Posts mit dem Label Mikkel Karstad werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mikkel Karstad werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 19. Juli 2019

Gebackene Möhren und Koriander mit Blüten, lauwarme Buttermilch mit grünem Öl und grünen Erdbeeren aus Immergrün von Mikkel Karstad

Dieses schöne Gericht lässt sich blitzschnell zubereiten und es schmeckt wunderbar frisch. Dazu tragen besonders die Kräuter und die grünen Erdbeeren bei. Wer keine grünen Erdbeeren hat, kann sie auch einfach weglassen. Das Gleiche gilt für die Blüten, die es optisch aufwerten, aber wenig zum Geschmack beitragen.

Das Rezept habe ich in dem Kochbuch "Immergrün" von Mikkel Karstad entdeckt. Meine Rezension findet Ihr hinter diesem Link.





2 Bund junge Karotten mit Grün (ca. 12 Stück)
3 Stiele Thymian
5 Stiele Zitronenmelisse
5 Stiele Minze
1 Bio-Zitrone
2 EL Olivenöl
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

1 Bund Koriander
essbare Blüten
50 ml Rapsöl
50 ml Olivenöl
100 ml Buttermilch
10 grüne Erdbeeren

Den Backofen auf 220 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Karotten waschen, die dünne Schale mit einem kleinen Messer abschaben und das Grün so abschneiden, dass ein kleines Stück stehen bleibt. Die Zitronenschale fein abreiben und den Saft auspressen. Die Kräuter abzupfen und grob schneiden. (Ein paar Blätter für die Deko aufheben.) Alles mit dem Olivenöl vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

Die Karotten in eine feuerfeste Form geben und mit der Kräutermarinade vermengen. Alles für 15 Minuten in den auf 220 Grad vorgeheizten Ofen schieben. Sie sollen etwas Farbe bekommen, aber noch knackig bleiben. Dann die Form aus dem Ofen holen und etwas auskühlen lassen.

In der Zwischenzeit die Korianderblätter (auch hier einige für Deko aufheben) von den groben Stielen zupfen. Die feinen Stiele dürfen dranbleiben und alles in feine Streifen schneiden. Den Koriander mit den beiden Ölen und der Buttermilch zu einem grünen Öl pürieren und in eine Schüssel umfüllen. Die Buttermilch vor dem Öffnen gut schütteln und in einem Topf sehr vorsichtig erwärmen, damit sie nicht gerinnt. Das grüne Öl dazugeben und alles ein paar Minuten ziehen lassen.

Die Erdbeeren in dünne Scheiben schneiden. Gebackene Karotten mit etwas warmen Buttermilch-Öl und Erdbeeren anrichten, mit Blüten und Kräutern dekorieren.








Mittwoch, 17. Juli 2019

Eingelegte Zucchini mit Koriander, Curry, Fenchel und Limettenblätter aus Immergrün von Mikkel Karstad

Für dieses Gericht eignen sich am besten junge Zucchini, bei denen die Kernhäuser noch nicht so ausgeprägt sind. Besonders gut gefällt mir, dass man das Gemüse roh verarbeitet und so bleiben der Geschmack und der Biss erhalten. Ich habe das Rezept für eine Rezension ausprobiert. Es stammt aus dem Kochbuch "Immergrün: Die nordische Gemüseküche" von Mikkel Karstad.

Die angegebene Rezeptmenge ergibt ungefähr ein Einmachglas von 1,5 Liter. Es ist aber empfehlenswert, es auf mehrere, kleinere Gläser aufzuteilen. Wir haben über einen Zeitraum von 2 Wochen täglich davon probiert und geschmacklich wurde es immer runder. So kann man sich einen kleinen Vorrat anlegen oder es bereits länger im voraus zubereiten, falls man eine größere Einladung plant. Ideal ist es auch für Gartenbesitzer, die nicht von der Zucchinischwemme überrollt werden wollen. Einfach die Zucchini in der gewünschten Größe ernten und nach diesem Rezept einmachen.

Meine Rezension ist hier nachzulesen.




für 4 Personen

200 ml Apfelessig
200 ml Wasser
90 gr. Zucker
1 EL Currypulver, mittelscharf
1 TL Koriander
1 TL Fenchel
5 Limettenblätter
1 TL grobes Meersalz
1 Handvoll Verveine
4 mittelgroße Zucchini

Alle Zutaten, außer den Zucchini in einem Topf mischen und zum kochen bringen. Sobald der Sud aufkocht, den Topf vom Herd ziehen.

