko Antoniewicz und Christian Mittermeier treffen.

Freitag, 2. Dezember 2016

Weihnachtsmenü-Siebenerlei

So langsam wird es höchste Zeit, sich zu überlegen, was man kocht, wenn man ein Weihnachtsmenü kocht. Das Zusammenstellen von Menüs hat mir immer viel Freude gemacht. Ich habe hin und her überlegt, Rezepte gewälzt, Einkaufslisten geschrieben und passendes Geschirr bereit gestellt. Sehr ungern habe ich die Einkäufe für ein Weihnachtsmenü gemacht. Da war mir die Hektik und das Geschiebe immer zuwider.

Deshalb gab es seit Jahren bei mir ein schönes Menü am 4. Advent. Weihnachten sind wir gemütlich daheim geblieben und haben den Tiefkühler leer gegessen. Egal, wann ihr Euch an einen festlich gedeckten Tisch setzt, hier habe ich ein paar Anregungen für Euch. Beim Klick auf die Bildunterschrift, landet Ihr bei dem passenden Rezept. Viel Freude beim Nachkochen und hoffentlich wenig Stress.

Vorspeisen:


Geräucherter Saibling mit Apfelgelee, Meerrettichmousse und Kürbiswürfel

Russische Eier

Kabeljau-Tatar mit Granatapfel

Jakobsmuscheln mit Frühlingszwiebeln

Rote Bete Terrine mit Meerrettichmousse

Orangen-Dattel-Salat mit Kaffee-Emulsion


Hauptspeisen:



Harissa-Lachs mit Orangenhirse

Cobia-Tataki mit Süßkartoffelpüree und Avocado-Maracuja-Sauce

Steinbeißer | Nussbutterbrösel | Brokkolimousse | Zitronen-Beurre-Blanc | Knoblauchgelee


Huhn mit unreifen Weintrauben

Schweinebauch mit Weißkraut-Mandarinen-Salat


Lammrücken mit Blumenkohl-Couscous und Ducca-Gewürz-Joghurt

Langsam geschmorte Lammkeule

Desserts:



Cranberryparfait

Teecreme mit Kumquats

halbgefrorenes Kaffeesouffle

Orangen-Ragout mit Tonka-Topfen-Mousse

Orangenflammeri

flambierte Winterpflaume mit Zitronengras und Chili und Sauerrahmeis

Milchpudding mit Orangenblütenwasser und Mandeln


Wintermenü:



Jakobsmuschel-Mango-Burger
Lachs auf Karotten-Rosenkohl-Salat
Hühnerbrust-Supreme mit Staudensellerie-Mandarinen-Risotto
Orangen-Polenta-Törtchen mit Szechuanpfeffereis


Orientalisches Fondue:


Orientalisches Fondue