Samstag, 28. Februar 2015

Rezension: Theresas Küche - Kochen mit Freunden

Theresa Baumgärtner studierte Kultur und Wirtschaft an der Universität in Mannheim und lebt heute in Luxemburg. Ihre Mutter Lucia ist eine erfahrene NDR-Redakteurin. So war der Weg nach dem Start eines Foodblogs zum NDR-Fernsehen nicht weit. Nach dem Pilotfilm "Theresas Küche - Kochen mit Freunden", der begeistert vom Publikum aufgenommen wurde, startete im November 2014 ihre regelmäßige Kochsendung. Jede Sendung steht unter einem anderen Motto und Theresa lädt sich dazu passende Gäste ein.

Dem gleichen Konzept folgt ihr Kochbuch "Theresas Küche - Kochen mit Freunden".




Das Buch hat ein schönes, großes Format, vergleichbar mit DIN A 4. Es ist hochwertig ausgestattet mit einem Leinenrücken und einem Lesebändchen. Das Format ist natürlich ideal, damit die vielen stimmungsvollen Fotos gut zur Geltung kommen.

Die Idee des Buchs ist es, zu einem bestimmten Motto Einladungen auszusprechen. So finden wir in den Kapiteln nicht nur Rezepte, sondern auch Anregungen für die Dekoration. Zu jedem Rezept gibt es auch ein Rezeptbild in der Optik des angesagten Food-Stylings mit schönen, teils alten, Tellern und Besteckteilen.

Die Rezepte sind thematisch zusammengefasst zu:
- Brunch
- Vintage Tea Party
- Spontane Gästeeinladung
- Theresa kocht veggie
- Homemade Burger
- Theresa kocht französisch
- Geschenke aus meiner Küche
- White Party

In jedem Kapitel sind Gerichte aus der süßen und der salzigen Küche, die als Vorspeise oder Hauptgang geeignet sind, mit Fisch, Fleisch oder nur Gemüse zubereitet werden. Deshalb ist das alphabetische Register nach unterschiedlichen Rezept-Kategorien hilfreich. Es findet sich ebenso am Ende des Buchs, wie das alphabetische Rezeptregister und einem Hinweis auf die Bastelanleitungen, die auf der Homepage des Verlags zum Download bereit stehen.

Für meinen Praxistest war es mir wichtig, die Rezepte mit meiner Erfahrung abzugleichen, da ich die Rezepte möglichst objektiv beurteilen möchte. Deshalb habe ich drei Gerichte ausgewählt, für die ich ähnliche Rezepte im Repertoire habe.

Nicht verstanden habe ich, weshalb bei einzelnen Zutaten auf "bio" verwiesen wird und bei anderen nicht. Beispielsweise wird für die Schokoladentrüffel Bio-Sahne empfohlen, es gibt aber keinen Hinweis auf die unterschiedlichen Schokoladen-Qualitäten, bis hin zur Ausbeutung von Kindern bei der Kakao-Ernte. Da hätte ich es besser gefunden, wenn es grundsätzlich eine Aussage gegeben hätte, was man beim Einkauf von Lebensmitteln beachten soll.

Auch den Einsatz von Fleur de Sel für einfache Zubereitungen, wie bei dem Ei im Glas, kann ich nicht nachvollziehen. Hier ist ein gutes Meersalz ausreichend. Fleur de Sel sollte ein Spitzenprodukt bleiben und gezielt eingesetzt werden.

Die Rezepte sind gut nachvollziehbar und können auch von weniger erfahrenen Hobbyköchen umgesetzt werden. Das Ergebnis ist gut und schmeckt auch, aber: mit kleinen Änderungen hätte das Gericht noch besser geschmeckt. Bei den Trüffeln wirkt da schon etwas Zucker Wunder und bei den Hühnerkeulen war uns die Süße des Honigs viel zu viel. Ich habe dies zwei Wochen später nochmals gemacht und nur den Honig weggelassen. Das hat sehr gut geschmeckt und auch unser Besuch war begeistert davon.

Manche Rezepte brauchen Zutaten in sehr kleinen Mengen und deshalb wird einiges übrig bleiben. Es ist so ein besonderes Steckenpferd von mir, dass bei einem Einkauf alles sinnvoll und ohne Reste verwertet wird. Für dieses Buch hätte es mir sehr gut gefallen, wenn innerhalb eines Mottos auch auf die sinnvolle Verwendung von allen Zutaten geachtet worden wäre. So ein Konzept hätte für unerfahrene Hobbyköche viel Potential und Anregung geben können.


Ei im Glas mit Kressesalat













Salbei–Zitronen-Hähnchen mit Kartoffel-Topinambur-Püree











Schokoladentrüffel













Fazit:
Wer Inspiration sucht für eine Einladung unter einem bestimmten Motto mit funktionierenden Rezepten und passender Dekoration, der wird an diesem Buch viel Freude haben. Das Buch ist auch für Kochanfänger geeignet.

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