Donnerstag, 8. Oktober 2015

Genuss mit Zeit und Liebe im Biedermeier Schlössl Lerchenhof

Es gibt zwei Arten, das Biedermeier Schlössl Lerchenhof in Hermagor zu besuchen. Man kennt es und freut sich darauf, oder man fährt zufällig daran vorbei und muss sofort bremsen, weil es so eine Augenweide ist. Ich habe mich darauf gefreut, dass ich es, im Rahmen meiner Genussreise durch Kärnten, besuchen konnte.

Das „Schloss Lerchenhof“ wurde im Jahre 1848 als Herrschaftssitz des Industriellen Julius Wodley anlässlich seiner bevorstehenden Heirat erbaut. Noch vor der Heirat verstarb er durch einen Jagdunfall und vermachte das Haus seiner Verlobten. Durch Heirat gelangte das Schlössl in den Besitz der Familie Steinwender, die aus dem benachbarten Steinwender-Hof stammten. Die Aufteilung des Erbes führte 1928 zur Aufteilung an zwei Söhne der Steinwender. Das Schlössl übernahm der Großvater des heutigen Besitzers Hans Steinwender. Es gelang ihm, den Besitz zu bewahren und geschickt durch die schwierigen Zeiten des zweiten Weltkriegs zu steuern.

Heute ist das Biedermeier Schlössl Lerchenhof ein Restaurant und ein Hotel. Die Familie Steinwender legt größten Wert auf Herkunft und Qualität der Produkte. Vieles wird im Haus selbst produziert oder stammt von Bauern aus der Nachbarschaft. Damit die Regionalität der Zutaten von den Gästen nachvollzogen werden kann, gibt es in der Speisekarte Kilometer-Angaben. Die sagen aus, in welcher Entfernung vom Schlössl die Lebensmittel produziert wurden. Sehr oft ist "0 kmh" angegeben.



Gleich hinter dem Haus ist der Schweinestall, wo die Schweine ein paar Monate länger gehalten werden als üblich, damit der Speck besonders gut wird. Die Metzgerei ist gleich daneben und die Tiere haben keine lange Anfahrt und werden vor der Schlachtung nicht gestresst. Der Speck wird gepöckelt, geräuchert und kommt dann in den Reiferaum. Alle diese Verarbeitungsschritte passieren auf dem Grundstück des Schlössl.



Für die Küche zeichnet der Sohn von Hans Steinwender verantwortlich, der nach den Wanderjahren im Ausland, wieder in den Familienbetrieb zurückgekehrt ist. Es ist fast schon ein Pflichtprogramm, den Teller mit den verschiedenen Specksorten zu probieren: Wurzelspeck, Gailtaler Speck, Heuspeck und Weinspeck - schmecken tun alle vier ausgezeichnet.

Auf der Karte finden sich auch bodenständige Gerichte, wie Schweinebraten mit Sauerkraut und Knödeln oder Apfelringe zum Dessert. Alles wurde mit Liebe und Sachverstand zubereitet.


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