Es ist sehr lange her, dass wir in Würzburg waren. Das ist eigentlich sehr schade, denn es ist eine wunderschöne Stadt, direkt am Main gelegen und von Weinbergen umgeben. Also ein perfekter Platz für kulinarischen Genuss. Dort fand Mitte Juni das Gourmetfestival "Taste of Franken" statt und das wollten wir besuchen. Um den Aufenthalt etwas zu verlängern habe ich für den Folgetag einen Tisch im Restaurant KUNO 1408 gebucht.
Nach der Eröffnung im April 2013 besuchten wir es ein Jahr später, da wir den damaligen Küchenchef kannten. Der Abend hat uns sehr begeistert und ist noch positiv in unserer Erinnerung. Ziemlich schnell wurde es mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Ende 2019 verließ er das Restaurant und Daniel Schröder übernahm als neuer Küchenchef. Auch er konnte mehrfach den Stern verteidigen. Mittlerweile kocht er im familieneigenen Betrieb.
Ab Januar 2024 haben nun Patrick Grieshaber und Robin Hofmann die Küchenleitung inne. Sie kannten sich bereits aus einem anderen Restaurant. Patrick war vorher Sous-Chef im Clara in Erfurt und Robin bereits Sous-Chef im Kuno. Sie konnten den Stern verteidigen und die Küche des Kuno ist aktuell mit einem Michelinstern ausgezeichnet.
Wir haben uns auf den Abend sehr gefreut und waren neugierig, wie es sich verändert hat. Leider hatten wir keinen Abend nach unserem Geschmack. Es begann bereits bei der Ankunft, wo man überhaupt nicht auf uns vorbereitet war, obwohl ich eine schriftliche Reservierungsbestätigung per Mail hatte. Dafür wurden wir vom Haus auf den Aperitiv eingeladen.
Deutlich schwieriger war das Menü, das uns teilweise ratlos gemacht hat. Wenn ich die Küche beschreiben müsste, würde ich von einer inversen Produktküche sprechen, bei der es darauf ankommt, dass man die Hauptkomponente nicht herausschmeckt. Das waren meist "zart-schmeckende" Produkte, wie Sellerie, Heilbutt oder Stubenküken. Die wurden regelrecht erschlagen von starken Aromen. Besonders dominant und gerne öfters verwendet: Miso und Nussbutter. Es gab jede Menge kräftige Saucen und, weil das noch nicht gereicht hätte, auch gerne zwei solcher Saucen in einem Gang.
Was mit dem Spitzkohl passiert ist, haben wir nicht verstanden. Er sollte vom Grill sein. Mein Mann meinte, dem hat man wohl gesagt, schau da drüben steht der Grill. Der war einfach total roh. Beim süßen Abschluss erwischte ich leider den türkischen Honig am Schluss und der war fast nicht essbar. In Chili gewälzt, war der unangenehm scharf und ich hatte das noch Stunden danach im Mund. Das ist jetzt in der Gruppe der drei schrecklichsten Dinge, die ich je in meinem Leben gegessen habe und hat den Hummer süßsauer an der Küste von Tanzania abgelöst.
Sehr gut gefallen hat uns die Weinbegleitung, die ausschließlich von fränkischen Winzern kam.
(Besuch vom 13. Juni 2026)
Besuch vom 22.04 2014 - Küchenchef Benedikt Faust
| Brotauswahl Misobutter und Nussbutter |
| Pochierte Auster Chilivinaigrette und Mohn |
| Einstieg in das Menü mit 5 Kleinigkeiten bestehend aus der Hauptzutat der Gänge |
| Sellerie hoch 4 Carpaccio von Sellerie im Kaffee-Salzteig gegart Sellerie-Nussbutterpüree Staudenselleriesalat Staudensellerie-Galganteis Kaffeemayonnaise reduzierte Molke mit Nussbutter |
| Heilbutt Wilder Brokkoli Hühnerhautchip Leindotteröl Sauce Gribiche Salzzitronen Beurre blanc |
| Spitzkohl gegrillter Spitzkohl Spitzkohlsalat Misomayonnaise Apfelkaviar Kartoffel-Nussbutterschaum |
| Galantine vom Stubenküken Pochiertes Wachtelei Eiszapfen süß sauer eingelegt Gremolata Radieschen Liebstöckelmayonnaise Chimichurri Jus |
| Pasteis de Nata mit Kokosfüllung |
| Tropenstrand Kokosnuss mit Passionsfrucht gefüllt Kokos-Shiso Drink und Crumble Passionsfruchtgel Vanilleeis |
| Petits fours mit einem türkischen Honig im Chilimantel |
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