Montag, 2. Februar 2015

Rezension: Vegetarische Köstlichkeiten
von Yotam Ottolenghi

Yotam Ottolenghi gilt als Shooting-Star unter den Autoren vegetarischer Kochbücher. Sein erstes Buch "Genussvoll vegetarisch" war ein sehr großer Erfolg und rief viel Begeisterung bei den deutschen Hobbyköchen hervor. Dabei ist er selbst kein Vegetarier. Für ihn zählen Qualität der Produkte, Geschmack und Frische zu den wichtigsten Punkten beim Essen.

Die folgenden Neuerscheinungen "Das Kochbuch" und "Jerusalem" beinhalten auch Rezepte mit Fisch und Fleisch. Sein neuestes Buch "Vegetarische Köstlichkeiten" hat wieder die vegetarische Ernährung im Fokus. Ich war sehr gespannt, ob mich die Rezepte wieder so begeistern werden, wie bei seinen anderen Büchern.



Yotam Ottolenghi wurde in Jerusalem als Sohn eines italienischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren. Er studierte Philosophie und Literatur an der Universität von Tel Aviv und machte im Anschluss daran eine Kochausbildung in London. Dort betreibt er sehr erfolgreich ein Restaurant und mehrere Delis. Im Herbst durfte ich den sympathischen Koch in München kennen lernen und habe lange darüber nachgedacht, was ich ihn fragen wollte. Ich konzentrierte mich auf eine Frage und konnte ihn immerhin ein bisschen damit überraschen. Ich wollte gerne wissen, wenn er eine Person, die ihn sehr beeinflusst hat, zum Abendessen einladen würde, wer wäre sein Gast? Selbstverständlich sah er den Einfluss seiner Eltern als besonders wichtig an. Aber er hatte mich schon richtig verstanden und reflektierte die Frage auf den kulinarischen Einfluss. Zu meiner großen Freude, wäre sein Gast Claudia Roden, die Grand Dame der orientalischen Kochbücher.


Vegetarische Köstlichkeiten ist wieder eine pralle Sammlung köstlicher Rezepte und dementsprechend schwer und dick ist das Buch. Alle Fans des wattierten Umschlags werden sich freuen, auch dieses Buch ist so ausgestattet. Wer das nicht so schätzt, muss einfach darüber hinweg sehen.

In der Einführung beschreibt Yotam Ottolenghi sehr kurzweilig, wie er damit angefangen hat vegetarische Rezepte zu entwickeln und wie er mittlerweile mit seinem Team vorgeht, um so ein Kochbuch auf die Beine zu stellen. Und dann geht es schon los mit den Rezept-Kapiteln. Diesmal sind die Gerichte in folgenden Kategorien zu finden:
- Schnell gemischt
- Sanft gedämpft
- Kurz blanchiert
- Langsam geköchelt
- Geschmort & gedünstet
- Knusprig gegrillt
- Aus dem Ofen
- Gebraten & frittiert
- Püriert & zerstampft
- Aufgeschlagen & verquirlt
- Gebacken & gratiniert
- Süß & fruchtig

Das weißt schon darauf hin, dass unterschiedliche Zubereitungsmethoden im Fokus stehen. Bei der Auswahl der Rezepte für die Rezension hat mir das sehr gut geholfen, da ich gleich einschätzen konnte, ob die Zubereitung eher mehr oder weniger Zeit in Anspruch nehmen wird. Ich finde es auch eine gute Hilfestellung, wenn man ein Menü oder ein Buffet für Gäste zusammenstellen möchte. So vermeidet man gleich, zu ähnliche Gerichte auszuwählen.

Zu fast allen Rezepten gibt es ein ganzseitiges Rezeptbild. Nur wenige Rezept sind ohne Foto ausgestattet. Dafür haben alle eine kleine Einführung durch den Autor. Das gefällt mir fast besser, da ich mehr über seine Gedanken dazu und über mögliche Varianten erfahre. Die Gerichte sind typisch für Ottolenghi. Er achtet sehr darauf frische Kräuter und aromatische Gewürze zu verwenden. Er hat seine kulturellen Wurzeln nicht vergessen und schöpft daraus eine fröhliche, bunte und sehr geschmacksintensive Küche.

Für diese Rezension hatte ich diesmal hauptsächlich meine Nüsse-Sammlung im Hinterkopf. Da haben sich so viele Restetütchen angesammelt und zwei Rezepte mit "Nuss-Verwertung" haben mich sehr angesprochen. Beim dritten Rezept war ich sehr neugierig auf die Kombination von Brombeeren, Lorbeer und Gin. Das konnte ich mir nicht vorstellen, sowas muss man ausprobieren. Glücklicherweise konnte ich TK-Brombeeren kaufen und jetzt stand der neuen Geschmacks-Kombination nichts mehr im Wege.

Die Zutaten für die drei Gerichte sind überall gut zu bekommen. Die Rezepte sind sehr ausführlich und leicht nachvollziehbar beschrieben. Alles ging mir gut von der Hand und der zeitliche Aufwand war alltagstauglich. Es sind keine Blitzrezepte, aber die sehr geschmackvollen Gerichte rechtfertigen es, ein wenig Zeit ins Kochen zu investieren.


Kräutersalat mit Roter Bete













Gebackene Rote Zwiebel mit Walnuss-Salsa












Gedünstete Brombeeren mit Lorbeercreme und Gin 












Fazit:
Wer Ideen sucht, wie er sich im Alltag genussvoll mit vegetarischen Gerichten ernähren kann, der ist mit diesem Kochbuch sehr gut bedient. Auch verwöhnte Gaumen haben Freude daran. Für erfahrene Hobbyköche gibt es jede Menge neuer Ideen und Anfänger müssen sich nicht vor den Rezepten fürchten. Da Yotam Ottolenghi nicht dogmatisch ist, empfiehlt er bei manchen Rezepten auch, wie sie mit Fisch oder Fleisch kombiniert werden können. Das ist eine ideale Basis für Familien, bei denen sich nicht alle rein vegetarisch ernähren möchten.

Kommentare:

  1. Eine tolle Rezension. Ich liebe Ottolenghis Bücher! Ich habe alle, zumindest das eine auch schon rezensiert und die anderen sind genauso geliebt und oft in Gebrauch.
    Liebe Grüße, Becky

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    1. Danke Dir, für Dein nettes Kompliment. Ja, die Bücher von Ottolenghi machen viel Spaß und ich greife im Alltag gerne darauf zurück.

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