Montag, 3. August 2015

Rezension Konrad Geiger: frisch, bunt und regional

Letztes Jahr besuchte ich einen Grillkurs und lernte dort den Bio-Spitzenkoch Konrad Geiger kennen. Er hatte damals ein bunte Mischung an attraktiven Grill-Rezepten im Gepäck und wir grillten von der Vorspeise bis zum Dessert einfach alles. Sehr großen Wert hat er auf die Qualität der Zutaten gelegt und schon damals war alles bio, was auf den Grill kam. Nun ist sein erstes Kochbuch "frisch, bunt und regional" erschienen.



Konrad Geiger ist, als Sohn deutscher Eltern, in den USA geboren und auf einem kleinen Öko-Hof aufgewachsen. Den betrieben seine Eltern in ihrer Freizeit. Bereits als Jugendlicher stand für ihn fest, dass er Koch werden wollte und begann die Ausbildung in Deutschland. In den ersten Berufsjahren konnte er viel Erfahrungen sammeln. Nach der Arbeit in der Gourmetküche eines Schweizer Hotels war er als Koch auf dem Kreuzfahrtschiff MS Europa tätig. Es schlossen sich Stellen als Küchenchef im Restaurant "Alt-Cannstadt", Stuttgart und im Bio-Gourmet-Restaurant "Fürstenfelder" in Fürstenfeldbruck an.

Heute ist er Geschäftsführer von Bio-Kontor7 und steuert damit die komplette Wertschöpfungskette rund um Bio-Lebensmittel an einem Ort. Dazu gehören der Großeinkauf bei Landwirten und Erzeugern, die sofortige Verarbeitung in der eigenen Produktionsküche und der Vertrieb an Privatleute, Unternehmen und Schulen. Zusätzlich engagiert er sich als Bio-Consultant und unterstützt Gastronomie und Einzelhandel bei der Umstellung auf Bio-Produkte. Er bietet auch noch Seminare und Kochkurse an.

In seinem Kochbuch geht es Konrad Geiger um den Gemüsegenuss, mit dem er seit frühster Jugend vertraut ist. Dafür sind zuerst ein ökologischer Anbau und die Ernte auf dem Höhepunkt der Reife Voraussetzung. In diesem Sinne stellt er sich und seine Familie zu Beginn des Buchs vor und schildert seine Kindheit auf einem Ökohof in den USA. Mit diesen Erfahrungen und denen aus der Kochausbildung hat er eine Methode entwickelt, den Reifegrad von Gemüse zu bestimmen. Er verwendet dafür ein Refraktometer und beschreibt, wie man den richtigen Reifegrad erkennen kann. Anschließend vermittelt er Tipps und Grundlagen, für die perfekte Zubereitung von Gemüsegerichten. Dieser allgemeine Teil ist mit stimmungsvollen Fotos seiner Familie illustriert.

Der folgende Rezeptteil ist in vier Kapitel gegliedert:
- Meine Rezepte für Frühling und Sommer
- Meine Rezepte für Herbst und Winter
- Meine Gemüsebrühen
- Rezepte für Ghee und Kräuterpesto

Den Schwerpunkt des Buchs machen die beiden Kapitel mit den saisonalen Rezepte aus. Innerhalb dieser Kapitel sind die unterschiedlichen Gerichte nicht mehr thematisch geordnet und wir finden Vorspeisen, Suppen, Salate, Hauptspeisen und Einmachrezepte in bunter Reihenfolge. Es gibt keine Desserts oder Backwerk. Die Rezepte sind klassisch aufgebaut mit Mengenangabe, Zutatenliste und Beschreibung der Arbeitsschritte. Jedes Rezept hat ein Foto des fertigen Gerichts auf der Seite gegenüber. Der Rezepttext ist verständlich und nachvollziehbar formuliert.

Zur besseren Orientierung finden wir am Ende des Buchs noch verschiedene Register. Einerseits sind alle Rezepte alphabetisch aufgelistet und zusätzlich gibt es noch ein alphabetisches Register innerhalb der Rezeptkapitel. Sehr hilfreich ist das Rezeptregister nach Gemüsesorten. Hier bin ich schnell fündig geworden, als ich wissen wollte, was ich mit meinem frisch geernteten Gemüse kochen kann. Neu für mich war die Brixtabelle für Obst und Gemüse. Mit ihrer Hilfe kann man den, auf dem Refraktometer, abgelesenen Wert einordnen, ob das Gemüse reif ist oder nicht.

Bei der Auswahl der Rezepte für diese Rezension bin ich ganz pragmatisch vorgegangen. Ich hatte Kohlrabi und Gurken aus dem Garten und ein Blick in das Register nach Gemüsesorten hat mir sofort geholfen, die beiden ersten Rezepte auszuwählen. Für das dritte Rezept habe ich mich durch das Kapitel mit den Rezepten für Frühling und Sommer geblättert. Der Salat mit Obst, Gemüse und Roquefort hat mich sofort angesprochen. Die Zubereitung aller drei Gerichte war unkompliziert und ich konnte das auch gut nach einem Arbeitstag erledigen. Originell waren alle drei Gerichte und geschmeckt haben sie uns sehr gut.


http://www.bushcook.de/2015/08/kohlrabisalat-mit-himbeeren-konrad.htmlKohlrabisalat mit Himbeeren














http://www.bushcook.de/2015/08/gazpacho-von-gurken-mandeln-und-creme.htmlGazpacho von Gurken, Mandeln und Crème fraîche

















http://www.bushcook.de/2015/08/salat-von-honigmelone-fenchel-und.html Salat von Honigmelone, Fenchel und Pfirsich mit Roquefort und Wassermelonenschaum










 

Fazit:
 "frisch, bunt und regional" von Konrad Geiger ist ein attraktives Gemüsekochbuch, ohne dogmatisch zu sein. Hier geht es in erster Linie um Genuss für den gewisse Rahmenbedingungen notwendig sind. Die Rezepte sind vegetarisch und manche auch vegan. Es eignet sich für die "feine Alltagsküche" genauso, wie für die Gästebewirtung. Die Rezepte sind klar strukturiert und gut beschrieben, dass auch Koch-Anfänger damit zurecht kommen können. Ambitionierte Hobbyköche finden viele Inspirationen für vegetarische Menüs.
 

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