Sonntag, 26. Juni 2016

Rezension: Olivenöl - Das Kochbuch
von Bastian Jordan

Olivenöl ist zu einer ganz alltäglichen Zutat in unserer Küche geworden. Der Bedarf ist enorm gestiegen und in der letzten Zeit gab es einige Veröffentlichungen, die vor gepanschtem Olivenöl oder schlechten Qualitäten warnen. Wem kann man noch vertrauen? Welches Olivenöl soll man kaufen?

Ich verwende Olivenöl nur selten zum Braten, aber häufig zum Aromatisieren. Deshalb habe ich auch verschiedene Olivenöle gleichzeitig in Verwendung. Ich kenne alle meine Anbieter persönlich und habe hierbei ein gutes Gefühl.

Bastian Jordan war mir bisher nur namentlich bekannt. Sein Olivenöl wird in vielen Profi-Küchen und oft auch bei Kochsendungen im Fernsehen verwendet. Persönlich konnte ich ihn beim Genusslabor der Jeunes Restaurateurs auf dem Keltenhof in Stuttgart kennenlernen. Und sein Olivenöl natürlich auch.


Jordan Olivenöl ist ein Familienunternehmen, das 1989 auf der griechischen Insel Lesbos gegründet wurde. Neben den Eltern von Bastian Jordan, arbeiten auch seine Großeltern dafür. Seine Großeltern leben schon seit den 70ern dort. Anfangs wurden Freunde und Bekannte mit Olivenöl von den alten Bäumen auf dem eigenen Grundstück beliefert. Mittlerweile ist eine enge Zusammenarbeit mit den Olivenbauern in der Nachbarschaft entstanden. Die Leidenschaft für Olivenöl hat Bastian Jordan angetrieben sein erstes Kochbuch zu veröffentlichen.

Für "Olivenöl - Das Kochbuch" hat er Basisrezepte, traditionelle Rezepte und anspruchsvolle Rezepte von 13 Spitzenköchen gesammelt. Dieses Buch stellt natürlich das Produkt Olivenöl in den Mittelpunkt und widmet ihm im Kapitel "Alles über Olivenöl" ein Viertel der Seiten. Viele stimmungsvolle Fotos im wundervollen griechischen Licht und kurze Texte informieren uns über Anbau, Ernte, Pressung und alles wissenswertes über das Öl.

Im Kapitel mit den "40 Basisrezepten" finden sich, wie der Name schon sagt, Grundrezepte wie Saucen, Mayonnaisen, Aufstriche, Pestos, aber auch ganze Gerichte wie Salate, Fisch, Fleisch, Pasta und süße Desserts. Das ist schöne Alltagsküche, wie sie Olivenöl-Liebhaber schätzen. Die Rezepte stammen aus der Familie von Bastian Jordan und werden in Gruppen vorgestellt. Mehrere Gerichte finden sich auf einem Foto und auf den folgenden Seiten stehen die Rezepte. Das ist immer noch übersichtlich und kann leicht zugeordnet werden. Für die Rezepte werden Zutaten benötigt, die im Supermarkt gut erhältlich sind. Eine Ausnahme gibt es. Öfters wird Liquid Flavor - ein flüssiges Würzmittel - aufgeführt. Dies kann man meiner Meinung nach auch weglassen.

Anspruchsvoller wird es bei den "26 Rezepte aus der Spitzenküche". Hier haben Köche wie Sven Elverfeld, Christian Lohse, Juan Amador und Heiko Antoniewicz ihre Ideen rund um das Olivenöl beigesteuert. Eine genaue Inhaltsangabe findet Ihr hier. Diese Rezepte sind aufwändig, auch bei den Zutaten. Jedes Rezept hat ein eigenes und eindrucksvolles Rezeptbild.

Ergänzt werden die Rezepte mit einem alphabetischen Rezeptregister am Schluss.

Beim Nachkochen habe ich mir aus beiden Kategorien ein Rezept ausgesucht und diese auch mit dem Jordan Olivenöl zubereitet. Beides konnte ich sehr gut umsetzen und es hat uns ausgezeichnet geschmeckt.

Kartoffelaufstrich

Gekochte Kartoffeln werden durchgedrückt und mit Oregano, Olivenöl, Salz und Essig abgeschmeckt.
Ceviche nach Juan Amador



















Fazit:
"Olivenöl - Das Kochbuch" ist ein sehr informatives Buch über Olivenöl. Besonders anregend sind auch die stimmungsvollen Fotos von Daniel Esswein. Die Rezepte spannen einen weiten Bogen von sehr einfachen Alltagsrezepten, bis zu sehr ambitionierten Rezepten der Avantgarde. So kommen sowohl Hobbyköche, als auch Profis auf ihre Kosten. Berücksichtigt werden sollte, dass je nach Zielgruppe, ein Teil der Rezepte zu schwierig oder zu einfach für die Umsetzung ist.

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