Mittwoch, 19. August 2015

Kochbox - Beef & Beer Club
neu im kulinarischen Berlin

In Berlin passiert viel und es gibt dort eine wirklich sehr gute kulinarische Szene. Ich nutze gerne eine Gelegenheit, um in Berlin Bewährtes zu erfahren und Neues zu entdecken. Sehr spontan habe ich mich entschlossen einer Einladung der Jungs der Kochbox zu folgen und die erste Veranstaltung des Beer & Beef Clubs zu besuchen.

Was ist das? Einfach erklärt, geht es um Beef & Beer und eine gute Zeit mit Spaß unter Freunden. Heiko Schulz und Walde Müller, die Chefs der Kochbox, wollten eine Veranstaltung ins Leben rufen, die es auch einem kleineren Geldbeutel ermöglicht, perfekt gereiftes Fleisch und individuelles Craft-Beer zu genießen. Sie besorgten sich einen Reifeschrank und hängten die Fleischseiten hinein. Sorgfältig überwachten sie den Reifeprozess. Das mit dem Bier war noch einfacher. Roger Breitenegger von den Bierrebellen übernahm den Part, die geeigneten Craft-Biere auszusuchen. Die Party konnte steigen.....



Zum Auftakt erklärten Heiko und Walde das Konzept und Roger drückte uns einen Bier-Hugo in die Hand. Mir hat gleich beides gefallen. Direkt vor dem Bogen des S-Bahn-Viadukts, wo die Kochbox untergebracht ist, sammelten sich die Gäste und beobachteten die Rangiermanöver der Autofahrer in der engen Straße. Das war ganz großes Kino.


Neben einer tollen Bierauswahl und phantastischem Fleisch gab es noch jede Menge verrückte Ideen und einen grandiosen Abendhimmel. Die Stimmung war toll und für mich war es besonders schön, einige meiner Blogger-Freunde aus der Berliner Szene zu treffen.


Noch versuchte ich mirvorzustellen, wie aus Fleischjus Schnaps wird, aber ich vertraute auf Sören, der geheimnisvoll mit der Apparatur hantierte. Zum Auftakt gab eine Beef-Consommé, die sich optisch kaum von der begleitenden Rhabarber Weisse unterschied. Geschmacklich war das genau der richtige Start in das Menü.


Da merkt man gleich die fundierte Kochausbildung der Jungs. Fast schon klassisch für ein Fleischmenü folgte auf die Consommé das Rindertatar. Es war an diesem heißen Sommerabend mein Lieblingsgang. Dazu ein frisches, süffiges Bier - passt!


Das Besondere an den Veranstaltungen der Kochbox ist, dass man mitmachen kann, oder eben nicht. Fast immer werden Würste gemacht, weil das etwas ganz Besonderes ist und sich immer viele Gäste finden, die das einmal ausprobieren möchten. Walde macht es vor und dann haben sie ihn nicht mehr an den Wurstfüller gelassen, so viele Freiwillige gab es. Wir kamen in den Genuss einer "japanischen Ocean-Beef-Bratwurst - Surf and Turf". In der steckte nicht nur Rindfleisch, sondern auch Garnelen. Dazu gab es einen genialen Senf. Ich mache viel Senf selbst und bin da sehr kritisch, aber ich habe selten einen so guten Senf gegessen.


Im nächsten Gang berlinerte es sehr schön mit einer Butter-Stulle und der getrüffelten Berliner Leberwurst. Entgegen der landläufigen Meinung vertragen sich Bayer und Preiss' doch. Das Bier von Crew Republik aus München passte perfekt zur Berliner Wurst.


So langsam machte sich Unruhe breit. Der große Moment war gekommen und die Steaks mussten zersägt werden. Das ist nicht nur Männersache, wie Anne Leupold, die zweit placierte der Kochsendung "Game of Chefs", eindrucksvoll bewies. Sie war mit Walde im Team von Christian Lohse und es war schön zu sehen, dass die Freundschaft gehalten hat.


Nach der Knochensäge stand das nächste Spielzeug des Fleischliebhabers im Fokus - der Beefer Grill. Das ist eine Art Backofen, der mit Gas auf 800 Grad erhitzt werden kann. Das Fleisch kommt nur kurz hinein und wird so richtig "aufgeknuspert". Das schmeckt man dann auch, wenn es außen ordentlich Röstaromen hat und innen noch schön rosa und zart ist.

Ein kleines Detail am Rande ist trotzdem die wichtigste Erfahrung für mich, weil ich immer gerne etwas von den Köchen lerne. Die Technik, wie Sören den Pürierstab mit den Schöpflöffel geschützt hat, um die Sauce aufzuschäumen, werde ich übernehmen. So ist das ideal und spritzt nicht. Beim Bier hat Roger inzwischen auch "schwere Geschütze" aufgefahren und es gab einen Chocolate Bock von Maisel.

Jetzt wird es Zeit aus der Karte zu zitieren: "Aus Respekt, Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber anderen Lebewesen, verzichten wir auf die Benennung sämtlicher Beilagen." Trotzdem gelang es mir herauszufinden, dass die geniale Beilage zum Steak ein Kartoffelsushi war. Dazu wurden die Kartoffel trocken ausgedämpft und die Füllung bestand aus Kräuter-Sauerrahm mit Agar-Agar gebunden. Gewälzt wurde das Ganze in Röstzwiebeln.


Wie geht Fleisch im Dessert? Nun, das ist ganz einfach man braut aus dem Fleischsaft einen Schnaps und legt ein Stück selbstgemachten Dry Salt Mint Chili-Schinken auf das Glas. Ein Tapas kommt selten alleine und deshalb gab es noch eine "Damen-Variante" mit dunkler Schokolade und Sherry.



Das hat großen Spaß gemacht. Ich schätze die Veranstaltungen der Kochbox auch ganz besonders wegen der entspannten Atmosphäre. Wer das nächste Mal dabei sein will, der kann sich hier über die Termine informieren und anmelden.

Und das berichten die Kollegen:
Daniel von Gastro L.E.




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