Posts mit dem Label Marcus Müller werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Marcus Müller werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 22. Juli 2014

Start zur kleinen Genussreise in der Fränkischen Schweiz

Manchmal ergeben sich Genussreisen so ganz von selbst - in diesem Fall war es wirklich so.

Seit einigen Jahren bin ich mit einer tollen Gruppe von Hobby- und Profiköchen freundschaftlich verbunden und wir merken bei unseren Koch-Events, dass viel zu wenig Zeit bleibt, um mal ausgiebig zu quatschen. Das wollten wir ändern und uns vor allen Dingen bei dem Organisator unserer bunten Truppe einmal richtig bedanken. So entstand die Idee eines Sommerfests, das sehr langfristig geplant war und ganz dick in unserem Kalender stand.

Ungefähr ein halbes Jahr später erfuhren wir vom Kulinarik-Festival anderer Freunde und das sollte nur eine Woche später stattfinden. Irgendwie waren wir nicht begeistert von Franken heimzufahren und dann eine Woche später in die Nähe von Frankfurt zu reisen. Die Zeit dazwischen sollte sich doch irgendwie sinnvoll füllen lassen. Und das ist uns natürlich wieder einmal gelungen. Ein bisschen kam auch noch der Zufall zur Hilfe und wir besuchten unterwegs noch eine Big-Bottle-Party und hatten tolle Tage an der Mosel. Davon werde ich Euch noch in den nächsten Tagen erzählen.

Der Auftakt fand im Landgasthof Lahner in Veilbronn - fränkische Schweiz statt. Dort veranstalten wir unsere wirklich ambitionierten Kochevents, zu denen die Teilnehmer aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz anreisen. Bei perfektem Wetter sassen wir in dem schönen Biergarten und nutzten die Zeit zum ausgiebigen Plausch und probierten die ersten Köstlichkeiten vom Küchenchef Marcus Müller.


Am nächsten Tag stand natürlich ein Ausflug nach Bamberg auf dem Programm. Wir entschlossen uns wegen dem Fenstertag am Freitag nicht in die Innenstadt zu fahren. Auf diese Idee sind sicher schon genug andere Bamberg-Liebhaber gekommen. Stattdessen wollten wir das Schloss Seehof, etwas außerhalb besuchen.

Das Schloss Seehof war einst eine Sommer-Residenz der Bischöfe und liegt in der Mitte eines riesigen Parks. Früher gab es dort eine Orangerie mit vielen unterschiedlichen Zitrusbäumen. Leider wurden diese verkauft und man hat erst vor ein paar Jahren wieder begonnen eine Sammlung anzulegen. Das Schloss ist sehr attraktiv und es macht Spaß mit Park spazieren zu gehen. Mein Highlight sind natürlich die Zitrusbäume, die jetzt im Sommer im Park stehen dürfen. Dort entdeckte ich diese tolle Frucht der gehörnten Pomeranze.



Zum Mittagessen ging es dann zum Brauerei-Gasthof Drei Kronen in Memmelsdorf. Treue Leser wissen ja, dass wir sehr gerne mit den Büchern über die Weiberwirtschaften aus dem Hädecke Verlag reisen. Empfehlenswert ist auch der ähnlich gestaltete Band "Brauereigasthöfe mit Charme", in dem wir die Drei Kronen gefunden haben. Und das war wirklich ein ausgezeichneter Tipp.

Zanderfilet auf der Haut gebraten mit Grapefruit-Butter und Salzkartoffeln
Jungrinderleber vom Grill mit gebratenen Zwiebeln, Apfelscheiben und Kartoffeltalern
Nougateis mir Karamellschaum und Toffee


Zum Abendessen ging es wieder zurück zu Marcus nach Veilbronn und es wurde ein langer Abend mit viel Spaß und Gelächter. Wenn sich eine große Gruppe Koch- und Kulinarik-Fans trifft, gehen die Themen nie aus.

Für den zweiten Tag war ein kleines kulinarisches Programm geplant, das mir wieder gezeigt hat, wieviele tolle Produzenten es in Deutschland zu entdecken gibt. Ich versuche in meinem Blog einen ganz kleinen Beitrag zu leisten, in dem ich diese Entdeckungen immer in regionale google-maps eintrage und auf dem Reiter Genussregionen veröffentliche.

Mit dem Bus fuhren wir los und hatten großes Glück mit dem Senior-Chef des Unternehmens zu fahren. Der machte auch gleich noch den Reiseleiter und erzählte uns viele liebenswerte Details über die Fränkische Schweiz. Unsere erste Station war das legendäre Kathi-Bräu in Heckenhof. Dort braute früher eine engagierte Frau, die Kathi. Sie hatte ein großes Herz für Motorrad-Fahrer und auch heute noch ist das eine große Anlaufstation für die Biker.

