Montag, 26. November 2018

Rezension: Das Kochbuch des Prinzen Bagrat von Georgien 1818

Georgien war heuer das Gastland auf der Frankfurter Buchmesse und rückte damit mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Was Georgien kulinarisch zu bieten hat, zeigten uns einige Kochbuch-Neuerscheinungen in der letzten Zeit. Ergänzend dazu gibt es mit dem "Kochbuch des Prinzen Bagrat von Georgien 1818" die Gelegenheit historische Rezepte aus der Region kennen zu lernen.



"Das Buch zur Kreation der besten Speisen, Zuckerkandis und Getränke" wurde 1818 in Sankt Petersburg von Prinz Bagrat, dem Sohn des letzten Königs von Kartli und Kacheti, herausgegeben. Er hatte in den letzten Jahren des georgischen Königreichs wichtige administrative Ämter inne und wurde 1803 mit seiner Familie nach Russland zwangsübersiedelt. Als Autor war er vielseitig interessiert und veröffentlichte neben historischen Abhandlungen auch verschiedene Ratgeber, wie "Die Behandlung der Pferde und anderer Tiere".

Sein Klassiker der georgischen Küche wurde von Vakho Babunashvili überarbeitet und erscheint nun im neuen Gewand zum 200. Jubiläum. Der Künstler hat als Dozent bei der Kakha Bendukidze auch 10 Jahre praktische kulinarische Erfahrung.

Suppen, Hauptgerichte, Saucen, Desserts, Getränke und Zuckerkandis und Eingemachtes lauten die Überschriften der Rezeptkapitel. Mit diesem Begriffen kann man leicht umgehen, bei den Rezepttiteln merkt man dann schon, dass es sich um historische Rezepte handelt und sensibel bei der Neuauflage vorgegangen wurde. So kommt es bereits bei den Suppen zu Rezepten wie "Wir nennen es Nudelsuppe mit Huhn", "Hstshi a la Francaise" oder "Suppe des Fleisches". Mir gefällt das, weil man daran erinnert wird, aus welcher Zeit die Gerichte stammen. Wenn man sich darauf einlässt, kann man eine interessante und schmackhafte Küche entdecken. Der Fokus liegt sehr stark auf dem historischen Rezept. Zur besseren visuellen Unterstützung hat jedes Rezept ein Bild, das allerdings nicht dem heutigen Geschmack entspricht. Sprachlich sind die Rezepte in ihrem historischen Kontext geblieben und doch so verständlich, dass man sie gut nachkochen kann.

Zu der Zeit, als ich an der Rezension gearbeitet habe, hatte mein kleiner Quittenbaum die stolze Ernte von 3,5 Kilo Früchten. So habe ich mich schnell für das "vorzüglich gekochte Rindfleisch" entschieden, bei dem neben Quitten auch noch Pflaumen zum Rind kommen. Das Rezept hat mich sehr neugierig gemacht, da es sich um ein Schmorgericht handelt, das allerdings nichts gemeinsam hat mir dem klassischen Schmoransatz. Ein geschmacklich sehr feines Gericht, das ich jederzeit wieder kochen würde.

Da in dem Buch viele Rezepte für Getränke enthalten sind, wollte ich gerne etwas aus dieser Kategorie ausprobieren. Da war vieles dabei, was ich gerne probiert hätte. Leider sind die Rezepte ausgefallen, bei denen man Alkohol mazeriert und dann nochmal brennt. Dafür fehlen mir die Möglichkeiten. So entschloss ich mich zu einem Ansatz, ähnlich wie Likör.



Vorzüglich gekochtes Rindfleisch


















Ratafia der Rosenblätter



















Fazit:

"Das Kochbuch des Prinzen Bagrat von Georgien 1818" ermöglicht einen spannenden Blick in die Geschichte einer der interessantesten Regionen-Küche, die in den letzten Jahren bei uns bekannter wurde. Die Präsentation der Rezepte erfordert Aufgeschlossenheit, sich intensiver damit zu befassen und das lohnt sich.

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