Donnerstag, 22. Oktober 2015

Ein kulinarischer Ausflug in den Rheingau

Am nächsten Tag, nach unserem schönen Abend, im Restaurant Ente bei Michael Kammermeier, stand ein Ausflug in den Rheingau auf dem Programm. Der Rheingau begeistert mich immer wieder mit seiner herrlichen Landschaft. Wir kennen dort einige Ziele, die wir gerne besuchen. Dazu gehören die Abtei St. Hildegard, das Kloster der Hildegard von Bingen, Schloss Vollrads und Schloss Johannisberg mit ihren Weingütern und das weltbekannte Kloster Eberbach, in dem der Roman "Im Namen der Rose" von Umberto Eco verfilmt wurde. Kloster Eberbach gehört zu den Hessischen Staatsweingüter und ganz aktuell ist ein prächtiger Bildband über seine Geschichte und die Weine erschienen.

Diese klangvollen Namen lassen uns aber nicht vergessen, dass es in der Region auch kleine Familienweingüter gibt, die mit großem Fachverstand ausgezeichnete Weine machen. Dafür sorgt auch die renommierte Universität für Weinbau in Geisenheim. Wir besuchen im Rheingau am liebsten Désirée Eser Freifrau zu Knyphausen, die das VDP-Weingut August Eser leitet.




Zufällig fiel unser Besuch auf den "Tag des offenen Weinkellers" und in der eleganten Vinotheque stand alles für die Verkostung bereit. Es war gar nicht so einfach, sich zwischen den feinen Lagen-Rieslingen zu entscheiden. Neben den trockenen Rieslingen haben uns der Rosé "Pretty in Pink" und der spritzige, alkoholarme Perlwein "Leichtsinn" sehr gut gefallen.

Désirée und ihr Ehemann Dodo sind begeisterte Genussmenschen und kombinieren ihre Weine gerne mit passenden Gerichten. Deshalb haben sie auf ihrem Weingut jetzt auch eine kleine Kochschule eingerichtet. Dort wird in kleinen Gruppen gekocht und anschließend an dem gemütlichen Esstisch gemeinsam gegessen. Selbstverständlich gibt es dazu die passenden Weine.

Nach der Weinprobe ging es zum Mittagessen. Diesmal wollten wir ein neues Restaurant ausprobieren und entschieden uns für die Ankermühle in Oestrich-Winkel. Die Ankermühle liegt sehr schön, mitten in den Weinbergen unterhalb von Schloss Johannisberg.


Das Foto von der Terrasse täuscht, die Ankermühle war sehr gut besucht und wir haben nur einen Tisch bekommen, weil wir sehr spät angekommen sind. Aufgrund der schönen Lage und der schönen Speisekarte mit kreativen und frischen Gerichten, ist das Lokal sehr beliebt. Am Wochenende empfiehlt es sich auch für den Mittagstisch zu reservieren.

Brät vom Duroc-Schweinefilet im Schweinenetz, Kohlrabi, Kirschen, Mini-Rösti und Spätburgundersauce

Kalbstafelspitz, Niedergarmethode, Staudensellerie, Bundmöhrchen, lila Kartoffeln, Apfelmeerrettich und Rieslingsauce

Pumpernickelmousse, Kirschespuma, Macadamia-Streusel und Kirsch-Chips

Pfirsich-Joghurt im Glas, Himbeeren und dunkle Schokolade


Bei so einem Anblick schmeckt es natürlich besonders gut und ich freue mich immer sehr, wenn bei einem Restaurant nicht nur das Ambiente stimmt, sondern auch das Essen gut ist und der Service nett. Alles das passt bei der Ankermühle gut zusammen.

Ich werde oft gefragt, wie ich so etwas entdecke? Dafür nutze ich verschiedene Quellen und recherchiere oft im Internet. Ich vertraue nur Empfehlungen, wenn ich jemand gut kenne. Leider musste ich schon ein paar Mal feststellen, dass die Ansprüche an die Qualität der Küche unterschiedlich gesehen werden. Besonders freue ich mich über kulinarische Reiseführer und nach denen halte ich immer die Augen auf. Da kommt mir oft der Zufall zu Hilfe. So war es auch diesmal.

In Wiesbaden besuchten wir am Vortag die kleine und feine Buchhandlung von Katrin Wetzel. Mit ihrem "Buchgenuss" gehört sie zu den letzten tapferen Buchhändlerinnen, die sich auf Kochbücher spezialisiert haben. Leider sind solche Läden in Deutschland in den letzten Jahren wieder weniger geworden. Dabei kann man hier besondere Schätzchen, abseits der Massenware, entdecken. Obwohl ich einen guten Überblick über den Kochbuch-Markt habe, hatte Katrin eine Überraschung für mich parat: "Rheingaumen Kitzel" von Birgit Kallerhof. Und in diesem Buch habe ich die Ankermühle entdeckt.



Noch mehr kulinarische Tipps für die Region gibt es in meiner Hessen-Karte.

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