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Freitag, 21. Juli 2017

Lahmek Bsahen (Hackfleisch auf Kartoffelscheiben) aus Malakeh

Mit der syrischen Küche bin ich schon seit vielen Jahre gut vertraut und deshalb fiel mir die Auswahl, welches Gericht ich für die Rezension ausprobiere, etwas schwer. Das Kochbuch der jungen syrischen TV-Köchin ist ein sehr persönliches Buch und trägt auch ihren Namen "Malakeh". Sie wollte bewusst die Rezepte vorstellen, wie sie in ihrer Familie traditionell gekocht und gegessen werden. Viele dieser Gerichte sind mir sehr gut bekannt und einige davon habe ich im Laufe der Jahre bereits hier vorgestellt. So habe ich die Gewissheit, dass das Buch sehr authentisch ist.

Leider bin ich gezwungen daheim glutenfrei zu kochen und so sind viele Rezept nicht möglich, da sie mit Bulgur oder Fladenbrot gemacht werden, das ich beides sehr gerne essen. Nach langem Suchen entschied ich mich für ein Rezept, dass sehr bodenständig, aber auch sehr köstlich ist. Es ist eine Art Auflauf mit Hackfleisch. Man kann ihn in einer edleren Variante in kleinen Portionsförmchen in den Ofen geben. Oder ganz traditionell eine große Auflaufform verwenden. Ich habe beides ausprobiert.

Das Gericht lässt sich sehr unkompliziert zubereiten. Es ist sogar möglich, die Zutaten zu garen, zu schichten und den Auflauf zu einem späteren Zeitpunkt in den Ofen zu schieben. Es schmeckt sehr aromatisch und kräftig. Der Dip bringt noch einen extra Kick, wobei ich mich hier nur sehr vage an das Originalrezept gehalten hatte.

Meine Rezension könnt Ihr hier nachlesen.


für 4 Personen

1 kg Rinderhack (Lamm ist auch möglich)
Rapsöl
Meersalz
Pfeffer aus der Mühle
500 gr. festkochende Kartoffeln
200 gr. Zwiebeln
500 gr. Tomaten
1 rote Peperoni

Dip:
150 gr. Schmand oder griechischer Joghurt
2 TL Tahina
1 Knoblauchzehe
3 TL Sud von der Salzzitrone (oder Zitronensaft und Olivenöl gemischt)
Meersalz

Die Kartoffeln schälen und in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Die Tomaten in dicke Scheiben schneiden, dabei die Stielansätze entfernen. Die Chili in feine Ringe schneiden. Die Auflaufform bereitstellen.

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Kartoffelscheiben darin auf beiden Seiten braten, bis sie eine leichte Färbung angenommen haben. Alles etwas salzen. Den Boden der Auflaufform mit den Kartoffelscheiben bedecken.

Das Hackfleisch portionsweise in der gleichen Pfanne gut anbraten und dabei salzen und pfeffern. Danach auf den Kartoffelscheiben verteilen. Im verbliebenen Fett die Zwiebelringe goldgelb braten und leicht salzen. In der Zwischenzeit die Tomaten auf dem Hackfleisch verteilen und dann noch die Zwiebeln und die Chiliringe darüber geben.

Die Auflaufform mit Alufolie bedecken und den Auflauf im Ofen auf der mittleren Schiene etwa 30 Minuten garen.

In der Zwischenzeit den Dip zubreiten. Den Knoblauch schälen, mit Salz bestreuen und mit dem Messer zu einer Paste reiben. Alle Zutaten mit dem Schmand verrühren und mit Salz abschmecken.




Mittwoch, 19. Juli 2017

Rezension: Malakeh - Sehnsuchtsrezepte aus meiner syrischen Heimat

Essen ist Heimat und die gemeinsamen Mahlzeiten sind ein fester Bestandteil des Familienlebens. Diese Grundhaltung vermittelt uns Malakeh Jazmati mit viel Leidenschaft bei der Vorstellung ihres Kochbuchs "Malakeh: Sehnsuchtsrezepte aus meiner syrischen Heimat".