Die Zucchini in sehr dünne Scheiben in eine große Schüssel hobeln. Kleiner Tipp: zuerst die Blüte abschneiden, dann hobeln. Den Stielansatz als Griff benutzen, dann kann man bis zum Schluss die Zucchini ungefährlich hobeln.

Die Zucchini mit dem Sud übergießen und mit einem Salatbesteck gut durchmischen. Anfangs ist das schwierig, da es viele Zucchinischeiben und wenig Flüssigkeit ist. Kurz stehen lassen, dann werden die Zucchinischeiben weicher und es lässt sich besser mischen.

Die Zucchini in große Twist-Off-Gläser schichten (es werden mindestens 3 Gläser mit 500 ml Inhalt benötigt). Den übrigen Sud nochmals aufkochen und heiß in die Gläser gießen und diese sofort verschließen. Wenn alles abgekühlt ist, die Gläser im Kühlschrank aufbewahren. Anfangs macht es Sinn, die Gläser immer wieder mal auf den Kopf zu stellen, damit die Zucchini gut von der Flüssigkeit umspielt sind.

Sie halten sich im Kühlschrank ein paar Wochen und sind eine perfekte Beilage zu kaltem Fleisch, Schinken, gegrilltem Fleisch oder Gemüse.




Montag, 15. Juli 2019

Gebratene Erbsen mit Parmesan, Pilzen und Nüssen aus Immergrün von Mikkel Karstad

In seinem Buch "Immergrün: Die nordische Gemüseküche" verwendet Mikkel Karstad für dieses Gericht sehr junge Erbsen. Dem Foto nach zu urteilen sind sie dann gerade so zwischen Zuckerschoten und ausgewachsenen Erbsenschoten. Vermutlich kann man sie so nur bekommen, wenn man sie selbst anbaut. Ich habe mich einfach für Zuckerschoten entschieden und das schadet dem Gericht bestimmt nicht.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass dieses Rezept typisch für die Herangehensweise des Autors ist. Beste, frische Zutaten, die mit wenigen Handgriffen zu einem großen Genuss werden. Die Zuckerschoten und die Pilze werden durch die Zitronenschale frisch. Butter und Parmesan sorgen für einen würzigen Schmelz und die Haselnüsse für den richtigen Biss. Das ist ganz tolle Alltagsküche, die in kurzer Zeit auf dem Tisch steht, aber auch Gäste beeindrucken kann.

Meine Rezension ist hier nachzulesen.


für 2 Personen als Hauptgericht
für 4 Personen als Vorspeise

250 gr. Zuckerschoten
200 gr. gemischte Pilze (hier: Champignons und Shitake)
2 EL Olivenöl
25 gr. Butter
Meersalz
Zucker
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 Bio-Zitrone
40 gr. Haselnüsse mit Schale
20 gr. Parmesan
gemischte Kräuter für die Deko

Die Zuckerschoten diagonal halbieren und mit Salz und etwas Zucker marinieren. Ungefähr eine Stunde stehen lassen.

In der Zwischenzeit die Haselnüsse grob hacken und in einer trockenen Pfanne etwas rösten. Den Parmesan fein reiben. Die Zitronenschale fein abreiben und den Saft einer Hälfte auspressen. Die Pilze putzen und in Stücke schneiden.

In einer Pfanne das Öl erhitzen und die Pilze darin bei hoher Hitze braten, bis sie leicht zusammenfallen und Farbe annehmen. Die Zuckerschoten und die Butter zugeben, die Hitze reduzieren und alles gut vermengen. Die Butter sollte geschmolzen und Zuckerschoten und Pilze damit überzogen sein. Mit Salz, Pfeffer und Zitronenabrieb abschmecken.

Das Gemüse auf Tellern anrichten, mit Haselnüssen und Parmesan bestreuen und den Kräutern dekorieren.




Samstag, 13. Juli 2019

Rezension: Immergrün: Die nordische Gemüseküche von Mikkel Karstad

Letztes Jahr lernte ich das Kochbuch "Gone Fishing" von Mikkel Karstad kennen und war sehr angetan davon. Ich habe mich gefreut, dass es nun ein zweites von ihm gibt, in dem er sich mit Gemüse beschäftigt: "Immergrün: Die nordische Gemüseküche".


