Montag, 22. Juli 2013

Mit Joachim Kaiser im Schinken-Paradies: Wirtshaus Meyers Keller in Nördlingen

Im Frühjahr lernten ein paar Münchner Foodblogger und ich Joachim Kaiser bei einem tollen Kochkurs in der Siemens cookingLounge in der Allianz-Arena kennen. Wir hatten so viel Spaß zusammen und uns sehr gut verstanden, da haben wir gleich versprochen, ihn einmal in seiner heimischen Küche zu besuchen.

Dort sollte auch noch ein ganz besonderer Raum auf uns warten: der Schinken-Keller. Herr bushcook und ich hatten bei der slow food-Messe in Stuttgart schon einmal die Gelegenheit den wunderbaren bayerischen Culatello zu verkosten.

Foodblogger sind alle wuselig und sehr aktiv. Wir konnten keinen gemeinsamen Termin finden und zusammen mit Claudia von Dinner um Acht machte ich mich auf den Weg nach Nördlingen. Irgendwie war an diesem Wochenende wohl die Sternen-Konstellation ungünstig. Im Hotel erwartete man uns mit einem goldigen "Wir haben keine Reservierung!". Nur komisch, dass bereits vorab die Rechnung von der Kreditkarte abgebucht wurde......

Der einzige örtliche Taxifahrer war so gut gebucht, daß er nur mit Verspätung kommen konnte. Aber ein großes Lob an ihn, er wusste wo das Restaurant ist, er fragte nicht nach der Straße und er tippte nicht in das Navigationsgerät. Das ist leider sehr selten geworden. Bereits während unserer Fahrt wurde er schon wieder gebucht und beim Blick in unsere erschreckten Augen, wie wir wieder heimkommen werden, überreichte er uns auch noch seine Handy-Nummer. Top!

Nach soviel Trubel waren wir sehr froh, dass wir doch noch gut im Wirtshaus Meyers Keller angekommen sind. Es war ein schöner Sommertag und wir freuten uns auf ein Essen im Freien. Im wunderschönen Kastaniengarten mit seinen 100 Jahre alten Kastanien und Linden war schon ein Tisch für uns gedeckt. Wir freuten uns auf das Menü und die dazu passende Weinbegleitung. Für mich sind die schönsten Dinnerabende immer im Freien, den Fotos tut das nicht so gut, wenn es langsam dunkel und der Tisch von Kerzen erleuchtet wird. Aber mir tut das gut und so haben wir den Abend sehr genossen.

Spargelsalat mit Frischkäsebällchen

Erfrischender Salat von Zitronen-Tapioka, Salatgurke und Avokado mit mariniertem Saiblingsfilet

Weiße Tomatencremesuppe mit Schmortomate, hausgebeiztem Matjesfilet und Wacholder-Krokant

Gänseleberterrine mit Kirschragout und erfrischendem Schokoladensorbet

Meeräsche mit Fenchel-Gemüse, Bärlauch-Kapern, warmer Mayonnaise, Bottarga und frittierten Kartoffeln

Gebratenes Adlerfisch-Filet mit Erbsenschoten und lauwarmem Apfelkompott

Brust und gegrillter Flügel vom Rieser Bauerngockel mit geschmorten Scheiben von der Tropea-Zwiebel

Leicht geliertes Holundersüppchen mit Sauerrahmeis, gegrillter Melone und Hollerküchle

Pralinen
Nach dem Service hatte Joachim Kaiser sich noch viel Zeit für uns genommen. Mit der gemeinsamen Begeisterung für gutes Essen, Kochen und tolle Produkte haben wir uns auch viel zu erzählen. Dann war der große Moment gekommen und wir durften den Culatello probieren und im Schinken-Keller bewundern.


Im ehrwürdigen Keller, der früher zu einer Brauerei gehörte, reifen entbeinte Schweinekeulen nach dem norditalienischen Vorbild. Die Räume bieten mit 12 Grad C und 80 % Luftfeuchte die optimalen Bedingungen für einen bayerischen Culatello. Die Kellerdecke ist über und über vollgehängt mit den Schinken, die dort 30 Monate bleiben dürfen. Der Geruch ist unbeschreiblich. Ein ganz zarter Pilzgeruch steigt uns in die Nase und wir bewundern die kleinen Schinken, die von einem perfekten Edelschimmel überzogen sind. Joachim Kaiser spricht überall mit viel Leidenschaft über sein hochwertiges Produkt, aber im Keller ist er kaum mehr zu bremsen.

So viel Begeisterung steckt an und wir lassen den wunderbaren Abend im neu renovierten Restaurant ausklingen. Lieber Jockl, vielen, vielen Dank für die schöne Zeit.


Kommentare:

  1. Liebe Frau Dorothée,
    Sie haben einen schönen Abend in Meyer's Keller verbracht und in mir den Wunsch geweckt wieder einmal dorthin zum Essen zu gehen. Ich war zwar erst kürzlich in Nördlingen, hatte aber keine Zeit für einen Besuch. Allerdings habe ich mich auf seine Empfehlungen als "Initiator des GeoParkRies kulinarisch" mit Produkten des Donau-Ries Kreises großzügig eingedeckt und bin dem Tipp vom Blogger Chezuli, einen Weinfreak in Zöbingen zu besuchen, gefolgt. Da Nördlingen recht überschaubar ist, stellt die Adresse des Restaurants für den eventuell einzigen Taxifahrer keine wirkliche Herausforderung dar. Beim Hotelpersonal für Zimmerreservierungen mag das manchmal anders sein, denn das kenne ich von manchen Besuchen, speziell in einem bestimmten Etablissement.

    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. So langsam wundert es mich eigentlich nur noch, weshalb sich unsere Wege nicht zur selben Zeit kreuzen :-)

      Löschen