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Samstag, 29. Oktober 2011

Impressionen aus Sachsen

Von Leipzig ging es weiter nach Dresden und ins wunderschöne Umland. Dresden hat mir sehr gut gefallen. Schon beeindruckend, was da wieder aufgebaut wurde.

Highlights:
natürlich die Frauenkirche
der Neumarkt
eine Fahrt auf der Elbe mit der sächsischen Dampfschiffahrt
Gläserne Manufaktur von VW
Elbschlösser
Asisi Panometer

Weniger gefallen:
die berühmte Pfunds Molkerei
unsere kulinarischen Erfahrungen, allerdings muß ich zugeben, daß ich zuwenig recherchiert habe

Sehr begeistert waren wir von der sächsischen Landschaft und den wunderschönen Schlössern. Ein paar Impressionen habe ich mitgebracht.

Fasanenschlösschen

Leuchtturm am Fasanenschlösschen

Schloß Moritzburg

Freitag, 28. Oktober 2011

Kleine Perle in Leipzig - La Barrica

Am nächsten Abend wollten wir lieber etwas einfacher essen. Wie bereits gesagt, war die Stadt übervoll und wir ahnten schon - das wird schwierig. Trotzdem gelang es uns noch einen Tisch zu reservieren. Wir wären gerne um 19.00 Uhr gekommen, doch man empfahl uns erst um 19.30 Uhr zu reservieren. Vorher kommt noch eine Gruppe und dann wäre in der Küche nicht so ein Stau.

Wir spazierten durch die Stadt, auf dem Weg zu unserem Tisch entdeckten wir ein Laden-Restaurant mit spanischen Spezialitäten und freien Plätzen. Ich zögerte, würden es bemerkt werden, wenn wir nicht kommen? Normalerweise wäre das für mich indiskutabel, aber der Tisch wäre nicht lange leer geblieben...

Pünktlich um 19.30 Uhr waren wir im reservierten Restaurant und das Drama nahm seinen Lauf.
19.40 Uhr
es gelang dem völlig überforderten Personal festzustellen, welcher Tisch für uns reserviert ist.
20.00 Uhr
noch nichts passiert. Ich bat die beiden Herren am Nebentisch, ob wir mal in ihre Karte schauen dürften. Wir durften, die beiden meinten aber, daß sie schon seit 30 Minuten bestellen möchten...
20.10 Uhr
nach einem Blick in die Karte erlaubte ich mir mal einen Blick über die Terrasse. Es waren so geschätzt 40 Tische. Bis auf drei alle belegt und nur an vier Tischen standen Speisen auf dem Tisch. Und alle anderen Gäste kamen vor uns. Ein kurzer Blickwechsel und wir waren uns einig. Schnell sind wir aufgestanden und haben gehofft, daß in der Tapasbar noch ein Platz frei ist. Glück gehabt, es gab noch einen Tisch im Freien.

Im Barrica waren wir endlich in guten Händen. Schnell bestellten wir uns Tapas quer durch die Karte und einen schönen Rotwein.


Wir kommen mit der netten Familie Albrecht ins Gespräch. Und erfahren viel über die Entwicklung von Leipzig und über das Leben vor der Wende. Ein schöner Abend und ein sehr versöhnliches Ende unseres, an manchen Stellen verkorksten, Leipzig-Aufenthalts.

Eine ganz besondere Ehre wurde uns noch zum Nachtisch erwiesen. Wir bekamen Tellerchen mit Käse und einem selbstgemachten Schlehen-Gelee von Frau Albrecht. Nochmals ganz vielen Dank für die herzliche Gastfreundschaft.


Donnerstag, 27. Oktober 2011

Warum Leipzig doch eine Reise wert ist - Peter Maria Schnurr im Falco

Am Rand der Altstadt von Leipzig, in der Nähe des Hauptbahnhofs, ist das Hotel The Westin. Das Hochhaus ist mit rund 100 Metern eines der höchsten Häuser Leipzigs. Im 27. Stock liegt das Restaurant Falco, die Wirkungsstätte von Peter Maria Schnurr mit seiner cuisine passion légère.

Der attraktive Blick über die nächtliche Stadt wird den ganzen Abend von Feuerwerk gekrönt. Dies ist hier üblich, erklärt uns der charmante Maitre Oliver Kraft, die Leipziger feiern gerne am Samstag mit Feuerwerk. Aus der Vogelperspektive feiern wir mit. Da kann man auch verstehen, weshalb ein Falkenpärchen dort regelmäßig nistet und seine Jungen großzieht. Sie wurden damit auch zum Namenspatron des Falco.

Mit diesem Ausblick müssen die Teller optisch konkurrieren. Und in diesem Wettstreit schlagen sie sich bravourös. Jeder Teller ist eine Augenweide. Die Küche ist sehr modern und innovativ. Die sprudelnde Kreativität ist fast schon unglaublich. Ich hätte nie gedacht, daß Schinkensaft im Dessert so genial sein kann.

Es war ein wundervoller Abend, bei dem alles passte: das Ambiente, das Essen, der Service, die Weine....
Auch im Falco konnten wir den perfekten Service, wie wir ihn gut finden, erleben. Freundlich, kompetent und entspannt wird der Gast durch den Abend begleitet.


