Mittwoch, 10. April 2019

Rezension: Maria - gerne ohne Sterne von Maria Groß

Maria Groß lernte ich vor einigen Jahren bei der Chefsache in Köln kennen. Zuerst stellte sie bei einer Podiumsdiskussion das Konzept ihrer Bachstelze vor und dann nahm sie Billy Wagner vom Berliner Restaurant Nobelhart & Schmutzig den Wind aus den Segeln. Er erzählte, dass er und seine Mitarbeiter gebrauchtes Besteck auf dem Flohmarkt kaufen. Maria konterte, dass sie das anders macht und die Nachbarn gefragt hat, ob sie ihr Besteck leihen können. Das habe ich zum Anlass genommen, ihr das alte Besteck meiner Eltern zu überlassen und hoffentlich schaffe ich es endlich einmal, wieder damit zu essen.


Aufgewachsen in Thüringen, zur Zeiten der ehemaligen DDR, begann Maria nach dem Abitur ein Philosophiestudium. Ein Studentenjob als Privatköchin veränderte ihr Leben und sie begann in einem Berliner Gourmetrestaurant die Ausbildung als Köchin. Die Lehr- und Wanderjahre brachten sie auch in die Schweiz, bevor sie zurück nach Thüringen kam und im Erfurter Restaurant Clara den ersten Michelin-Stern erkochte. Damit war sie die jüngste Sterneköchin Deutschlands. Die enorme Arbeitsbelastung in der Sternegastronomie wollte sie auf Dauer nicht mehr mitmachen und so eröffnete sie mit ihrem Lebenspartner die "Bachstelze" in der Nähe von Erfurt. Einem breiten Publikum wurde sie bekannt als Jurorin der Kochsendung "Grill den Profi" und als schlagfertige Gegnerin von Tim Mälzer bei "Kitchen Impossible". Nun hat sie ihr erstes Kochbuch "Maria - gerne ohne Sterne" veröffentlicht.


Sie wollte ihre Lieblingsrezepte vorstellen, die Art und Weise wie sie in der Bachstelze kocht. Selbstverständlich saisonal und am liebsten auch regional, was die Region hergibt. Herausgekommen ist eine bunte Sammlung von rund 60 Rezepten, sozusagen zu jeder Lebenslage. Maria nimmt den Leser immer wieder an die Hand und teilt ihre Geschichte und ihre Gedanken zum Kochen mit. Unterstützt wird das durch viele Fotos, die die Köchin in ihrem heimatlichen Umfeld zeigen.

Die Idee ist es, die Rezepte anlassbezogen auszuwählen. Das kann mal Alltagsküche, eine unkomplizierte Einladung für Freunde oder ein schönes Menü sein. So finden sich vegetarische Gerichte, Fleisch - gerne vom Grill, Fisch oder Desserts in allen Rezeptkapiteln. Ein Kapitel widmet sich dem Haltbarmachen, vorzugsweise von Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten. Da gibt es eine schöne Sammlung von Rezepten, die sich sehr gut auch als kulinarisches Geschenk eignen.

Maria versteht ihre Rezeptsammlung nicht dogmatisch. Sowohl bei der Menge, als auch bei Zutaten oder Zubereitungsweise darf variiert werden und es soll der eigene Geschmack entscheiden. Beim Nachkochen von einem gebratenen Rehrücken mit Rotweinsellerie habe ich mich genau daran gehalten und das Fleisch mit einem Lammrücken ersetzt. Die Garzeiten der beiden Stücke sind ähnlich und ich muss sagen, dass mir gerade das klassisch heiß gebratene Fleisch sehr gut gelungen ist. Beim Rotweinsellerie habe ich mich an das Rezept gehalten und erst danach das Rezeptbild genau angesehen. Dort wurde der Sellerie anders geschnitten und hinterher wohl noch in Butter geschwenkt. Dem Geschmack hat das keinen Abbruch getan. Etwas gehadert habe ich mit der Angabe von 50 Gramm Pilze für 4 Personen. Ich habe einfach deutlich mehr gekauft.



















Fazit:
"Maria - gerne ohne Sterne" ist ein fröhliches, buntes Kochbuch mit bodenständigen Rezepten. Fans von Maria können sich über den Einblick in ihre Philosophie und ihre Lebensweise freuen. Wer gerne saisonal kocht, oder sogar Obst und Gemüse im eigenen Garten anbaut, findet unkomplizierte Gerichte dafür.

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