Dienstag, 8. November 2016

Rezension: Festtagsküche von Michaela Hager

Wenn man die Küche von Michaela Hager mit einem kurzen Statement beschreiben möchte, dann wäre "bayrisch fein" richtig. Das ist ein Küchenstil, der leider auch in Bayern immer schwieriger zu finden ist. Ihr erstes Kochbuch "Echt bayerisch kochen - Ein Lebensgefühl" bietet eine Fülle an bodenständigen Rezepten mit feiner Note. (Hier könnt Ihr meine Rezension nachlesen). Aktuell ist ihr zweites Kochbuch "Festtagsküche - Herzlich, Saisonal, Entspannt" im Brandstätter Verlag erschienen.


Schon als Kind wusste sie, dass sie Köchin werden möchte und begann ihre Ausbildung am Tegernsee. Danach ging es in die Schweiz, um ihre Kenntnisse zu erweitern und dort lernte sie ihren Mann Andreas, ebenfalls Koch, kennen. 1992 bekamen sie die Chance die "Tölzer Schießstätte am Buchberg" zu übernehmen und dort haben sie ihren Wirkungskreis gefunden und das Vereinsheim der Schützen zu einer gepflegten Gaststätte mit sehr guter Küche gemacht. Regelmäßig ist Michaela Hager im Bayerischen Fernsehen bei "Wir in Bayern" zu sehen.

Das Cover hat sich dem Thema entsprechend "fein gemacht". Das Foto einer liebevoll gedeckte Tafel macht Lust auf mehr und die Haptik erinnert passend an ein Leinen-Tischtuch. Mir gefällt es besonders gut, dass der Brandstätter Verlag sein Format gefunden hat und das Buch in der gleichen Größe aufgelegt hat, wie z. B. die Reihe zur vegetarischen Länderküche von Katharina Seiser. Das hat zur Konsequenz, dass das neue Buch eine andere Größe hat, als das erste. Trotzdem bin ich froh darüber. Als begeisterte Kochbuch-Sammlerin freue ich mich über jedes Wiedererkennungs-Merkmal und dazu gehört auch das obligatorische Lesebändchen.

Menüs für Gäste sind eine große Freude und eine besondere Herausforderung. Die Festtagsküche von Michaela Hager widmet sich genau diesem Thema. Die Rezepte sind nach den vier Jahreszeiten Herbst, Winter, Frühling und Sommer (genau in dieser Reihenfolge) gegliedert. Für jede Saison gibt es zwei konkrete Menüvorschläge mit den entsprechenden Rezepten und noch weitere saisonale Rezeptvorschläge und eine Anleitung für eine jahreszeitlich passende Dekoration. Einige Rezepte finden sich im Kapitel "Grundrezepte" und im Register sind alle Rezepte alphabetisch gelistet.

Jedes Rezept ist auf einer Doppelseite dargestellt. Eine Seite ist dem Rezeptbild vorbehalten und auf der zweiten Seite findet sich das Rezept mit Zutatenliste und Beschreibung der Zubereitung. Bei jedem Rezept ist die Personenanzahl vermerkt und ergänzend gibt es auch noch kleine Tipps. Die Rezepte sind sehr ausführlich und nachvollziehbar beschrieben.

Das ganze Kochbuch ist sehr liebevoll gestaltet und es macht Freude, einfach darin zu blättern und sich inspirieren zu lassen. Die Fotos sind sehr stimmungsvoll und zeigen trotzdem genau, wie das fertige Gericht aussehen sollte.

Für meine Rezension war es klar, dass ich ein Gericht aus den Vorschlägen für den Herbst wählen würde. Aus diesem Kapitel hat mich jedes Rezept angesprochen und dann habe ich mir gedacht, dass ich mal streng zu mir sein muss und habe mich für ein Dessert entschieden. Treue Leser wissen, dass es wenig davon hier zu lesen gibt. Das Preiselbeerparfait von Michaela Hager hat mich neugierig gemacht. Sowohl das Rezept, als auch das Foto haben mir sehr gut gefallen. Dann kam mir eine große Hürde in den Weg. Ich habe keine frischen Preiselbeeren bekommen und ich wollte keine eingemachten nehmen. So entschied ich mich zu einer Alternative und habe frische Cranberries gekauft. Das zeigt, dass es ein gutes Rezept ist, denn auch mit dieser getauschten Zutat hat es sehr gut funktioniert. Ich war gleich so motiviert, dass ich es in drei unterschiedlichen Formen eingefroren und angerichtet habe.

Cranberryparfait



















Fazit:
Wer gerne Gäste bewirtet und dabei auf saisonale Küche viel Wert legt, für den ist "Festtagsküche - Herzlich, Saisonal, Entspannt" eine sehr schöne Inspirationsquelle. Die Zutaten sind gut erhältlich. Manchmal muss man schon einen sehr gut sortierten Edel-Supermarkt aufsuchen, aber trotzdem müssen keine außergewöhnlichen Exoten besorgt werden. In der Küche genügt das Standard-Equipment - Profi-Geräte sind nicht notwendig. Die Gestaltung ist so schön, dass es schon Freude macht, sich damit auf die Couch zu setzen und zu blättern.

Kommentare:

  1. Oh, der Blattteller - darauf wirkt dieses Dessert besonders schmucke!

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    1. Er geht mir nicht aus dem Kopf, dein Teller - ob du mir die Bezugsquelle verraten würdest?

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    2. Liebe Micha,
      ich war unterwegs und wollte mir den Teller von unten ansehen.... Da hat er leider keinen Firmenstempel. Ich meine mich ganz, ganz dunkel daran zu erinnern, dass ich ihn einmal in Linz gekauft habe und das ist schon einige Jahre her. Tut mir leid :-(

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