Donnerstag, 20. Oktober 2016

Rezension: Rose, Schwein und Feigenblatt
von Margot Van Assche

Der Kochbuchmarkt entwickelt sich so schnell, dass es sogar mir schwer fällt den Überblick zu bewahren. Auffällig für mich ist, dass manche Themen so gehypt werden, dass es schon gar keine Freude mehr macht, sich mit neuen Kochbüchern in diesem Segment zu beschäftigen. Da fiel mir das Kochbuch "Rose, Schwein und Feigenblatt" wohltuend auf, da es ein eigenes Konzept verfolgt.


Die Autorin Margot Van Assche ist Ärztin und führt in Wien eine Praxis für Naturheilkunde. In ihrer Freizeit begeistert sie sich für das Kochen und führte fünf Jahre lang einen Supperclub und hielt Kochkurse ab. Sie experimentiert gerne mit neuen Aromen und gemeinsam mit fünf Freundinnen entwickelt sie die Rezepte zu neuen Gerichten.

Die Fotografin Maryam Yeganehfar, die auch zum Team der fünf Freundinnen gehört, wurde in Teheran geboren, wuchs aber in Wien auf. Nach einem Marketing Studium gründete sie eine Eventagentur. Neben dem Kochen gehört ihre Leidenschaft der Fotografie.

Das großformatige Buch widmet sich 12 verschiedenen Zutaten und stellt 100 Rezepte vor. Nach einer kurzen Einleitung, in der die Autorin ihr Konzept und ihre Zutaten (mit Hinweisen zu Varianten bei Laktose- oder Gluten-Unverträglichkeit) vorstellt, startet der Rezeptteil mit der Holunderblüte. Die Rezepte haben jeweils eine Doppelseite zur Verfügung. Auf einer Seite finden wir einen kleinen Einführungstext, die Zutatenliste und die Anweisungen für die Zubereitung. Oft gibt es noch Hinweise für Varianten bei Allergien, Resteverwertung oder allgemeine Tipps. Die gegenüberliegende Seite illustriert das Gericht mit stimmungsvollen Fotos. Bei vielen Rezepten sind sogar mehrere Fotos vorhanden, um einzelne Zubereitungsschritte besser zu erklären. Neben der Holunderblüte sind die weiteren Zutaten: Maiwipfel, Feigenblatt, Liebstöckl, Heu, Fenchelblüte, Rose, Safran, Passionsfrucht, Chipotle, Yuzu und Tapioka.

Sehr hilfreich ist das alphabetische Rezeptregister im Anhang. Bei jedem Rezept ist gekennzeichnet, ob es milch- oder glutenfrei ist. Wenn sich die beiden Allergene einfach ersetzen lassen, ist auch dies angegeben. Zusätzlich sind in einem alphabetischen Index die einzelnen Zutaten der Rezepte und weitere Fachbegriffe aufgelistet. Auch an eine kleine "Übersetzungshilfe" Österreichisch und Deutsch wurde gedacht. Wer keinen Zugang zu den ungewöhnlichen Zutaten hat, dem hilft eine Liste mit online-Bezugsquellen.

Die Auswahl des Rezepts zum Nachkochen war gar nicht so einfach, weil mich sehr viele Gerichte angesprochen haben und ich neugierig war, wie sie schmecken würden. Besonders erwähnen möchte ich, dass in diesem Buch Rezepte enthalten sind, wie man sie so nicht kennt und nicht das Gefühl hat, sie bereits in mehreren Büchern gesehen zu haben. Als große Liebhaberin von Zitrusaromen und weil ich noch ein Fläschen Yuzu im Kühlschrank hatte, fiel meine Wahl auf ein Selleriegericht. Das Rezept war klar und deutlich formuliert und ich bin sehr gut damit zurecht gekommen. Bei ein paar Kleinigkeiten hätte ich es anders gemacht. Geschmacklich hat es genau meine Vorlieben getroffen und das werde ich wieder einmal kochen - in meiner Version.


"Rose, Schwein und Feigenblatt" ist ein optisch sehr ansprechendes und inspirierendes Buch. Die Gerichte sind interessant und neu und lassen sich auch von Hobbyköchen mit normalem Equipment und Fertigkeiten nachkochen. Die größte Herausforderung dürfte die Beschaffung der besonderen Zutaten sein. Dafür steht eine Liste mit Bezugsquellen zur Verfügung.

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