Meine Kochbuch-Empfehlungen für Weihnachten gab es leider länger nicht mehr. Ich hatte einfach zu viele Baustellen, dass ich weder Rezensionen schreiben, noch so eine Empfehlungsliste aufstellen konnte. Nun wird es langsam besser und ich habe wieder angefangen mich intensiv mit Kochbüchern zu beschäftigen. Dann kam eine E-Mail und ich wurde eingeladen als Jury-Mitglied drei Kategorien für den Deutschen Kochbuch-Preis zu beurteilen. Da habe ich sehr gerne zugesagt. Aus diesen Erfahrungen habe ich meine Empfehlungsliste zusammengestellt und hoffe, dass es nächstes Jahr wieder mehr wird.
Heuer habe ich angefangen die Rezensionen aus drei Blogs nach Themen zu sammeln. Die Links zu diesen Sammlungen sind auf dem Reiter "Kochbuch-Rezensionen" zu finden. Hier ist der direkte Link. Vielleicht ist da auch noch die eine oder andere Anregung für Euch dabei.
The Duc Ngo:
Neue asiatische Küche
Wolfgang Müller, Benjamin Haverkamp:
Wild - Nose to tail
Link zur Rezension
Sarah und Christian Bau:
Einfach Bau
Link zur Rezension - folgt
JRE - Signatures:
Österreichs junge Spitzenköche
Link zur Rezension
Sascha Stemberg:
Stemberg - Das Kochbuch
Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Goldmedaille in der Kategorie Deutschland
„Stemberg – Das Kochbuch“ ist das erste Kochbuch von Sascha
Stemberg. Sein Vater Walter hat bereits einige Kochbücher veröffentlicht und
der Untertitel „Tradition trifft Moderne“ versinnbildlicht den
Generationenwechsel, aber auch die beiden gastronomischen Linien der Familie Stemberg:
Sternerestaurant und Gasthaus. Die Rezepte sind ein sehr gelungener Mix aus
beiden Welten, immer mit dem Fokus, dass sich die Gerichte am heimischen Herd
gut umsetzen lassen. Meine Lieblingskategorie bei Kochbüchern ist die gepflegte
Alltagsküche und dieses Buch passt da perfekt hinein.
Traditionellen Gerichten, wie Matjes mit Hausfrauensauce
gibt Sascha Stemberg einen neuen Twist und macht daraus Königsmatjes mit
Hausfrauencreme und Gurkensud. Er hebt es auf ein Fine-Dining-Niveau und
erklärt im Rezept genau, was anders gemacht wird und warum. So können sich auch weniger erfahrene
Hobbyköche heranwagen. Die Zutaten sind ein einem gut sortierten Supermarkt
oder auch einmal auf einem Wochenmarkt gut zu bekommen. Seine gastronomischen
Wurzeln ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch. Die meisten Rezepte
stammen aus der deutschen Küche und sind sehr bodenständig. Mit der Achtung zum
Produkt und der Liebe zum Kochhandwerk bringt er diese auf ein neues Level. Die
Rezepte sind sehr gut beschrieben und mit stimmungsvollen Fotos illustriert.
Ein alphabetisches Rezeptregister, auf der Basis von Zutaten, erleichtert die
Suche nach dem gewünschten Rezept.
Zwischen den Rezept-Kapiteln lernt man die Familie Stemberg
und ihre Vision von der Gastronomie näher kennen. Auch einzelne Lieferanten und
Produzenten werden vorgestellt. So bekommt man nicht nur Lust zum Nachkochen,
sondern auch Lust einmal dort hinzufahren.
Rezepte die du lieben wirst
Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Bronzemedaille in der Kategorie International
Am liebsten sind mir Kochbücher, die ich mit „gepflegter
Alltagsküche“ umschreibe und das trifft auf das Kochbuch von Thomas Straker zu.
Die umfangreichen Rezepte sind nachvollziehbar in Kapiteln wie Suppen, Pasta, Salat, Fleisch, Fisch,
Gemüse oder Dessert gegliedert. Zu jedem Thema lassen sich kreative Rezepte,
deren Basis internationale Länderküchen sind, finden. Die Rezepte sind klar
beschrieben und gut nachvollziehbar. Küchentechnische Hinweise erleichtern das
Nachkochen und sorgen für ein besseres Ergebnis.
Auf den Fotos wird das Gericht ansprechend präsentiert und
es lässt sich gut erkennen, wie es aussehen soll. Das Kochbuch ist ein schöner
„Allrounder“ für die Alltagsküche und bietet auch Inspiration für
Gästeeinladungen. Schnell auffindbar sind die Rezepte im alphabetischen
Rezeptregister. Die Rezepte sind auch für weniger erfahrene Hobbyköche
geeignet.
