Posts mit dem Label Cocktail werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Cocktail werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 9. April 2023

RARE Infused Dinner

Cocktails funktionieren wie Gerichte, Bartender ticken wie Köche und man sollte genauso wenig in schlechte Bars oder gruselige Hotelbars gehen, wie in schlechte Restaurants. Das durfte ich in den letzten Jahren lernen. Vorher waren meine Erfahrungen sehr begrenzt und ich habe um Cocktails und Bars einen sehr großen Bogen gemacht.

Bis ich, vor über 10 Jahren, zwei junge und sehr motivierte Bartender kennengelernt habe und das erste Mal in meinem Leben ein Menü mit Cocktailbegleitung erleben durfte. (Link zum Menü) Danach ging es Schlag auf Schlag. Ich war plötzlich Mitglied im Münchner Barzirkel und durfte tolle Persönlichkeiten von Charles Schumann über Klaus St. Rainer bis zu Andi Till, Bill Fehn, Oliver von Carnap, Marco Beier, Richie Link, Cihan Anadoglou, Emanuele Ingusci, und viele andere mehr kennenlernen. Da habe ich zum ersten Mal verstanden, was für eine großartige Barszene München hat. Ein Highlight war ein Gimlet-Workshop wo ich für Charles Schumann einen Cocktail mixen durfte. Er hat zumindest freundlich genickt. (Link zum Bericht)

Ich habe Cocktails gemixt, Cocktail-Bücher renzensiert, durfte hochwertige Spirituosen in einem professionellen Umfeld kennenlernen und hatte neue kulinarische Erfahrungen, die mich sehr bereichert haben. (diverse Berichte sind hier zu finden)

Mit Corona hat sich vieles verändert und so langsam finden wieder interessante Veranstaltungen statt. Als ich entdeckte, dass sich der Münchner Spitzenkoch Christoph Kunz (2 Michelin-Sterne im Restaurant Alois) und der renommierte Schweizer Spirituosen-Experte Peter Jauch zusammen getan haben, um ein RARE Infused Dinner zu veranstalten, war klar, dass wir dabei sein wollen. 



Peter Jauch und Christoph Kunz
Bildrechte: Anja Prestel Fotografie


Christoph Kunz war einige Jahre Küchenchef im Restaurant Alois des Feinkosthauses Dallmayr. Wir haben ihn dort ein paar Mal besucht. (Link zu den Berichten) Nun macht er sich selbständig und hat mit einem Pop-Up-Restaurant in den Räumen der ehemaligen Kochschule von Hans Haas begonnen. Bald wird er in München sein neues Restaurant eröffnen, wir freuen uns schon darauf.

In der Zwischenzeit hat er sich mit Peter Jauch zusammengetan und beide haben ein Menü mit Cocktailbegleitung entwickelt und erstmals in München im Restaurant Sophias im Charles Hotel präsentiert. Der dortige Küchenchef Michael Hüsken hat bereits Erfahrung mit so einer Kombination - Link zum Bericht.

Eine passende Getränkebegleitung zu einem Menü kann die Gerichte unterstützen und das geschmackliche Gesamterlebnis verstärken. Bei Wein liegt die Kunst darin, die Weine zu finden, die diesen Effekt auslösen. Bei Cocktails und auch bei einer alkoholfreien Getränkebegleitung liegt der Reiz darin, ein Getränk zu produzieren, dass die perfekte Ergänzung ist. Hier sind die Varianten natürlich viel größer und auch die Möglichkeiten das Ganze zu optimieren. Deshalb kann ich nur ermuntern, solche Gelegenheiten wahrzunehmen.

Die beiden hatten die erste Veranstaltung in München, weitere in Hamburg, Berlin und Düsseldorf werden folgen. Wer neugierig ist, hier gibt es alle Informationen: Link



Restaurant Sophias im Charles Hotel




Cognac Mule mit V.S.O.P. Bisquit & Dubouché



Hiramasa | gepickelte Gurke | Ingwerbier



Old Cuban Twist mit Appleton Estate 12 Years Old



Heilbutt | Blumenkohl | Vermouth



Basil Smash Twist mit Montelobos Espadin



Seeteufel | Bittersalat | Sanchopfeffer



Whisky Sour mit The Glen Grant 12 Years Old



Rind | Sellerie | Zitrone | Kerbel



Milk Punch mit Grand Marnier Cuvée Louis Alexandre



Karamellisierte weiße Schokolade | Käsekuchen | Ananas



Digestif-Auswahl



Mittwoch, 25. Oktober 2017

Foodpairing von Cihan Anadologlu, Bar Bibel - Cocktail Like a Zombie und Baby Back Ribs mit Asia Crust und Sesam-Schneeerbsen

Für einen guten Cocktail kann ich mich sehr begeistern. Zu meinem Glück haben wir hier in München eine ausgezeichnete Barszene. Cihan Anadologlu gehört hier zu dem Kreis der Spitzen-Bartender. Diese Profis sind gleichzusetzen mit Spitzen-Köchen. Sie bekommen keine Sterne oder Punkte, sie messen sich in Wettbewerben und da hat Cihan einiges an ersten Plätzen vorzuweisen.

Selten, leider viel zu selten gibt es zu den ausgefeilten Cocktail-Kreationen die passenden Gerichte. Meist gibt es ein Tellerchen mit Nüssen. Dabei bietet das Pairing von Getränk und Essen so spannende Möglichkeiten. In Cihans "Bar Bibel" hat mich das Kapitel "Food- & Cocktail-Pairings" besonders neugierig gemacht. Ich wollte unbedingt ein Pairing für meine Rezension (hier nachzulesen) ausprobieren. Dabei habe ich mich auf das Gericht konzentriert und war von dem Rezept für Spareribs und Zuckerschoten sehr angetan. Der passende Cocktail hatte den vielversprechenden Namen "Like a Zombie".

Die Rezepte stammen von Florian Gürster, dem Küchenchef des Münchner Heart Clubs. Er ist Weggefährte von Stefan Marquard und hat u. a. bei Frank Heppner und in der Londoner Restaurant-Szene seine Liebe zur Euroasiatischen Küche entdeckt. Beim Nachkochen und bei Tisch habe ich verstanden, wie elegant er die beiden Richtungen kombiniert. Das Rezept für die Spareribs liest sich auf den ersten Moment nicht so aufregend. Obwohl die Sauce sehr schlicht aus drei Zutaten besteht, ist sie geschmacklich hervorragend. Das Topping aus Wasabi-Erbsen, Frühlingszwiebeln und Chili macht die Spareribs zu den besten, die ich je gegessen habe. Als "Abfallprodukt" bleibt sogar noch ein würziger Fond, der uns eine wunderbare "Reste-Suppe" beschert hat. Kleiner Wermuts-Tropfen: die Rezepte sind sehr rudimentär formuliert und ich hoffe, ich habe Herrn Gürsters Stil richtig interpretiert.

Dazu kommt der Zombie ins Glas, der einiges an Spirituosen voraussetzt und mit Cola aufgefüllt wird. Die Idee des Pairings habe ich gut verstanden und finde die beiden sehr passend. Mein Problem ist nur, dass ich nicht sehr gerne Fernet Branca trinke. Das wurde mir wieder bewusst, als ich eine uralte, verschlossene Flasche aus der hintersten Ecke unserer Bar gefischt habe.



Cocktail Like a Zombie

1 Glas

2 cl Gin
2 cl weißer Rum
2 cl Tequila
2 cl Portwein
1 cl Fernet Branca
20 cl Coca-Cola

Garnitur: Zitronenzeste

Eiswürfel in ein Longdrinkglas geben, Gin, Rum, Tequila, Portwein und Fernet Branca dazugeben und mit einem Barlöffel verrühren. Mit Coca Cola auffüllen und einer Zitronenzeste garnieren.




