Montag, 26. August 2019

Rezension: Sizilien in meiner Küche von Cettina Vicenzino

Bei Kochbüchern haben mich Ausgaben zu Länderküchen schon immer sehr interessiert und aktuell stelle ich einen kleinen Trend fest, dass wieder mehr zu diesem Thema auf den Markt kommt. Neugierig gemacht hat mich das Buch "Sizilien in meiner Küche" von Cettina Vicenzino. Gerade bei der italienischen Küche, mit ihrer sehr starken regionalen Prägung, gibt es noch sehr viel zu entdecken.


Cettina Vicenzino ist geborene Sizilianerin und somit natürlich prädestiniert ein Kochbuch über die sizilianische Küche zu schreiben. Als Kind kam sie mit ihren Eltern nach Köln, wo diese ein italienisches Restaurant eröffneten. Cettina studierte in Hamburg Mode und Kunst. Ihre Liebe zum Kochen und Essen ist immer geblieben. Sie kombinierte diese Leidenschaften und begann mit der Foodfotografie. Heute lebt sie abwechselnd in Bayern und Sizilien und arbeitet als Fotografin, Kochbuchautorin und Künstlerin.

Diese Rezension hat mir viel Freude gemacht und es war mir ein persönliches Anliegen, dieses Buch vorzustellen. Cettina und ich kennen uns virtuell und wir laufen seit Jahren aneinander vorbei. Zum heutigen Erscheinungstermin hat Cettina die Sache persönlich in die Hand genommen und wir haben uns, zusammen mit meiner Bloggerfreundin Susanne (Magentratzerl) in einem schnuckeligen kleinen italienischen Restaurant (Tiziano, von Claudia Canzoniere) zum Mittagessen getroffen und verbrachten eine sehr schöne Zeit, bei guten Gesprächen und gutem Essen).



In ihrem Vorwort schreibt Cettina, dass man das Buch nicht kaufen sollte, wenn man auf der Suche nach vielen Rezepten ist. Wenn man aber mehr über die sizilianische Kultur erfahren möchte, die untrennbar mit Lebensmitteln und Gerichten verbunden ist, dann wird man damit viel Freude haben. Das trifft es sehr genau.

Wie bei Kochbüchern der italienischen Küche üblich, sind die Rezeptkapitel nach der Menüfolge aufgebaut. Bereits hier wurde ich stutzig, dass es nicht die klassische Abfolge von Antipasti, Primi, Secondi und Dolci ist. Die sizilianischen Küche kennt das nicht so, da keine Antipasti gereicht werden. Neu war für mich auch, dass es auch sein, dass nur ein Gericht serviert wird und man dann von Piatto Unico spricht. So sind also Rezepte in den Kategorien Primi, Secondi, Piatto Unico, Intermezzi, Dolci und Bevande (Getränke) zu finden. Mir hat es besonders gut gefallen, dass die Rezepte mit typischen regionalen Zutaten beschrieben sind. Nicht alles davon ist einfach zu bekommen, aber dann wurde ein Ersatz aufgelistet.

Das ganze Buch ist vollgepackt mit Geschichten und Informationen über Sizilien, seine Menschen und seine Küche. Dazu gibt es wunderbare Fotos von Land, Leuten und Essen, dass man es nur schwer weglegen kann, sobald man einmal anfängt zu blättern. Hier merkt, welchen beruflichen Background Cettina hat und sie hat es geschafft das alles zwischen zwei Buchdeckel zu packen.

Die Rezepte sind gut und verständlich beschrieben. Bei den ungewöhnlicheren Zutaten gibt es Angaben zum Ersatz und jedes Rezept hat ein stimmungsvolles Foto vom fertigen Gericht, sowie Informationen darüber, wie lange die Zubereitung dauert und für wie viele Personen es reicht.

Jede Menge Adressen von Produzenten, Restaurants und Hotels sind im Anhang zu finden. Ein, sehr umfangreiches, alphabetisches Register listet Zutaten, Rezepttitel und Fachbegriffe auf.

Die Gerichte im Buch sind sehr unterschiedlich, da Cettina traditionelle Rezepte und Lieblingsrezepte der Menschen, die sie auf ihren Reisen getroffen hat, vorstellt. Es waren nur wenige dabei, wo ich sagen konnte, dass ich es schon einmal gesehen oder gegessen habe. Deshalb hat mich vieles gereizt und letztendlich bin ich bei meiner Auswahl pragmatisch vorgegangen. Wir haben heuer zum ersten Mal einen Muskatkürbis und der beansprucht mittlerweile den ganzen Garten für sich alleine. Also war klar, dass er Blüten und Blätter für ein Nudelgericht opfern muss. Von einem anderen Gericht hatte ich noch ein großes Stück Wassermelone übrig, aus der ich den Pudding gekocht habe. Im Originalrezept werden Jasminblüten verwendet, ich habe mir mit Orangenblütenwasser beholfen. Das Kaninchen und die Salsicce sind wunderbare Gerichte, wenn es schnell gehen muss und man kann sie an einem anderen Tag wieder aufwärmen. Die haben mir sehr geholfen, als ich wenig Zeit hatte. Alle Rezepte waren sehr gut nachvollziehbar, gingen mir gut von der Hand und haben sehr gut geschmeckt.

Pasta mit zarten Kürbisblättern
Salsiccia aus dem Ofen mit Kartoffeln
 Süßsaures Kaninchen
Wassermelonenpudding

Wassermelone pürieren, mit Zucker und Orangenblütenwasser mischen. Mit Maisstärke binden und stocken lassen. Zum Servieren mit Schokolade und Pistazien garnieren.

Fazit:
"Sizilien in meiner Küche" von Cettina Vicenzino ist ein faszinierendes Buch über Sizilien, mit einem kulinarischen Schwerpunkt. Man kann interessante und weniger bekannte Gerichte ausprobieren, sich einlesen über spezielle Zutaten und die Einflüsse, die diese Küche geprägt haben. Man kann auch einfach nur darin blättern, die Fotos anschauen und sich für eine Reise inspirieren lassen. Die Rezepte sind sehr gut erklärt und deshalb auch für weniger erfahrene Hobbyköche geeignet. Dieses Buch ist nicht nur ein Kochbuch, es ist viel mehr und regt an, eine Region über die Kulinarik zu begreifen.

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