Dienstag, 1. Dezember 2015

Bar-Workshop mit Ferdinand's Gin

Üblicherweise gibt es in Weinanbau-Regionen auch viele Obstbäume und Destillerien. Genauso ist es an der Saar, wo die Familie Vallendar bereits seit mehreren Generationen auf dem fast 200 Jahre alten Gutshof in  Wincheringen Schnaps brennt. Der jetzige Brennmeister, Andreas Vallendar, hat sich für seinen Gin ganz auf die Region bezogen. Für das Aroma verwendet er über 30 Zutaten direkt aus den Weinbergen und eigenem Anbau. Mit seinen Bäumen voller Quitten und Roter Weinbergspfirsichen verfügt er über einen ganz besonderen Schatz und verwendet auch diese für seinen Ferdinand's Gin. Namensgeber ist Ferdinand Geltz, einer der Gründer des VDP Mosel-Saar-Ruwer und einer der Vorfahren der Winzerin Dorothee Zilliken vom Weingut Geltz-Zillingen. Für die besondere Note wird der Gin mit handverlesenen Riesling-Trauben ihrer Schiefer-Steillage "Saarburger Rausch" abgeschmeckt.


Bei einem Workshop des Münchner Barzirkels in der Bar Jaded Monkey stellten Andreas Vallendar,  Denis Reinhardt und Marco Beier den Gin und seine Möglichkeiten vor. Bill Fehn zeigte, wie die Spezialabfüllung für den Münchner Barzirkel mit 66,6 % Alkohol zu einem "teuflischen" Cocktail verwendet werden kann.

Zu Beginn der Veranstaltung gab es einen interessanten Vortrag über die Geschichte der Brennerei und die Produktwelt von Ferdinand's Gin. Neben dem klassischen Gin, werden auch ein "Quitten-Gin", der Saar Quince und ein besonders hochwertiger Gin, der Goldcap, angeboten. Beim Saar Quince werden die Quitten im Gin mazeriert und dann wird beides zusammen noch durch eine Obstpresse gegeben. Das sorgt für ein intensives Quittenaroma, das gut zu schmecken ist. Der Goldcap Gin wird mit einem Riesling infudiert, der höchste Auszeichnungen bei der Wein-Auktion erhalten hat. Abgerundet wird das Sortiment mit einem trockenen Vermouth.


Bill Fehn, der Chef vom Jaded Monkey legte wieder seine ganze Kreativität in die Waagschale und kombinierte die Gin-Sorten mit passenden Aromen zu neuen Cocktail-Kreationen.

Bill Fehn kombinierte die Spezialabfüllung für den Barzirkel mit Lillet blanc, Verjus Cordial und Limette zum "The Devils Gimlet".

Mein persönliches Highlight war das Komponieren eines eigenen Weihnachts-Gin unter der Anleitung von Andreas Vallendar. Er hatte eine Art "Basis-Gin" mitgebracht und viele Aromen in Form einer Mazeration und eines Destillats. Darunter waren viele weihnachtliche Aromen wie Orange, Nelke, Zimt, Vanille oder Sternanis. Beim Probieren schmeckten mir die Destillate meist besser, als die Mazerationen. Beim Mixen der Komponenten stellte ich aber fest, dass die Mazerate mehr Kraft mitbrachten und so den Geschmack des Gins stärker beeinflussten. Meine Lieblingszutat war aber der mitgebrachte Quittenansatz, den ich hauptsächlich einsetzte. Mein Gin gefällt mir sehr gut und leider muss er noch sechs Wochen in der Flasche reifen. Zu Weihnachten probiere ich ein kleines Glas.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen