Sonntag, 30. November 2025

Kochbuch-Empfehlungen für Weihnachten

Meine Kochbuch-Empfehlungen für Weihnachten gab es leider länger nicht mehr. Ich hatte einfach zu viele Baustellen, dass ich weder Rezensionen schreiben, noch so eine Empfehlungsliste aufstellen konnte. Nun wird es langsam besser und ich habe wieder angefangen mich intensiv mit Kochbüchern zu beschäftigen. Dann kam eine E-Mail und ich wurde eingeladen als Jury-Mitglied drei Kategorien für den Deutschen Kochbuch-Preis zu beurteilen. Da habe ich sehr gerne zugesagt. Aus diesen Erfahrungen habe ich meine Empfehlungsliste zusammengestellt und hoffe, dass es nächstes Jahr wieder mehr wird.

Heuer habe ich angefangen die Rezensionen aus drei Blogs nach Themen zu sammeln. Die Links zu diesen Sammlungen sind auf dem Reiter "Kochbuch-Rezensionen" zu finden. Hier ist der direkte Link. Vielleicht ist da auch noch die eine oder andere Anregung für Euch dabei.




The Duc Ngo:
Neue asiatische Küche

Link zur Rezension
Wolfgang Müller, Benjamin Haverkamp:
Wild - Nose to tail

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Sarah und Christian Bau:
Einfach Bau

Link zur Rezension - folgt
JRE - Signatures:
Österreichs junge Spitzenköche

Link zur Rezension
Sascha Stemberg:
Stemberg - Das Kochbuch

Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Goldmedaille in der Kategorie Deutschland

„Stemberg – Das Kochbuch“ ist das erste Kochbuch von Sascha Stemberg. Sein Vater Walter hat bereits einige Kochbücher veröffentlicht und der Untertitel „Tradition trifft Moderne“ versinnbildlicht den Generationenwechsel, aber auch die beiden gastronomischen Linien der Familie Stemberg: Sternerestaurant und Gasthaus. Die Rezepte sind ein sehr gelungener Mix aus beiden Welten, immer mit dem Fokus, dass sich die Gerichte am heimischen Herd gut umsetzen lassen. Meine Lieblingskategorie bei Kochbüchern ist die gepflegte Alltagsküche und dieses Buch passt da perfekt hinein.

Traditionellen Gerichten, wie Matjes mit Hausfrauensauce gibt Sascha Stemberg einen neuen Twist und macht daraus Königsmatjes mit Hausfrauencreme und Gurkensud. Er hebt es auf ein Fine-Dining-Niveau und erklärt im Rezept genau, was anders gemacht wird und warum.  So können sich auch weniger erfahrene Hobbyköche heranwagen. Die Zutaten sind ein einem gut sortierten Supermarkt oder auch einmal auf einem Wochenmarkt gut zu bekommen. Seine gastronomischen Wurzeln ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch. Die meisten Rezepte stammen aus der deutschen Küche und sind sehr bodenständig. Mit der Achtung zum Produkt und der Liebe zum Kochhandwerk bringt er diese auf ein neues Level. Die Rezepte sind sehr gut beschrieben und mit stimmungsvollen Fotos illustriert. Ein alphabetisches Rezeptregister, auf der Basis von Zutaten, erleichtert die Suche nach dem gewünschten Rezept.

Zwischen den Rezept-Kapiteln lernt man die Familie Stemberg und ihre Vision von der Gastronomie näher kennen. Auch einzelne Lieferanten und Produzenten werden vorgestellt. So bekommt man nicht nur Lust zum Nachkochen, sondern auch Lust einmal dort hinzufahren.