Mikkel Karstadt hat als Koch und Gastro-Berater in mehreren Sternerestaurants in Dänemark und London gearbeitet. Die bekannteste Adresse dürfte das NOMA in Kopenhagen sein. Später übernahm er die Kantine des dänischen Parlaments auf Schloss Christiansborg. Mittlerweile hat er sich als Foodstylist und -Autor etabliert. Mit seiner Frau Camilla betreibt er den Blog "We You They Ate". Wie im ersten Buch hat er wieder mit dem Fotografen Anders Schønnemann zusammen gearbeitet. Er ist auf Food- und Interior-Fotografie spezialisiert und hat bereits für einige Kochbücher und Food-Magazine gearbeitet.

Wem Haptik und Gestaltung des ersten Buchs bereits gut gefallen haben, wird auch an diesem Buch seine Freude haben. Es hat ebenfalls einen Leineneinband und im Inneren großartige Fotos von den Gerichten, Wäldern und Feldern. Letzteren beiden sind sogar zwei eigene Kapitel gewidmet.

Was mir gleich beim Aufschlagen sehr gut gefallen hat, dass Rezepte für bestimmte Gemüsesorten zusammengestellt wurden. Das ist für jemand, der im eigenen Garten anbaut oder einfach nur saisonal kochen will, hilfreich. So kann man schnell ein passendes Gericht finden, wenn ein Gemüse Saison hat. Jedem Rezept steht eine Doppelseite zur Verfügung, auf der das Foto des fertigen Gerichts, die Personenanzahl, die Zutatenliste und die Zubereitungsanleitung zu finden sind. Die Gerichte sind alltagstauglich, aber trotzdem sehr individuell. Man hat nicht den Eindruck eine ähnliche Rezeptidee bereits gesehen zu haben. Der Rezepttext ist gut verständlich und bei der Zubereitung gab es keine Probleme. Für manche Zutaten, wie spezielle Kräuter oder Blüten, empfiehlt es sich sie im Garten zu haben. Es ist aber kein Problem etwas zu ersetzen oder wegzulassen. Der Kochstil ist nordisch geprägt und die drei Gerichte, die ich ausprobiert habe, haben uns sehr gut geschmeckt. Sie waren optisch und geschmacklich sehr schön. Die Zucchini sind eine tolle Beilage und ich habe eine große Menge gemacht. Die letzten haben wir nach zwei Monaten gegessen und sie schmeckten immer noch frisch. Die beiden anderen Gerichte waren vollwertige Mahlzeiten, die weder Fisch noch Fleisch haben vermissen lassen.

Im Anhang gibt es einen Saisonkalender und ein alphabetisches Rezeptregister. Beide sind etwas unübersichtlich und man muss sich erst hineindenken. Der Saisonkalender ist ein Kreis mit einzelnen Segmenten für jeden Monat. Leider ist die Schrift etwas klein.


Eingelegte Zucchini mit Koriander, Curry, Fenchel und Limettenblätter
Gebratene Erbsen mit Parmesan, Pilzen und Nüssen

















Gebackene Möhren und Koriander mit Blüten, lauwarme Buttermilch mit grünem Öl und grünen Erdbeeren














Fazit:

"Immergrün: Die nordische Gemüseküche" ist ein sehr ansprechend gestaltetes Kochbuch mit sehr kreativen Rezepten zur saisonalen Gemüseküche. Die Gerichte lassen sich im Alltag gut umsetzen, können aber auch gut für Gäste serviert werden. Die meisten Zutaten sind gut erhältlich, für ein paar spezielle Dinge braucht es etwas Mühe oder Kreativität.

Freitag, 29. Juni 2018

Gegrillter Tintenfisch mit Aprikosen, Chili, Zitrone, Schalotten und Petersilie aus Gone Fishing

Für meine Rezension wollte ich noch ein zweites Rezept mit Tintenfisch aus dem schönen Kochbuch "Gone Fishing" ausprobieren. Bei dieser Variante war ich besonders auf die Kombination mit den Aprikosen gespannt. Die verleihen dem Gericht eine schöne Frische und ein besonders rundes Aroma. Das Grillen in der Grillpfanne hat leider nicht so gut funktioniert, wie ich es mir vorgestellt hatte und beim nächsten Mal würde ich sogar den Kontaktgrill dafür verwenden. Ansonsten ist das eine tolle Vorspeise, die auch noch sehr schnell zubereitet werden kann.