Baby Back Ribs mit Asia Crust 

für 4 Personen

2 kg Spareribs
100 gr. frischer Ingwer
1 Knoblauchzehe
1 Chilischote
2 Stangen Zitronengras
Meersalz
Backpapier

Marinade:
100 gr. Ketchup
30 gr. Honig
1/2 Glas Hoisinsauce

Garnitur:
Wasabi-Erbsen
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Chilischote

Den Ingwer in dünne Scheiben schneiden, den Knoblauch in der Schale andrücken und grob hacken, die Chilischote in Ringe schneiden, das Zitronengras mit dem Messerrücken klopfen und grob schneiden. Einen großen Topf mit kaltem Wasser aufsetzen, kräftig salzen, alle vorbereiteten Zutaten hineingeben und erhitzen. In der Zwischenzeit die Spareribs zerteilen.

Wenn das Wasser leicht köchelt, die Spareribs dazugeben und die Hitze reduzieren. Die Spareribs sollten nun eine Stunde gekocht werden, dabei darf das Wasser nur leicht simmern. Danach den Schaum abschöpfen und die Spareribs mit einem Schaumlöffel herausheben. Den Fond durch ein Sieb abgießen, abkühlen lassen und anderweitig verwenden. (Er ergibt eine kräftige Suppe mit asiatischen Noten und kann eingefroren werden.) Die Spareribs etwas abkühlen lassen und dann auf das mitgekochte Gemüse kontrollieren und dies evtl. entfernen. Anschließend das Fleisch für eine Stunde abgedeckt in den Kühlschrank geben.

Ketchup mit Honig und Hoisinsauce in einer kleinen Schüssel verrühren. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Wasabi-Erbsen grob hacken, die Frühlingzwiebeln und den Chili in feine Ringe schneiden. Die Spareribs aus dem Kühlschrank holen und auf das Blech legen. Mit der Marinade großzügig bestreichen und für 10 Minuten in den Backofen geben. Danach mit Wasabi-Erbsen, Frühlingszwiebeln und Chili bestreuen und sofort servieren.

Für die Marinade Ketchup, Honig und Hoisinsauce verrühren. Die Spareribs großzügig marinieren und auf das Backblech geben. In den Ofen schieben und ca. 10 Minuten fertig garen. In der Zwischenzeit Nüsse klein hacken und Frühlingszwiebeln fein schneiden. Die fertigen Spareribs damit bestreuen.



Sesam-Schneeerbsen

für 4 Personen

500 gr. Zuckerschoten
2 EL weißer Sesam
Sesamöl
Zitronensaft
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Kresse oder Sprossen für die Deko

Die Zuckerschoten diagonal halbieren. Den Sesam in einem Wok rösten.

Das Sesamöl im Wok bis zum Rauchpunkt erhitzen, dann die Hitze etwas reduzieren und die vorbereiteten Zuckerschoten hineingeben, anbraten und immer wieder rühren. Von der Hitze nehmen und mit etwas Zitronensaft ablöschen.

Den Wok beiseite stellen und die Zuckerschoten für 5 Minuten halb mit einem Teller abdecken. Mit Salz, Pfeffer und dem gerösteten Sesam würzen. Auf einer Platte anrichten und mit Kresse oder Sprossen garnieren.




Die Brühe, in der die Spare-Ribs gegart werden, ist viel zu köstlich, um sie wegzuschütten. Ich habe daraus eine schnelle Reste-Suppe gemacht und sie einfach mit den restlichen Frühlingszwiebel- und Chiliringe und Steakfleisch-Reste (vom T-Bone, ganz nah am Knochen) als Einlage serviert. Dazu gab es noch Reisnudeln. Das war ein sehr schönes und schnelles Mittagessen.


Montag, 23. Oktober 2017

Cocktail Salty Dog von Cihan Anadologlu, Bar Bibel

Mit der "Bar Bibel" hat Cihan Anadologlu sein erstes Buch veröffentlicht. Hinter dem Titel verbirgt sich natürlich auch ein Anspruch. Die Barwelt ist sehr interessant für mich, da ich viele Parallelen zur Spitzengastronomie ziehen kann. Während die Köche auch bei klassischen Rezepten unzählige Varianten kennen, die oft nur in Nuancen abweichend sind, gibt es für die klassischen Cocktails weniger Spielraum. Die Kombination aus Spirituose, Süße, Säure und Filler folgt einem festgelegten Mengenverhältnis. Einen Unterschied machen die Zutaten und die Qualität der Spirituose ist hier sehr entscheidend.

In dem Kapitel "Die 200 besten Drinks der Welt" gibt uns Cihan die Möglichkeit ein gutes Rezept für die klassischen Cocktails kennen zu lernen. Deshalb wollte ich für meine Rezension unbedingt einen Cocktail aus dieser Kategorie ausprobieren. Ich habe mich für den Salty Dog entschieden. Mir hat es gut gefallen, dass nur sehr wenig Zutaten gebraucht werden. Um so wichtiger ist es, gute Produkte zu verwenden. Bei mir war das der "Harald Schatz Wodka", für den A WITCH, A DRAGON & ME verantwortlich zeichnen.

Dahinter verbergen sich vier Freunde aus Mainz, die die Leidenschaft für schöne und handwerkliche Dinge vereint. Sie wollten einen Wodka auf den Markt bringen und widmeten diesen Harald Schatz, dem Hausmeister des etablierten Clubs eines der Teammitglieders. Das kann ich gut nachvollziehen, so ein Hausmeister, auf den man sich immer verlassen kann, ist ein wahrer Schatz. Bei einem Wodka ist die Klarheit wichtig. Der Harald Schatz Wodka ist ein fünffach destillierter Getreidealkohol, der mit zweifach gefiltertem Wasser auf Trinkstärke gebracht wird. Das merkt man gleich, wenn man ihn pur trinkt. Sein feines Aroma bleibt lange auf der Zunge und im Hals brennt nichts, er ist sehr mild.

So war er prädestiniert für diesen sehr reduzierten Cocktail. Wer die Kombination Salz und Limette zu Tequila kennt, wird überrascht sein, dass die Kombination mit Wodka und Grapefruit edler und aromatischer ist. Eine kleine Warnung muss ich noch aussprechen, wer den Tequila mit Salz und Säure schon nicht mochte, wird auch kein Freund des Salty Dog werden. Das habe ich mit Herrn bushcook eindrucksvoll erlebt. Dafür schmeckte ihm der Wodka pur sehr gut.

Meine Rezension der "Bar Bibel" ist hier nachzulesen.




1 Cocktail

6 cl Harald Schatz Wodka
1 rosa Grapefruit
20 cl Grapefruitsaft einer rosa Grapefruit, frisch gepesst

Garnitur:
Meersalz
Grapefruitzeste

Die Schale der Grapefruit dünn abschälen für die Garnitur, dann den Saft auspressen. Für den Cocktail werden 20 cl Grapefruitsaft benötigt.

Den restlichen Saft in ein Gefäß geben das etwas größer ist, als das Cocktailglas. Eine dünne Schicht Salz auf einen Teller streuen. Das Glas zuerst in den Grapefruitsaft tunken und danach in das Salz, damit sich eine Salzschicht am Glasrand bildet.

Eiswürfel in das Glas geben und Wodka und Grapefruitsaft dazugeben. Alles einmal mit einem Barlöffel durchrühren.

Mit Grapefruitschale garnieren.