Malakeh lebte im syrischen Damaskus. Der Bürgerkrieg zwang sie, zusammen mit ihrem Ehemann Muhammad al-Ghamian zu fliehen. Der Weg führte sie zuerst nach Jordanien. Dort wurde sie gefragt, ob sie für einen syrischen Anti-Assad-Kanal eine Kochshow präsentieren möchte. In der Sendung "Die Kochkönigin" kochte und plauderte sie mit bekannten Sängerinnen und Schauspielerinnen und wurde zu einem TV-Star in Syrien. Doch ihre Flucht war hier noch nicht zu Ende. Sie schlug sich bis nach Deutschland durch und lebt nun in Berlin im "Refugio Sharehaus". Das Ehepaar fing hier nochmal von Null an und gründete den Cateringservice Levante Gourmet. Letztes Jahr kam ihre Tochter auf die Welt. Nun kann Malakeh die traditionellen syrischen Rezepte ihrer Familie weitergeben. Der Brauch ist es Rezepte mündlich von Großmutter und Mutter an die nächste weibliche Generation weiterzugeben. Die Veröffentlichung dieser Rezepte gibt uns die Möglichkeit daran teilzuhaben.


Die liebevolle Gestaltung des Buchs fällt bereits bei dem schönen Cover auf. Alle Fotos im Inneren vermitteln die Ästhetik des Orients. Ich habe viele arabische Länder bereist, leider ist mir der Besuch von Syrien nicht gelungen. Deshalb wir dieses Land immer ein Sehnsuchtsort für mich bleiben und die Rezepte und Bilder sind mir ein kleiner Trost.

Die Rezepte sind in die Kapitel
- Vorspeisen
- Salate und kleine Gerichte
- Vegetarische Hauptspeisen
- Hauptspeisen mit Fleisch
- Desserts und Gebäck
gegliedert. Aufgelockert werden die Kapitel mit Erzählungen, welche Bedeutung einzelne Gerichte für Malakehs Familie haben. So wird dieses Kochbuch zu einem sehr persönlichen Buch. Jedes Rezept wird auf einer Doppelseite mit einem stimmungsvollen Foto des Gerichts, der Zutatenliste und der Zubereitungsanleitung vorgestellt. Den Namen des Gerichts erfahren wir auf deutsch und arabisch. Schön ist auch, dass die Personenanzahl, die Zubereitungs- und die Garzeit angegeben sind.

Da ich bereits einige syrische Rezepte auf dem Blog habe, wollte ich unbedingt etwas kochen, dass ich noch nicht vorgestellt habe. Erschwerend kam hinzu, dass ich glutenfrei kochen muss und für viele Rezepte Bulgur, Grünkern oder Brot notwendig sind. Ich esse das sehr gerne, kann es aber leider daheim nicht auf den Tisch stellen. Ich entschied mich für Lahmek Bsahen, ein Auflaufgericht mit Hackfleisch, Kartoffeln und Tomaten. Das hat sich ganz einfach zubereiten lassen. Das Rezept hat die einzelnen Schritte gut erklärt und das Ergebnis war sehr schmackhaft. Bei der Kochbuch-Präsentation von Malakeh hat sie sehr liebevoll für uns gekocht. Einige der Gerichte kannte ich sehr gut und kann deshalb bestätigen, dass der Geschmack sehr authentisch ist.


Lahmek Bsahen
Hackfleisch auf Kartoffelscheiben


















Fazit:
"Malakeh: Sehnsuchtsrezepte aus meiner syrischen Heimat" ist ein sehr schönes Buch, das nicht nur die traditionelle Küche Syriens präsentiert, sondern auch einen guten Einblick in das Familienleben gibt, als ein normales Leben in Syrien noch möglich war. Wer noch keine Erfahrung mit der arabischen Küche hat, findet den perfekten Einstieg. Die Küche in der arabischen Welt ist sehr ähnlich, allerdings unterscheidet es sich geschmacklich zwischen den einzelnen Nationen. Syrien und Libanon haben nach meiner Erfahrung die schmackhaftesten Küchen. Das Buch ist auch für den weniger geübten Hobbykoch gut geeignet, da die Rezepte einfach umzusetzen sind und die Zutaten in Supermärkten oder türkischen Supermärkten einfach erhältlich sind.

Köstliche Gerichte von Malakeh und ihrer Schwester gekocht.