Montag, 12. August 2013

Das Fest der Köche: Kulinarik-Festival im Waldschlössl

Im tiefen Bayerischen Wald, da steht das Waldschlössl in einer atemberaubend schönen Landschaft. Schon zum zweiten Mal bietet es die Kulisse für das schönste Fest, ein großes Treffen von Freunden und Genussmenschen. Entstanden ist es letztes Jahr, um das 150-jährige Bestehen des Waldschlössl zu feiern, wie mir Lucky Maurer im Interview erzählt hat. Als jährliches Festival war es nicht geplant, aber bereits letztes Jahr wussten alle: Das muss wiederholt werden!

Und so hat die Familie Maurer wieder eingeladen und alle sind gekommen. Sogar der Wettergott hatte ein Einsehen, schickte Sonne und den passenden weissblauen Himmel zum Bilderbuch-Ambiente. In bester Laune und freudiger Erwartung strahlten die Haupt-Akteure, die Köche, um die Wette. Man spürte die große Freude über das Wiedersehen und die "Ruhe vor dem Sturm". Jeder Handgriff saß, alles war bestens vorbereitet, die Gäste konnten kommen.

Langsam füllte sich das Festivalgelände mit den unterschiedlichsten Menschen, sie kamen aus der Region, aber auch aus ganz Deutschland, um einfach dabei zu sein. Das selbstverständliche Nebeneinander von Abendkleid und schwarzem T-Shirt hatte den angenehmen Effekt, dass sich jeder perfekt gekleidet fühlte.

Welche Arbeit dahinter steckte, dieses Festival zu organisieren, kann man nur erahnen. An den zahlreichen Kochstationen kam es nie zu langen Wartezeiten. Jeder konnte das bekommen, auf das er gerade Lust hatte. Unglaublicherweise ging an keiner der Stationen das Essen aus. Besonders bewundert habe ich die tolle Arbeit der Servicekräfte, die von Luckys liebenswürdiger Mutter Marianne Maurer perfekt organisiert wurde.

Ein phantastischer Abend lag vor uns und alle haben ihn in vollen Zügen genossen. Vielen Dank an Lucky und seine Familie und an alle vor und hinter den Kulissen, deren sehr professionelle Arbeit uns dieses tolle Event ermöglicht haben. Und beim verdienten Feiern seid Ihr auch professionell :-).

Die tollen Gastgeber Stephanie und Ludwig Maurer strahlten beim Empfang um die Wette.
Viele fleißige Hände verteilten kleine Häppchen und mischten sich zwanglos unter die Gäste.
Bei diesem Festival haben so viele Köche mitgearbeitet, die kann ich gar nicht alle aufzählen.
Darunter war auch Andreas Schiessl, der Küchenchef vom Landgasthof Schwögler
Xiao Wang,  der Sushi-Großmeister und Teppan-Yaki-Meister aus Shanghai wirbelte
gekonnt die Zutaten zu einem köstlichen Nudelgericht
Ralf Jakumeit von den Rocking Chefs glühte schon mal die Hydra vor, um darauf Graupen mit Rinderherz zuzubereiten. Sein größter Fan hat gleich mehrere Teller davon in einem stillen Eckchen gegessen.

Im Restaurant präsentierte Sternekoch Benedikt Faust vom Restaurant Kuno im
Hotel Rebstock zu Würzburg seine aparte Vorspeise Lachs mit Litschi.
Gleich gegenüber verteilten Thomas Schindler und Florian Gemeinbauer von Forsters Posthotel eine wunderbar würzige Kaninchenterrine mit einem sommerlichen Tomatensalat aus fast vergessenen Tomatensorten. Thomas ist ein Experte für Kaninchen und züchtet sie für die Spitzengastronomie.

Bunter könnte das kulinarische Programm gar nicht sein. Ein frischer Marktsalat mit Mango-Kokos Dressing, Chili-Limetten Brot und einem Chip aus der Casavawurzel von Steffen "Irie" Prase (Da Sandwichmaker) und Kaviar und Austern vom Altoner Kaviar Import Haus. Beides total unterschiedlich, aber beides auf höchstem Niveau. Irie ist einer der besten vegetarischen Köche Deutschlands und AKI sind die Spezialisten für hochwertigen Kaviar.