Happy
Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Happy von Meera Sodha ist ein gelungenes Beispiel, für eine
alltagstaugliche und genussreiche vegetarische Küche. Im Schwerpunkt sind die
Rezepte geprägt von asiatischen und orientalischen Länderküchen. Der Fokus
liegt auf Kochen mit ganz normalen Grundzutaten, Ersatzprodukte kommen nicht
vor. Sehr angenehm ist es auch, dass Gewürze, Öle, Saucen, etc. verwendet
werden, die man daheim hat, wenn man gerne asiatisch oder orientalisch kocht.
Die Rezepte sind klar strukturiert und gut nachvollziehbar.
Angenehm ist es, dass man für das Zubereiten eines Gerichts nicht vorher
Saucen, Würzmischungen, etc. herstellen muss. Gut gefallen hat mir die
Strukturierung der Rezepte. Zusätzlich zum Inhaltsverzeichnis sind Rezepte nach
Saison strukturiert und, alternativ, nach Kategorien, wie schnelle Küche,
Ofengerichte, Curry, Reis, Suppen, etc.
Die eigentlichen Rezeptkapitel richten sich nach
unterschiedlichem Gemüse, Eier und Käse, oder Dessert. So kann man sich sehr
gut zurechtfinden, wenn man ein Rezept sucht. Unterstützt wird das durch ein
sehr ausführliches Register mit alphabetischer Auflistung der Zutaten und
Rezepttitel.
Das Kochbuch ist für alle Hobbyköche gut geeignet, die vegetarisch
frischgekocht essen möchten und neue Anregungen suchen. Die klaren Fotos der
fertigen Gerichte unterstützen weniger erfahrene Hobbyköche genauso, wie die
kleinen Kapitel zu Küchen-Equipment und Koch-Grundlagen.
Das Buch der Pintxos
Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Goldmedaille in der Kategorie Spanien/Portugal
Bevor ich das Buch über die Pintxos in den Händen hielt,
dachte ich, dass ich weiß was Pintxos sind. Marti Buckley ist mit dem Anspruch
angetreten, das ultimative Buch über Pintxos zu schreiben. Und es ist ihr
gelungen, verständlich zu machen, dass Pintxos mehr sind als eine kleine Speise
zu einem Getränk in einer Bar, sondern ein Lebensgefühl.
Zwischen den Rezepten werden Bars vorgestellt und kleine
Anekdoten erzählt. Bei jedem Rezept erfährt man, wann diese Kreation entwickelt
wurde, wo man sie essen sollte und was man dazu trinkt. Leider ist die Schrift
sehr klein und man muss sich etwas anstrengen, das zu lesen.
Alles Wissenswerte zu den Pintxos sind in einem
umfangreichen Einführungsteil, aber auch in den Rezeptkapiteln zu finden. Dabei
wird kein Detail ausgelassen, wie beispielsweise die „6 w des Brotschneidens“
im Kapitel der Brot-Pintxos. So ist eine sehr umfassende Sammlung von
Informationen rund um das Thema entstanden.
Die grafische Gestaltung ist sehr modern und fröhlich bunt.
Man merkt, dass auf ein durchgängiges Gesamtkonzept aus Fotos, Zeichnungen und
Typografie geachtet wurde. Mit diesem Buch dürfte jede Information, die es zum
Thema Pintxos gibt, abgedeckt sein und es macht Laune, sich mit dem Thema
intensiv auseinanderzusetzen.
Etwas Gutes
Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Silbermedaille in der Kategorie International
Im Kochbuch „Etwas Gutes“ von Samin Nosrat geht es
hauptsächlich um Geschmack. Und das will sie dem Leser nicht nur mit Rezepten,
sondern auch mit der Weitergabe ihres umfangreichen Wissens vermitteln. Es ist
ein Konzept, auf das man sich einlassen sollte, um viel von ihr zu lernen. Mit
einfachem Nachkochen der Rezepte ist es nicht getan, da so viele Informationen
und Varianten mitgegeben werden, dass es schade wäre, sie nicht zu beachten. Ihr
geht es eher darum, sich von starren Rezepten zu befreien und die
Küchenkompetenz zu erweitern.
Die Rezepte sind sehr ausführlich formuliert, mit einigen
Exkursen zu Warenkunde oder Küchentechnik. Manche Kapitel sind wie ein
Baukasten aufgebaut, aus dem man das Geeignete für sich anwenden kann. Das Buch
kann auch als Nachschlagewerk dienen, wenn man sich zu einzelnen Zutaten oder
Zubereitungsarten weiterbilden möchte. Es werden auch ungewöhnliche Zutaten
behandelt, wie z. B. Aprikosenkerne.
Das sehr umfangreiche Register listet alphabetisch Zutaten,
Rezepttitel und Fachbegriffe auf.
Das Buch von Sylvie Da Silva stellt die Hafenstadt Porto
kulinarisch vor und gibt dabei einen umfassenden Überblick über die
bodenständige portugiesische Küche. Die Rezepte sind sehr authentisch und gut
nachvollziehbar. Von den Petiscos, also Kleinigkeiten wie Stockfischkrapfen und
flambierter Chorizo über deftige ländliche Küche mit Schweinegulasch, Blutwurst
und Kutteln oder Meeresküche mit vielen Stockfischrezepten, spannt sich der
Bogen bis zu den Desserts wie Milchreis, Bratäpfel in Portwein oder den berühmten
Pastéis de Nata.