Freitag, 7. April 2017

Cocktail Haymarket aus Nomad von Daniel Humm und Will Guidara

Für diesen Cocktail braucht man Suze, einen Aperitif-Likör aus Frankreich. Dieser wird aus der Wurzel des Enzians hergestellt und hat eine leicht bittere Note. Schon lange steht so eine Flasche in meinem Vorrat und ich habe mich gefreut, ein Rezepte dafür zu entdecken. In dem aktuellen Kochbuch "Nomad" von Daniel Humm und Will Guidara ist zusätzlich ein kleines Cocktailbuch versteckt. Die Rezepte dazu hat der Bartender der Elephant Bar, Leo Robitschek, beigesteuert.

Für den Haymarket kombiniert er dazu ein amerikanisches Pale Ale. Ich habe dafür auf den "Doldensud" vom Riedenburger Brauhaus zurück gegriffen. Das bekomme ich unkompliziert in meinem Bio-Markt.

Die Kombination aus bitter-süßem Likör, frischem Bier mit Zitrusnoten und Zitronensaft hat mir sehr gut gefallen und da sich dieser Cocktail auch schnell mixen lässt, wird es den im Sommer bestimmt öfter geben.

Die Rezension zu "Nomad" könnt Ihr hier nachlesen.


für ein Glas

2 lange Gurkenstreifen
2 cl Läuterzucker
2 cl Zitronensaft
3 cl Suze
100 ml Doldensud
Eiswürfel

Mit dem Sparschäler längs zwei Gurkenstreifen abschneiden. Ein hohes Glas mit Eis auffüllen und mit einem der Gurkenstreifen garnieren. Das Bier einfüllen.

Den zweiten Gurkenstreifen mit Läuterzucker, Zitronensaft und Suze in einen Shaker geben und mit einem Holzstößel zerdrücken. Den Shakerbecher mit Eis auffüllen und kräftig schütteln. Den Inhalt des Shakers durch ein Sieb in das Glas gießen.

Mittwoch, 11. Mai 2016

Rezension: Apero & Co.
Schnelle Drinks & Snacks für den Feierabend

So langsam geht es Richtung Sommer und ich freue mich schon sehr auf die lauen Nächte auf der Terrasse. Gerade zu dieser Zeit habe ich sehr gerne eine Kleinigkeit zu Essen und einen Drink dazu. Da kommt das neue Kochbuch "Apero & Co." von Anna Cavelius und Cornelia Schinharl gerade rechtzeitig.

Das Wort Apero schätze ich sehr. Ich kenne es aus der Schweiz, wo man sich zum Apero trifft. Dort ist es undenkbar, sich direkt im Restaurant zu treffen, wenn man sich zum Essen verabredet hat. Man trifft sich vorher an einem anderen Ort zum Apero und geht dann gemeinsam in das Restaurant und setzt sich gleichzeitig an den Tisch. Das habe ich sehr oft, auch bei größeren Gruppen, beobachtet und es gefällt mir.


Das handliche Buch aus dem ZS-Verlag (den alte Hasen noch als Zabert & Sandmann kennen) ist mit einem unkomplizierten Softcover-Umschlag ausgestattet und man nimmt es gerne in die Hand. Beim Durchblättern haben mich die stimmungsvollen Fotos und die klare Gestaltung der Seiten sofort animiert, etwas auszuprobieren. Viele der Rezepte, besonders im Kapitel Klassiker, sind bekannt und an unterschiedlichen Stellen zu finden. Aber, mir gefällt es, dass sie in diesem Buch gebündelt sind und ich damit eine zuverlässige Quelle habe, wenn ich etwas bestimmtes suche.

Gleich zum Einstieg erfahren wir im "Aperitif-Know-How" die Grundlagen, wie benötigte Gerätschaften, das richtige Glas, Warenkunde zu den Spirituosen, Rezepte für selbstgemachte Sirups, Anleitungen für die Dekoration und weitere Tipps & Tricks. Der Rezeptteil startet mit den bereits erwähnten Klassikern und zwei weitere Kapitel sind den festlichen und den fruchtigen Drinks gewidmet. Dazu werden kleine Speisen vorgeschlagen. Das können Knabbereien, Fingerfood, aber auch kleine Gerichte im Glas sein. Das Register am Ende des Buchs listet alle Cocktails und Snacks alphabetisch auf. Die alkoholfreien Drinks werden extra erwähnt.

Die Rezepte haben unterschiedliche Mengen, bei jedem Rezept steht genau, für wieviel Portionen es gedacht ist. Gut gefällt mir, dass die meisten für sehr kleine Mengen sind und man es auch mal nur zu zweit genießen kann. Viele der Rezepte sind mit einem Foto illustriert, aber nicht alle. Das ist gar nicht nötig, da man beim Anrichten der Cocktails wenig falsch machen kann und auch die kleinen Snacks hat man meist schon vor dem geistigen Auge.

Die Rezepte, mit Zutatenliste und Anleitung für die Zubereitung, sind gut beschrieben und lassen sich mit Zutaten, die im Supermarkt erhältlich sind, einfach umsetzen. Einige "Unschärfen" sind vorhanden, wie z. B. eine halbe Limette in der Zutatenliste und nur 1 EL Limettensaft in der Anleitung oder es fehlt der Pfeffer. Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, sondern eher vom eigenen Geschmack leiten lassen und den Mut für kleine Variationen haben.

"Apero & Co." bietet so viele Anregungen und ist schön gemacht. Ich werde es im Sommer öfters zur Hand nehmen und eine Kleinigkeit daraus zaubern. Zwei Kombinationen habe ich für diese Rezension bereits ausprobiert:

Lillet Berry und Crostini mit Zucchinipaste und getrocknete Tomaten



Lillet Berry

1 Glas

2 cl Lillet Blanc
100 ml Schweppes Russian Wild Berry
3 TK Brombeeren
Eiswürfel

Eiswürfel und Brombeeren in ein Glas geben. Lillet und Schweppes Wild Berry zugeben und verrühren.


Crostini mit Zucchinipaste und getrocknete Tomaten

für 10 Stück

200 gr. Zucchini
Meersalz
Zucker
2 - 3 Zweige Zitronenthymian
1/2 Bio-Zitrone
2 EL Olivenöl
2 EL Frischkäse
1 kleine Chilischote
4 getrocknete Tomatenfilets in Öl
2 EL Pinienkerne
12 Scheiben Baguette oder 6 halbierte Scheiben Weißbrot

Die Zucchini würfen und mit Salz und Zucker vermengen und mindestens 15 Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit die Blättchen vom Thymian abzupfen, die Chili halbieren, entkernen und in feine Streifen schneiden und die Schale der Zitrone fein abreiben.

Die Zucchiniwürfel abtropfen lassen und im Sieb etwas ausdrücken. In einen Standmixer geben und mit Olivenöl, Frischkäse und Chili fein pürieren. Abgeriebene Zitronenschale und Thymian unterrühren und die Paste abschmecken. Die Paste mindestens 2 Stunden kalt stellen.

Die Tomaten abtropfen lassen und in feine Streifen schneiden. Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldgelb rösten.

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen und die Brotscheiben auf jeder Seite 5 - 8 Minuten rösten.

Die Brote aus dem Ofen nehmen, mit der Zucchinipaste bedecken und mit Tomatenstreifen und Pinienkernen garnieren. Sofort servieren.



La Pastijo und Orangen-Avocado-Salat



La Pastijo

2 Gläser

6 Stiele Minze
2 TL brauner Zucker
4 cl Pastis
2 Spritzer Zitronensaft
Crushed Ice
Mineralwasser zum Auffüllen

Die Minzblätter abzupfen und mit dem Zucker auf die beiden Gläser verteilen. Mit einem Stößel kräftig zerdrücken.

