Freitag, 9. Mai 2014

Wuppertal trifft die Rhingdöchter auf Haus Waldfrieden
mit Spaß, toller Musik und einem kleinen 3-Gang-Menü

Es war alles ein bisserl ungewohnt. Die Hunde waren nicht mehr da, dafür gab es zwei junge, süße Katzen, die Glyzinie blühte, die Reben hatten noch kein Laub. Kaum war ich aus dem Auto ausgestiegen, begrüsste mich einer der Hausgäste mit den Worten: "Oh, die Qualität des Caterings steigt in ungeahnte Höhen!" Da war ich gleich wieder gut angekommen und es war doch alles, wie immer. Endlich waren wir wieder zu Gast im Haus Waldfrieden von Weingut Stein.

Ich weiß, der Anblick ist kaum zu glauben, aber es ist wirklich so.

Zum ersten Mal sind wir bereits Ende April an die Mosel gefahren, um uns wieder mit der netten Gruppe aus Wuppertal zu treffen und ein kleines Menü zusammen zu genießen. Es gab noch einen weiteren wichtigen Grund genau am letzten April-Wochenende in Alf zu sein. Ruth Schiffer und ihre neue Band "Die Rhingdöchter" stand mit dem neuen Programm zum ersten Mal auf der Bühne. Es sollte kölsche Leeder un Leeder op kölsch gebenDas wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und vorsichtshalber habe ich mich vorher schon ein bisserl eingehört und gehofft, dass sich ein Simultandolmetscher findet.

Die Band wollte bereits einen Tag vor dem Auftritt ankommen und irgendwie und spontan erhöhte sich die Anzahl meiner Menügäste auf 26 Personen. Glücklicherweise hatte ich ja bereits von Anfang an ein kleines 3-Gang-Menü geplant, mit einfachen Gerichten, die sich gut vorbereiten lassen. Ein paar Änderungen habe ich vorgenommen, um es besser bewältigen zu können. Und besonders viel gelernt habe ich, als es darum ging, den Hauptgang sinnvoll zu regenerieren. Die Details dazu erzähle ich Euch noch beim Rezept.

Fenchel mit Parmaschinken und Büffel-Mozzarella

Normalerweise wird der Fenchel für diese italienische Vorspeise gegrillt. Ich saß vor 12 großen Fenchelknollen und hatte die Befürchtung, dass ich damit nie fertig werde. Deshalb habe ich den Fenchel einfach in Streifen geschnitten, mit Salz und Zucker mariniert und dann mit Olivenöl im eigenen Saft gedünstet. Wegen der gewaltigen Menge, habe ich es in zwei Portionen gemacht, da ich Angst hatte, dass mir der Fenchel unten im Topf zerfällt und oben roh bleibt. Ständig umrühren konnte ich auch nicht, da das Ganze mit geschlossenem Deckel gedünstet werden soll. So bin ich einen Kompromiss eingegangen und habe immer wieder zwischendurch gerührt und die meiste Zeit den Deckel geschlossen gehalten. Das hat gut funktioniert. Der noch heiße Fenchel kam sofort in die Marinade zum Durchziehen.



Angerichtet habe ich den Fenchel diesmal auf Platten und die Gäste konnten sich nach Belieben selbst bedienen.

Beim Hauptgang wurde es spannend und ich habe mich ein bisserl gefühlt, wie bei der Essensausgabe. Mit vereinten Kräften ging es ganz schell und jeder bekam seine Portion direkt am Tisch angerichtet.


Pollo alla sienese


Das Dessert war zum Anrichten wieder etwas entspannter und ich war selber erstaunt, wieviel Portionen aus 1,5 Kuchen möglich sind, wenn man ganz schmal schneidet. Glücklicherweise waren die Gäste schon gut gesättigt und freuten sich über einen kleinen süßen Abschluss.


Erdbeer-Mandel-Torte mit Holunderblütencreme

Am nächsten Abend freute ich mich schon sehr auf das Konzert. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, wenn sich die legendäre Halle von Haus Waldfrieden mit den Gästen füllt. Die Familienangehörigen der Band sind genauso gekommen, wie Freunde und langjährige Wegbegleiter und viele kultur-interessierte Moselaner.

Die Rhingdöchter Elke Schlimbach, Ruth Schiffer (v.l.n.r.)
mit Band: Pete Haaser, Frank Hocker, Thomas Falke (v.l.n.r.)
Foto mit freundlicher Genehmigung von Tatjana Wolfgarten


Wer sich ein bisserl bei den Rhingdöchtern einhören möchte, findet einige veröffentlichte Songs auf der fb-Seite und die Damen freuen sich über weitere Fans und Likes. Mein Lieblingslied ist "Et Räänt En Dr Rhing".

Waldfrieden ist ein magischer Ort. Das ist nicht nur in seiner einzigartigen Lage begründet, sondern liegt hauptsächlich an den vielen wunderbaren Menschen, die sich hier immer wieder treffen um Teil von einem kleinen Genuss- und Kultur-Kosmos zu werden. Alle sind verschieden und haben unterschiedliche Talente. Jeder bringt das ein, was er möchte und was er kann. Oberste und fast einzige Regel ist die Toleranz und deshalb funktioniert es auch so gut. 

Traurig stimmt mich nur die Entfernung, sonst wäre ich öfter dort und freue mich deshalb schon jetzt auf das Wiedersehen im Juni. Und ich wünsche mir, dass die "Waldfrieden-Geister" wieder alle da sind.

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