Wir durften die alte Brauerei mit dem Holzbottich besichtigen, die erst seit ein paar Jahren stillgelegt worden ist. In einem Nebengebäude steht jetzt eine moderne Edelstahlbrauerei. Mehr Charme versprüht natürlich die alte Anlage. Zum Einkehr der neuen Zeit gehört auch, dass es im Kathi-Bräu jetzt auch Bier in Flaschen zum mitnehmen gibt. Das ist der geänderten Promille-Grenze zu verdanken und wir haben wirklich sehr viele Motorradfahrer gesehen, die Kaffee oder Apfelsaftschorle getrunken haben. Dafür darf ein Flascherl Bier nach Hause mitfahren.




Nach einer Brotzeit-Stärkung im Kathi-Bräu holte uns der nette Busfahrer wieder ab und brachte uns zur zweiten Station, dem Hofladen Kormann. Dort erwartete uns Frau Kormann, die mit viel Charme und Witz die Geschichte ihres Hofladens erzählte. Sehr kompetent erklärte sie uns ihre Arbeit als Brennerin und das Besondere ihrer Schnäpse.

Als die Familie Kormann vor vielen Jahren angefragt wurde, ob sie Schnaps-Verkostungen für Touristen durchführen könnten, fanden diese noch in ihrem Wohnzimmer statt. Das war sicher auch ein sehr nettes Erlebnis. Mittlerweile wurde über dem Hofladen eine Probierstube eingerichtet, die wunderschön gestaltet ist und zum Wohlfühlen einlädt.




Wir verkosteten verschiedene Schäpse und Liköre des Hauses. Sehr überrascht hat mich auch ein Bitter aus Löwenzahn. Besonders gut geschmeckt hat mir ein Sauerkirsch-Likör, der nicht so süß war und eine schöne Säure hatte. Zusätzlich durften wir verschiedene Schokoladen zu den geistigen Getränken ausprobieren. Es war sehr interessant, wie die Schokolade und der Schnaps sich manchmal perfekt ergänzten und manchmal gar nicht passten.



Jetzt wurde es Zeit, um dem Höhepunkt des Wochenendes nicht zu verpassen, unser Sommerfest. Zusammen mit dem Küchenchef Marcus waren zwei Teilnehmer unserer Gruppe so lieb, ein großes mediterranes Buffet auf die Beine zu stellen. Da konnten wir jetzt zusammen schlemmen und uns an unserer schönen Gemeinschaft erfreuen. Zwischendurch wurde noch ein bisserl Fußball-WM geschaut und glücklicherweise ist auch das gut für Deutschland ausgegangen. (Leider sind die Fotos des Dessert-Buffets dem Fussball zum Opfer gefallen. Es gab Eis, zweierlei Tiramisu und Erdbeerknödel.)




Die schöne Zeit ist blitzschnell verflogen, aber wir haben immer virtuellen Kontakt und bald gibt es wieder ein Event, wo wir uns treffen können und gemeinsam ratschen, lachen und kochen.

Ganz herzlichen Dank an Marcus, Jess, Marcus Eltern, Eva und Henning.

Dienstag, 7. Januar 2014

Gscheitgut-Menü von Marcus Müller
im Landgasthof Lahner

Die Initiative Gscheitgut möchte die regionalen Gerichte der Fränkischen Schweiz stärken und Gastronomen unterstützen, die diese anbieten. Dahinter stecken der Verleger Michael Müller des gleichnamigen Michael Müller Verlags und Corinna Brauer, die sich im Rahmen eines Projekts an der Universität Erlangen für dieses Thema schon länger engagiert.

Nach dem großen Erfolg des ersten  "Gscheitgut-Kochbuchs" erschien nun "Gscheitgut - Franken isst besser 2" und erschienen und wieder präsentieren viele fränkische Gastronomen ihre Häuser und ihre Gerichte. In diesem Band stellt mein Freund Marcus Müller seinen Landgasthof Lahner und seinen kreativen Umgang mit der fränkischen Küche vor.

Anfang Dezember des letzten Jahres kochte er sein Menü aus diesem Buch für Gäste. Das war natürlich Ehrensache, dass wir dabei sein wollten. Das war alles leichter gesagt, als getan. An diesem Tag trieb der Orkan Xaver sein Unwesen in Deutschland und sorgte für Blitzeis und Chaos auf der Autobahn. Für die kurze Strecke bis nach Freising brauchten wir schon fast 2 Stunden und dann war die Autobahn dicht. Es ging nichts mehr und wir beschlossen an der Ausfahrt, an der wir glücklicherweise standen, abzufahren. Die ursprüngliche Planung, in der Nähe von Nürnberg zu Mittag zu essen, mussten wir aufgeben.