Die Minze waschen und trocken tupfen. Die Blätter abzupfen, mit dem Zucker auf zwei Gläser verteilen und mit dem Stößel zerdrücken.

Pastis und Zitronensaft dazugeben, mit Crushed Ice füllen und mit gekühltem Mineralwasser aufgießen. Vorsichtig durchrühren.


Orangen-Avocado-Salat

für 4 Personen

2 große Tomaten
2 Orangen
1 rote Chilischote
2 Stiele Koriander
2 Avocados
1 Bio-Limette
1 TL Honig
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 EL Olivenöl

Die Tomaten vierteln, den Stunk entfernen, entkernen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Orangen filetieren, den Saft auffangen und die restlichen Häutchen gut ausdrücken.

Die Chilischote längs halbieren, entkernen, und in feine Streifen schneiden. Die Korianderblätter abzupfen. Die Avocados halbieren und die Steine entfernen. Die Avocadohälften mit einem Löffel auslösen und das Fruchtfleisch in mundgerechte Stücke schneiden.

Orangensaft, Saft und Schale der Limette, Chili, Honig, Salz und Pfeffer verrühren, dann das Olivenöl unterschlagen. Tomaten, Orangenfilets, Koriander und Avocados mit dem Dressing vermengen und abschmecken.







Mittwoch, 30. März 2016

Kumquat-Gimlet - ein Cocktail mit feinen Zitrusaromen

Ab und zu trinke ich gerne einen Cocktail und so langsam traue ich mich auch an die eigene Entwicklung von Rezepten heran. Das Mixen von Cocktails macht mir Spaß, seitdem ich den "Cuisine Style" in der Bar entdeckt habe. Hier werden neben Spirituosen hauptsächlich ganz normale Zutaten verwendet. Früher hat es mich immer abgeschreckt, dass die Cocktail-Rezepte einen großen Einkauf von Getränken erfordert haben, die danach nur noch in der Bar verstaubten.

Heute stelle ich Euch meinen Kumquat-Gimlet vor. Der klassische Gimlet ist ein ganz einfacher Cocktail aus zwei Zutaten: Gin und Lime Juice Cordial. Deshalb kann man ihn auch so gut variieren. Statt Gin können Vodka oder Rum verwendet werden. Und der Cordial eignet sich hervorragend zum selbst kochen, da er im Prinzip ein Gemisch aus aromatisiertem Läuterzucker und Saft ist. Mit diesem wenigen Basiswissen stehen uns alle Möglichkeiten offen, zu experimentieren. Ich wollte unbedingt den Geschmack der Kumquats in diesem Cocktail haben. Besonders schön passen dazu Ingwer und Sternanis. Schon hatte ich die Zutaten für das Cordial-Rezept. Jetzt musste ich nur noch das passende Cocktail-Glas auswählen.



Seit meiner Jugend habe ich mich immer für schöne Kristallgläser begeistert. Zu Weihnachten oder zum Geburtstag habe ich mir sehr oft Weingläser oder Sektgläser schenken lassen. Im Lauf der Jahre kam da eine schöne Sammlung von hochwertigen Gläsern zusammen. Mein verstärktes Interesse an Cocktails hat dazu geführt, dass nun auch Whiskygläser und Cocktailgläser eingezogen sind. Es macht mir viel Freude ein passendes Kristallglas bewusst auszuwählen.

Für den Kumquat-Gimlet habe ich mich für ein Kristall Cocktailglas von Arnstadt Kristall entschieden. Diese Gläser werden in aufwändiger Handarbeit von Künstlern aus hochwertigem Bleikristall gefertigt. Die Arnstädter Manufaktur ist ein Familienunternehmen und hat schon eine bewegte Firmengeschichte hinter sich. Gegründet wurde sie bereits 1947 von dem Meistergraveur Heinrich Arlt, nachdem er zum Ende des zweiten Weltkriegs seine Heimat in Nordböhmen verlassen musste. Während der DDR-Zeit wurde das Unternehmen verstaatlicht und konnte nach dem Fall der Mauer wieder von der Familie übernommen werden und sich am internationalen Markt behaupten.




Die Kristall Cocktailschalen stammen aus der Serie MH Platinum Selection, die in Zusammenarbeit mit dem renommierten Bartender Mario Hofferer entwickelt wurden. Der Klagenfurter war mehrfacher österreichischer Staatsmeister und u. a. auch Barmann des Jahres 2011. Er gilt als ein sehr kreativer Perfektionist und das merkt man den schönen Gläsern auch an. Besonders gut gefallen mir die weite, elegante Form, der filigrane Schliff und der feine Platinrand. 


Cordial:
20 Kumquats
1/2 Sternanis
1 kleines Stück frischen Ingwer (ungefähr in der Größe eines halben Daumens)
200 gr. Zucker
1 großzügige Prise Meersalz
200 ml Wasser
1 Orange
1/2 Limette

Die Kumquats vierteln, störende Kerne entfernen, und mit Zucker und Salz in einem kleinen Topf mischen und über Nacht ziehen lassen.

Am nächsten Tag das Ingwerstück in dünne Scheiben schneiden und mit dem Sternanis zu den marinierten Kumquats geben. Alles mit Wasser aufgießen und aufkochen lassen. Die Flüssigkeit etwa 5 Minuten sprudelnd kochen und dann abkühlen lassen. Alles durch ein grobes Sieb abgießen. Die Kumquatviertel entnehmen und das Fruchtfleisch abschaben. Sie werden noch für die Garnitur benötigt.

Die Orange und die halbe Limette auspressen und mit dem Kumquatsirup mischen. Die gesamte Flüssigkeit durch ein feines Sieb erneut abgießen und in eine Flasche füllen. Den Cordial im Kühlschrank kaltstellen.



Gimlet - für ein Glas
4 Teile Cordial
3 Teile Gin
(es empfiehlt sich ein Gin mit einem ausgewogenen Geschmack von Wacholder- und Zitrus-Aroman)
auf Eis shaken und durch ein Sieb in das Cocktailglas abgießen.

Die Kumquats-Viertel entweder in schmale Streifen schneiden und ins Glas geben oder auf einem Spieß über den Rand legen.





Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Arnstadt Kristall entstanden. Er spiegelt trotzdem meine unabhängige Meinung wieder.

Dienstag, 16. Februar 2016

Ein frischer Aperitif-Cocktail: Quitten-Gin(ger)

Mit zwei geschenkten Quitten wurde mir von Manuel Reheis, dem Küchenchef des Münchner Restaurants Broeding eine sehr große Freude gemacht. Immer, wenn ich so schöne Lebensmittel bekomme, dann will ich sie auch optimal verwerten. Aus den Früchten habe ich eine Hühner-Tajine mit Quitten, grünen Oliven und Salzzitronen gemacht. Es war nur noch die Schale übrig und bekanntermaßen stecken dort viel Geschmack und Vitamine. Irgendwie wollte ich noch etwas vernünftiges daraus machen und dachte über einen Cocktail nach.

Vor ein paar Monaten war ich bei einem Workshop von Ferdinand's Gin und habe dort die wunderbare geschmackliche Kombination von Gin und Quitte kennengelernt. Das spuckte in meinem Kopf herum. Leider hatte ich nicht genug Zeit, um den Gin mit der Quitte anzusetzen und ziehen zu lassen. Dafür gibt es glücklicherweise eine gute Alternative, den iSi Rapid Infusion. Das ist ein Aufsatz, der von professionellen Bartendern entwickelt wurde, um Flüssigkeiten in kurzer Zeit zu mazerieren. Also habe ich meinen Quitten-Gin darin in kurzer Zeit gemacht.




