Freitag, 20. März 2015

Hähnchen mit 40 Knoblauchzehen
The Art of Simple Food von Alice Waters

In den weiten des Internets kursiert schon seit Jahren ein Rezept für ein Huhn mit 40 Knoblauchzehen. Bisher hatte ich mir keine Gedanken gemacht, wer wohl der Urheber sein mag und ich verspürte auch keinen besonderen Reiz, es zu probieren.

Als ich es in dem Kochbuch "The Art of Simple Food" bei Alice Waters entdeckte, war ich sehr überrascht. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie die "Erfinderin" dieser Zubereitungsvariante ist. Bei meinen Recherchen habe ich einen Hinweis gefunden, dass es ein "amerikanisches" Rezept sei. Für die Theorie spricht auch, dass das sanfte Garen, mit dem Alice Waters arbeitet, zur Anwendung kommt.

Für die Rezension habe ich dieses schon oft gepriesene Rezept ausprobiert. Ja, so simpel es in der Zubereitung ist, so genial ist es im Geschmack. Dies würde der grundsätzlichen Philosophie des Buchs entsprechen.

Als kleine Ergänzung habe ich noch frittierte Rosmarinnadeln gemacht, so wie sie Alice Waters beschrieben hat. Sie salzt die fertigen Nadeln nicht nur, sie gibt auch noch etwas Cayennepfeffer dazu. Außerdem frittiert sie nicht im eigentlichen Sinn, sondern brät die Rosmarinnadeln in einer fingerdicken Ölschicht in der Pfanne. Das hat mir sehr gut gefallen, da ich zwar frittierte Dinge liebe, aber immer vor dem hohen Ölverbrauch zurückschrecke.




Für 4 Personen

1 Huhn
3 oder 4 Knoblauchknollen
Meersalz
schwarzer Pfeffer
5 EL Olivenöl
10 Zweige Thymian
1 Lorbeerblatt

4 große Scheiben Weißbrot


Den Backofen auf 190 Grad vorheizen.

Das Huhn in 8 Teile zerlegen. Den Knoblauch in die einzelnen Zehen zerteilen, diese nicht schälen.

In einem großen Bräter 2 EL Olivenöl erhitzen. die Hühnerteile auf beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen und auf der Hautseite in den Bräter einlegen. Bei mittlerer Temperatur für ca. 12 Minuten knusprig braun anbraten. Wenden und weitere 4 Minuten braten. Das Fleisch herausnehmen und auf einem Teller zwischenlagern.

Die Knoblauchzehen, die Thymianzweige und das Lorbeerblatt (auf der Seite etwas einreißen) auf dem Topfboden verteilen. Weitere 3 EL Olivenöl zugeben und alles vermischen.

Die Hühnerteile auf die Knoblauchzehen legen und den Topf zuerst mit Alufolie und dann mit dem Deckel verschließen. Den Topf auf der mittleren Schiene in den Ofen schieben und für 50 Minuten backen lassen. Danach Deckel und Folie abnehmen und den Topf für weitere 10 Minuten in den Ofen geben. Die Haut soll bei Oberhitze knusprig werden.

Das Weißbrot neben den Topf auf das Gitter legen und rösten. Zwischendurch einmal umdrehen.

Auf die Teller eine Scheiben Brot geben und dies mit dem Fett im Topf beträufeln. Die Hühnerteile und Knoblauchzehen darauf geben und mit Rosmarin garnieren.




Normalerweise trinke ich lieber Weißwein zum Huhn. Aber in diesem Fall durfte es doch ein Rotwein sein, da der Knoblauch und der Rosmarin für eine kräftige Würze sorgten. Einer meiner Lieblingsrotweine ist der Cabernet Sauvignon. Ich hatte noch eine Flasche von dem argentinischen Weingut Kaiken. Gut gefallen hat mir, dass die Tannine gut eingebunden waren - daran störe ich mich oft bei den kräftigen Rotweinen, wenn die Tannine so dominant sind. Geschmacklich fand ich sehr passend zum Hähnchen, da er ebenfalls sehr würzig schmeckte und ein feines Beerenaroma hatte.

Kommentare:

  1. Ich glaube nicht, dass Alice Waters die Erfinderin dieser Zubereitungsart ist. 1961 wurde mir im Languedoc bei einer Winzerfamilie ein "Poulet aux 40 gousses d'ail" serviert, deshalb meine ich es stammt ursprünglich aus Südfrankreich.

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    1. Vielen Dank für den Hinweis, lieber Heinz. Auch wenn Du mir meine romantische Vorstellung zerstörst :-)

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  2. Liebe Dorothée, die Urheberin dieses köstlichen Federvieh-Rezeptes ist tatsächlich nicht Alice Waters. Das 'Poulet aux quarante gousses d'ail' stammt aus Südfrankreich und wird dort auch traditionell mit dem berühmten rosa Knoblauch 'Ail rose de Lautrec' zubereitet.

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    1. Liebe Sabine, danke Dir für die Info. Das hört sich überzeugend an und leider konnte ich den rosa Knoblauch noch nicht persönlich kennen lernen. Aber ich stelle ihn mir sehr zart vor, damit er bei der gewaltigen Menge nicht zu dominant wird.

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  3. Schließe mich meinen Vorschreibern an. Die Gerichte mit den vielen Knoblauchzehen stammen aus Südfrankreich, wahlweise sind es 20, 40 oder 100 Zehen und neben dem Huhn gibt es auch noch die berühmte Lammkeule (Gigot aux 100 gousses).

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    1. Danke Dir, liebe Susa. Du bist ja in solchen Dingen eine feste Instanz und jetzt interessiert mich die Lammkeule kombiniert mit einer Knoblauch-Plantage :-)

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