Thomas Straker:
Rezepte die du lieben wirst

Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Bronzemedaille in der Kategorie International

Am liebsten sind mir Kochbücher, die ich mit „gepflegter Alltagsküche“ umschreibe und das trifft auf das Kochbuch von Thomas Straker zu. Die umfangreichen Rezepte sind nachvollziehbar in Kapiteln  wie Suppen, Pasta, Salat, Fleisch, Fisch, Gemüse oder Dessert gegliedert. Zu jedem Thema lassen sich kreative Rezepte, deren Basis internationale Länderküchen sind, finden. Die Rezepte sind klar beschrieben und gut nachvollziehbar. Küchentechnische Hinweise erleichtern das Nachkochen und sorgen für ein besseres Ergebnis.

Auf den Fotos wird das Gericht ansprechend präsentiert und es lässt sich gut erkennen, wie es aussehen soll. Das Kochbuch ist ein schöner „Allrounder“ für die Alltagsküche und bietet auch Inspiration für Gästeeinladungen. Schnell auffindbar sind die Rezepte im alphabetischen Rezeptregister. Die Rezepte sind auch für weniger erfahrene Hobbyköche geeignet.


Meera Sodha:
Happy

Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Goldmedaille in der Kategorie International

Happy von Meera Sodha ist ein gelungenes Beispiel, für eine alltagstaugliche und genussreiche vegetarische Küche. Im Schwerpunkt sind die Rezepte geprägt von asiatischen und orientalischen Länderküchen. Der Fokus liegt auf Kochen mit ganz normalen Grundzutaten, Ersatzprodukte kommen nicht vor. Sehr angenehm ist es auch, dass Gewürze, Öle, Saucen, etc. verwendet werden, die man daheim hat, wenn man gerne asiatisch oder orientalisch kocht.

Die Rezepte sind klar strukturiert und gut nachvollziehbar. Angenehm ist es, dass man für das Zubereiten eines Gerichts nicht vorher Saucen, Würzmischungen, etc. herstellen muss. Gut gefallen hat mir die Strukturierung der Rezepte. Zusätzlich zum Inhaltsverzeichnis sind Rezepte nach Saison strukturiert und, alternativ, nach Kategorien, wie schnelle Küche, Ofengerichte, Curry, Reis, Suppen, etc.

Die eigentlichen Rezeptkapitel richten sich nach unterschiedlichem Gemüse, Eier und Käse, oder Dessert. So kann man sich sehr gut zurechtfinden, wenn man ein Rezept sucht. Unterstützt wird das durch ein sehr ausführliches Register mit alphabetischer Auflistung der Zutaten und Rezepttitel.

Das Kochbuch ist für alle Hobbyköche gut geeignet, die vegetarisch frischgekocht essen möchten und neue Anregungen suchen. Die klaren Fotos der fertigen Gerichte unterstützen weniger erfahrene Hobbyköche genauso, wie die kleinen Kapitel zu Küchen-Equipment und Koch-Grundlagen.


Marti Buckley:
Das Buch der Pintxos

Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Goldmedaille in der Kategorie Spanien/Portugal

Bevor ich das Buch über die Pintxos in den Händen hielt, dachte ich, dass ich weiß was Pintxos sind. Marti Buckley ist mit dem Anspruch angetreten, das ultimative Buch über Pintxos zu schreiben. Und es ist ihr gelungen, verständlich zu machen, dass Pintxos mehr sind als eine kleine Speise zu einem Getränk in einer Bar, sondern ein Lebensgefühl.

Zwischen den Rezepten werden Bars vorgestellt und kleine Anekdoten erzählt. Bei jedem Rezept erfährt man, wann diese Kreation entwickelt wurde, wo man sie essen sollte und was man dazu trinkt. Leider ist die Schrift sehr klein und man muss sich etwas anstrengen, das zu lesen.

Alles Wissenswerte zu den Pintxos sind in einem umfangreichen Einführungsteil, aber auch in den Rezeptkapiteln zu finden. Dabei wird kein Detail ausgelassen, wie beispielsweise die „6 w des Brotschneidens“ im Kapitel der Brot-Pintxos. So ist eine sehr umfassende Sammlung von Informationen rund um das Thema entstanden.