Im Kühlschrank turnte noch ein kleines Stück frischer Ingwer herum, aus dem ich einen Sirup gekocht habe. In meinem Fundus gibt es ein schönes Rezept für ein Quitten-Orangen-Chutney. Deshalb ist mir bekannt, wie gut die beiden Aromen harmonieren und da zu einem guten Cocktail auch etwas Bitterkeit gehört, war klar, dass zwei Spritzer Orangenbitter notwendig sind. Bei den Bitters verwende ich sehr gerne die Produkte der kleinen Manufaktur Bitter Truth.


Der Quitten-Gin(ger) vereint so viele Aromen, die ich sehr gerne habe: Quitte, Ingwer und Orange. Es ist ein sehr frischer und anregender Aperitif-Cocktail, der auch schön präsentiert werden sollte. Vor kurzem sind neue Martini-Gläser bei mir eingezogen. Auch wenn das jetzt keiner glaubt, ich habe fast jede Art von Glas, aber Martini-Gläser waren bisher noch nicht dabei. Um so mehr freue ich mich über die schönen Gläser von Spiegelau aus der Edition von Stephan Hinz. Die Gläser von Spiegelau mag ich grundsätzlich, weil sie ganz besonders klar sind. Das kommt vom Reinigen des Sands und der hochwertigen Verarbeitung. Mir liegt auch immer viel an einem persönlichen Bezug und wenn ich diese wunderbaren Gläser in die Hand nehme, dann denke ich an die Begegnung mit Stephan Hinz in der Goldenen Bar, anlässlich der Präsentation seines herausragenden Cocktailbuchs.



Quitten-Gin(ger)

60 ml Quitten-Gin
20 ml Ingwersirup
15 ml Zitronensaft
2 Spritzer Orangenbitter
Garnitur: Ingwerscheiben - Reste vom Ingwersirup

Für 1 Cocktail

Alle Zutaten in den Cocktailshaker geben und bis zu zwei Dritteln mit Eis auffüllen. Den Deckel auflegen und 20 Sekunden kräftig schütteln. Den Inhalt des Shakers in das Glas abseihen. Mit der Ingwerscheibe garnieren.


Quitten-Gin:
Schale von zwei Quitten, ca. 40 gr.
150 ml Gin

Die Schalen mit dem Gin in einen 0,5 L iSi Gourmet Whip geben, das Sieb einsetzen und mit dem Kopf zudrehen. Den Rapid Infusion aufschrauben. Eine iSi-Sahnekapsel eindrehen und kräftig schütteln. Für fünf Minuten stehen lassen und dann durch Betätigen des Hebels schnell entlüften.

Den Gerätekopf abschrauben und die Flüssigkeit durch die Siebdichtung abgießen. Den Gin zehn Minuten ruhen lassen.


Ingwersirup:
125 ml l Wasser
100 g extrafeiner Zucker
20 gr. Ingwer mit Schale

Den Ingwer in feine Scheiben schneiden.

Wasser und Zucker in einem Topf verrühren und bei geringer Hitze zwei Minuten köcheln lassen. Die Ingwerscheiben, in den Topf geben und diesen sofort vom Herd nehmen. Die Scheiben zehn Minuten ziehen lassen.

Die noch heiße Flüssigkeit in einen Krug mit breiter Öffnung abseihen. Anschließend durch einen Trichter in die sterilisierten Flaschen füllen und verschließen. Der Sirup hält sich im Kühlschrank bis zu zwei Wochen.

Schöne Ingwerscheiben auf einen Zahnstocher spießen und auf Backpapier trocknen lassen. Sie werden später für die Garnitur verwendet.



Dienstag, 1. Dezember 2015

Bar-Workshop mit Ferdinand's Gin

Üblicherweise gibt es in Weinanbau-Regionen auch viele Obstbäume und Destillerien. Genauso ist es an der Saar, wo die Familie Vallendar bereits seit mehreren Generationen auf dem fast 200 Jahre alten Gutshof in  Wincheringen Schnaps brennt. Der jetzige Brennmeister, Andreas Vallendar, hat sich für seinen Gin ganz auf die Region bezogen. Für das Aroma verwendet er über 30 Zutaten direkt aus den Weinbergen und eigenem Anbau. Mit seinen Bäumen voller Quitten und Roter Weinbergspfirsichen verfügt er über einen ganz besonderen Schatz und verwendet auch diese für seinen Ferdinand's Gin. Namensgeber ist Ferdinand Geltz, einer der Gründer des VDP Mosel-Saar-Ruwer und einer der Vorfahren der Winzerin Dorothee Zilliken vom Weingut Geltz-Zillingen. Für die besondere Note wird der Gin mit handverlesenen Riesling-Trauben ihrer Schiefer-Steillage "Saarburger Rausch" abgeschmeckt.


Bei einem Workshop des Münchner Barzirkels in der Bar Jaded Monkey stellten Andreas Vallendar,  Denis Reinhardt und Marco Beier den Gin und seine Möglichkeiten vor. Bill Fehn zeigte, wie die Spezialabfüllung für den Münchner Barzirkel mit 66,6 % Alkohol zu einem "teuflischen" Cocktail verwendet werden kann.

Zu Beginn der Veranstaltung gab es einen interessanten Vortrag über die Geschichte der Brennerei und die Produktwelt von Ferdinand's Gin. Neben dem klassischen Gin, werden auch ein "Quitten-Gin", der Saar Quince und ein besonders hochwertiger Gin, der Goldcap, angeboten. Beim Saar Quince werden die Quitten im Gin mazeriert und dann wird beides zusammen noch durch eine Obstpresse gegeben. Das sorgt für ein intensives Quittenaroma, das gut zu schmecken ist. Der Goldcap Gin wird mit einem Riesling infudiert, der höchste Auszeichnungen bei der Wein-Auktion erhalten hat. Abgerundet wird das Sortiment mit einem trockenen Vermouth.


Bill Fehn, der Chef vom Jaded Monkey legte wieder seine ganze Kreativität in die Waagschale und kombinierte die Gin-Sorten mit passenden Aromen zu neuen Cocktail-Kreationen.

Bill Fehn kombinierte die Spezialabfüllung für den Barzirkel mit Lillet blanc, Verjus Cordial und Limette zum "The Devils Gimlet".

Mein persönliches Highlight war das Komponieren eines eigenen Weihnachts-Gin unter der Anleitung von Andreas Vallendar. Er hatte eine Art "Basis-Gin" mitgebracht und viele Aromen in Form einer Mazeration und eines Destillats. Darunter waren viele weihnachtliche Aromen wie Orange, Nelke, Zimt, Vanille oder Sternanis. Beim Probieren schmeckten mir die Destillate meist besser, als die Mazerationen. Beim Mixen der Komponenten stellte ich aber fest, dass die Mazerate mehr Kraft mitbrachten und so den Geschmack des Gins stärker beeinflussten. Meine Lieblingszutat war aber der mitgebrachte Quittenansatz, den ich hauptsächlich einsetzte. Mein Gin gefällt mir sehr gut und leider muss er noch sechs Wochen in der Flasche reifen. Zu Weihnachten probiere ich ein kleines Glas.


