Sonntag, 4. Dezember 2011

Weißer Weihnachtspunsch am Barbara-Tag

In traditionellen bayerischen Familien wird auch heute noch der Namenstag gefeiert. Früher war dieser Tag sogar wichtiger als der Geburtstag und man feierte den Tag in Gedenken an den Namenspatron. So war das auch bei uns üblich und meine Mutter gratuliert heute noch zum Namenstag.

Ein ganz besonderer Namenstag ist der 4. Dezember, der Namenstag der heiligen Barbara. An diesem Tag sollen die Barbarazweige geschnitten und in ein Glas Wasser gestellt werden. So treiben sie aus und blühen am Heiligen Abend.

Barbara von Nikomedien ist im 3. Jahrhundert als Märtyrerin gestorben. Sie wird heute noch als eine der Vierzehn Nothelfer verehrt und ist unter anderem die Schutzpatronin der Bergleute, der Architekten und der Helfer des THW.

Meine Großmutter hieß Barbara und wir haben diesen Tag früher gefeiert und sie besucht. Das Mitbringsel waren immer Barbarazweige und bei unseren Weihnachtsbesuchen konnten wir dann die Blüten bewundern. In den Schulferien habe ich regelmäßig einige Tage bei ihr verbracht und das war eine sehr prägende Zeit für mich. Wir haben zusammen gekocht und gebacken. Alle Plätzchenrezepte mache ich heute noch wie sie. Ich erinnere mich an das Kaninchen, das wir gemeinsam zerteilt und gekocht haben. Ihr Kalbsrahmbraten mit Spätzle war legendär und bereits als Teenager habe ich mir ihr gemeinsam Senf gemacht und sie hat mir gelernt, wie man Bowle macht und viel wichtiger: trinkt - nämlich mit Genuß und Verstand.



Aus dieser Zeit stammt auch das Rezept für den weißen Weihnachtspusch, den ich mir in ein Heft notiert habe. Oma hat ihn rot und weiß gemacht. Ich mochte den weißen schon immer lieber.


1 L Wasser
2 EL schwarzer Tee
3 Stangen Zimt
5 Nelken
3 Bio-Orangen
1 Bio-Zitrone
1,5 L trockener Weißwein
3 EL Rum
250 gr. Zucker
1 Prise Salz




Das Wasser zum Kochen bringen, den schwarzen Tee hineingeben und 3 Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit die Schale der Orangen und der Zitronen sehr dünn abschälen und die Früchte auspressen. Dann die Teeblätter abgießen, Zimt, Nelken, Zucker, Salz, Saft und Schale von den Orangen und der Zitrone zugeben und einmal aufkochen lassen. Dabei gut rühren, damit sich der Zucker löst.

Den Weißwein und den Rum zugeben. Eine Stunde bei sehr kleiner Hitze ziehen lassen, es darf nicht kochen. Alles abgießen und den Punsch in Flaschen oder Krüge füllen.






Der Punsch kann warm und kalt getrunken werden, wir mögen ihn am liebsten lauwarm zu Plätzchen. Die Butterplätzchen habe ich gestern vorgestellt. Auch sie sind ein Rezept meiner Oma.



Und jetzt wünsche ich Euch einen wunderschönen zweiten Advent und gehe in den Garten um die Barbarazweige zu schneiden.



Ich freue mich, daß mir Zorra die Möglichkeit gibt diese Geschichte in ihrem kulinarischen Adventskalender zu veröffentlichen. Nicht vergessen, am 24. blühen nicht nur die Barbara-Zweige, sondern bei Zorra versteckt sich im letzten Türchen noch ein Gewinnspiel mit vielen tollen Preisen.


Kommentare:

  1. Ich komme heute Nachmittag auf ein Gläschen Barbara-Punsch vorbei. ;-)

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  2. Gerne, liebe Zorra und ein Teller Plätzchen steht auch bereit.

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  3. Mhhhhh, das kann ich förmlich riechen!
    Ganz meins :)

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  4. Ganz tolles Rezept, Bushi. Und eine schön erzählte Geschichte.

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  5. Das haben wir auch immer gemacht, bei uns waren es Zweige vom Apfelbaum! Dir auch einen schönen zweiten Advent Viele Grüße von Andrea

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  6. @ Heike,
    ja das würde auch zu Deinem Adventsbrot gut passen.

    @ Melanie,
    freut mich, daß es Dir gefällt.

    @Andrea,
    schön Dich wieder zu lesen. Wir haben Dich das letzte Mal vermisst.

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  7. Hört sich lecker an! Vielleicht sollte ich auch mal nen Punsch basteln, weil Glühwein & Co kann ich nimmer sehn geschweige denn trinken...

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  8. Punsch hab ich noch nie selbstgemacht - wird also Zeit; ein tolles Rezept habe ich jetzt ja!

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  9. Alice und Eva,
    gerne, versucht es einmal. Es ist auch ein nettes Geschenk.

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  10. Sieht toll aus. Wie lange hält sich der Punsch?

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  11. Sieht sehr lecker aus - und nach einem tollen Geschenk für Menschen die schon alles haben :-)

    Viele Grüße

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  12. @ lucillablau
    so alt wird er bei uns nicht :-). Ich würde mal sagen 1 Monat sicher und damit reicht er für die Adventszeit. An Sylvester trinken wir Sekt und danach haben wir doch alle Lust auf was Neues...

    @ Koleen
    danke Dir.

