Mittwoch, 31. Juli 2019

fine dining in München: Bottles & Bones, das American BBQ mit Justin Leone und Joe Woodel

Als Justin Leone die Nachfolge von Paula Bosch als Sommelier im Tantras antrat, überzeugte er sehr schnell mit seinem lässigen Auftreten und seiner unkonventionellen Art Wein zu beschreiben. Er vergleicht Weine mit Musik und schafft es damit einen extrem entspannten Weingenuss. Nichts ist schlimmer, als wenn man verkrampft an einem Weinglas riecht, dann einen Schluck probiert und verkrampft versucht sich als Experte zu präsentieren. Wein soll schmecken und er soll Spaß machen und diese Atmosphäre schafft Justin in Sekunden, wenn er über Wein spricht.


Nach seiner Zeit im Tantris wurde der Plan geboren, sich mit einem eigenen Restaurant selbständig zu machen. Als gebürtiger Kanadier, der in Amerika aufwuchs, lag es nahe den Münchnern das richtige American BBQ nahe zu bringen. Der passende Name "Bottles & Bones" war schnell gefunden, die richtigen Räume leider nicht. American BBQ hat wenig damit zu tun, wenn wir sagen, wir grillen heute Abend. Es braucht sehr viel Zeit, da das Fleisch in einem Smoker langsam gegart wird. Da sprechen wir schon einmal von 20 Stunden und somit auch von Küchen, in denen das überhaupt möglich gemacht werden kann.

Weil die Idee aber so großartig ist und perfekt in den Münchner Sommer passt, geht es einfach jetzt schon los. Justin und seine bezaubernde Lebensgefährtin Isabel starteten diesen Juli als Pop-Up-Restaurant. Heimisch wurden sie am Schwabinger Tor im Hotel Andaz. Das Cafe M dient tagsüber als Kantine für die Mitarbeiter und Abends wird es, während der Pop-Up-Termine zum lässigen Treffpunkt für Freunde von gutem Wein und gutem Essen.

Die Termine findet man auf der facebook-Seite von Bottles & Bones. Eine Reservierung empfiehlt sich, da die Plätze begrenzt sind. Bei schönem Wetter sitzt man auf der Terrasse, bei schlechtem Wetter geht es hinein.


Zu jedem Pop-Up-Event laden Isabel und Justin einen anderen Weinfreund ein, der Spezialitäten aus der "Neuen Welt" mitbringt. Diesmal war es Martin Koessler von K & U - die Weinhalle. Er hatte Raritäten aus Napa & Co. dabei.  Bei ihm konnte man sich Weine glasweise aussuchen. Wer lieber eine Flasche trinken wollte, konnte sich von Justin beraten lassen und aus einer umfangreichen Weinkarte auswählen.


Als alle mit den Getränken versorgt waren, ging es in die Küche, wo das Team um Küchenchef Joe Woodel alles bestens vorbereitet hat und jedem Gast schnell ein üppig gefülltes Tablett in die Hand drückte. Man darf sich von der unkomplizierten Präsentation nicht täuschen lassen, das Essen ist beste Qualität und das Fleisch kommt von einem kleinen Bauern und nicht vom Großhandel.


Und so sieht das dann aus. In unserem Fall war die Portion besonders üppig, da meinem Mann ein großes Tablett für zwei Portionen in die Hand gedrückt wurde. Es gab Spareribs, Hühnchen, eine wunderbare, leicht scharfe Wurst, drei selbstgemachte Saucen, selbstgemachte Pickles und eine köstliche Beilage aus geräuchertem Mais, Mayo, Limette und Manchego. Weil alles so unkompliziert ist, bekommt man das Dessert gleich mit. In unserem Fall eine Bananencreme mit Crumble und Marshmellow-Haube.


Die Gäste hatten sichtlich viel Spaß und die Atmosphäre war wunderbar. Auch wenn es musikalisch vermutlich nicht Justins Welt ist, an solchen Abenden habe ich immer "Sommer in der Stadt" in den Ohren. Das ist ein ganz bestimmtes Gefühl, wie wir gebürtigen Münchner fühlen, wenn im August unsere Stadt ruhiger und ein ganz klein wenig leerer wird. In den letzten Jahren habe ich das immer weniger gespürt, um so mehr Freude hat mir dieser Abend bereitet. Sehr gefreut habe ich mich auch über das junge und sehr interessierte Publikum.


Zu später Stunde lohnt es sich ganz besonders, wenn man sich vertrauensvoll in Justins Hände begibt. Obwohl ich nicht die "große Rotweintrinkerin" bin, habe ich auf ihn gehört und dieser Wein hat mich sehr begeistert. Also gilt: immer neugierig bleiben und die Arbeit eines Spitzen-Sommeliers wertschätzen. Da an unserem Abend Justins Freund, Matthias Holke, nicht anwesend war, fiel die musikalische Einlage aus. Das ist doch ein schöner Grund, nochmal zu kommen und zu erleben, wie er und Justin Musik machen.



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