Geflügelleber, Spinat-Pinienkerne-Kropoek, mallorquinische Streichwurst,
Krustentierfond, Tomatencrostini

Cracker

Selleriesticks

Auberginen-Minze-Creme, Joghurt-Brombeer-Harissa

Fruchtgelee mit Wassermelone

Oktopus, Zuckerschoten

Bouillabaisse-Tapiokaperlen, Apfelsphäre

Jakobsmuscheln, Pomelo, Zitronenmelisse, Meeresbohnen, weiße Schokoladen Mayonnaise

Ton Steine Scherben, Foie, Yoghurt Pulver, Rote Früchte Fluid, Fenchelsamen Extrakt

Seezunge vom kleinen Boot, soufflierte Schweinschwarte, Macadamia Cous Cous,
Pfirsich Yoghurt, Christe Marine

Rotbarbe gegrillt, Malz Extrakt, Tomatenkerne, Moneymaker, Mango Gribiche

Mango-Kräuter-Lassi

Kalbsherz, Palmherzen, rote Zwiebel, Ölfrucht, Lychee, Harissa,
Oliven, Melone-Ziegenmilch-Creme

Lammsattel, Creme-Spinat von Wakame-Algen, Verveine-Croutons, Banane und Limequat

geeister Zwetschgenschaum, Zwetschgen, Schokosauce, Kerbelflocken

Blood and Honey, Cottage Cheese, Tomaten-Gurkenkraut-Salsa,
Erdbeer, Orange

Nyangbo Kuvertüre, Basilikum, Schinkensaft, Tapioka, Kirschen

Brombeerschaum

Curry-Cracker mit Zitrus und Gurke

Lolly aus weißer Schokolade
Mit großem Vergnügen hatten wir dann auch noch die Gelegenheit Peter Maria Schnurr persönlich kennenzulernen. Danke für das interessante und witzige Gespräch. Ich glaube, ich muß mal mit dem Christkind reden, wegen dem neuen Kochbuch.....

Und ich habe endlich den Satz verstanden, den ich vor vielen Jahren gelesen habe.
Der Unterschied zwischen einem 1-Stern- und einem 2-Stern-Restaurant ist ein großer Sprung. Zwischen einem 2-Stern- und einem 3-Stern-Restaurant liegt wenig Veränderung.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Höhen und Tiefen in Leipzig und in Auerbachs Keller

Kurz nach der Wende war ich das erste Mal in Leipzig. Alles war noch grau und trist. Das Potential dieser Stadt war trotzdem sehr deutlich zu erkennen. Überall waren erste Baumaßnahmen erkennbar - Aufbruchstimmung.

Ein oder zwei Jahre später war ich wieder da. Erste, strahlend schöne, Häuser wurden sichtbar, noch viel mehr Baumaßnahmen und Goldgräberstimmung. In diesem Jahr war ich dreimal in Leipzig und habe mich in die Stadt verliebt. Die wundervolle Altstadt mit diesen vielen alten Häusern hat mir sehr gefallen. Zuhause habe ich Herrn bushcook gesagt: Du mußt Leipzig auch einmal sehen!

Die Anreise gestaltete sich schon schwierig, mit unserer gelben Plakette dürfen wir nicht in die Stadt fahren. Ein Taxi zu organisieren, das uns etwas außerhalb abholen sollte, wurde zum Abenteuer. Die erste Taxizentrale war so unmöglich, die können nicht einmal im Rahmen normaler Höflichkeitsregeln agieren. Die zweite dagegen war perfekt und kümmerte sich rührend um uns und unser zurück bleibendes Auto.

Da war ich schon etwas genervt und dann hat es mich voll getroffen. Leipzig, was haben sie aus Dir gemacht??? Die wunderschöne Stadt in das Korsett dieser überall gleichen Arkaden-Shopping-Zumutung gezwängt. Furchtbar!!! Vor lauter Leuchtreklame und Angebots-Schilder der unsäglichen Handelsketten kann man die herrlichen Fassaden überhaupt nicht mehr erkennen. Es gibt fast keine schönen, inhabergeführten Läden, nur Kommerzmüll at its best. Es hat mich richtig schockiert. Erschwerend kam noch dazu, daß wir an dem langen Wochenende mit dem Feiertag zur deutschen Einheit dort waren. Die Stadt war schwarz vor Menschen. Wer jetzt denkt: klar die Wende ging aus von Leipzig, das wird gebührend gefeiert. Pustekuchen, es gab so etwas wie einen Markt. Ich konnte schon gar nicht mehr hinsehen. Der letzte Schund, Kitsch und Quatsch wurde in den aufgestellten Buden angeboten.

Ich wollte unbedingt in den weltberühmten Auerbachs Keller. Bereits Goethe erwähnte ihn im "Faust". Also ein hochtouristisches Ziel in einer Phase des Hoch-Tourismus. Dem kann man nur mit tapferem antizyklischen Verhalten entgegentreten: Mittagessen um 15.00 Uhr! Da gibt es immerhin ein paar freie Tische.

Wenn man in Leipzig ist, sollte man den Auerbachs Keller nicht gesehen, sondern erlebt haben. Ich tue mich immer schwer mit sehenswerten Lokalen, in denen die Schaulustigen auf Besichtigungstour sind. Das ist ein Restaurant, die verdienen ihr Geld damit und die zahlenden Gäste sind auch genervt. Das haben sie dort gut geregelt und man kann sich wirklich normal an einen Tisch setzen.



Das Essen passte zur Gesamtstimmung und hatte ebenfalls Höhen und Tiefen. Einiges war sehr gut und hausgemacht. Anderes dagegen unlecker und manches sah aus wie gekauft.


kalte Schlemmerplatte

Dreierlei von hausgemachten Sülzen

mit Kartoffelpuffer

Dialog von Orange und Schokolade mit marinierten Kumquats und knusprigem  Krokant

geeiste Leipziger Lerche serviert mit Quark-Limonen-Mousse und Himbeersauce

Wenigstens das Löffelchen hatte Spaß und konnte ein paar neue Freunde gewinnen.