Meine Rezension zu "Gone Fishing" könnt hier nachlesen.



für 4 Personen

400 gr. Tintenfisch-Tuben
1 EL Olivenöl
4 reife Aprikosen
1/2 rote Chili
2 Schalotten
1 Bund Petersilie
50 ml Olivenöl
1 Bio-Zitrone
Meersalz
Prise Zucker
schwarzer Pfeffer aus der Mühle


Den Tintenfisch in große Stücke schneiden und auf der Innenseite diagonal einritzen, damit er sich beim grillen nicht zu stark wölbt. Die Stücke in wenig Olivenöl geben und darin wenden. Für 10 bis 15 Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit die Aprikosen halbieren, entkernen und in schmale Spalten schneiden. Chili in feine Ringe und die Schalotten in feine Würfel schneiden. Die Petersilienblätter abzupfen und in feine Streifen schneiden. Alles mit den Aprikosenspalten vermengen.

Die Zitronenschale fein abreiben und den Saft auspressen. Beides mit Salz, Zucker, Pfeffer und Olivenöl zu einer cremigen Vinaigrette rühren.

Die Tintenfischstücke in der heißen Grillpfanne oder auf einem Kontaktgrill auf beiden Seiten je 30 Sekunden grillen, damit sie ein schönes Muster bekommen, aber nicht übergaren. Aus der Pfanne nehmen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Die gegrillten Tintenfischstücke auf einen Teller geben, mit der Aprikosen-Mischung bestreuen und mit der Vinaigrette beträufeln. Sofort servieren.




Mittwoch, 27. Juni 2018

Frittierter Tintenfisch mit Avocado, Zitronenverbene und Piment d'Espelette aus Gone Fishing

Frittierte Tintenfischringe esse ich sehr gerne, doch leider bekommt man meistens nur diese gummiartigen Industriedinger. Zugegeben, sie selbst zu machen, bereitet etwas Mühe, aber mit diesem tollen Rezept aus dem schönen Kochbuch "Gone Fishing" ist es jeden Handgriff wert. In der Kombination mit einer reifen Avocado ist das eine köstliche und frische Vorspeise.

Bei panierten Sachen habe ich es aufgegeben, nach einer brauchbaren glutenfreien Alternative zu suchen. Entweder es schmeckt nicht oder es wird nicht knusprig. In diesem Fall gab es eben die glutenfreie Variante ohne Panade. Dann macht es Sinn ein paar Croutons aus glutenfreiem Brot dazu zu machen.

Im Originalrezept wird Bronzefenchel verwendet, den ich aber leider nicht bekommen habe. Deshalb habe ich ihn ganz einfach mit Fenchelgrün ersetzt. Auf dem Foto sieht man, dass ich den Joghurt als Kleckse zum Schluss auf den Teller gegeben habe. Das ist dem Umstand geschuldet, dass er zwar in der Zutatenliste steht, aber im Rezepttext nicht mehr vorkommt. Im Nachhinein hätte es mir besser gefallen, den Joghurt sozusagen als Unterlage für die Avocado auf den Teller zu geben. Im Rezept habe ich es so beschrieben.

Meine Rezension zu "Gone Fishing" könnt Ihr hier nachlesen.




für 4 Personen

400 gr. Tintenfisch-Tuben
1 Ei
Panko zum Panieren
Rapsöl zum Frittieren
Meersalz
2 Avocado
1 Bio-Zitrone
Olivenöl
Piment d'Espelette
1 kleiner Becher Joghurt
2 - 4 Zweige Zitronenverbene (je nach Größe)
Fenchelgrün oder Bronzefenchel

Den Joghurt mit einem Löffel kreisförmig auf den Tellern verteilen.

Die Avocado halbieren, den Stein entfernen und aus der Schale lösen. Die Avocadohälften in dünne Scheiben schneiden und auf den Tellern auslegen. Den Saft der Zitrone auspressen und die Avocadoscheiben mit Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Piment d'Espelette würzen.

