Freitag, 27. März 2015

Kulinarisches Zürich - ein paar Eindrücke

So schön der Zürichsee ist, aber er sorgt leider dafür, dass es selten klare Sicht gibt. Bei unserem letzten Aufenthalt im Februar hatten wir das große Glück einen dieser seltenen Strahletage, wie ich sie gerne nenne, zu erleben. Dann kann man auch im Hintergrund die Glarner Alpen sehen. Auch bei bester Sicht zeigt sich das Matterhorn nicht. Dies ist nur auf Ansichtskarten möglich und entspricht dem Idealbild der Touristen, aber nicht der Realität.

Im Vordergrund liegt die Herzbaracke, ein Theaterschiff. Es schippert das ganze Jahr rund um den Zürichsee und im Winter ankert es immer direkt in Zürich. Dort kann man nicht nur kulturelle Veranstaltungen besuchen, sondern auch zu Kaffee und Kuchen einkehren. Leider war diesmal keine Zeit dafür.



Pflichtprogramm für Süßkram ist und bleibt Sprüngli. Es gibt mehrere Filialen in Zürich, aber die Köstlichkeiten gleich vor Ort verzehren kann man nur am Paradeplatz. "Auf die Hand" geht natürlich überall, aber ich bevorzuge das genussvolle Essen im Sitzen. Dafür muss man entweder rechtzeitig da sein, oder einen Tisch reservieren. Der Andrang ist gewaltig - kein Wunder, bei diesen sündigen Kleinigkeiten, die auch alle wundervoll schmecken. Und eine kleine Auswahl an glutenfreien Leckereien gibt es inzwischen auch schon.


So gut gestärkt empfiehlt sich danach ein kleiner Spaziergang auf die andere Seite der Limmat ins sogenannte Dörfli. Dort ist seit 1910 der Kolonialwarenladen Schwarzenbach und wird immer mehr zur letzten Bastion des guten Geschmacks in einem zunehmenden Meer an Imbissbuden.

Schwarzenbach hat nur zwei Schaufenster und die müssen zuerst genau inspiziert werden. Das dauert bei mir mindestens eine halbe Stunde, bis ich mir die Nase platt gedrückt und die Vielzahl des kulinarischen Angebots gescannt habe.


Dann bin ich bereit, die "heiligen Hallen" zu betreten. Der Laden ist nicht groß und zu jeder Tageszeit voller Kunden. Schwarzenbach ist immer noch ein Fachgeschäft, in dem geschulte Mitarbeiter die Kunden bedienen. Deshalb geht es auch schnell, bis man dran kommt.


Die Ladeneinrichtung ist glücklicherweise immer noch die alte und begeistert mich immer wieder aufs Neue. Das Problem besteht eher darin, dass im Ladeninneren noch mehr zu entdecken ist und ich dann schon wieder vergessen habe, was ich mir im Schaufenster ausgesucht habe. Am liebsten würde ich mich mal über Nacht einschließen lassen und einmal in Ruhe alles ganz genau anschauen.



Optimale Vorbereitung für einen Besuch dieses Ladentraums in Zürich ist das Buch "Schwarzenbach", in dem die Geschichte der Familie und des Ladens vorgestellt werden. Dazu kommen die Vorstellung mehrerer Zürcher Restaurants, die Rezepte mit speziellen Zutaten von Schwarzenbach entwickelt haben. Meine Rezension findet Ihr hier.

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