Freitag, 7. August 2015

Beim Gimlet-Workshop vom Münchner Barzirkel

Vor ein paar Jahren entdeckte ich die Welt der Bartender für mich. Ich besuchte eine Veranstaltung des Münchner Barzirkels, bei der wir die Gin-Destillerie Duke in München besichtigen durften. Danach gab es einen Mix-Wettbewerb und ich war von der ersten Sekunde fasziniert. Bis jetzt kannte ich nur das Zusammenschütten von unterschiedlichen Flüssigkeiten und war vom Ergebnis nur selten angetan. Die Jungs zauberten aber mit Kräutern, Gewürzen, Früchten, Gemüsen und sogar Marmelade. Ich konnte es kaum glauben und sie erklärten mir, das wäre der Cuisine Style. Damit kann ich etwas anfangen und freue mich seitdem jedes Mal darauf, in die Welt eines professionellen Bartenders hineinzuschnuppern. Mein Tipp für Euch: besucht Bars, gute Bars die einen eigenen Bar-Stil haben. Keine abgenudelten Hotelbars, wo Pina Colada und Konsorten das Repertoire ausmachen. Fragt nach dem Bar-Stil. Ihr erntet entweder Ratlosigkeit oder Begeisterung, aber Ihr wisst dann, ob Ihr richtig seid.

Wir in München können uns sehr glücklich schätzen, denn wir haben eine Barszene und sogar eine sehr gute. Hier gibt es viele Spitzen-Bartender und man darf das ruhig mit Spitzen-Köchen vergleichen. Leider kennen die Bars keine Bewertung wie Michelin-Sterne oder Gault-Millau-Punkte. Sie haben sich zusammengetan und den Münchner Barzirkel gegründet, dessen Ziel die Förderung der Qualifikation von Kollegen ist. Es gab so einen kleinen Durchhänger, der ganz charmant mit "ein paar von uns sind Väter geworden" erklärt wurde. Aber jetzt geht es wieder los mit den Veranstaltungen und ich habe mich sehr gefreut, dass ich bei der ersten dabei sein durfte.


Das Thema lautete "Gimlet-Workshop" und dank google habe ich auch herausgefunden, was das ist. Ein klassischer Cocktail mit zwei Zutaten. Gin und Lime Juice Cordial. Der wiederum ist ein gesüßter Limettensaft mit Wasser, der noch weitere Aromen und Zitrussäfte enthalten kann. Als ich die Bar Jaded Monkey von Bill Fehn betrat und die vorbereiteten Blöcke gesehen habe, hoffte ich, dass ich meine "Hausaufgaben" gut genug gemacht habe. Zur Einstimmung gab es einen Gimlet nach Art des Hauses und jede Menge vorbereitete Zutaten.




Marco Beier von der Bar Patolli informierte uns über wissenswertes zum Gimlet und stellte das Programm vor. In der Hand hatte er schon den Mixbecher mit den vorbereiteten Losen und ich ahnte, dass es ein spannender Nachmittag für mich werden würde. Wir wurden in Zweierteams gelost und uns wurde eine Spirituose zugelost. Es kam, wie es kommen musste. Von den drei Damen im Raum bildeten zwei ein reines Damenteam und mit einem Oxley Gin bekamen wir auch noch eine besonders exclusive Flasche zugelost. Unsere Aufgabe war, einen Cordial zu kochen, der dann mit dem Gin zu einem Gimlet gemixt werden sollte. Wir sollten das Rezept entwickeln und aufschreiben und später käme noch ein weiteres Jury-Mitglied dazu.


Der Hausherr, Bill Fehn, erklärte uns, wie man am besten einen Cordial herstellt und worauf man achten muss. Theoretisch fühlten wir, meine Team-Kollegin Jolantha von der Nürnberger Bar Gelbes Haus und ich, uns ganz gut vorbereitet. Jetzt ging es an die Praxis. Während alle anderen sich begeistert auf die Zutaten stürzten verkosteten wir erstmal ganz gemütlich unseren Gin. Der erste Schluck löste keine Begeisterung aus, aber vielleicht braucht er ja etwas Luft. Tatsächlich, nach einer Weile konnten wir verschiedene Aromen erkennen. Rings um uns glühten bereits die Töpfe und wir machten erstmal einen Plan. Wir legten Koriander und Pink Grapefruit als Hauptaromen fest und suchten uns einen freien Topf und eine freie Herdplatte.


Als das angekündigte Jury-Mitglied kam, rutschte uns erstmal das Herz ganz tief in die Hose. Vor uns stand Charles Schumann, eine lebende Barlegende. Andy Till vom Pacific Times und er setzten sich erstmal entspannt in die Sonne und ich durfte die beiden fotografieren. Jetzt war unser Ergeiz geweckt, wir wollten einen gut passenden Cordial zum Oxley Gin kochen und daraus einen Gimlet mixen, der gut schmeckt. Ein bisserl nervös waren wir schon, weil wir den letzten Topf erwischt hatten, der nicht induktionsfähig war und deshalb ziemlich lange an unserem Läuterzucker hinköchelten. Das hatte natürlich die Konsequenz, dass er ewig nicht abkühlte. Glücklicherweise hatte die Jury ein Einsehen und rutschte uns etwas nach hinten, damit mehr Kühlzeit blieb. Den ausgepressten Saft von zwei Grapefruit trug Jolantha ständig mit sich herum, damit er in der ganzen Aufregung nicht aus Versehen von jemand getrunken wird. Es ging alles gut und schmeckten unseren Cordial ab und er hat uns gut gefallen.

Dann ging es ans Mixen. Ich war sehr froh, dass ich mit Jolantha eine Expertin im Team hatte und wir probierten zwei verschiedene Mischungsverhältnisse aus. Das zweite hat uns schon gefallen, weil der Gin immer noch in seiner eigenen Aromatik zu schmecken war und der Cordial die Aromen von Koriander und Grapefruit verstärkte.


Das war ein spannender Moment, als wir unseren Cocktail vor der Jury präsentieren durften. Bill hatte extra für uns sein schönstes Glas ausgesucht, da auch noch Fotos gemacht wurden. Charles hat ein paar Mal zustimmend genickt und beim Verkosten auch einen entspannten Eindruck gemacht. Wir haben das als ein gutes Zeichen gewertet, dass es ihm schmeckt.

Der erste Platz ging an das Team von Emanuele Ingusci vom Barroom, die einen Cordial mit Melonengeschmack und einen Gimlet, ebenfalls mit starken Aromen der Honigmelone, entwickelten. Gekrönt wurde das Ganze mit Rosenblättern. Den Sieger-Gimlet gab es zum Abschluss für alle zum Probieren und er hat wirklich ausgezeichnet geschmeckt. Unsere Kreation wusste auch zu gefallen und es hat uns sehr gefreut, dass wir uns im Kreis der "alten Hasen" nicht blamiert hatten. Der Workshop hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich  habe auch viel gelernt.



Wer es ausprobieren möchte, hier ist unser Rezept für den Oxley Grapelet und den Pink Core-Cordial:

Cordial:
500 gr. Zucker
500 ml Wasser
2 TL türkischer Koriander
2 rosa Grapefruit
Limette

Aus Zucker und Wasser einen Läuterzucker kochen und lauwarm abkühlen lassen. Den Koriander in einer trockenen Pfanne rösten, bis er duftet, fein mörsern und in den lauwarmen Läuterzucker geben.
Die Schale der Grapefruit fein abreiben und ebenfalls in den lauwarmen Läuterzucker geben. Alles auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Den Saft der Grapefruit auspressen und durch ein Sieb gießen, damit alle Kerne entfernt werden. Den Läuterzucker ebenfalls abgießen. 100 ml Grapefruitsaft mit 150 ml Läuterzucker mischen und einen Dash Limette zugeben. Alles verrühren und kalt stellen.

Cocktail:
3 Teile Pink Core-Cordial
5 Teile Oxley Gin

Cordial und Gin auf Eis im Glas rühren und in eine gekühlte Cocktailschale abseihen.