Das Rapsöl auf ca. 160 Grad erhitzen. Die Tintenfisch-Tuben in Ringe schneiden. Das Ei in einem Suppenteller verquirlen. Das Panko in einen anderen Suppenteller geben. Die Tintenfischringe zuerst im Ei und dann im Panko wälzen. Die panierten Tintenfischringe ein bis zwei Minuten im heißen Öl frittieren. Sie sollen knusprig und goldgelb werden. Die fertigen Tintenfische aus dem Öl heben und auf Küchenkrepp abtropfen lassen, dabei leicht salzen.

Die Tintenfischringe auf den Avocadoscheiben anrichten und mit Zitronenverbene und dem Fenchelgrün garnieren. Sofort servieren.



Montag, 25. Juni 2018

Holunderblüten-Gegrillte Kaiserhummerschwänze mit Räuchermayo und herben Salaten aus Gone Fishing

Beim Durchblättern des schönen Kochbuchs "Gone Fishing" ist mir dieses Gericht sofort ins Auge gefallen und hat mich neugierig gemacht. Ich wollte unbedingt wissen, wie das schmeckt und habe so lange gewartet, bis der Holunder endlich blühte. Bei dem tollen Frühling den wir bisher hatten, war die Wartezeit glücklicherweise nicht zu lange. Überhaupt nicht vorstellen konnte ich mir, wie das Ganze dann noch mit der Räuchermayo und den bitteren Salaten passt. Um es vorweg zu nehmen, das passt ganz ausgezeichnet, obwohl diese Räuchermayo wirklich ein starkes Raucharoma hatte. Das angegebene Verhältnis aus Ei, Senf, Essig und Öl war perfekt abgestimmt, dass die Mayo mühelos gelang. Ich neige dazu, das als mein neues Standard-Rezept für Mayonnaise zu übernehmen.

Geschmack zu beschreiben ist immer etwas mühsam, ich empfehle Euch dieses Gericht lieber zum Nachmachen. Auch wenn Ihr jetzt leider ein Jahr warten müsst. Es ist auch eine tolle Überraschung für Gäste und lässt sich wirklich mit nur ein paar Handgriffen auf den Teller zaubern.

Meine Rezension zu "Gone Fishing" könnt hier nachlesen.




für 4 Personen

16 Kaiserhummerschwänze (auch Kaisergranat genannt)
5 große Dolden voll aufgeblühte Holunderdolden
3 EL Olivenöl
Meersalz
1 kleiner Kopf Radiccio
1/2 Kopf Friséesalat

Räuchermayo:
2 Eigelb
1 EL mittelscharfen Senf
1 EL Apfelessig
1 EL Rauchsalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
150 ml Rapsöl

Den Backofen auf 230 Grad vorheizen.

Die Kaiserhummerschwänze aus den Schalen brechen und entdarmen, dann in eine ofenfeste Form legen und die Holunderblüten darauf verteilen. Alles mit Olivenöl beträufeln und mit Meersalz bestreuen.

Die Salatköpfe in größere Stücke zerteilen, waschen und trocken schleudern.

Eigelb, Senf, Essig, Rauchsalz und Pfeffer mit dem Stabmixer verquirlen. Das Öl langsam in einem feinen Strahl untermixen. Die Mayonnaise bei Bedarf mit Salz, Pfeffer und Essig abschmecken.

Die Kaiserhummerschwänze bei 230 Grad in den vorgeheizten Backofen schieben. Evtl. noch den Grill zuschalten. Für 5 Minuten backen, bis sie gegart sind und duften. Aus dem Ofen nehmen und für 1 bis 2 Minuten ruhen lassen. Dann mit der Räuchermayo und den Blattsalaten anrichten.



Samstag, 23. Juni 2018

Rezension: Gone Fishing von Mikkel Karstad

Mein Gefallen an der nordischen Küche wird größer und ich freue mich darüber, dass immer mehr Kochbücher aus den nordischen Ländern auch in deutscher Sprache erscheinen. Neugierig war ich deshalb auch auf "Gone Fishing: Fisch und Meeresfrüchte – Rezepte aus der nordischen Küche", das sich ganz dem naturnahen Genuss von Fischen und Meeresfrüchten verschrieben hat.




Die 80 Rezepte stammen von Mikkel Karstadt, der als Koch und Gastro-Berater in mehreren Sternerestaurants in Dänemark, und London arbeitete. Die bekannteste Adresse dürfte das NOMA in Kopenhagen sein. Später übernahm er die Kantine des dänischen Parlaments auf Schloss Christiansborg. Mittlerweile hat er sich als Foodstylist und -Autor etabliert. Mit seiner Frau Camilla betreibt er den Blog "We You They Ate".