Mit flinken Fingern rollte Steven Schneider (Soulfood Kitchen) eine seiner berühmten Sushi-Kreationen.
An der Kochstation von rocking kitchen richteten Martin Faulwasser und sein junger Kollege wunderbare Ravioli an.

Auch die Gläser blieben  nicht leer. Dafür sorgte das Team um Dominik Perras von der Kultbrauerei Rhaner in der Oberpfalz. Sie zählt zu den fünf ältesten Brauereien der Welt.

Die Weinliebhaber wurden von Herbert Hasenöhrl und Marco Giovanni Zanetti verwöhnt. Das Weingut Hasenöhrl in Gumpoldskirchen gehört zu den österreichischen Spitzenweingütern. Marco Giovanni Zanetti, besser bekannt als der Winepunk, bildet Sommeliers aus und lebt mit seinem Weingut Zio Porco Wines seine Liebe zu alten Rebsorten aus.

Nicht einmal ein "technischer k.o." konnte Stefan Marquard abhalten zu kommen. Das war großes Glück für uns, sonst hätten wir sein unglaubliches asiatisches Tatar auf Blumenkohlpüree nicht probieren können. Mich hat es besonders gefreut eins der Gerichte aus den Küchenquickies "live" zu erleben und festzustellen, dass ich das beim Nachkochen geschmacklich gut hinbekommen habe.


Natürlich durfte auch der langjährige Weggefährte Wolfgang Laschtowitz (Event-Catering-Service Laschtowitz) nicht fehlen und er hatte Jakobsmuscheln auf Wakame-Salat für uns dabei. 

Für die besondere Schärfe sorgte Felix Stass mit seiner charmanten Kollegin von Heartcore Cooking.  Der Krokodilspieß mit den beiden Banane-Chili-Dips "Philipinisch" und "Vietnam" war scharf und machte richtig Spaß.

Mehrfach geniale Kombination. Im Team kochen Christoph Brand von den fliegenden Köchen,
Katja Hack (vom Gasthof Hack) und Kollegen Lachs, Schweinebäckchen, Kartoffelstampf und Gemüse.
Und es heißt immer viele Köche verderben den Brei, von wegen!

Da hat René Kalobius gut lachen. Der renommierte Showkoch und Autor sorgt mit Heißluft für eine leichte Kruste beim Schweinebauch. Nach 30 Stunden im Sous-Vide-Bad ist das das perfekte Finish und vom Erbsenpüree und der kräftigen Jus könnte ich auch noch schwärmen. 
Bunt und spannend wie Berlin präsentieren sich die Jungs von der Kochbox um Heiko Schulz und Walde Müller.  Das tätowierte Fleisch ist zu ihrem Markenzeichen geworden und trifft auf dem Teller auf eine Curryzwiebel, Kartoffelpürre mit Chlorophyll gefärbt und Rote-Bete-Schaum.

Die zwei können Fleisch! Wolfgang Müller, der schon zwei Sterne erkocht hat und neben dem Küchenmeister auch einen Abschluss als Metzgermeister hat, setzt sich stark für die artgerechte Haltung von Tieren und komplette Verwertung ein. Michael Riedl von MR Catering Support unterstützt Lucky regelmäßig bei seinen Catering-Events.

Rainer Heubeck, der fränkische Gourmetpapst und Foodjournalist hatte wieder ausgesuchte Käsespezialitäten im Gepäck. Besonders die Blauschimmel hatten es uns diesmal angetan. Ganz großes Käsekino. 
Am Anfang konnte ich noch in Ruhe ein Foto vom Jedermann-Team bestehend aus Sebastian Völkl und seinem Kollegen Max machen. Später war das nicht mehr möglich, weil sein legendärer Kaiserschmarrn-Posten heiß umlagert war. Und wer es nicht mehr ausgehalten hat, griff zwischendurch beherzt zum köstlichen Flammkuchen.

