Donnerstag, 10. Mai 2018

Rezension: Schnell mal was Gutes von Alexander Herrmann

Wer sich für Kochen interessiert, kommt an Alexander Herrmann kaum vorbei. Durch seine langjährige Fernsehpräsenz in unterschiedlichen Kochformaten hat er einen sehr großen Bekanntheitsgrad erreicht. Im Laufe der Jahre sind einige Kochbuch-Reihen von ihm erschienen. Als leidenschaftliche Kochbuch-Sammlerin besitze und kenne ich alle. Vor zwei Jahren veröffentlichte er seine Rezepte erstmalig bei Dorling Kindersley. Dieses Buch hat mir bisher von allen seinen Büchern am besten gefallen (Link zur Rezension). Jetzt gibt es neue Rezepte in der, von mir sehr geschätzten, Kategorie gepflegte Alltagsküche. Schnell mal was Gutes verspricht Alexander Herrmann für den Feierabend.


Alexander Herrmann stammt aus dem fränkischen Ort Wirsberg und mit seinem fränkischen Dialekt kokettiert er gerne in Fernsehsendungen. Seine Eltern betrieben dort ein Hotel mit Restaurant. Im Alter von 9 Jahren kamen beide bei einem Autounfall ums Leben. Um ihn und das Hotel kümmerten sich von da an Onkel und Tante. Seine Kochausbildung begann er 1988 bei dem renommierten Nürnberger Sternekoch Stefan Rottner. Danach sammelte er Berufspraxis in der gehobenen Gastronomie wie den Restaurants La Vigna, Schweizer Stuben und dem Glockenbach von Karl Ederer in München. Im Jahr 1996 kehrte er in den Familienbetrieb "Herrmanns Posthotel" zurück und ist seit 2008 mit einem Stern des Guide Michelin bewertet. Parallel dazu startete er seine Fernsehkarriere und war u. a. bei Kochduell, Kerners Köche, Lanz kocht, Küchenschlacht, Topfgeldjäger und The Taste zu sehen. In den Jahren 2003 bis 2006 hatte er im Bayerischen Fernsehen mit Koch doch mit Alexander Herrmann sogar seine eigene Sendung. Wer in live erleben will, hat aktuell die Möglichkeit dazu, da er im Moment mit einem Bühnenprogramm auf Tournee ist.

Nach einem Vorwort des Autors und ein paar Seiten mit stimmungsvollen Fotos von der Arbeit am Buch und ausgewählten Rezeptbildern geht es mit dem Kapitel Seelenfutter los. Dort zu finden sind Alltagsgerichte wie Spaghetti, Risotto, Tintenfischringe oder Pizzabrot, die mit einem kleinen "Dreh" aufgepeppt wurden. Mit einer schnellen Griesnockerlsuppe mit Suppengrün und Liebstöckel oder gebackenem Blumenkohl mit Schnittlauch-Schmand und Lachsschinken schmeckt es wie bei Oma. Die Rezepte in den Kapiteln Express ohne Stress, Gesund und Gut und Entspannungsküche haben mich mehr angesprochen, da ich dort mehr Gerichte ohne Gluten entdeckt habe.

Ich wollte bewusst Rezepte ausprobieren, die ganz natürlich glutenfrei sind und ohne Ersatzprodukte auskommen. Besonders interessant waren deshalb die Pancakes aus Linsen für mich. Da war ich im Vorfeld skeptisch, ob der Teig sich gut braten lässt und hinterher besonders begeistert davon, dass sie sogar knusprig wurden. Aus diesem Grund gibt es diesmal sogar vier getestete Rezepte.

Die Rezepte sind durchweg für zwei Personen ausgelegt, wobei die Portionsgrößen unterschiedlich sind. Die Pancakes waren sehr reichhaltig, das Lachssashimi fiel dagegen eher knapp aus. Es wird nicht unterschieden zwischen Vorspeise oder Hauptspeise und ich gehe grundsätzlich davon aus, dass die Gerichte für eine Mahlzeit gedacht sind. Davon ausgenommen sind natürlich die Vorschläge für Desserts oder Getränke.

Jedem Rezept ist eine Doppelseite gewidmet und man hat somit Rezeptbild, Zutatenliste und Zubereitungsanleitung auf einem Blick. Gut gefällt mir, dass fast jedes Rezept einen kleinen Tipp hat. Dort werden Warenkunde, Alternativen oder spezielle Zubereitungen gesondert erklärt. Die Rezepttexte sind gut strukturiert und nachvollziehbar geschrieben. Das Register am Ende des Buches ist sehr ausführlich und listet Zutaten, Rezeptgruppen und Rezepte alphabetisch auf.


Lachssashimi mit Limetten-Teriyaki-Sauce und Puffreis
Hähnchen-Minutensteaks und scharfer Karotten-Mango-Salat mit Erdnüssen
Quark-Pancakes mit roten Linsen und scharfem Tomaten-Orangen-Salat
Quinoa-Kokos-Risotto mit Currybananen, Pak Choi und Hähnchen

















Fazit:
Schnell mal was Gutes bietet solide Rezepte für den Alltag, die Alexander Herrmann in bewährter Art und Weise noch mit einem kleinen "Dreh" kulinarisch aufwertet. Es ist besonders gut für Kochanfänger oder weniger erfahrene Hobbyköche geeignet. Wer für Menschen mit Gluten-Intoleranz kocht, der muss bei vielen Rezepten Zutaten ersetzen. Die meisten Zutaten sind im Supermarkt gut erhältlich, es gibt auch ein paar Ausreißer die aber ausgetauscht werden können. Mein Lieblingsbuch von Alexander Herrmann bleibt Geschmacksgeheimnisse.

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