Sonntag, 10. Dezember 2017

Rezension: Gin - Alles über Geschichte, Herstellung, Sorten und Marken von Karl Rudolf

Gin hat sich bei vielen Menschen zu einer Lieblings-Spirituose entwickelt. Es gibt viel zu entdecken und immer mehr Brennereien bringen einen eigenen Gin mit besonderen Botanicals - so heißen die Zutaten, die den Geschmack beeinflussen - auf den Markt. Seine Beliebtheit als Cocktail-Spirituose ist sicher auch auf den Gin Tonic zurück zu führen. Einfach Gin und Eis ins Glas, mit Tonic auffüllen und fertig ist ein erfrischender Cocktail. Das bewältigt jede Hausbar, auch wenn sie nur einfach bestückt ist.

Wenn man ehrlich ist, gibt es mittlerweile so viele gute Gins, die man sogar pur geniessen kann. Allerdings ist es gar nicht mehr so einfach, den Überblick zu bewahren. Auch als regelmäßige Besucherin der Messe "finest spirits" in München, entdecke ich immer wieder neue Gins. Da kam der aktuelle Gin-Führer aus dem AT-Verlag wie gerufen.




Karl Rudolf ist Profi-Koch und hat auch die Prüfung zum Küchenmeister abgeschlossen. Bereits in den 70ern wechselte der zur schreibenden Zunft als Redakteur für gastronomische Fachzeitungen. Anfang der 80er spezialisierte er sich auf Spirituosen. In seiner 30-jährigen Erfahrung als Fachjournalist hat er viele Brennereien besucht und an unzähligen Tastings teilgenommen. Er ist u. a Träger des "World Press Award" der International Bartenders Association.

Die Aufmachung von "Gin - Alles über Geschichte, Herstellung, Sorten und Marken" gefällt mir gut. Es ist brochiert und erinnert an ein Notizbuch. Die Größe lässt es noch zu, dass man es auch einmal in eine größere Tasche stecken und zu einem Tasting oder Einkauf mitnehmen kann.

Wie im Buchtitel bereits aufgezeigt geht es gleich mit der Geschichte von Alkohol und Gin los. Das ist mit vielen Informationen gespickt und liest sich trotzdem kurzweilig. Historische Fotos runden das Kapitel ab. In der Chronologie der Gin-Klassiker habe ich überraschende Details entdeckt, wie die erste Destillierung des Tanqueray, die bereits im Jahre 1830 war. Auf wenigen Seiten kann man sich geballtes Wissen über die Definition von Gin, die eingesetzten Botanicals und die Herstellung des Gins holen. So hat man sich schnell ein gutes Hintergrundwissen angelesen.

Der Hauptaugenmerk liegt natürlich auf den Gin-Marken. Rund 150 verschiedene Gins werden alphabetisch aufgelistet. Jedem Gin ist eine Doppelseite gewidmet. Eine Seite ist für das Foto der Flasche reserviert, die gegenüberliegende Seite beschreibt die Spirituose. Knapp beschrieben sind: Markeneigner, Produktionsstätte, Ursprungsjahr der Marke und manchmal gibt es auch ein Foto der Eigner. Ausführlicher vorgestellt wird der Gin in den Rubriken Wissenswertes und Herstellung. Bei Verkostung beschreibt der Autor Duft und Geschmack und gibt Tipps zum optimalen Genuss. Es werden viele Marken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgestellt. Aber auch Gins aus England, Niederlande und USA sind dabei. 

Die Auswahl der Gin-Marken scheint mir gut getroffen zu sein. So finden sich die bekannten Namen aus Großbritannien, wie Beefeater, Bombay Sapphire, Hendrick's, Gordon's oder Tanqueray. Der beliebte Monkey 47 aus dem Schwarzwald ist genauso dabei, wie Aejst aus der Steiermark, Ferdinand von der Saar, G=in3 aus Franken, Liebl aus dem Bayerischen Wald, Senft vom Bodensee und Siegfried aus dem Rheinland. Das sind alles Gins von regionalen Brenner, die mir schon einmal über den Weg gelaufen sind und sehr gut gefallen haben. Ich habe in dem Buch aber auch unzählige Gins entdeckt, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Wer gerne auf Entdeckungsreise geht, kann mit diesem Buch seinen Gin-Horizont erweitern.

Das Kapitel "Gin in der Praxis" rundet das Informationsangebot ab. Neben einigen Cocktail-Rezepten wird auch beschrieben, wie man Gin am besten probiert. Ein alphabetisches Glossar und ein alphabetisches Markenverzeichnis am Ende des Buches erleichtern das Suchen.

Fazit:
"Gin - Alles über Geschichte, Herstellung, Sorten und Marken" ist ein schöner Begleiter für Gin-Liebhaber und bietet sich als Nachschlagewerk genauso an, wie als Inspirationsquelle für neue Gin-Marken. In Kombination mit einer Flasche Gin wäre es auch ein durchdachtes Geschenk für einen Gin-Liebhaber.


Wenn man das Buch verschenken möchte, dann bietet es sich an, auch eine Flasche Gin mitzugeben. Das Thema Gin ist mittlerweile sehr populär geworden und es kommen immer neue Gins auf dem Markt, die es wert sind entdeckt zu werden, wie der Gin Muscatel von einem jungen Start-up aus Mainz. Wie der Name sagt, haben sie ihn mit Muskateller versetzt, um den Geschmack fruchtiger zu machen.

Unter den 12 Botanicals, mit denen er versetzt wurde, sind Orangenschale, Salbeiblüten, Kamille, Holunderblüten und jede Menge Begeisterungsfähigkeit der beiden Gründer für den ersten eigenen Gin. Er schmeckt kräftig, würzig und kräuterig. Wer die zarten Gins nicht so gerne hat, ist mit diesem gut beraten.




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