Die grafische Gestaltung ist sehr modern und fröhlich bunt. Man merkt, dass auf ein durchgängiges Gesamtkonzept aus Fotos, Zeichnungen und Typografie geachtet wurde. Mit diesem Buch dürfte jede Information, die es zum Thema Pintxos gibt, abgedeckt sein und es macht Laune, sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen.


Samin Nosrat:
Etwas Gutes

Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Silbermedaille in der Kategorie International

Im Kochbuch „Etwas Gutes“ von Samin Nosrat geht es hauptsächlich um Geschmack. Und das will sie dem Leser nicht nur mit Rezepten, sondern auch mit der Weitergabe ihres umfangreichen Wissens vermitteln. Es ist ein Konzept, auf das man sich einlassen sollte, um viel von ihr zu lernen. Mit einfachem Nachkochen der Rezepte ist es nicht getan, da so viele Informationen und Varianten mitgegeben werden, dass es schade wäre, sie nicht zu beachten. Ihr geht es eher darum, sich von starren Rezepten zu befreien und die Küchenkompetenz zu erweitern.

Die Rezepte sind sehr ausführlich formuliert, mit einigen Exkursen zu Warenkunde oder Küchentechnik. Manche Kapitel sind wie ein Baukasten aufgebaut, aus dem man das Geeignete für sich anwenden kann. Das Buch kann auch als Nachschlagewerk dienen, wenn man sich zu einzelnen Zutaten oder Zubereitungsarten weiterbilden möchte. Es werden auch ungewöhnliche Zutaten behandelt, wie z. B. Aprikosenkerne.

Das sehr umfangreiche Register listet alphabetisch Zutaten, Rezepttitel und Fachbegriffe auf.


Sylvie Da Silva:
Porto

Deutscher Kochbuchpreis 2025:
nominiert in der Kategorie Spanien/Portugal

Das Buch von Sylvie Da Silva stellt die Hafenstadt Porto kulinarisch vor und gibt dabei einen umfassenden Überblick über die bodenständige portugiesische Küche. Die Rezepte sind sehr authentisch und gut nachvollziehbar. Von den Petiscos, also Kleinigkeiten wie Stockfischkrapfen und flambierter Chorizo über deftige ländliche Küche mit Schweinegulasch, Blutwurst und Kutteln oder Meeresküche mit vielen Stockfischrezepten, spannt sich der Bogen bis zu den Desserts wie Milchreis, Bratäpfel in Portwein oder den berühmten Pastéis de Nata.

Wer nur ein portugiesisches Kochbuch haben möchte, ist mit diesem Buch sehr gut bedient. Grundsätzliche Informationen zur portugiesischen Küche, zu kulinarischen Mitbringseln und ein kulinarisches Grundvokabluar runden das ab. Einziger Wehmutstropfen ist, dass kein Rezeptregister vorhanden ist. 


Maria José Sevilla:
Die Küche von Andalusien

Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Silbermedaille in der Kategorie Spanien/Portugal

Die Rezepte in dem Kochbuch von Maria José Sevilla sind klar strukturiert: Tapas, Brot und Gebäck, Gemüse, Fisch, Fleisch und Süßes. Sie beschränkt sich auf das Wesentliche und so gibt es zu jedem Kapitel eine kleine Einführung und ansonsten Rezepte mit Rezeptfotos. Schön ist, dass dieses Kochbuch eine umfangreiche Rezeptsammlung ist und Lust aufs Ausprobieren macht. Ergänzt wird das mit einem umfangreichen Register, das Rezepttitel und Zutaten auflistet.

Die präsentierten Gerichte sind ein spannender Mix aus klassisch, wie Paella und modern, wie Bauchfleisch vom roten Thun mit Orangensauce. Dabei gibt es auch keine Scheu vor Zutaten wie Rotbarbe oder Ochsenschwanz.

Mit diesem Kochbuch bekommt man einen guten Überblick über die Küche der Region Andalusien.


Emma Warren:
Viva Espana!

Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Silbermedaille in der Kategorie Spanien/Portugal

In Viva Espana hat Emma Watson eine große Sammlung traditioneller spanischer Rezepte zusammengetragen. Viele davon sind sehr interessant, aber es ist schade, dass man das Gericht auf den sehr dunklen Fotos nicht gut erkennen kann. Als schwierig empfinde ich die Zusammenstellung der Rezeptkapitel, die Situationen beschreiben. Damit sind in den Kapiteln Rezeptsammlungen entstanden, die schwer nachvollziehbar sind. Das Brathähnchen mit Chorizo-Füllung steckt im Kapitel „Einfache Mahlzeiten für den Tag“. Für meinen Geschmack hätte es auch bei „Genussvolle Sonntage“, „Winterwohlfühlgerichte“ oder „Feiern an der frischen Luft“ aufgeführt werden können. Das macht es schwierig, sich inspirieren zu lassen, was man nachkochen möchte.

Positiv sind das umfangreiche Register, in dem Zutaten und Rezepttitel aufgelistet sind und die Sammlung von Grundlagen-Rezepten.


Hannelore Fisgus:
Das Allgäu-Kochbuch

Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Bronzemedaille in der Kategorie Deutschland

„Das Allgäu-Kochbuch“ von Hannelore Fisgus legt den Fokus auf junge Gastronomen und Produzenten im Allgäu. Schön ist die Gliederung in die einzelnen Regionen des Allgäus. Trotzdem wäre eine Karte mit Markierung der Standorte wünschenswert gewesen. Die Betriebe werden mit stimmungsvollen Fotos, informativen Texten und Rezepten vorgestellt.

Die Rezepte sind eher knapp gehalten und die Bandbreite geht von einfachen Gerichten, wie Allgäuer Kräuter-Bruschetta bis gehobene Küche, wie Tartar von Salmore Räucherlachs, Blumenkohlcreme und grüne Buttermilch. Wohltuend ist, dass auf komplexe Gerichte aus der Sternegastronomie verzichtet wurde. Auch Sternerestaurants stellen ein eher bodenständiges Gericht vor. Die meisten Rezepte haben einen kleinen Twist, der sie interessant macht. Mit etwas Kocherfahrung lassen sich die Gerichte gut daheim ausprobieren.

Das Buch macht Lust darauf die Region zu entdecken und kann sehr gut als kulinarischer Reiseführer dienen. Im Anhang sind ein alphabetisches Rezeptregister und eine Adressliste der vorgestellten Betriebe zu finden.


Petra Milde:
Das Schwarzwald-Kochbuch

Deutscher Kochbuchpreis 2025:
nominiert in der Kategorie Deutschland

„Das Schwarzwald-Kochbuch“ von Petra Milde ist eine sehr genussreiche kulinarische Reise. Der Untertitel „Von der Berghütte bis in die Sterneküche“ beschreibt bereits treffend das ganze Spektrum, zeigt aber auch die Schwierigkeit der Rezeptbeschreibungen. Einfache Rezepte, wie ein Kartoffelsalat oder ein gebackener Weisskäse mit Kirschwasser werden auf 2 Seiten vorgestellt, genauso wie Crêpinette mit Hirschrücken auf Selleriepüree, Pancetta-Fêves, Preiselbeerbirne und Portweinjus. Dadurch müssen die einzelnen Rezepttexte sehr knapp gehalten werden. Man sollte also gute Koch-Erfahrung haben, um die Gerichte nachzukochen.

Mir gefällt das Buch gut und ich sehe es eher als einen kulinarischen Reiseführer, als ein reines Kochbuch. Es stellt Restaurants und Produzenten im Schwarzwald mit viel Einfühlungsvermögen vor und regt an, eine Reise zu planen. Dazu gehört natürlich auch die Vorstellung der Küche, was mit Rezepten zu typischen Gerichten auch schön gelungen ist.

Das Rezeptregister beschränkt sich auf eine alphabetische Auflistung der Rezepttitel. Leider fehlt eine kleine Landkarte mit Markierung der vorgestellten Adressen.


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