Neben den Rezepten sind auch die vielen großartigen Fotos beachtenswert. Sie stammen von dem Fotografen Anders Schønnemann. Er ist auf Food- und Interior-Fotografie spezialisiert und hat bereits für einige Kochbücher und Food-Magazine gearbeitet.

Das großformatige Buch ist sehr hochwertig gestaltet. Es wurde darauf geachtet, dass der Bezug zur Natur auch bei der Ausstattung erhalten bleibt. Der Einband ist aus Leinen und es wurde auf nachhaltigem Papier gedruckt. Durch das große Format kommen die künstlerischen Fotos besonders gut zur Geltung. Es besteht ein bisschen die Gefahr, dass das Buch die Lese-Ecke nicht verlässt, aus Angst es schmutzig zu machen. Dabei sollte es unbedingt in die Küche, um sich an diesen schönen Gerichten nicht nur satt zu sehen, sondern sie auch zu genießen.

Die Rezeptkapitel sind nach den unterschiedlichen Fischen bzw. Meeresfrüchten (Scholle, Makrele, Hornhecht, Kaiserhummer, Rochen, Krabbenscheren, Steinbutt, Tintenfisch, Schwertmuscheln und Zander) gegliedert. Das Foto vom jeweiligen Produkt ist sehr ästhetisch gestaltet und hat mit den üblichen Warenkunde-Fotos nichts gemeinsam. Konsequenterweise gibt es auch keine Erläuterungen, nur 4 bis 6 (das variiert) Rezepte. In drei Kapiteln stehen die Landschafts- und Naturfotografien im Vordergrund und stehen für den Herkunftsort (Meer, Binnengewässer und Strand). Sie werden mit ein paar wenigen Rezepten für Beilagen oder Desserts aufgelockert.

Selten ist mir die Auswahl von Rezepten, die ich ausprobieren will, so schwer gefallen. Mich hat so vieles angesprochen, dass ich mich nicht entscheiden konnte. Besonders gut gefallen hat mir die Schlichtheit, mit der ein hochwertiges Produkt in den Fokus gestellt wird und trotzdem so viel Raffinesse hat, in dem Zutaten kombiniert werden, die mir zu Fisch nie eingefallen wären. Ich habe extra lange mit dem Nachkochen gewartet, bis der Holunder blühte oder die Aprikosen reif waren. Im Moment warte ich noch auf die Stachelbeeren, weil ich noch ein Rezept unbedingt ausprobieren möchte. Die Rezepte bestehen aus der Personenanzahl, der Zutatenliste und der Beschreibung der Zubereitung. Es gibt zu jedem Gericht mindestens ein Foto, allerdings kann dies schon einmal auf einer anderen Seite, als auf der gegenüber liegenden sein.

Die Rezepttexte sind gut verständlich und das Nachkochen war mühelos. Es braucht nicht viele Zutaten, aber manche Zutaten gibt es eben nur zu bestimmten Zeiten. Wer seine Fische nicht selbst angelt, so wie es im Buch vorgestellt wird, der braucht schon einen guten Fischhändler. Trotzdem ist das Besorgen der Zutaten nicht unlösbar. Die Belohnung für etwas Mühe ist der große Genuss, diese schönen Gerichte zu essen.

Im Anhang sind noch eine Übersicht der Angel- und Schonzeiten und ein alphabetisches Register zu finden. Dies erleichtert die Entscheidung, wann man welches Gericht überhaupt zubereiten kann.

Holunderblüten-Gegrillte Kaiserhummerschwänze mit Räuchermayo und herben Salaten

















Frittierter Tintenfisch mit Avocado, Zitronenverbene und Piment d'Espelette

















Gegrillter Tintenfisch mit Aprikosen, Chili, Zitrone, Schalotten und Petersilie


Fazit:

"Gone Fishing" ist ein sehr empfehlenswertes Buch für Fisch-Liebhaber. Die Rezepte sind sehr kreativ und nicht  schon mehrfach veröffentlicht. Aufgrund der guten Beschreibung und der begrenzten Anzahl an Zutaten ist es auch für weniger geübte Hobbyköche geeignet. Auch der ambitionierte Hobbykoch findet viele Anregungen.