Montag, 6. Oktober 2014

Ginger Beer - Cocktails von Klaus St. Rainer

Das Ginger Beer aus dem Buch Cocktails: Die Kunst, perfekte Drinks zu mixen von Klaus St. Rainer wollte ich unbedingt ausprobieren. Bereits bei der Buchpräsentation in der Goldenen Bar sprach er davon, wie gerne die Gäste es trinken und er verkauft es sogar an die Schumann' Bar in München.

Die Zubereitung erfordert eigentlich einen Soda Siphon, den ich nicht habe. Ersatzweise kann problemlos eine iSi-Espumaflasche verwendet werden. Nur bei den Kapseln muss man aufpassen und CO2-Kapseln verwenden. Wer einen großen 1-Liter-iSi daheim hat, kann sich glücklich schätzen. Er bietet sich perfekt für dieses Getränk an. Weil es so gut geschmeckt hat, habe ich das Ginger Beer ein zweites Mal gemacht und mit Gin als London Buck serviert.

Für diesen Cocktail entschied ich mich wieder für den Tanqueray No. 10, den ich glücklicherweise bei Online-Shop Baroleo problemlos bestellen kann.



Ginger Beer:
50 ml frisch gepresster Ingwersaft
100 ml Läuterzucker
150 ml frischer Zitronensaft
500 ml Wasser

Für den Ingwersaft ist es empfehlenswert frischen Ingwer zu nehmen, da er saftiger ist. Ingwer- und Zitronensaft durch ein Sieb gießen und mit Wasser und Läuterzucker mischen. (Läuterzucker ist ein Sirup, der zu gleichen Teilen aus Wasser und Zucker gekocht wird. Für das Ginger Beer muss er abgekühlt sein.)

Das Gemisch in einen Soda Siphon oder eine iSi-Espumaflasche füllen und eine CO2-Kapsel eindrehen. Schütteln, damit sich das Gas und die Flüssigkeit vermischen. Für mind. 3 Stunden kalt stellen, damit sich die Kohlensäure besser mit der Flüssigkeit verbindet.


London Buck: 
50 ml Gin
120 ml Ginger Beer
1 Limettenachtel

Das Limettenachtel in das Glas geben und mit einem Barlöffel ausdrücken. Den Gin einfüllen und das Ginger Beer darauf spritzen.



Eine Inspiration aus: Cocktails: Die Kunst, perfekte Drinks zu mixen
Hier geht es zu meiner Rezension.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Williams Sour
aus Cocktail von Klaus St. Rainer

Ich gebe zu, ich bin ein schlechter Bargänger. Wenn ich mal in einer Bar bin, dann bestelle ich meist das, was ich kenne und mache wenig Experimente. Dabei gibt es dort so viel zu entdecken, wenn am Brett ein professioneller Bartender steht. Die arbeiten an ihren Cocktails mit dem gleichen Selbstverständis, wie Köche an ihren Gerichten. Damit vergleiche ich es gerne, weil es eben auch bei den Bartendern "Sterneköche" und "Tütenaufreißer" gibt. Die Bandbreite ist die gleiche.

Zu meinen Sicherheits-Drinks gehört der Whiskey-Sour. Den habe ich über Umwege während einer Zypern-Reise kennengelernt. Dort ist der Brandy-Sour sozusagen das Nationalgetränk. So ist mir natürlich das Rezept für den Williams Sour sofort ins Auge gesprungen.

Klaus St. Rainer verwendet in seinem Buch "Cocktails: Die Kunst, perfekte Drinks zu mixen" dafür den Brand eines befreundeten Brenners. Das kann ich auch und deshalb wurde es bei mir der Williamschrist Birnenbrand der Destillerie Kohler von meinem Freund Lars. Da hat sein Opa bestimmt vor dem Brennen wieder die Stiele abgemacht und deshalb ist der auch besonders gut.

Der Cocktail hat diesen typischen "Sour-Geschmack" und eine harmonisch ergänzende Süße durch den Birnenbrand. Das macht ihn zu einem angenehmen und weichen Cocktail.




50 ml Williamsbrand
15 ml frischer Zitronensaft (das ist weniger als eine halbe Zitrone)
15 ml frischer Limettensaft (das ist ungefähr eine halbe Limette)
2 Barlöffel Puderzucker (entspricht ungefähr einem kleinen Teelöffel)
1/2 Eiweiß
Eiswürfel

Das Cocktailglas im Kühlschrank vorkühlen.

Das Ei trennen und die Hälfte des Eiweiß abnehmen. Den Rest anderweitig verwenden.

Eiswürfel in einen Shaker geben und alle Zutaten einfüllen. Den Cocktail kräftig schütteln und in das vorbereitete Cocktailglas abseihen.


Eine Inspiration aus: Cocktails: Die Kunst, perfekte Drinks zu mixen
Hier geht es zu meiner Rezension.

Samstag, 4. Oktober 2014

Golden Champagne
aus Cocktail von Klaus St. Rainer

Für den Golden Champagne verwendet Klaus St. Rainer einen einfacheren Champagner aus dem Hause Perrier Jouet. Eine Bar ist natürlich jedem Haushalt überlegen, wenn es um Mengen geht. Es macht wenig Sinn, eine große Flasche zu öffnen, wenn man nur mal zu zweit diesen Cocktail geniessen möchte. Für solche Fälle habe ich immer ein paar Piccolos vom Riesling Secco, unseres Winzerfreunds Uli Stein im Haus.

Klaus hat bei der Präsentation seines Buchs "Cocktails: Die Kunst, perfekte Drinks zu mixen" mehrfach darauf hingewiesen, dass die Basis für gute Cocktails gute Zutaten sind. Deshalb bin ich mir sicher, dass er mit meinem ausgezeichneten Winzersecco auch einverstanden sein wird.

Beim Gin habe ich mich an seine Rezeptur gehalten und den angegebenen Tanqueray No. Ten verwendet. Den habe ich schon bei Freunden kennen und schätzen gelernt. Auch ein Gin Tonic (bitte mit einem guten Tonic!) schmeckt sehr fein. Diesen Gin und auch andere hochwertige Spirituosen bekommt man leider nicht an jeder Ecke. Aber dafür gibt es ja das Internet und Andreas Auer bietet in seinem Online-Shop Baroleo eine große Vielfalt an Gin, Whiskey und Rum an. Zufälligerweise sitzt er sogar in München.

Die Orange Bitters stammen von "The Bitter Truth", die auch in der Münchner Region ansässig sind. Gerade für die Hausbars haben Stephan Berg und Alexander Hauck das Traveler's Set mit fünf kleinen Flaschen Bitters entwickelt. Bitters sind alkoholische Würzzutaten, die nur als Spritzer verwendet werden und somit den Geschmack eines Cocktails abrunden.

Der Salbei stammte aus unserem Garten und der Holunderblütensirup war selbstverständlich hausgemacht von den Blüten einer Hecke in der Nähe. Abgesehen von Gin und Secco war das sogar ein Cocktail aus regionalen Zutaten.

Wir trinken gerne Gin Tonic und waren deshalb sehr neugierig auf diesen Cocktail, der uns absolut überzeugt hat. Er schmeckt klar und frisch. Der Holunderblütensirup und der Salbei bringen eine feine und interessante Note. Das könnte mein neuer Lieblingscocktail werden.



30 ml Tanqueray No. Ten Gin
15 ml Zitronensaft (das ist weniger, als eine halbe Zitrone)
10 ml Holunderblütensirup (am besten selbstgemacht)
2 Spritzer Orange Bitters
guter Winzersekt oder -secco
ein paar frische Salbeiblätter
Eiswürfel

Ein Salbeiblatt zwischen Daumen und Zeigefinger falten und damit um den Glasrand fahren, damit dieser parfümiert wird.