Der bekannte Maitre-Chocolatier Franz Xaver Clement hat wieder alle mit seinen Pralinenkreationen verzückt. Damit die kleinen Köstlichkeiten nicht ausgehen wurde laufend frisch für Nachschub gesorgt.

Aus gutem Grund waren zum Ende des Festivals vor den beiden Bars die meisten Feierwütigen. Gerhard Liebl und sein Team von der hochdekorierten Spezialitäten-Brenner Liebl hatten ihre beliebten Obstbrände im Ausschank. Besonders begehrt waren der bayerische Whisky Coillmor und der Gin, der leider erst ab September erhältlich ist.

Eine zweite Prämiere hielt Richard Söldner für uns bereit. Sein Vodka Vodrock  kommt demnächst auf den Markt, auf dem Festival ist er schon einmal begeistert aufgenommen worden.

Beim Schreiben des Berichts hat mich die Begeisterung gleich selber wieder gepackt. Dabei ist es mir nicht gelungen alles zu beschreiben. Musikalisch wurde der Abend von der Band Nutzschall begleitet, die Beleuchtung des Geländes mit blauen und grünen Lichtern sorgte für tolle Effekte. Auch wenn es niemand glaubt, es waren noch so viele Köche dabei, die es nicht aufs Foto geschafft haben, aber deren tolle Arbeit ebenfalls zum Gelingen des Abends beigetragen hat.

Foto mit freundlicher Genehmigung von René Kalobius

Und sicher ist mir das eine oder andere Gericht auch nicht vor die Linse gekommen. Egal, es war für mich so ein großer Spaß und eine große Freude, dass ich es kaum erwarten kann, bis es wieder heißt: Kulinarik-Festival 2014. Gell' Lucky, das machst' wieder....

Kommentare:

  1. Hi,

    ich hatte bereits von Rene´s Facebook Seite von dem Event erfahren, und habe mir nicht viel darunter vorstellen können. Doch dank deiner Bilder habe ich einen genauen Eindruck ich bin wirklich neidisch, das ich nicht da war.... Tolle Bilder und einen tollen artikel hast du geschrieben. Lieben Dank dafür :)
    LG Patti

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gerne, es freut mich, daß ich Dir einen guten Eindruck vermitteln konnte. Und Dein Neid ist ziemlich begründet :-).

      Löschen
  2. Was für ein tolles Fest, da wäre ich gerne dabei gewesen. Danke fürs Mitnehmen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gerne liebe Zorra, das hätte Dir auch sehr gut gefallen.

      Löschen
  3. Wow! Nächstes Jahr will ich da auch hin. Das rockt.
    Tolle Bilder.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Dir und für nächstes Jahr schon mal in die Planung aufnehmen. :-)

      Löschen
  4. Traurig, dass die Kunde nicht bis Viechtach gedrungen ist :-( Bei einer Wiederholung wäre ich sofort dabei.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Petra,
      bei der Hinfahrt ist mir auch aufgefallen, daß Du da ganz in der Nähe sein musst. Vermutlich wird es auch nächstes Jahr dieses Festival geben.

      Löschen
  5. Einfach nur K L A S S E! Auch sehr anregend von dir beschrieben, Dorothée. Schön, dass du/ihr das genießen konnte(s)t. Wir wussten im Vorfeld vom Event, doch leider war mein Mann in der Klinik und ich musste arbeiten. :( Meine Schwägerin wohnt praktisch nur einen Steinwurf entfernt, doch das ist nicht ihre Genusswelt. Tja, wie sagt man so schön: "Was der Bauer nicht kennt, das fr... er nicht!"

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach das tut mir leid, schade, daß wir uns nicht dort treffen konnten.

      Löschen
  6. Vorhin zu früh abgeschickt. Meine Schwägerin sollte für uns hingehen und hat dankend abgelehnt. Unverständlich!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Für mich auch unverständlich, die weiß sicher nicht, was sie verpasst hat.

      Löschen
    2. Bei ihr gibt es keine Experimente, auch keine kulinarischen.

      Löschen