Sonntag, 14. September 2014

Rezension:
Wild grillen von Tom Heinzle

Grillen ist in aller Munde und fast schon täglich erscheinen neue Bücher zu diesem Thema. Eins ist mir sofort ins Auge gestochen, "Wild grillen" von Tom Heinzle. In seinem Vorwort erläutert der Autor die hohe Qualität von Wildfleisch. Das Wild in unseren Wäldern wächst ganz natürlich auf und unterliegt nicht dem Stress einer Schlachtung. Bereits unsere Vorfahren haben Wild gejagt und über dem Feuer zubereitet. So gesehen, ist das Grillen von Wild nur eine genussvolle Weiterentwicklung. Und von Genuss und Aromen versteht Tom Heinzle jede Menge, davon durfte ich mich schon bei einem seiner Grill-Seminare überzeugen.




Tom Heinzle ist leidenschaftlicher Griller und hat seine Kompetenz mit seinem Team von Tom's Grillwerkstatt bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Er ist mehrfacher Titelträger bei nationalen Grill-Turnieren und BBQ-Weltmeisterschaften. Seine Grillseminare sind stets ausgebucht und auch bei Messen und kulinarischen Veranstaltungen, wie dem Waldschlößl-Kulinarik-Festival kann er die Gäste begeistern. Mehr Informationen über Tom Heinzle gibt es hier.

Im Heel-Verlag ist nun, nach "Wintergrillen", das zweite Buch von Tom erschienen. Gleich zu Beginn finden wir das Inhaltsverzeichnis mit einer Auflistung aller Rezepte nach Kategorien. Bereits hier machen uns die ersten Fotos Appetit auf mehr. Bevor es richtig los geht, bekommen wir wertvolle Hinweise über die Besonderheiten beim Grillen von Wildfleisch. Auch an Empfehlungen für flüssige Begleiter und passende Basisrezepte für Essig, Öl, Gewürzmischungen und Chutneys wurde gedacht.

Mein Lieblingskapitel ist "Löffel- und Fingerfood". Für diese Rezepte braucht es nur wenige, aber dafür hochwertige Zutaten und in kurzer Zeit ist ein kreatives Gericht auf dem Tisch. Im Kapitel "Die Klassiker" liegt das Augenmerk auf Wildschwein, Hirsch, Reh und Wildhase. Die Rezepte sind innovativ und werden pfiffig interpretiert. Alles andere wird im Kapitel "Und was es sonst noch gibt" behandelt. Dazu gehören Wildente, Fasan, Wachtel, Rebhuhn, Gams und verschiedene Süßwasserfische. Zu einem guten Grillmenü gehört natürlich auch ein Dessert aus dem Kapitel "Das Beste zum Schluss".

Das Buch überzeugt optisch und inhaltlich. Die Gerichte sind innovativ und die Rezepte gut erklärt und gelingsicher. Besonders gut gefallen mir auch die Tipps, wie zur Weiterverwertung von Resten und die kleinen persönlichen Geschichten. Ein absolutes Highlight sind auch die attraktiven Fotos, die jedes Gericht auch optisch perfekt präsentieren. So macht es auch großen Spaß das Buch einfach mal in die Hand zu nehmen und darin zu schmökern.

Die Entscheidung, welche Gerichte ich nachkochen werde, ist mir sehr schwer gefallen. Zu viele Rezepte haben mich angesprochen und neugierig gemacht. Es ist mir auch nicht immer gelungen, das richtige Fleischstück zu bekommen. Deshalb habe ich einmal das Wild gegen Lamm ausgetauscht. Auch das hat problemlos funktioniert. Die Zubereitung war unkompliziert und das Ergebnis hat uns begeistert.



Lammrücken (eigentlich sollte es Rehrücken sein) mit Trüffel-Camembert:
Kurz gegrillte Scheiben vom Rehrücken mit Käse überbacken. Ein schnelles und köstliches Amuse. Ich habe noch ein paar selbstgemachte Essig-Zwetschgen dazu gegeben.








 
Hirsch-Saté mit Walnusssauce











Wachtel auf Zwiebelgemüse
(Dieses Rezept stelle ich im nächsten Beitrag vor)











"Wild grillen" von Tom Heinzle ist ein sehr empfehlenswertes Buch. Wer gerne Wild isst und Freude am Grillen hat, kommt an diesem Buch gar nicht vorbei. Viele der Rezepte lassen sich auch in der Pfanne oder im Backofen zubereiten. Deshalb kann es auch sehr gut als Inspirationsquelle für Wildliebhaber ohne Grill dienen. Ich kenne kein vergleichbares Kochbuch auf dem Markt zu diesem speziellen Thema.

Kommentare:

  1. Na sowas!
    Ich überlege gerade etwas einfallslos, was ich heute Abend als Kleinigkeit koche (nach eine wunderbaren größeren Essen gestern) und was lese ich?......
    Habe zufällig einen Rest Rehrücken da, der verarbeitet werden muss, alle anderen Zutaten auch, sogar ein Gläschen Essigzwetschgen von dir :-))
    Da freuen wir uns doch auf unser kleines Abendessen!
    Grüßle vom Tölzer Feuerkopf

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Manchmal kommt man auf das Naheliegendste nicht. Freut mich, dass Du es gleich ausprobierst.

      Löschen
  2. Das Buch ist gestern auch bei mir eingezogen und ich bin schon vom ersten Durchblättern sehr begeistert! Nach Deiner Rezension freue ich mich jetzt noch mehr drauf, die Rezepte auszuprobieren.
    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dann bin ich schon sehr gespannt, was Du sagst, liebe Juliane.

      Löschen