Montag, 26. Mai 2014

Rezension: Mini-Törtchen von Martin Schönleben

Die Backwelt ist mir fremd und mit Staunen betrachte ich die Entwicklung in Foren, Blogs und Büchern. Oft habe ich den Eindruck, es geht nicht mehr um süße Köstlichkeiten zum Essen, sondern um Dekoration. Bunter, süßer, behängter scheint das Motto zu sein. Aus Frankreich kenne ich wunderbare kleine Tarteletts, Törtchen und Kuchen. Sie kommen völlig ohne Lebensmittelfarbe oder Zuckerperlen aus und gefallen mir optisch und geschmacklich wesentlich besser. Deshalb war ich bereits beim Durchblättern positiv von den Rezepten der Mini-Törtchen angetan.

Die treuen Leser dieses Blogs werden jetzt überrascht sein, die Rezension eines Backbuchs bei mir zu lesen. Beim Buch Mini-Törtchen, erschienen im GU-Verlag kann ich das mit gutem Gewissen vertreten. Der Autor, Martin Schönleben, ist ein Blogger-Freund von mir und ich kenne ihn und seine wunderbare Konditorei im Münchner Westen schon seit Jahren.

Bildquelle: GU Verlag
Mini-Törtchen von Martin Schönleben

Martin Schönleben ist Konditormeister und die Konditorei Café Schönleben in Puchheim betreibt er nun in der vierten Generation. Ein Familienbetrieb, der das Fähnchen des ehrlichen Handwerks ganz hoch hält. Sein internet-begeisterter Sohn Dominik hat irgendwann einen Blog eingerichtet und dann in der Studienzeit das Elternhaus verlassen. Öfters hört man in solchen Fällen von zurückgelassenen Haustieren. Hier blieb der Blog in der Obhut des Vaters und er nahm den verwaisten Blog in Pflege.

Seitdem gibt es dort schöne Geschichten aus der Backstube zu lesen. Am besten gefällt mir die Serie über die Lieblingskuchen der Politiker und die Vorstellung der Gesellenstücke von Martins Auszubildenden. Auch das schätze ich sehr, dass Martin sein Wissen an junge Menschen weitergibt und im Betrieb Ausbildungsplätze geschaffen hat.

Mini-Törtchen ist ein kleinformatiges Taschenbuch und in der bekannten Reihe GU-Küchenratgeber erschienen. Wie üblich lässt sich das Buch-Cover vorne und hinten ausklappen und bietet Platz für das Mini-Törtchen-Einmaleins und Warenkunde zu den wichtigsten Zutaten. Bereits der Hinweis "Hände weg von künstlichen Aromen" und Verwendungshinweise für Vanilleschote und Zitronenschale entspricht meiner Vorstellung von attraktiven Backwaren.

Auf den ersten Seiten geht es sofort los mit allgemeinen Hinweisen, die leicht verständlich geschrieben sind. Auch die benötigten Förmchen werden in Wort und Bild genau vorgestellt. Daran schließen sich die Grundrezepte für Biskuit, Mürbteig und Buttercreme an. Jeder Rezeptschritt wird erläutert und mit einem passenden Foto illustriert.

Die Törtchen-Rezepte finden sich in den Kapiteln "Die Klassiker", "Sahnetörtchen", "Obsttörtchen" und "Schnelle Törtchen". In jedem Kapitel gibt es ein Wiedersehen mit "alten Bekannten" im Mini-Format, wie z. B. die Mini.Lime-Pies. Aber auch Eigenkreationen des Konditormeisters, wie das Bayerische Biersahne Törtchen sind zu entdecken. Jedes Rezept ist bebildert.

Beim Nachbacken war ich nicht sehr mutig und habe mir ein ziemlich einfaches, aber sehr schmackhaftes Rezept aus dem Kapitel Sahnetörtchen ausgesucht. Von der, speziell für dieses Buch entwickelten, Zubereitungsmethode bin ich restlos begeistert. Die Sahnemassen kommen in ein Kunststoff-Muffinsförmchen, werden mit einem ausgestochenen Buiskuitboden bedeckt und eingefroren. Das ist nicht nur praktisch, weil sie vorbereitet werden können, das klappt perfekt und die Törtchen sehen richtig gut aus.

Mini-Törtchen bietet aber auch Anregungen für erfahrene Hobbybäcker, wie die Irish-Coffee-Törtchen. Da wird der Boden, wie bei einer großen Torte mehrfach gefüllt und dann alles mit einem Fondant überzogen. Es sieht so köstlich aus, dass ich mich vielleicht doch noch daran wage.

Das Buch macht Laune und man möchte am liebsten sofort ein Törtchen ausprobieren. Die Rezepte sind gelingsicher und von den Mengen richtig bemessen. Für Backmuffel gibt es Alternativen mit fertig gekauften Biskuitböden.

Ich habe aus dem Buch Mini-Törtchen diese feinen Tonkabohnen-Törtchen ausprobiert.














Einen sehr amüsanten Bericht über die Back-Show von Martin Schönleben anlässlich der Buchpräsentation gibt es beim Tellerschubser.


Bildnachweis: Ariane Bille

Mein Beitrag zur großen Rezensions-Woche der Foodblogger - Jeden Tag ein Buch.

Kommentare:

  1. Liebe Dorothée, eine wirklich schöne und treffende Rezension! Und ausgesprochen nett, dass Du mich erwähnst. Freut mich ... LG Harald alias Tellerschubser

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    1. Sehr gerne Harald, ich habe Deinen Bericht auch dieses Mal wieder gelesen, weil ich mich da immer so gut amüsieren kann.

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  2. Die Tonkabohnen Törtchen haben mich ja bereits auf mehreren Blogs angelacht und ich muss gestehen, ich würde die sofort vernaschen wollen! :)

    Das Buch ist leider immer noch nicht bei mir eingezogen *ascheaufmeinhaupt* aber schon allein wegen der Münchner Bloggerfamilie muss es einfach noch bei mir einziehen!! :)

    Liebe Grüße
    Alice

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    1. Liebe ALice,
      das geht gar NICHT :-)

      Und die Tonkas sind jede Sünde wert.

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  3. Das du den Punkt mit den künstlichen Farbstoffen etc. ansprichst finde ich gut, ich backe gerne und viel aber immer ohne diesen Fondantschnickchnack und trotzdem werden Kuchen und Torten lecker und manchmal auch schön. Kann man die Fondantschichten auf diesen Modetorten überhaupt mitessen? Schön das in dem Buch ein "echter" Konditior zeigt, wie es auch geht.
    Den Blog von Martin Schönleben schau ich mir auch gleich mal an und das Buch is jetzt eh gekauft :-)

    Vg bella

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    1. Liebe Bella,

      ich bin wirklich kein Anhänger von dem ganzen Chi-Chi, der durch die Backblogs zieht, aber dieses Buch kann ich wirklich von ganzem Herzen empfehlen.

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  4. Auch ich bin in Besitz des Buches und es macht viel Spass, die Törtchen zu backen und anschließend zu genießen.

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    1. Das freut mich, dass Du meine Meinung teilst. Weiterhin viel Freude mit dem Buch :-)

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