Dienstag, 25. April 2017

Rezension: Chicken & Rice von Shu Han Lee

"Foodblog goes Kochbuch" scheint der aktuelle Trend zu sein. Bis auf wenige Ausnahmen abgesehen, stehe ich diesem Trend kritisch gegenüber und vermisse bei diesen Büchern meist die kulinarische Relevanz. Im Vorfeld habe ich viel positives über die Kochbuch-Autorin Shu Han Lee und ihren Foodblog gehört. Da wurde ich neugierig und habe mich für "Chicken & Rice" interessiert. Sehr gut gefällt mir an ihrem Blog  "Mummy I can cook", dass er noch aussieht wie ein Blog und nicht wie eine vollautomatisierte Dia-Show. Wohltuend sind auch die Fotos der Gerichte, die sich auf das Wesentliche konzentrieren und keine unrealistische Deko-Orgie sind.



Shu Han Lee ist in Singapur geboren und hat ihr Elternhaus mit 18 verlassen, um in London zu studieren. Aus Heimweh versuchte sie in der Fremde die Gerichte ihrer Mutter nachzukochen. Dazu führt sie lange Skype-Konferenzen mit ihrer Mutter und probiert viel aus, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden ist. Auf ihrem Blog lässt sie die Leser an ihren Erfahrungen teilhaben. Ihre Leidenschaft gehört der Küche Südostasiens und sie schwelgt in Gerichten aus Singapur, Malaysia, Thailand, Vietnam und Indonesien. Ihre Ausbildung in London und ihre Kochleidenschaft kombiniert sie beruflich und arbeitet als Grafikdesignerin, Foodstylistin, Autorin und Köchin. Sie veranstaltet regelmäßig Supperclubs in London.

Beim Durchblättern des Buchs fallen sofort die charmanten Illustrationen auf. Sie stammen auch aus der Hand von Shu Han Lee. Besonders gut gefallen hat mir die Landkarte, auf der die unterschiedlichen Länder mit ihrer typischen Küche dargestellt werden. Diese Landkarte komplettiert die Einführung über die asiatische Küche. Auch bei den Rezeptkapiteln gibt es einen allgemeinen Teil, wo man sich schnell über das Basis-Wissen informieren kann. Die Struktur dieser Kapitel orientiert sich an den Hauptzutaten der Gerichte und sind mit "Reis", "Nudeln", "Suppen", "Fisch & Meeresfrüchte", "Fleisch", "Eier & Tofu", "Gemüse", "Snacks" und "Süsses" überschrieben.

Das auffälligste an den Rezepten ist ihre Ausführlichkeit. Jeder Arbeitsschritt ist genau beschrieben und es wird akribisch erklärt, wie es auszusehen hat bzw. weshalb man etwas so oder so machen wollte. Hier merkt man, dass die Autorin ihre Rezepte oft gekocht hat, bis sie das beste Resultat hat. Das ist sehr hilfreich, wenn man noch nicht so viel Erfahrungen mit der asiatischen Küche sammeln konnte. Es ist lange her, als ich viele Kochkurse bei asiatischen Referentinnen gemacht habe und ich habe mich gleich an die ähnliche Stilistik erinnert gefühlt. Von daher kann ich sagen, dass es sich wirklich um übliche "Hausmannskost" handelt. Die Zutaten sind nicht zu exotisch und in asiatischen Supermärkten leicht erhältlich. Viele Rezepte sind für 2 Personen bemessen. Das ist für kleine Haushalte ideal. Fast jedes Rezept hat ein Rezeptfoto, aber nicht jedes. Das ist aus meiner Sicht auch nicht notwendig, aber ich weiß, dass viele Kochbuch-Liebhaber darauf Wert legen.

Abgerundet werden die Rezepte mit vielen Basis-Rezepten, Menüvorschlägen, einem ausführlichen Zutatenglossar, eine Beschreibung der wichtigsten Küchenutensilien, Tipps zum Einkaufen und einem alphabetischen Rezeptregister.

Die Auswahl eines Rezepts zum Nachkochen war diesmal sehr zufällig. Ich schlug das Buch irgendwo auf und entdeckte ein Rezept, das mich sofort angesprochen hat. Eigentlich war der Wochenplan schon festgelegt und der Einkaufszettel geschrieben, aber ich musste nur ganz wenig einkaufen, das Meiste hatte ich daheim und ich hatte einfach Lust es zu kochen und zu essen. Damit will ich auch die Stilistik des Buchs beschreiben. Die Rezepte sind unkompliziert und der Zugang zu dieser Küche wird einem wirklich leicht gemacht. Wie gesagt, ich musste kaum etwas kaufen, zubereitet war es auch schnell und geschmeckt hat es sowieso.

No-Cook-Dorade


















Fazit:
"Chicken & Rice" möchte ich als ideales Grundkochbuch für die asiatische Küche empfehlen. Wer sich gerne Kenntnisse in diesen Länderküchen aneignen möchte, der hat damit einen idealen Ratgeber und eine schöne Rezeptesammlung, die typisch und gelingsicher sind. Besonders für Anfänger ist dieses Buch ideal und wäre auch ein schönes Geschenk für junge Menschen, die in die erste eigene Wohnung ziehen.

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