Eiswürfel in einen Shaker füllen. Gin, Zitrone, Sirup und Bitters in den Shaker geben und gut schütteln. Die Flüssigkeit in das vorbereitete Glas seihen, mit dem Secco auffüllen und ein Salbeiblatt zur Dekoration ins Glas geben.

Sofort servieren.


Eine Inspiration aus: Cocktails: Die Kunst, perfekte Drinks zu mixen
Hier geht es zu meiner Rezension.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Einfach mal Whiskey Sour

Meine erste Erfahrung mit einem Cocktail dieser Art stammt aus Zypern. Dort gibt es eine große Vorliebe für Brandy und Brandy Sour. Sobald man die Insel betreten hat, kommt man daran gar nicht vorbei. Für Nachschub ist auch immer gesorgt, da es einige Brennereien gibt.

Ich erinnere mich gut, an ein Mittagessen während unseres Zypern-Urlaubs, wo am Nachbartisch zwei Zyprioten genussvoll eine Flasche Brandy zum Essen tranken und danach ganz selbstverständlich in ein Auto stiegen, als wäre nichts gewesen. Wir machten den Brandy Sour nur zum Abend-Ritual und er ist dann wieder in Vergessenheit geraten, weil er daheim nicht genauso gut geschmeckt hat.

Beim Besuch der letzten Finest Spirit fiel mir diese Geschichte wieder ein und ich wollte mir dafür noch unbedingt einen Bulleit Rye kaufen. Bis ich aber alle meine Freunde und Bekannten auf der Messe abgeklappert hatte, war er leider ausverkauft.

Da war ich froh, dass ich ihn dann später bei Alexander & James entdeckt habe. Es gab ihn sogar in einem Geschenkpaket mit zwei passenden Gläsern und einem so wunderschönen lila Karton, für den ich noch eine kluge Verwendung suche, weil er mir zu schade zum Wegwerfen ist.

Jetzt war alles startklar für einen Whiskey Sour. Das Rezept hatte ich mir von einem der besten Bartender Deutschlands besorgt. Aktas Atalay, der sonst für die Schwarze Traube in Berlin mixt, habe ich bei einem Whiskey und BBQ-Event in München kennengelernt. Ganz geduldig hat er mir die Zutaten und die Mengen genannt, damit ich alles aufschreiben konnte. Beim Zuckersirup habe ich gestutzt, weil ich so ungern Zutaten kaufe, die ich dann nicht weiter verwerten kann. Mir ist als Alternative sofort der Läuterzucker eingefallen und das wurde vom großen Meister auch abgesegnet.





Whiskey Sour - ein Rezept von Aktas Atalay (mit einer kleinen Abweichung von mir):

5 cl Bulleit Rye
3 cl Zitronensaft
2 cl Läuterzucker

Und wie geht Läuterzucker? Ganz einfach: gleiche Menge Zucker mit Wasser aufkochen, abkühlen lassen fertig. In diesem Fall reicht auch eine sehr kleine Menge von 50 gr. Zucker und 50 ml Wasser.

Dienstag, 24. Juni 2014

Lillet-Fizz mit Ingwer und Zitrone
Rachel Khoo - Meine französische Küche

In ihrem Kochbuch "Meine französische Küche" nimmt uns Rachel Khoo mit auf eine Reise durch die französischen Regionen. Dabei spürt man ihre Liebe zur regionalen Küche und den Produzenten vor Ort. Besonders gut gefällt mir, dass sie den traditionellen Rezepten einen besonderen Pfiff gibt. Diese eigene "Rachel-Note" hat mich besonders gereizt bei diesem Cocktail.

Mit Lillet blanc habe ich mich ja schon sehr angefreundet, weil er ein aromatischer und frischer Aperitifwein ist und ich ihn bei einem Workshop näher kennen lernen durfte. Mein selbst-gemixtes Fläschchen Lillet stand noch im Kühlschrank und ich glaube, es hätte Rachel besonders gut gefallen, dass ich sozusagen einen eigenen Lillet verwende.

So ein Cocktail besteht glücklicherweise nicht nur aus einem alkoholischen Getränk, sondern er wird mit einer spritzigen Limonade aufgegossen. Ich habe als Kind sehr gerne Zitronenlimonade getrunken, aber nicht jede. Ich war damals schon wählerisch und sie durfte vor allem nicht zu süß sein und sollte schön zitronig, aber nicht zu künstlich schmecken. Irgendwann habe ich mir das abgewöhnt und jahrelang nur noch Wasser - aber immer mit Gas - getrunken. So langsam komme ich wieder auf den Geschmack und konnte heuer schon einige Tonics und Limonaden ausprobieren. Da tut sich im Moment viel und es gibt viel zu entdecken.

Für diesen Cocktail habe ich das Tonic von Fever-Tree verwendet. Es schmeckt schön herb, aber nicht bitter und ergänzt den süßen Ingwer. Der Cocktail ist sehr süffig und schmeckt gleich nach mehr.... glücklicherweise ist er leicht und frisch. Ein toller Auftakt für einen Grillabend. Rachel macht ihn richtigerweise in einer größeren Menge in einem Krug. Da kann man ihn gleich schön an die Gäste verteilen. Ich habe das Rezept auf 2 Gläser reduziert und auch auf die Eiswürfel verzichtet. Da ich sehr gerne eiskalt trinke, lege ich die Getränke am liebsten in die 0-Grad-Zone meines Kühlschranks. Für zwei Portionen braucht es dann keine Eiswürfel, die den Drink auch nur verwässern würden.



Alle Getränke sollten eisgekühlt sein. Wer will, kann auch noch Eiswürfel verwenden.

100 ml Lillet
2 Stäbchen kandierter Ingwer
ein paar Scheiben einer Bio-Zitrone
4 Basilikumblätter
200 ml Fever-Tree Tonic Water

Die Zitrone längs halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Ingwerstäbchen fein hacken.

Den Lillet mit Ingwer, Zitronenscheiben und Basilikumblättern mischen und mit dem Tonic Water aufgießen.


Eine Inspiration aus "Meine französische Küche" von Rachel Khoo

Dieser zischende, erfrischende Drink muss natürlich bei dem neuen Blog-Event von Zorra und S-Küche dabei sein. Hoffentlich erfrischt er Euch genauso, wie mich.

Blog-Event C - Zisch! Erfrisch mich! (Einsendeschluss 15. Juli 2014)

Sonntag, 29. Juli 2012

Lavendeldream Deluxe

Über den Umami-Effekt, den Mike und Ömer von  ZENsignatures als Spiel von geschmacklichen Kontrasten mit kleinen Schockmomente beim Genuss des Drinks beschreiben, habe ich länger nachgedacht. Bei dem Cocktail zum Dessert "Haselnussroulade mit Hollerblütenparfait und frischen Himbeeren" konnte ich diese Beschreibung sehr gut nachvollziehen. Es war ein völlig neuer und interessanter Geschmack, der das Dessert wunderbar begleitete.
.



2 cl ZenSignatures Lavendelsirup
0,5 cl Disaronno
3 cl klarer Apfelsaft
4 cl trockenen Prosecco
1 Dash Mozart Chocolate Bitters

Samstag, 28. Juli 2012

Violet Love

Für den Hauptgang "Poulardenbrüstchen Mirabell, Zitronensauce mit rosa Pfeffer, Eierplinsen und Pfifferlingen"  entwickelte ZENsignatures einen Cocktail, der sehr zart und frisch war. Ein attraktiver Begleiter zum Gericht.




0,5cl Johannisbrotfruchtliqeur
2 cl The Bitter Truth Apricot Liqueur
0,5 cl The Bitter Truth Violet Liqueur
10 cl Thomas Henry Ginger Ale