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  13. Super, Danke, dann mach ich mich doch gleich an die Arbeit!

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  14. Suuuper Punsch, habe ihn schon ausprobiert! Allerdings habe ich falsch gelesen und anstatt 1l Wasser (Schwarztee NUR 1 dl genommen... hihi, fein und bringt Stimmung :) Danke, hast meine Weihnachtsgeschenke für dieses Jahr gerettet!
    Patricia

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  15. Eine echt süße Geschichte, so eine Oma hätte wohl jeder gerne :)

    Das Rezept gefällt mir, erst am Wochenende hatte ich ein Gespräch mit meiner Mama die mal einen "besonderen" Glühwein/Punsch haben will und ich meinte dann machen wir halt selbst mal welchen - wollte sie nicht. Jetzt kann ich ihr deinen Weihnachtspunsch schenken *freu*. Für die Variante in rot einfach den Weißwein durch Rotwein austauschen, ja? Oder ändert sich sonst noch was?

    Liebe Grüße,

    ~Lilly

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  16. Hallo Patricia,
    freut mich, daß Du ihn noch so hinbekommen hast und er Dir schmeckt.

    Liebe Lilly,
    danke Dir. Du kannst Weißwein und Rotwein austauschen und solltest halt dann sorgfältig abschmecken und evtl. weniger Zitronensaft nehmen.

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  17. blöd das ich das zu spät sehe, wir haben gestern punsch gemacht, da wäre mir dein rezept gerade recht gekommen!

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  18. @fitundgluecklich,
    es gibt doch immer ein zweites Mal :-).

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  19. Liebe Frau Dorothée,

    bei der Suche nach einem weißen Punsch über Google bin ich auf Ihr Rezept gestoßen. Wir hatten am Silvesterabend Besuch, der nur Weißwein trinkt. Der Punsch hat sehr gut geschmeckt. Gutes Rezept. Ich wünsche Ihnen alles Gute, Gesundheit und viel Erfolg für das Jahr 2013.
    LG Heinz

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    1. Ich bin spät dran mit der Antwort, aber ich war in Weihnachtsferien :-).

      Vielen Dank für das tolle Feedback und die netten Wünsche. Gleiches wünsche ich sehr gerne zurück.

      Ich trinke den weißen Punsch oder Glühwein auch lieber als den roten. Sind halt so persönliche Vorlieben.

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  20. Glückauf, liebe Frau Beil. Seitdem ich dieses Rezept vor 3 Jahren kennengelernt habe, gehört dieser Punsch jetzt für unsere Familie mit zur Adventszeit. Ich stamme aus einer Bergbauregion, und so haben Barbaraverehrung und Bergmannsbrauchtum für mich seit Kindesbeinen mit dazugehört. Und so war es auch jetzt wieder: am Samstagabend die Messe zu Ehren der Heiligen und die anschließende Feier unseres Knappenvereins. Gestern haben wir dann Barbarazweige geschnitten (wir nehmen immer Forsythien, mit denen klappt es eigentlich immer) und dann den Barbaraweizen ausgesät, als Tellersaat mit einer großen Kerze in der Mitte. (Wenn man es nicht kennt, einfach mal „Barbaraweizen“ googeln). Und in der Adventszeit brennt dann auch die Grubenlampe direkt neben einer Statute der Heiligen im Wohnzimmer.

    Ja, und jetzt gehört eben auch der St. Barbarapunsch dazu – übrigens auch die oben angegebenen Butterplätzchen, die wir kurzerhand zu „Barbaraplätzchen“ umdeklariert haben (schließlich hat ja auch altes Brauchtum mal jung angefangen). Da ich Rum im Punsch nicht so mag, lasse ich ihn weg. Aber es lohnt sich wirklich, das beim Auspressen anfallende Fruchtfleisch mit hineinzugeben! Das kann man dann nachher beim Abgießen wieder aussieben. Wenn man keine Biofrüchte hat, kann man man auch getrocknete Schale in Pulverform nehmen, geschmacklich habe ich da keinen Unterschied feststellen können.
    Da meine Frau es dann kaum noch abwarten kann, probieren wir auch gleich einen Becher von dem frischen, heißen Punsch, der bereits da geschmacklich jeden Glühwein hinter sich lässt. Dennoch sollte man ihm etwas Zeit geben: Weihnachten oder Neujahr ist er dann genau richtig. Sehr viel länger sollte man ihn nicht liegen lassen, aber wenn man den mal probiert hat, wird er ohnehin nicht alt! Auch wir nehmen klarglasige Flaschen, da so die warme orange bis bernsteinartige Farbe schön zur Geltung kommt. Zusätzlich kleben wir noch selbstgemachte Etiketten mit einem Bild der Heiligen darauf. Mittlerweile machen wir unseren Punsch nicht mehr nur für den Eigenverbrauch, sondern auch als originelles (und durchaus willkommenes!) Geschenk, und das nicht nur in Bergmannskreisen.

    Vielen Dank, Frau Beil, für das liebevoll dargestellte Rezept, eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und Glückauf.

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    1. Vielen, vielen Dank für den schönen und ausführlichen Kommentar. Ich halte auch sehr viel davon Traditionen einzuführen und am Leben zu erhalten. Deshalb macht es mich glücklich und ein kleines bisserl stolz, dass ich ein wenig zu Eurem Brauchtum beitragen durfte und die Erinnerung an meine Oma auch bei Euch am Leben erhalten wird.

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