Für solche Fälle habe ich immer gerne einen kulinarischen Reiseführer im Auto, diesmal war es der Slow-Food-Genussführer 2014 und der hat uns wirklich gerettet. Ein kurzer Blick auf die Übersichtskarte und mir wurde klar, wieviel Glück wir hatten. Nur ein paar Kilometer entfernt befand sich eine der Empfehlungen. Schnell waren wir im Hörger Biohotel und Tafernwirtschaft angekommen. Alles perfekt, gepflegtes Haus, sehr gutes und frisch gekochtes Essen aus Bio-Produkten und netter Service.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause trauten wir uns zurück auf die Autobahn. Es war kaum zu glauben, aber der Stau hatte sich aufgelöst und wir konnten problemlos nach Veilbronn fahren. Dort wurden wir schon freudig erwartet und aufs herzlichste begrüßt. Wir freuten uns auf einen schönen Abend.

Marcus hatte es gut mit uns gemeint und gleich noch ein paar Gänge eingeschoben. Ansonsten hat er sich an das vorgestellte Menü im Buch gehalten. Wer nicht dabei sein konnte, der hat zumindest die Gelegenheit es daheim nachzukochen.

Abgerundet wurde der Abend perfekt durch unsere Tischnachbaren, die beiden Herausgeber des Buchs Wolfgang Müller und Corinna Brauer. So hatten wir ausgiebig Gelegenheit die Idee hinter dem Buch kennenzulernen und die Begeisterung und das Engagement für den regionalen Gedanken zu spüren.

Gscheitgut ist eine richtige Initiative zur Stärkung des Standorts fränkische Schweiz. Wer mehr darüber erfahren oder sich regelmäßig über Veranstaltungen informieren möchte, der kann dies auf der facebook-Seite von Gscheitgut.



Der liebevoll gedeckte Tisch mit einer selbst gebastelten Menükarte.

Springo

Kren-Krapferl auf Apfel-Zucchini-Chutney

Dreierlei Sellerie mit Mandarinenjus

Klare Kürbissuppe mit Kürbisravioli

Saubohnengemüse mit weißem Bohnenpüree

Meerrettich-Apfel-Shot

Karpfengröschtel

Gänseragout mit Röstklößen und Berberitzen-Rotkohl

Karamellisierter Kürbis mit Frischkäseeis

Pfirne mit Safran-Creme Brulee


Marcus Müller kochte das Menü, das er auch im zweiten Kochbuch der Initiative Gscheitgut vorstellt.





Dienstag, 5. Februar 2013

Landgasthof Lahner in Heiligenstadt

Beim letzten Gwex-Kochevent hatten wir ziemlich mit der Küchenausstattung zu kämpfen. Für die anspruchsvollen Menüs, die wir kochen reichen eine Spüle und vier Herdplatten einfach nicht. So hat sich Manfred, bekannt als gwexhauskoch, auf die Suche nach einer anderen Location gemacht.

Fündig wurde er in der Fränkischen Schweiz bei Marcus Müller. Der junge und sehr engagierte Koch hat dort vor 2 Jahren den Landgasthof Lahner in Heiligenstadt übernommen. Für unser Kochevent natürlich ideal, eine große Profiküche, mehrere Nebenräume und Zimmer zum Übernachten.

Meine Kochfreundin Christine war so lieb und hat mich mitgenommen. Wir haben alles richtig gemacht und sind schon am späten Vormittag los und dem Pendler-Verkehr davon gefahren. So hatten wir eine entspannte Fahrt und konnten bei Marcus ein spätes Mittagessen genießen.


Bratwurst und Sauerkraut

Karpfengröstl mit Kartoffelsalat und Blattsalat
Im Laufe des Nachmittags sind noch weitere Kochfreunde eingetrudelt und wir hatten einen lustigen Abend mit feinem Essen und einer schönen Bier- und Weinauswahl aus der Region. Franken ist nicht nur ein Weinland, sondern hat auch die höchste Brauereidichte pro Kopf. Da sind viele kleine Brauereien, die sehr gutes Bier brauen.

Blattsalat zum

Karpfen im Bierteig

Süßkartoffeleis, Verjussorbet, Matchaeis
Hunger hatte keiner mehr, aber neugierig waren wir. Es gibt noch ein internes Foto vom Dessert mit sieben Löffeln :-).

Der Landgasthof Lahner hat ein Bassin, in dem Karpfen und Forellen schwimmen. Frischer geht Karpfen überhaupt nicht. Wenn ich in der Region bin, esse ich sehr gerne Karpfen. Das Bassin wird von der eigenen Frischwasserquelle gespeist und modert da gar nichts. Einfach ein ganz wunderbarer Geschmack.

Marcus Müller kocht frisch und mit sehr viel Liebe und kommt damit in meine Empfehlungen für Franken, die Ihr auf dem Reiter "Genussregionen" findet.

Damit wir am nächsten Tag vor dem großen Kochen nicht verhungern, gab es zum Start gleich ein Personalessen.

Suppe mit Leberknödel und Pfannkuchenstreifen