Wer nur ein portugiesisches Kochbuch haben möchte, ist mit
diesem Buch sehr gut bedient. Grundsätzliche Informationen zur portugiesischen
Küche, zu kulinarischen Mitbringseln und ein kulinarisches Grundvokabluar
runden das ab. Einziger Wehmutstropfen ist, dass kein Rezeptregister vorhanden
ist.
Die Küche von Andalusien
Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Silbermedaille in der Kategorie Spanien/Portugal
Die Rezepte in dem Kochbuch von Maria José Sevilla sind klar
strukturiert: Tapas, Brot und Gebäck, Gemüse, Fisch, Fleisch und Süßes. Sie
beschränkt sich auf das Wesentliche und so gibt es zu jedem Kapitel eine kleine
Einführung und ansonsten Rezepte mit Rezeptfotos. Schön ist, dass dieses
Kochbuch eine umfangreiche Rezeptsammlung ist und Lust aufs Ausprobieren macht.
Ergänzt wird das mit einem umfangreichen Register, das Rezepttitel und Zutaten
auflistet.
Die präsentierten Gerichte sind ein spannender Mix aus
klassisch, wie Paella und modern, wie Bauchfleisch vom roten Thun mit
Orangensauce. Dabei gibt es auch keine Scheu vor Zutaten wie Rotbarbe oder
Ochsenschwanz.
Mit diesem Kochbuch bekommt man einen guten Überblick über
die Küche der Region Andalusien.
Viva Espana!
Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Silbermedaille in der Kategorie Spanien/Portugal
Positiv sind das
umfangreiche Register, in dem Zutaten und Rezepttitel aufgelistet sind und die
Sammlung von Grundlagen-Rezepten.
Das Allgäu-Kochbuch
Deutscher Kochbuchpreis 2025:
Bronzemedaille in der Kategorie Deutschland
„Das Allgäu-Kochbuch“ von Hannelore Fisgus legt den Fokus
auf junge Gastronomen und Produzenten im Allgäu. Schön ist die Gliederung in
die einzelnen Regionen des Allgäus. Trotzdem wäre eine Karte mit Markierung der
Standorte wünschenswert gewesen. Die Betriebe werden mit stimmungsvollen Fotos,
informativen Texten und Rezepten vorgestellt.
Die Rezepte sind eher knapp gehalten und die Bandbreite geht
von einfachen Gerichten, wie Allgäuer Kräuter-Bruschetta bis gehobene Küche,
wie Tartar von Salmore Räucherlachs, Blumenkohlcreme und grüne Buttermilch.
Wohltuend ist, dass auf komplexe Gerichte aus der Sternegastronomie verzichtet
wurde. Auch Sternerestaurants stellen ein eher bodenständiges Gericht vor. Die
meisten Rezepte haben einen kleinen Twist, der sie interessant macht. Mit etwas
Kocherfahrung lassen sich die Gerichte gut daheim ausprobieren.
Das Buch macht Lust darauf die Region zu entdecken und kann
sehr gut als kulinarischer Reiseführer dienen. Im Anhang sind ein
alphabetisches Rezeptregister und eine Adressliste der vorgestellten Betriebe
zu finden.
Das Schwarzwald-Kochbuch
Deutscher Kochbuchpreis 2025:
nominiert in der Kategorie Deutschland
„Das Schwarzwald-Kochbuch“ von Petra Milde ist eine sehr
genussreiche kulinarische Reise. Der Untertitel „Von der Berghütte bis in die
Sterneküche“ beschreibt bereits treffend das ganze Spektrum, zeigt aber auch
die Schwierigkeit der Rezeptbeschreibungen. Einfache Rezepte, wie ein
Kartoffelsalat oder ein gebackener Weisskäse mit Kirschwasser werden auf 2
Seiten vorgestellt, genauso wie Crêpinette mit Hirschrücken auf Selleriepüree,
Pancetta-Fêves, Preiselbeerbirne und Portweinjus. Dadurch müssen die einzelnen
Rezepttexte sehr knapp gehalten werden. Man sollte also gute Koch-Erfahrung
haben, um die Gerichte nachzukochen.
Mir gefällt das Buch gut und ich sehe es eher als einen
kulinarischen Reiseführer, als ein reines Kochbuch. Es stellt Restaurants und
Produzenten im Schwarzwald mit viel Einfühlungsvermögen vor und regt an, eine
Reise zu planen. Dazu gehört natürlich auch die Vorstellung der Küche, was mit
Rezepten zu typischen Gerichten auch schön gelungen ist.
Das Rezeptregister beschränkt sich auf eine alphabetische
Auflistung der Rezepttitel. Leider fehlt eine kleine Landkarte mit Markierung
der vorgestellten Adressen.

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